Donnerstag, 31. Juli 2014

Sonne am 31.07.2014

Aus zeitlichen Gründen musste gestern der Blogeintrag entfallen, was nicht weiter tragisch ist, da die Sonnenaktivität an beiden Tagen kaum Veränderungen zeigte. Auch Wetter und Seeing waren nahezu identisch. Leider auch die Murphys, denn gestern wie heute kamen erst mal Wolken, solbald ich das Teleskop aufgebaut hatte, nur verzogen sie sich gestern ein wenig schneller, heute musste ich eine geschlagene Stunde warten, bis sich wieder eine ausreichend große Wolkenlücke ergab. Vorher waren sie zu klein und reichten gerade aus, das Teleskop auszurichten oder wanderten zielsicher an der Sonne vorbei.

Auf der nördlichen Hemisphäre der Sonne befand sich mit der AR 12121 nur eine einzige Fleckengruppe in Form einer C6. Der Dreierkomplex darunter im Süden hatte sich binnen zweier Tage stark zurück entwickelt. Die AR 12129 war eine B2 und die AR 12126 eine D7, die 12123 konnte ich nicht mehr finden. Die AR 12125 und 12128 waren wieder jeweils eine J1, die AR 12131 eine D9, die AR 12127 eine H8 und die AR 12130 eine D11. Am Ostrand war dann noch eine C4 aufgetaucht, noch ohne NOAA-Nummer. Das Ungleichgewicht in der Fleckenverteilung blieb bestehen und die Südhälfte war weiter die aktivere.

Im H-alpha fiel die Aktivität dagegen ein wenig dürftig aus. Es gab nur drei Protuberanzen am Rand und die waren nicht einmal besonders überragend. Neben 6 hellen Flaregebieten sah ich 8 Filamente – zwei davon (eine im Norden, eine im Süden) waren besonders groß – und die Polregionen waren einmal mehr vollkommen frei von irgendwelchen Erscheinungen. Aufgrund des eher durchschnittlichen Seeings war das chromosphärische Netzwerk an beiden Tagen nicht sichtbar.

Dienstag, 29. Juli 2014

Sonne am 29.07.2014

Es war nur ein ganz enges Zeitfenster bzw. nur eine sehr kleine Wolkenlücke, die mir nach einem überwiegend von Cirren geprägten Tag blieb. Dabei war es wieder so typisch: Bei Sonnenschein und fast 30° im Büro sitzend, zog es just in dem Moment ganz zu, als ich zu Hause ankam. Mehrere Dutzend Male war mir das schon passiert und ich frage mich immer mehr, warum? So musste ich dann erst mal 3 Stunden auf die nächste Gelegenheit warten und diese war nur kurz und knapp, während in Richtung Südosten der Himmel zeitweise fast klar war, nur wieder mal nicht in Richtung Sonne. Allerdings hatte ich insofern Glück, dass dort, wo die Sonne stand, zwei Wolkenschichten aufeinander zuliefen, aber nur sehr langsam vorankamen.

Trotz der widrigen Umstände war das Seeing gut, wenngleich auch die Detailsichtbarkeit der kleinen Flecken schwierig war. Die AR 12121 hatte alle sie umgebenden kleinen Flecken anscheinend verloren und war nur noch eine H4, die AR 12129 eine A1, die AR 12126 eine D11 und die AR 12123 nur noch eine A1. In Richtung Osten stand die AR 12124 als A1, die AR 12125 und die AR 12128 jeweils als J1, dahinter gab es eine B2 ohne Nummer sowie genau am Sonnenrand eine D6.

Im PST war die H-alpha-Sonne ziemlich kontrastarm und als erstes erblickte ich 5 helle Flaregebiete und 8 Filamente (eines stand weit geschwungen im Osten). Die Protuberanzen am Rand waren da trotz unterschiedlicher Filtereinstellungen nur sehr schwer zu erkennen. Die 8 Exemplare, die ich fand, waren zudem auch nicht sonderlich groß. So kam ich trotz des weitgehend versyphten Himmels am Ende doch noch zu einer Beobachtung, mit der ich nicht mehr gerechnet hatte.

Montag, 28. Juli 2014

Sonne am 28.07.2014

An manchen Tagen frage ich mich, wieso die ganzen Murphys immer mir passieren, denn kaum hatte ich das Teleskop aufgebaut, kam eine dicke Wolke nach der anderen, während der restliche Himmel fast wolkenfrei war. Fast eine halbe Stunde musste ich sinnlos am Teleskop verbringen, bis ich mit der Beobachtung beginnen konnte. Danach war der Himmel dann natürlich wolkenfrei, zwischendurch störten immer wieder hohe Wolken und durchziehende tiefere. Entsprechend suboptimal war denn auch das Seeing – es wurde später aber auch nicht wesentlich besser.

Die Aktivität im Weißlicht war zwar deutlich angestiegen, aber nur durch Gruppen der unteren Waldmeierklassen A bis D. In der Sonnenscheibenmitte stand die AR 12121 als C11. Darunter das Fleckenkonglomerat, bestehend aus drei Gruppen: die AR 12126 als D14, die AR 12123 als C4 und eine B4 ohne Nummer. Am Ostrand – bis auf die AR 12121 befinden sich alle auf der Südhalbkugel – sind binnen mehrerer Tage gleich vier neue Gruppen erschienen: die AR 12127 war eine H5, die 12125 eine C2, die AR 12128 eine J1 und die AR 12124 eine A1.

Im H-alpha war richtig viel los. Der Sonnenrand wies 13 Protuberanzen auf, wobei besonders die im Nordosten und im Nordwesten auffielen. Hier gab es auch eine hohe, schwebende Protuberanz. Auf der Oberfläche gab es zwar nur 5 Flaregebiete, eines davon, im Osten, war aber deutlich heller: hier war ein Flare aktiv. Später „aktivierte“ sich einer nahe der Sonnenscheibenmitte. Zu erwähnen sind natürlich auch die 10 Filamente, von denen 4 auch richtig groß waren.

Sonntag, 27. Juli 2014

Sonne am 27.07.2014

Diese Beobachtung kam ebenfalls nur unter großen Schwierigkeiten zustande. Hatte ich gestern Abend noch gehofft, vor dem Frühstück bequem auf dem Dachboden beobachten zu können, so zerstob jegliche Aussicht mit dem Aufwachen. Ich würde nämlich durch ziemlich heftige Donnerschläge und stark prasselnden Regen unsanft aus dem Schlaf gerissen. Da ich Bluthochdruckpatient bin, war das wenig gut, denn die Pumpe raste wie verrückt. Zum Glück fiel der Regen nahezu senkrecht, sodass es nicht in mein Schlafzimmer herein regnete, wo ich bei offenem Fenster geschlafen hatte.

Beim Blick auf die Seite von wetteronline fiel mir auf, dass sich ein wolkenfreier Keil von Süden heranschob und so begann ich erneut, auf eine frühe Beobachtung zu hoffen. Diese kam auch, aber eigentlich viel zu spät und ich hätte eine ähnliche Situation wie gestern gehabt und trotz blauem Himmel nicht beobachten können. Und bis mittags zu warten, erschien mir heute zu riskant, denn es gilt unter Sonnenbeobachter der Grundsatz: Wenn Du die erste Chance zur Beobachtung nicht nutzt, kriegst Du an dem Tag keine zweite!

