Samstag, 21. Juni 2014

Sonne am 21.06.2014

Am Tag der Sommersonnenwende und des Sommeranfangs die Sonne zu beobachten, war ein ziemlich schwieriges Unterfangen. Zwar klarte es kurz nach 8 Uhr ein wenig auf, doch ließen Wolken in unterschiedlichen Höhen nicht bestimmen, ob ein Wolkenloch die Sonne treffen würde oder nicht. Natürlich taten sie es nicht und so konnte ich zunächst nur durch dünne Wolken hindurchschauen, was für das Auge beliebig anstrengend war, wenn man sich auf eine Fleckengruppen konzentrieren wollte, aber ständig Wolken durch das Bildfeld huschten. Erst 6 (!) Stunden später gab es wieder eine Wolkenlücke, die den Namen auch verdiente und durch die ich dann meine morgendliche Beobachtung endlich vervollständigen konnte.

Dieses Wetter war denn auch der Grund, ein für heute geplantes Sonnenbeobachtertreffen der Hamburger Sonnengruppe abzusagen, was sich im Nachhinein als richtig erwies, zumal die Mitglieder offenbar auch wenig Neigung hatten, am heutigen Tage gemeinsam die Sonne zu beobachten.

Viel hatte sich jedoch seit der letzten Beobachtung nicht verändert: im Norden war die AR 12090 weiterhin die einzig beobachtbare Gruppe, eine J1. Im Süden stand am Westrand die AR 12087 als C4, die AR 12097 als J1, darunter die nummernlose A1. Die AR 12093 war heute nurmehr eine C9 und die AR 12094 eine H2. Hinter der AR 12093 hatte sich dann noch eine neue Gruppe gebildet: eine B6.

Nach dieser Weißlichtbeobachtung musste ich erst einmal wieder geraume Zeit vergehen lassen, so etwa 2 Stunden, bis die nächste, größere und vor allem passende Wolkenlücke kam. Schon bei Durchzug dünnerer Wolkenfelder fiel mir das sehr helle Gebiert rund um die AR 12093 auf: hier war ein heller Flare am Arbeiten. Er wies eine Doppelform wie bei einer 8 auf und dürfte in den kommenden Stunden sicher noch einiges hervorbringen. Daneben befand sich überdies ein strichförmiges Filament. Da die Beobachtung immer wieder aufgrund durchziehender Wolken unterbrochen werden musste, schaffte ich es, die Lücken zu vertreiben, sobald ich mein PST startbereit auf der Fensterbank stehen hatte. Wegen des starken Windes traute ich mich aber nicht, es dort stehen zu lassen, denn schon beim Zuschlagen des Fensters könnte es abstürzen. So zog sich auch die H-alpha-Beobachtung fast unendlich in die Länge. Erst nach einer weiteren Stunde hatte ich alles beisammen: 12 Protuberanzen, 13 (kleine) Filamente und 5 Flaregebiete. Das Nachbeobachten wurde schwierig, weil nur noch kleinste Lücken vor die Sonne wanderten und der Wind begann, einige Gegenstände in meiner Küche zu verrücken.

So war der offizielle Sommeranfang vom Wetter her denn auch eher ein stürmischer Herbstanfang!

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