Dienstag, 24. Juni 2014

Sonne am 24.06.2014

Mehrschichtbewölkung ist tödlich für jede Form der astronomischen Beobachtung und sie ist typisch für Norddeutschland. Am Morgen zog ein ein Regengebiet durch, das mich auf dem Weg zur Arbeit erwischte und dabei völlig durchnässte – dafür durfte ich mit klatschnassen Klamotten an einer Besprechung teilnehmen, was ganz besonders spart war. Gegen Mittag gab es dann hin und wieder Sonnenschein, doch bei Feierabend sah es ganz nach dem ersten Ausfalltag in diesem Monat aus. Das änderte sich aber noch, aber die Sonne stand hinter einer dicken Syphschicht und war nur als heller Kreis am Himmel zu sehen. Wenig später verdünnte sich diese Schicht und ich konnte mit einer Weißlichtbeobachtung beginnen.

Stressfrei war das aber nicht, denn hoher Syph schränkte die Beobachtungsbedingungen doch arg ein. Am Anfang sah ich nur drei Gruppen: im Norden die AR 12096 und 12097 (beide eine J1) und im Süden eine D3 ohne Nummer. Nahe dem Zentralmeridian stieß ich auf eine A1, die aber schon zwei Sekunden später wieder im Syph verschwand. Aus Nordwesten kam eine eng geschnittene Wolkenlücke heran, in der ich, immer nur für ganz kurze Momente, noch die AR 12093 (B3) und die 12094 (B2) sah. Fackeln am Sonnenrand waren nur selten zu sehen.

Eine weitere Wolkenlücke kam an und ermöglichte noch einen Blick auf die H-alpha-Sonne und ich konnte gerade noch die Zahl der Protuberanzen (6), der Filamente (7) und der Flaregebiete (3) zählen, bis sich in großer Höhe binnen Sekunden eine weitere Syphschicht bildete und die Beobachtung beendet wurde.

Es war eine Beobachtung am Rande der Unmöglichkeit und irgendwann wird das Glück, dass man hierfür braucht, aufgebraucht sein. Der Vorteil im Sommer ist eben, dass die Sonne lange genug über dem Horizont steht und man sich nebenher ein wenig auf die Lauer legen kann. Im Winter hätte ich nicht den Hauch einer Chance dafür, weil sich das Geschehen weitgehend hinter Häusern und Bäumen abspielt. Diese Frustphase kommt noch früh genug!

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