Auf dem Dachboden fiel das Sonnenlicht nur durch einen immer schmaler werdenden Spalt des kleinen Dachfensters herein. Schnell war das Teleskop aufgebaut, die Sonne stand schon zu hoch, um das Objektiv des voll auszuleuchten. Die Abschattung war denn auch im Okular durch die nicht scharf zu bekommende Sonne deutlich zu sehen. Also zog ich eines der Stativbeine weiter aus, um ganz an die Sonne heranzukommen. Irgendwann musste ich das Stativ direkt an die Mauer anlegen, weil ich sonst nichts mehr sehen konnte.

Das Seeing etwa eine Stunde nach einem schweren Gewitter war denn anfangs auch nicht wirklich gut, zumal durchziehende Wolken und Syph die Beobachtung störten. Das besserte sich zwar zusehends, aber auch der Winkel, in dem die Sonne herein schien, wurde immer kleiner. Also begann ich einen Wettlauf gegen die Zeit, den man aber meistens verliert.

Die Weißlichtbeobachtung litt nicht nur unter den Gegebenheiten, sondern auch unter den unklaren Abgrenzung des kleinen Fleckenkomplexes auf der Südhalbkugel. Am Ostrand standen gleich zwei Gruppen in Fackelfeldern: die AR 12124 als A1 und die AR 12125 als B2. Die Trennung zwischen der AR 12123 und der 12126 war sehr schwer, ich entschied mich, hier eine D12 und eine C14 zu sehen. Je nachdem, wie man hier die Achslage durchlegte, konnte man aber auch zu ganz anderen Ergebnissen kommen. Die auf der Nordhalbkugel stehende AR 12121 war für mich eine C9.

Das PST mit seiner kleineren Öffnung, d.h. Einem geringeren Rohrdurchmesser, passte auf dem Stativ besser durch das kleine Fenster und zeigte heute weniger Aktivität. Von der gestern Nachmittag aufgestiegenen Protuberanz war naturgemäß nichts mehr zu sehen und auch der „Rest“ - immerhin kam ich noch auf 12 von ihnen – wies eher kleinere Dimensionen auf. Die Zahl der Flaregebiete betrug 3 und Filamente konnte ich 8 finden, von denen 4 Exemplare schon beachtliche Ausmaße aufzuweisen hatten. Ansonsten waren aber Nord- und Südpolregion sowie weite Teile der Westhälfte wieder mal völlig erscheinungsfrei. Von den erhofften großen Gruppen am Ostrand war aber weder im Weißlicht, noch im H-alpha etwas zu sehen.

Samstag, 26. Juli 2014

Sonne am 26.07.2014

Diese Beobachtung war ein wirklich hartes Stück Arbeit, denn es kam an Negativem alles zusammen, was Murphy so im Repertoire hatte. Nach zwei unnötigen Ausfalltagen – gestern hatte ich sage und schreibe 5x das Teleskop auf- und wieder abgebaut, nur um zu sehen, dass alle Wolkenlücken die Sonne verfehlten -. hoffte ich auf eine Beobachtung am heutigen Tage. In der Nacht war es aufgeklart und kurz bevor die Sonne hinterm Baum rauskam schloss sich die letzte Lücke und alle weiteren gingen an der Seite vorbei. Mehr noch: der ganze Westhimmel war frei von Wolken, nur in Sonnenrichtung tummelten sich die Biester und verdarben mir die Beobachtung. Aber es kam noch schlimmer. Als ich vom Dachboden aus unser Tagesgestirn nicht mehr erreichen konnte und es im Hof noch nicht den Boden erreichte, war es sonnig. Ich war dann noch ein wenig einkaufen und während der ganzen Zeit schien die Sonne von einem leicht bewölkten Himmel herab. Kaum zu Hause angekommen, bezog es sich wieder. Dann aber hatte Murphy doch noch ein Einsehen und ich durfte gegen 13:10 Uhr MESZ mit der Beobachtung beginnen.

Das Seeing war eher mittelprächtig, aber brauchbar, dennoch dauerte es – bedingt durch die beiden Ausfalltage -, bis ich mich einigermaßen wieder orientiert hatte. Immer noch durchziehende Wolken störten zwar die Beobachtung, nach einer Weile aber gewöhnte ich mich daran und es blieb dann auch mal ein paar Sekunden wolkenfrei. Von der AR 12119 war am Westrand nichts mehr zu sehen und auch die AR 12122 hatte sich mittlerweile aufgelöst. Die größte Gruppe war im Norden die AR 12122 als C11, gefolgt von einer A1. Im Süden standen die AR 12123 als D5 mit einer weiteren A1 in der Umgebung. Am Ostrand im tiefen Süden erkannte ich inmitten von Fackelfeldern zum Schluss noch eine A1 und eine B2: hier kommen neue Gruppen herum, weswegen die nächsten Tage etwas spannender werden dürften.

Durch eine Information vis GvA-Mailingliste aufmerksam gemacht, beobachtete ich noch im H-alpha und war batz erstaunt: Im Südwesten stand eine dicke fette Protuberanz, die weit über das Gesichtsfeld des Teleskops des National Solar Observatory im australischen Learmont herausragte. Sie wirkte im PST etwas lichtschwach, was darauf hinwies, dass sie schon ein ordentliche Stück weit vom Westrand entfernt stand und quasi „hinter der Sonne“ aufgestiegen war.

Etwas weiter nördlich erhob sich eine weitere helle Protuberanz und eine kleine pyramidenförmige im Nordwesten. Auf der Ostseite ging es auch einigermaßen turbulent zu, denn da standen gleich drei Materiebögen, eines davon sah aus wie eine der Waffen aus Raumschiff Orion. Insgesamt kam ich auf 12 Protuberanzen, nur fünf Filamente – drei davon etwas voluminöser – und 4 helle Flaregebiete. Trotzdem wirkte die Sonne nahezu erscheinungsfrei, weil große Teile ihrer Oberfläche ohne Flare, Filamente und Flecken war.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Sonne am 23.07.2014

Bei einem fast wolkenlosen Himmel war die Beobachtung fast wieder eine wahre Freude. Fast deshalb, weil das Seeing noch Potential nach oben hatte. Es reichte aber aus, um die neueste Entwicklung im Weißlicht mitzubekommen, denn die Zahl der Aktivitätszentren hatte sich binnen eines Tages verdoppelt, allerdings gab es nur kleine Gruppen der niedrigen Waldmeierklassen A bis D.

Die gestern noch als C5 klassifizierte AR 12119 im Süden war fast vollkommen zusammengebrochen und bestand heute nur noch aus einer J1. Im Süden war die „neue“ AR 12122 als B5 zu sehen, dahinter stand eine namenlose A1 – ebenso wie etwa nahe des Zentralmeridians, wo ich später auch noch eine A1 fand. Die größte Gruppe war die AR 12121 im Norden als D3, hinter der eine B6 ohne Nummer stand. Das war es denn auch schon im Weißlicht und so wechselte ich schnell zu H-alpha.

Viel Aktivität war aber auch hier nicht auszumachen. Im Südwesten stand ein Filament im Übergang zur Protuberanz – das war denn auch gleichzeitig die einzig große Erscheinung am Rand, die restlichen 6 waren deutlich kleiner. Neben 8 mageren Filamenten stieß ich auf 6 eng begrenzte Flaregebiete, von denen drei nah am Ostrand standen und wenigstens etwas Aktivität - und vielleicht sogar ein paar Flares – versprachen. Ansonsten waren auch heute weite Teile der Sonnenoberfläche im H-alpha erscheinungsfrei.

Dienstag, 22. Juli 2014

Sonne am 22.07.2014

Wetter und Seeing waren wie in den letzten Tagen, allerdings trübten Cirren ein wenig die Sicht – der Himmelshintergrund im kleinen Refraktor war hellgrau – erlaubten aber dennoch eine nahezu störungsfreie Sicht auf die Sonne. Erfreulicherweise waren auf der Nordhälfte im Osten zwei neue Fleckengruppen aufgetaucht, eine D4 und eine C5, beide noch ohne NOAA-Nummer. Vorhanden war noch die AR 12119 im Süden, die heute nur noch eine C5 war. Ob der Anstieg der Aktivität im Weißlicht von Dauer sein wird, muss man im wahrsten Sinne des Wortes abwarten und auch, wie hoch und intensiv der Anstieg letzten Endes ausfallen wird.

Die Cirren beeinträchtigten ein wenig die Beobachtung im H-alpha, wo der Himmelshintergrund leicht orange erschien – nur ein dunkler weist auf gute Bedingungen hin. Abgesehen von einer bzw. zwei sich im Auflösungsstadium befindlichen Protuberanzen gab es am Rand nicht viel zu sehen. Ich kam beim Zählen auf gerade mal 7 dieser Materiebögen. Auf der Oberfläche fand ich 5 kleine Flaregebiete und 9 Filamente, die sich zumeist am West- oder Ostrand tummelten. Die Mitte der Sonnenscheibe war fast erscheinungsfrei und so wirkte die Sonne hier eher noch wie im Minimum. Von den neuen Gruppen war kaum etwas zu sehen, lediglich ein helles Flaregebiet leuchtete an der betreffenden Stelle am Ostrand vor sich hin.

Montag, 21. Juli 2014

Sonne am 21.07.2014

Die Sonnenaktivität gleicht derzeit weiterhin eher dem Minimum als einem möglicherweise gerade durchlebten Maximum. Fünf Monate nach dem letzten Höhepunkt im Februar ist sie niedrig wie lange nicht mehr. Mit der AR 12119 war nur eine einzige Gruppe im Weißlicht zu finden; sie war eine D6. Das Seeing war bei den vielen Cirren immer noch ganz brauchbar.

Selbst im H-alpha war die niedrige Aktivität zu spüren: Es gab nur 8 Protuberanzen – eine dicke fette saß am nordöstlichen Rand -, 2 Flaregebiete im Süden und 12 Winz-Filamente, die ziemlich regellos über die Sonnenoberfläche verteilt waren. Selbst die angesichts der großen Protuberanzen im Osten noch vor Tagen erhofften Aktivitätsgebiete hatten sich offenbar wieder aufgelöst, was immer nur dann passiert, wenn die lokalen Magnetfelder, die letztlich alles erzeugen, zu schwach sind. Man darf also - wie im Minimum üblich - von Tag zu Tag hoffen, dass man wieder eine Fleckengruppe am Ostrand erscheint. 

Sonntag, 20. Juli 2014

Sonne am 20.07.2014

Die 20.te Beobachtung des Monats war ein hartes Stück Arbeit. Bis etwa 6:30 Uhr – die Sonne stand da zwar schon über dem Horizont, doch Häuser und Bäume versperrten mir die Sicht – war der Himmel anscheinend völlig klar. Eine Stunde später begann er sich zuzuziehen und als ich das Teleskop auf dem Boden fertig aufgebaut hatte – ich kann wegen des übergroßen Baumes im Hof erst ab 8 Uhr durch das schmale Dachbodenfenster hindurch beobachten – war kaum noch an eine Beobachtung zu denken. Dann allerdings dünnte sich die Wolkenschicht etwas aus und erlaubte einen nicht ganz leichten Blick auf die Sonne, der immer wieder aufgrund durchziehender Wolken gestört und unterbrochen wurde.

Dennoch gelang es mir, die drei kleinen Gruppen wiederzufinden: die AR 12119 als D5, die 12118 als B3 und die immer noch nummernlose Gruppe dahinter als A1. Dann schleimte der Himmel regelrecht zu und das Seeing stürzte gnadenlos ab. Der Sonnenrand wallte extrem stark und auf der Oberfläche war selbst die AR 12119 nicht mehr zu finden. Wider Erwarten ging auch das vorüber und ich konnte wenigstens noch eine Kontrollbeobachtung vornehmen, um sicher zu gehen, auch alle Gruppen erwischt zu haben.

Die Bewölkung ging nach etwa 20 Minuten wieder zurück und so wagte ich es noch, das PST einzusetzen. Der Hintergrund war hellorange und die Oberfläche milchig. In manchen Momenten war noch nicht mal mehr ein definierter Sonnenrand zu sehen und die H-alpha-Sonne nur ein überdimensionierter Matschfleck. Ich wollte schon aufgeben, als ich sah, dass eine größere, wolkenfreie Zone an der Sonne vorbeizog – freilich ohne diese zu treffen.

Nach weiteren gut 20 Minuten – ich musste das Stativ, auf dem das PST saß, schon etwas kippen, um noch an die Sonne heranzukommen – klarte es soweit auf, dass ich mit großer Mühe 12 Protuberanzen , 8 Filament und 4 Flaregebiete sehen konnte. Besonders die Materiebögen am Sonnenrand waren mehr als beeindruckend, doch bevor ich mit Detailbeobachtungen so richtig beginnen konnte, zog der Himmel völlig zu und ich musste die Beobachtung beenden. Natürlich, als ich vom Dachboden aus nicht mehr beobachten konnte und die Sonne noch nicht so richtig in den Innenhof schien, riss die Bewölkung völlig auf. Und gerade, als ich dabei war, alles zusammenzubauen, um vom Hof aus noch mal zu beobachten, schleimte der Himmel binnen Sekunden zu und beendete alle Hoffnungen auf einen weiteren Blick auf die Aktivität, besonders im H-alpha. 

Samstag, 19. Juli 2014

Sonne am 19.07.2014

Nach einer wohl größtenteils klaren Nacht hatte ich auf einen klaren, wolkenlosen Morgen gehofft, was sich als ein kleiner Trugschluss erwies, denn genau in Ostrichtung stand eine Syphschicht mit einigen, kleineren Wolken, die das Licht der Sonne stark abdämpfte, aber dennoch genug durchließ, um vernünftig beobachten zu können.

Das Seeing war bisweilen gut bis sehr gut und so konnte ich neben der AR 12119, die gestern noch ohne Nummer war und die ich als C5 klassifizierte, auch die AR 12118 als nur noch A3 sehen. Dahinter befand sich heute eine dritte Gruppe – sie wird wohl die Nummer 12120 erhalten -, die ich als A2 einstufte. Mehr gab es im Weißlicht nicht zu sehen, wenn ich auch manchmal das Gefühl hatte, als wenn in einem der Fackelfelder am Ostrand eine A1 stand, was ich aber trotz mehrfachem Hinschauen und anderen Tricks (den Sonnenrand in die Mitte des Okulars schieben), nicht verifizieren konnte, sodass ich diese – wenn es denn eine war(!) - bei der Relativzahlbildung unberücksichtigt ließ.

War die Aktivität im Weißlicht ganz leicht wieder angestiegen, so überfiel mich die im H-alpha regelrecht. Es schien, als hätte die Sonne quasi übr Nacht den Turbo eingelegt, denn am Rand konnte ich bis zu 18 (!) Protuberanzen mit den unterschiedlichsten Formen sehen. Am Ostrand stand eine, die aussah, wie eine überdimensionierte Pyramide, im Süden stand gleich eine ganze Kette dieser Gebilde und am Westrand stand ein großes c sowie sehr viele kleinere Materiebögen. Ich musste in der Tat mehrmals zählen, weil die Trennung der einzelnen Protuberanzenherde voneinander schon recht schwierig war. Dafür war die Oberfläche heute etwas ruhiger. Ich erkannte drei kleine Flaregebiete – bei zweien schienen gerade kleine Flares akitiv zu sein – und 8 Filamente, von denen die meisten in einer ganzen Kette im Süden zu sehen waren. Das chromosphärische Netzwerk war hingegen nicht zu sehen.

Freitag, 18. Juli 2014

Sonne am 18.07.2014

Der Tag sollte eigentlich wolkenfrei sein, aber die Hitze in und über der Stadt führte den ganzen Tag immer wieder zu spontaner Wolkenbildung, die sich kurze Zeit später unter Hochdruckeinfluss wieder auflöste. Mit neuen Wolken begann dieser Zyklus dann wieder vor vorn.

Das hatte wieder mal eine wenig störungsfreie Beobachtung zur Folge. Die Wolken zogen nur träge dahin und so entstanden immer wieder lange Pausen während der Beobachtung.

Im Weißlicht war diese schon sehr mühevoll, da die Sonne nahezu ohne Flecken war. Als erstes fiel mir die schon gestern beobachtete Gruppe nahe des Sonnenmeridians auf, die heute eine C5 war. Am Rande erkannte ich inmitten von Fackelfeldern zwar mehrere dunkle Stellen, bei näherem Hinsehen, sprich, höherer Vergrößerung, war da aber nichts mehr zu sehen. Das passiert am Sonnenrand aufgrund der Randverdunkelung und des dort höheren Kontrastes im Allgemeinen und den hellen Fackeln im Besonderen öfter. Erst bei höherer Vergrößerung erkennt man, dass man hier quasi einem Trugbild aufgesessen ist. Am späten Nachmittag erhielt die kleine Gruppe dann auch endlich eine Nummer: 12118.

Bei einer Nachbeobachtung, zwei Stunden später, erkannte ich in Verlängerung der Achse der AR 12118 dann noch eine zweite Gruppe: eine B2, ohne Nummer.

Das eher durchschnittliche Seeing behinderte ein wenig die Beobachtung im H-alpha, wo ich mit dem PST nur ein relativ kontrastarmes Bild geliefert bekam. Am Rand sah ich nur 8, zumeist kleinere, Protuberanzen, auf der Oberfläche nur 2 kleine Flaregebiete, die nur wenig Ausbrüche hervorbringen dürften, und dazu 12 Filamente, die sich über den Nordwesten und den Südwesten verteilten, während weite Bereich erscheinungsfrei waren. Leider hatte sich im Umfeld der etwas größeren Protuberanz, die gestern noch am Ostrand zu sehen war, kein neues Aktivitätsgebiet gezeigt. Anscheinend ist die Sonne derzeit in der Tat in eine ruhigere Phase ihrer Aktivität eingetreten, was angesichts der vielen großen Gruppen vor zwei Wochen höchst ungewöhnlich ist. Aber was ist in diesem 24. Fleckenzyklus schon gewöhnlich? 

Donnerstag, 17. Juli 2014

Sonne am 17.07.2014

Mit dem Wetter hatte ich heute nicht so sehr das Glück, dass ich mir erhofft hatte, denn durchziehende Wolken in unterschiedlichen Höhen und mit verschiedenen Richtungen ließen passende Wolkenlücken immer wieder an der falschen Stelle erscheinen oder störten einfach nur die Beobachtung. Das Seeing war auch nicht das beste und so waren die drei A1-Gruppen extrem schwer zu erkennen. Alle drei hatten keine NOAA-Nummer und man musste sich schon regelrecht die Augen aus den Höhlen glotzen, um etwas zu sehen. Als erstes fiel mir eine A1 nahe des Zentrums der Sonnenscheibe auf. Am Westrand stand dann eine abseits eines großen Fackelfeldes im Süden und eine im Norden. Sie waren aber nur in den absolut seltenen Momenten klarer Luft zu erkennen und nur selten wirklich zu halten. Ich musste mehrere Anläufe nehmen, erkannte sie dann aber letztlich doch und konnte sie auch wiederfinden.

Im H-alpha war die Aktivität denn auch sehr übersichtlich. Die durchziehenden Wolken störten hier die Beobachtung noch stärker als im Weißlicht, weil sie zusätzlich das Licht soweit abdämpften, dass das Bild der Sonne ziemlich dunkel erschien. Nur mit großer Mühe erkannte ich 11 Protuberanzen, kein einziges Flaregebiet und 8 mittelgroße Filamente. Im Osten war von den gestern noch so schönen Protuberanzenherde nur noch eines übrig und neue Flecken waren weder im H-alpha, noch im Weißlicht zu sehen. Die Sonne macht halt grad auf Minimum! 

Mittwoch, 16. Juli 2014

Sonne am 16.07.2014

Das Wetter war gut, dass Seeing mies und es ist so gekommen, wie es wohl kommen musste: für mich war die Sonne heute fleckenfrei. Die beiden restlichen Aktivitätsgebiete AR 12113 und 12114 waren mit meinem kleinen Fernrohr nicht mehr zu sehen. Nur zwei Wochen nach der Passage mehrerer großer Fleckengruppen durch den Sonnenmeridian hatten sich auch die beiden letzten Aktivitätszentren aufgelöst, während aus dem Osten kein neues herangekommen war.

Die Situation im H-alpha machte jedoch Hoffnung, denn über dem Ostrand schwebte ein größerer Protuberanzenherd, zu dem sich zwei kleinere gesellt hatten, während am Westrand ein großes, kastenförmiges Teil sowie eine größerer schwebende Protuberanz zu sehen waren. Insgesamt zählte ich 11 dieser Materiebögen. Auf der Oberfläche war nun auch Ruhe eingekehrt und ich sah nur noch zwei Flaregebiete im Westen – keines im Osten – sowie 11 Filamente, während weite Teile völlig erscheinungsfrei waren.

Legt man die – zugegeben geringe – Aktivität am Ostrand der Sonne zugrunde, müsste morgen oder spätestens übermorgen an der Stelle, wo heute die Protuberanzenherde zu sehen waren, eine oder mehrere Fleckengruppen im Weißlicht auftauchen, wenn nicht, darf man spekulieren, ob die Sonne nun in eine längere Phase der Inaktivität eingetreten ist, oder alles nur ein Ausrutscher war.

Dienstag, 15. Juli 2014

Sonne am 15.07.2014

Beobachten glich heute wieder einem Vabanque-Spiel, denn am Vormittag, als ich auf der Arbeit war, schien die Sonne, gegen Mittag zog es zu und so blieb es auch beim Feierabend. Als ich schon gar nicht mehr mit einer Beobachtung rechnete – alleWolkenlücken zogen mit großer Beständigkeit an der Sonne vorbei – klarte es plötzlich für gut 10 Minuten auf. Das reichte knapp für eine Beobachtung.

Im Weißlicht waren nur noch drei kleine Gruppen zu sehen, die unübersichtliche Fleckenanhäufung rund um die beiden Aktiven Regionen 12113 und 12117 hatte sich fast aufgelöst, von beiden war nur noch je eine A1 übrig geblieben. Die AR 12114 war nur noch schemenhaft am Rande des Auflösungsvermögens meines 80/400er Refraktors zu erkennen und für mich nur noch eine B3. Momentan scheinen wir einer Relativzahl = 0, also einer fleckenfreien Sonne, wieder sehr nahe und man darf gespannt sein, ob und wann in den nächsten Tagen wieder eine Fleckengruppe am Ostrand auftaucht.

Der schwachen Aktivität im Weißlicht passte sich auch das H-alpha an, obwohl es hier etliche, sehr sehenswerte Protuberanzen zu sehen gab. Eine große und eine kleine stand am Ostrand, die größte und noch vier kleine am Westrand. Insgesamt kam ich auf 10 Stück. Es waren auch 10 Filamente, die weit verstreut über der Oberfläche herumhingen – drei im Norden und eine im Süden waren deutlich größer als der Rest – sowie nur noch zwei Flaregebiete. Die Sonne macht derzeit eindeutig eine Pause. Fragt sich nur, wie lange noch.

Montag, 14. Juli 2014

Sonne am 14.07.2014

Sie war wieder da, die Wolkenlücke zum Feierabend und mehr noch: nachdem es den ganzen Tag über völlig bedeckt war, wandelte sich dies zum Abend hin, der Himmel riss weitgehend auf und bescherte Sonnenschein bis in die späten Stunden des Tages hinein. Das wirkte sich positiv auf das Seeing aus, das kurz nach den ersten Auflockerungen recht ordentlich war.

Im Weißlicht hatte sich der große Wandel vollzogen, die großen Gruppen waren hinter dem Westrand verschwunden – nur die AR 12109 lukte in Form einer H1 noch knapp am Rand hervor – und ansonsten waren kaum noch Aktivitätsgebiete zu finden. Die AR 12111 war nur noch eine A1, die hart an der Auflösungsgrenze des kleinen 80/400ers lag, der kleine Fleckenkomplex rund um die AR 12113/12117 teilte ich in drei B-Gruppen auf (B5, B8, B9) und die weitgehend zusammengebrochene AR 12114 erschein nur noch als eine B7 und das war es. Aus Richtung des Ostrandes war keine neue Gruppe zu sehen.

Deutlich spannender war es im H-alpha, wo am Westrand die gerade wegrotierten Gruppen noch für 4 von 12 ansehnlichen Protuberanzen sorgten und wo es rund um den Südpol der Sonne noch einiges zu sehen gab, sowie ein Materiebogen im Nordosten und ein paar hoch im Nordwesten – hier schwebte noch ein Rest von Auswurfmaterial. Auf der Oberfläche fand ich nur noch vier Flaregebiete und 8 Filamente. Die Sonne schien dieser Tage in der Tat wieder eine kleine Pause einzulegen.

Sonntag, 13. Juli 2014

Sonne am 13.07.2014

Es war nicht so ganz einfach, der Sonne am heutigen Tag eine Beobachtung abzutrotzen. In der Nacht war eine dichte Wolkendecke über Norddeutschland hereingezogen und hatte den Himmel völlig bedeckt. Am Vormittag regnete es leicht, aber gegen Mittag riss die Bewölkung dann endlich einmal auf. Ich stürzte regelrecht an das Teleskop, um auch am 13. Tag des Monats eine Beobachtung bekommen und somit noch keinen einzigen Ausfalltag aufzuweisen.

Der Himmel klarte zwar wieder mal großflächig auf, ich ich bekam wie so oft nur einen kleinen Teil davon ab, weil das Gros südlich von meinem Standort und fernab der Sonne vorüberlief. Als es dann doch endlich einmal klappte, war die Enttäuschung groß, denn auf den ersten Blick sah ich nur die AR 12109 als dicke H-Gruppe mit 7 Flecken. Den kümmerlichen Rest der AR 12108 sah ich erst später als H5 genau am Ostrand stehend. Mit den übrigen Gruppen wurde es dann erheblich schwieriger, weil das heute eher mäßige Seeing die kleinen Gruppen verschwinden ließ und die durchziehenden Wolken nervten. Erst als die Lücken ein klein wenig größer wurden, erkannte ich den Komplex aus kleinen Flecken im Norden die man zwar als AR 12113 (D8) und 121117 (C9) eingestuft hatte, was aber überhaupt nicht passte, denn da waren noch ein paar Flecken, die ich als B3 ansah, gleichwohl wissend, dass bei diesen sehr dicht beieinander stehenden Flecken jede Einstufung mehr oder weniger willkürlich war. Erst danach entdeckte ich noch die AR 12111 als B2 und die AR 12114/12116 - warum man die aufgeteilt hat, ist mir schleierhaft, ein Kriterium hierfür war nicht erkennbar -, die ich als B14 klassifizierte. So waren es heute nur noch 7 Aktivitätsgebiete, die ich im Weißlicht erkannte.

Seeing und mittelhohe Wolken beeinträchtigten dann sehr die Beobachtung mittels PST im H-alpha. Zwar konnte ich mühelos die 12 Protuberanzen am Rand und die 12 Filamente und 5 Flaregebiete auf der Oberfläche sehen, doch war das Bild nur schwer scharf zu bekommen und viele Detail gingen dabei unter. Dabei waren gerade die Protuberanzenherde im Süden und Nordosten sehr interessant – im Südosten ragte eine kleine Kette von Bögen über den Rand hinaus, während im Nordwesten sich ein einzelnes Filament anschickte, dies auch zu tun, doch wegen der Beobachtungsbedingungen kam keine rechte Freude an der Beobachtung auf, sodass ich nur die für die H-alpha-Relativzahl  erforderlichen Werte ermittelte. Und kaum damit fertig geworden, kam mit schneller Bewegung eine tiefer hängende Wolke heran und schloss die letzte verbliebene Wolkenlücke.

Samstag, 12. Juli 2014

Sonne am 12.07.2014

Die Beobachtung zu früher Stunde und vor dem Frühstück litt heute ein wenig unter einem wechselhaften Seeing, das Einzelheiten mal mehr und mal weniger gut sichtbar werden ließ. Wolken störten kaum – ein größeres Wolkenfeld war kurz vor Beginn der Beobachtung abgezogen -, ich musste nur abwarten, bis die Sonne hinter meinem Nervbaum herauskam.

Als erstes versuchte ich wieder eine Beobachtung der Sonne mit bloßem Auge, hatte aber schon Schwierigkeiten, mit der Sonnenfinsternisbrille den randnah stehenden Fleck zu sehen. Ich bildete mir aber ein, ihn erkannt zu haben, schwer zu sagen, ob ich ihn real gesehen habe. Daher zählte ich ihn heute nicht mit, denn bei einer weiteren Beobachtung konnte ich ihn nicht mehr sehen. Da war wohl der eher Wunsch der Vater des Gedanken.

Im Weißlicht hatte sich seit der letzten Beobachtung gestern Nachmittag nur wenig verändert. Aus dem Fleckengemurksel im Norden sind nun zwei Gruppen geworden, die AR 12117 und die AR 12113. Die gestrige Einstufung der NOAA in eine C-Gruppe passte schon aufgrund der Länge nicht. Daran gemessen hätte es nämlich fast schon eine F-Gruppe sein müssen. Die Klassifikation nach Waldmeier war insofern schwierig, weil die Flecken in den p- und f-Teilen der beiden Gruppen zwar dunkel erschienen, Penumbren allenfalls aber nur rudimentär vorhanden waren. Dennoch habe ich beide gleich bewertet, als D7 und D9, wenn auch recht willkürlich. Nicht einfacher war es mit der AR 12111, die wie zwei dicht beieinander stehende C-Gruppen aussah, die ich aber dennoch als D8 klassifiziert habe.

Im Süden waren die beiden großen Gruppen nun ganz nah an den Westrand gerückt. Die AR 12107 war noch teilweise als H1 am Rand zu sehen, von der AR 12104 aber nichts mehr zu finden. Die AR 12108 erschien nun wie eine einzige zusammenhängende Gruppe und das gestern noch knapp dahinter stehende Anhängsel hatte sich mit der Gruppe verbunden und gehörte wohl auch ursprünglich dazu. Daher nahm ich hier heute keine Aufteilung in zwei Gruppen vor, wie gestern, sondern stufte den ganzen Bereich als D18 ein. Die 12109 war, ebenfalls wie gestern, eine H-Gruppe, aber nur noch mit 9 Flecken in den drei Penumbren. Ganz weit in Richtung Osten stand die AR 12114 als C8, darunter – aufgrund des Seeings nur schwer zu erkennen – die AR 12116 als A1. Nicht unerwähnt bleiben sollte noch, dass die beiden großen Aktivitätsgebiete in den letzten Tagen immer wieder mal ein paar Lichtbrücken – Einkerbungen, Einschnürungen oder Verbindungen im Fleck, die heller als die Umgebung sind – hervorbrachte. Gestern saß eine ziemlich zentral in der Penumbra der AR 12109, heute gab es eine leichte Einkerbung in die Penumbra.

Es hatte den Anschein, als ob sich tatsächlich das Spiel der letzten Monate wiederholen würde und nach dem Durchgang einiger großer Gruppen die Sonne eine kleine Erholungspause einlegte, denn aus dem Osten waren immer noch keine neuen Gruppen erschienen.

Gespannt war ich auf die Beobachtung im H-alpha. Obwohl der Himmel blau erschien, zeigte sich das Bild im PST im Hintergrund leicht orange und der Sonnenrand war deutlicher in Bewegung als im Weißlicht. Dafür konnte ich dort aber, im Gegensatz zu gestern Nachmittag, sehr viele Protuberanzen sehen, nämlich 13 Stück. Die größte Aktivität hatte dabei der Ostrand entfaltet, was als Indiz für bald erscheinende neue Flecken gedeutet werden kann, weil Protuberanzen stets mit Aktivitätsgebieten assoziiert sind und über deren Zentren hängen. Im Nordosten stand ein weit ausgreifendes, aber nicht hoch reichendes, Areal an kleinen Bögen, aufrecht stehenden Spritzern oder Türmchen. Weiter den Rand im Gegenuhrzeigersinn entlang stieß ich auf zwei kleine Büschel, dann auf einen Bogen, im Süden auf zwei irreguläre Erhebungen und im Westen, sogar noch auf eine größere Protuberanz, die aber nur schwach erschien, dafür aber eine hohen Bogen aufwies. Dieser ließ sich erst mit veränderten Filtereinstellungen am PST sichtbar werden, zuvor wirkte sie wie ein frei schwebendes Teil über einem Aktivitätsgebiet. Auf der Oberfläche sah es dagegen ein wenig ruhiger aus. Ich erkannte 6 großflächige Fackelfelder und 12 Filamente, die aber meist nur sehr klein waren. Vor allem der Norden war wieder nahezu erscheinungsfrei. So konzentrierte sich die Aktivität im H-alpha heute eher auf den Sonnenrand.

Freitag, 11. Juli 2014

Sonne am 11.07.2014

Das im Norden anhaltend gute Wetter erlaubte weiter Sonnenbeobachtungen nach Feierabend, was z.B. im letzten Jahr nur selten der Fall war. Das Seeing war an diesem Tag jedoch spürbar schlechter und so waberte der Sonnenrand schon ganz ordentlich und manches Mal verschwanden Details in den Gruppen. Überdies störte auch böenartiger Wind die Beobachtung, der, so will es Murphy, jetzt natürlich nachgelassen hat.

Im Weißlicht hatte sich das Geschehen – aufgrund der Sonnenrotation wenig überraschend – weiter nach Westen verlagert, während in der Osthälfte kaum Flecken zu finden waren. Die AR 12113 war nach meinem Empfinden in vier Gruppen zerfallen: eine D7, eine C5, eine C6 und eine A1. Von den beiden Gruppen AR 12106 und der 12115 fand ich am Westrand nichts mehr. Dafür fand die meiste Aktivität wieder im Süden statt: die AR 12107 stand als H1 fast am Westrand. Die AR 12104 war nicht mehr zu sehen und die AR 12108 war nur noch eine D19, dahinter hatte sich eine neue Gruppe gebildet, noch ohne Nummer, dafür eine J3. Was sich gestern schon andeutete, vollzog sich seit der letzten Beobachtung: die AR 12109 war nur noch eine extrem große H-Gruppe mit 15 Flecken, die sich über drei Penumbren verteilte. Und es denn auch dieses Aktivitätsgebiet, dass ich heute früh vor der Arbeit noch mit meiner Sonnenfinsternisbrille als A1 erfassen konnte.

Die AR 12108 hätte ich prinzipiell zwar auch sehen müssen, allerdings war sie schon zu dicht am Westrand, als dass man sie hätte mit bloßem Auge auflösen können. Weiter gen Osten standen noch zwei kleine Gruppen: die AR 12114 als C8 und die AR 12116 als A1, die hier nicht vernachlässigt werden sollen.

Im H-alpha war an diesem Tag eine deutlich höhere Aktivität zu verzeichnen. Am Sonnenrand standen 9 Protuberanzen, die heuer etwas größer waren. Besonders interessant waren hier eine im Nordosten, die schwer zu beschreiben war, drei kleine Bögen im Südosten, ein heller Spritzer, der im Südwesten über dem Sonnenrand schwebte und ein rampenähnliches Teil am Westrand. Auf der Oberfläche gab es hingegen 6 Flaregebiete sowie 12 nur selten größere Filamente.

Hier scheint sich nun ebenfalls wieder ein Wechsel hin zu einer etwas geringeren Sonnenaktivität zu vollziehen, wie er in den letzten Monaten stets nach Abzug der großen Gruppen einstellte. Man darf gespannt sein, in welchem Umfang sich die Sonne dieses Mal beruhigt.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Sonne am 10.07.2014

Die anhaltende Hochdruckwetterlage erlaubte mir eine stressfreie Beobachtung nach Feierabend. Interessanterweise war das Seeing auch heute wieder fast gut, nur einen Tacken schlechter als gestern.

Auf Anhieb war zu erkennen, dass sich der große Fleckenkomplex aufgrund der Sonnenrotation weiter nach Osten bewegt hatte und – wie in den letzten Monaten oft zu beobachten – nicht viele Gruppen aus dem Osten nachkamen. Die AR 12106 war am Westrand als J2 zu erkennen und hatte abermals eine leichte Hantelform. Die AR 12111 war eine C11, die AR 12113 eine C7: das waren denn auch schon alle Gruppen im Norden. Auf der Südhalbkugel stand die AR 12114 noch nahe dem Ostrand und war eine J5. Darunter stand eine A1 ohne Nummer. Die AR 12109 war gegenüber gestern stark geschrumpft und nur noch eine D18 – obwohl sie eigentlich eher wie eine überdimensionierte H aussah. Die AR 12109 wies abermals eine andere Form auf, der „Halbring“ an Penumbren hatte sich zum Teil aufgelöst. Für mich war es nur noch eine D18. Die AR 12107 gehörte weiter zur Klasse H (mit einem Fleck) und die AR 12104 eine D4, die dicht am Westrand stand.

Der großen Hitze zum Trotz, war das Seeing so gut, dass ich noch eine H-alpha-Beobachtung wagte und in der Tat waren auch heute wieder sehr viele Einzelheiten zu sehen, allerdings weniger Aktivität als gestern. Am Sonnenrand standen nur 9 Protuberanzen, die gestern noch am Westrand stehende war verschwunden, dafür gab es im Südosten eine etwas größere, während eine Bogenprotuberanz im Südwesten nur schwach durchschimmerte. Auf der Oberfläche gab es 7 Flaregebiete und 15, zumeist sehr kleine Protuberanzen, immer noch im Umfeld der großen Aktivitätsgebiete. Allerdings hatten die meisten die gestern noch schön anzusehenden Bogenformen verloren.

Obwohl ich sehr gerne die Sonne beobachte – ich war froh, als ich durch war, die Hitze war unerträglich und als Nordlicht bin ich dafür auch nicht geschaffen! 

Mittwoch, 9. Juli 2014

Sonne am 09.07.2014

Endlich mal ein Tag, an dem man ohne Stress durch Wolken beobachten konnte und das bei einem Sahne-Seeing, das ich so lange nicht mehr erlabt hatte. Erstaunlich dabei: Mein Thermometer zeigte, weil die Sonne direkt draufschien, knapp 40° an und das ist normalerweise gleichbedeutend mit einem hitzebedingt schlechten Seeing. Nicht so heute.

Die Weißlichtbeobachtung war ein Genuss, weil sich viele Details zeigten. Im Norden war die AR 12113 weiter eine C mit heute 14 Flecken. Die AR 12111 war eine C8, die AR 12115 eine B4 und die AR 12106 eine aufrecht stehende Hantel, die ich als H2 klassifizierte.

Im Süden hatte die AR 12104 nun endgültig den Mittelteil verloren, während die AR 12107 auch heute als H1 einzustufen war. Die AR 12108 hatte sich abermals deutlich verändert, war kleiner geworden und wies drei Penumbren auf, die in einem Halbkreis angeordnet waren. Innerhalb der Gruppe waren nur noch 16 Flecken zu finden. Auch die AR 12109 hatte deutlich Federn gelassen und gehörte deshalb heute ebenfalls nur noch der Klasse D an, mit 21 Einzelflecken. Im Osten war die neue AR 12114 eine eher merkwürdig geformte H4. Darunter erkannte ich bei der Schlussbeobachtung noch eine kleine A1. Oberhalb der AR 12113 sollte sich nach der Zeichnung der Kanzelhöhe noch eine B-Gruppe befinden, die aber konnte ich mit meinem kleinen 80/400er Refraktor nicht finden.

Neugierig war ich jetzt auf das H-alpha und wurde nicht enttäuscht. Am Westrand befand sich eine große Protuberanz, die restlichen 6 zu finden, war trotz des sehr guten Seeings schwer, weil es nur sehr kleine Materiebögen waren, die man da sehen konnte. Auf der Oberfläche waren 9 (!) Flaregebiete zu sehen und 10 Filamente, die recht interessante bogenförmige Strukturen aufwiesen, etwa rund um die AR 12106 sowie hinter den beiden Riesengruppen.

Angesichts der sehr guten Beobachtungsbedingungen wollte ich mich mal wieder an eine Zeichnung wagen, doch mit einem Mal rückten von Ost nach West dicke Gewitterwolken in das Bildfeld und beendeten die Beobachtung. Nur wenige Zeit später begann es leicht zu regnen und in der Ferne war Donnergrollen zu vernehmen ... 

Dienstag, 8. Juli 2014

Sonne am 08.07.2014

Haarscharf an einem Ausfalltag vorbei: meine Feierabendwolkenlücke war auch heute wieder da, leider hatte ich erst später Feierabend und während ich im Busersatzverkehr stand, schien die Sonne durch die Fenster herein. Die Wolkenlücke war auch noch vorhanden, als ich bis auf wenige Minuten an meine Wohnung herankam, doch kurz vorher schloss sie sich wieder. Es sah also nach einem der typischen Murphy aus. Aus einem Gefühl heraus, baute ich dennoch mein Teleskop auf der Fensterbank aus und wurde belohnt: es bildete sich eine weitere, aber deutlich kleinere Lücke, die ich zumindest für die Weißlichtbeobachtung nutzen konnte.

So musste ich mich mit der Fleckenzählung beeilen. Auf der Nordhalbkugel war die AR 12113 im Osten zu einer C13 geworden, die AR 12111 zu einer H2 und die AR 12106 zu einer H3. Dazwischen befand sich eine D14, noch ohne NOAA-Nummer. Von der AR 12102 konnte ich heute nichts mehr sehen, was wohl auch an der Eile lag, die ich an den Tag legen musste, um eine vollständige Relativzahl hinzubekommen. Auch die AR 12103 und die 12112 fand ich nicht mehr.

Im Süden war die AR 12104 deutlich geschrumpft und hatte die Penumbra im Zentrum der Gruppe verloren, sie war dennoch eine D6, weil der p- und der f-Teil weiter über eine Penumbra verfügten. Die AR 12107 war nur noch eine H1, dafür hatten sich die AR 12108 und die AR12109 weiter verändert, was auf die hohe Dynamik der beiden Gruppen - die für mich eine E32, bzw. eine E27 waren - hinwies. Unterhalb der AR 12108 stand noch die AR 12110, die ich als B5 erkannte.

Genau am Ostrand entdeckte ich noch eine neue Gruppe ohne Nummer, die ich notdürftig als H6 klassifizierte, denn zu diesem Zeitpunkt drangen wieder Wolken in die Lücke vor und beendeten die Beobachtung. Es war die letzte Wolkenlücke des Tages, weshalb ich auch keine H-alpha-Beobachtung mehr hinbekam. Kurze Zeit später setzte Regen und am Abend dann auch das Gewitter ein, das schon den ganzen Tag erwartet worden war.

Montag, 7. Juli 2014

Sonne am 06.07.2014

Nach heftigen Gewittern und Starregen gestern Abend und einem weitgehend bedeckten Himmel in der Nacht rechnete ich nicht ernsthaft mit einer Beobachtung zu früher Morgenstunde. Doch es kam, zum Glück, anders, denn ich wachte unter einem fast wolkenlosen Himmel auf. Die beiden Teleskope waren schnell auf den Dachboden befördert und kurz vor 8 Uhr konnte mit der Beobachtung begonnen werden. Das Seeing war relativ gut und man konnte heute eine Vielzahl kleiner Flecken finden, was die Gruppeneinteilung bisweilen schon etwas schwierig machte.

Außerdem trat wieder ein altbekanntes Phänomen auf: Wenn man ausgeruht ist und ausreichend Zeit für die Beobachtung hat, sieht man deutlich mehr kleine Flecken, als wenn man unter Zeitdruck steht, weil die nächsten Wolken heranrücken und man von der Arbeit oder anderen Dingen gestresst ist. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Qualität der Beobachtungen allgemein, weswegen es sinnvoll ist, die Daten einem Beobachternetz zur Verfügung zu stellen, wo die eigenen Beobachtungen mit denen anderer verglichen werden und „Unebenheiten“ wegen sehr gutem oder sehr schlechtem Seeing „bearbeitet“ werden.

Als allererstes nahm ich wieder meine Sonnenfinsternisbrille zur Hand und erspähte einwandfrei zwei Flecken mit bloßem Auge. Der erste Blick ins Weißlicht offenbarte dann eine weiterhin anhaltende, hohe Aktivität, wenngleich sich auch alles wieder entlang des Sonnenäquators versammelt hatte. Im Norden erkannte ich die AR 12111 als zwei Gruppen: eine A1 und eine H3, weil mir nach wie vor der Abstand zwischen den beiden Teilen zu groß für eine Gruppe erschien. In Höhe des Sonnenmeridians stand einsam und verlassen eine A1 ohne Nummer, dann folgte die AR 12106 als C9, die AR 12102 als J1 und die AR 12100 als B2. Im deutlich aktiveren Süden erkannte ich die AR 12112 als B2, darunter noch eine A1 ohne NOAA-Bezeichnung. Die AR 12104 war eine D10, die AR 12107 eine C5 mit einer B2 oberhalb und einer A1 davor, die nach meiner Einschätzung nicht zu dieser Gruppe gehörten. Dann kamen die beiden großen Gruppen, die AR 12108 und die AR 12109 jeweils eine E30, darunter die AR 12110 als B3.

Die guten Sichtbedingen pflanzten sich natürlich im H-alpha fort, wo man regelrecht erschlagen wurde von der Fülle an Details. Das hier eigentlich nur schwächlich erscheinende chromosphärische Netzwerk war sehr gut zu sehen. Am Westrand tummelten sich zwei größere Protuberanzen, die sehr schon anzusehen waren, in der Nähe des Südpols zwei weitere und eine im Nordosten, dazu kamen viele kleine „Spritzer“, die sich über die Sonnenoberfläche erhoben. Förmlich ins Auge springend waren auch die 10 Flaregebiete sowie die unglaubliche Zahl von 20 Filamente, die rund um die großen Gruppen verstärkt auftraten und dabei filigrane Bögen schwangen, wie Matschflecken aussahen oder wie ein kleines Sinus-Zeichen. Je länger ich beobachtete, desto mehr Details offenbarten sich mir und ich konnte mich nur schwer wieder vom Teleskop lösen, denn ich wollte ja auch noch mal frühstücken ...

Sonne am 07.07.2014

Manchmal macht sich längeres Ausharren am Teleskop doch irgendwie bezahlt. Aufgrund der Stilllegung des Streckenabschnittes Wandsbeker-Markt bis Wandsbek-Gartenstadt bei der U1 – diese Haltestelle wird barrierefrei ausgebaut und alles andere dann gleich mal mitgesperrt, ohne dass es dort Verbesserungen geben würde – und dem Busersatzverkehr kam ich später als sonst üblich zu Hause an und verpasste dadurch die in den letzten Tagen liebgewonnene „Feierabendwolkenlücke“. Exakt mit dem Betreten des Hauses machte sich eine riesige Flatschenwolke vor der Sonne breit, auch, als sich rundherum für eine kurze Zeit fast alle anderen Wolken verzogen hatten. Erst als aus Südwesten eine neue Wolkenfront herankam, lockerte sich die Wolke ein ganz klein wenig auf und ließ für etwa 3 bis 4 Minuten ein Blick auf die Sonne zu. Allerdings blieb auch das nicht störungsfrei, denn auch Nordwesten und Norden zogen immer wieder hohe Schleierwolken durch und verhinderten ein wirklich gutes Seeing.

Diesem zum Opfer fielen dann viele kleine Fleckengruppen, die gestern noch problemlos zu sehen und heute noch vorhanden waren. Im Norden stand die AR 12113 als J2 noch ziemlich nach am Ostrand. Die AR 12111 war eine kleine C3, die einsame A1 Richtung Osten hatte sich aufgelöst. Die AR 12106 war eine H1, die AR 12102 nur eine schwach wahrnehmbare A1.

Im Süden standen weiterhin die beiden großen Gruppen, die ich heute morgen vom Bürofenster aus als 2 knapp an der Wahrnehmungsgrenze stehende Flecken sehen konnte. Im Teleskop waren die AR 12109 eine E26, die AR 12108 eine E38, hier hatten sich zugunsten größerer Penumbren einige kleinere Flecken verabschiedet oder waren wegen des Seeings nicht sichtbar. Unterhalb der AR 12108 stand die AR 12110 als A1. Die AR 12104 war stark geschrumpft und heute nur noch eine D6, die 12107 eine C5. Die AR 12103 war nur noch eine B3. Erst kurz vor dem durch Wolken erzwungenem Ende der Beobachtung sah ich vor der AR 12106 noch eine A1 und eine B2. Anhand von Satellitenaufnahmen der Sonne konnte ich schon erkennen, dass mir seeingbedingt einige kleine Gruppen durch die Lappen gingen, aber was zählt ist das, was man mit seinem Fernrohr real sieht und so veränderte ich natürlich mein Beobachtungsergebnis nicht nachträglich. Das wäre nur für den Fall einer späteren Nachbeobachtung erlaubt.

Und während ich an diesem Text auf dem Sofa lag, wurde es draußen wieder heller und das Spiel wiederholte sich. Es war eine größere Wolkenlücke über meinem Standort entstanden und wieder stand eine einzige hartnäckige Wolke direkt vor der Sonne. Allerdings verzog sie sich deutlich schneller und so ergriff ich noch die Gelegenheit zu einer H-alpha-Beobachtung. Nachdem auch die letzte hohe Wolke endlich durch war, erkannte ich 8 helle Flaregebiete und 17 Filamente auf der Oberfläche, aber nur 10 kleine Protuberanzen am Rand. Ich sah gerade noch, dass die Filamente rund um die AR 12106 eine Art Dreiviertelkreis bildeten, eine richtig fette östlich der AR 12109 stand, sich aber erstaunlich wenig rund um die AE 12109 und die 12108 zeigten, als der Himmel zuschmierte und die Beobachtung der Sonne im H-alpha sinnlos machte, weil die Einzelheiten verschwammen und der Himmelshintergrund hellorange anlief. So gab es unter den misslichen Bedingungen letzten Endes dann noch noch eine brauchbare Beobachtung. Für die kommenden Tage sind schwere Gewitter und Dauerregen angesagt. Hier muss man sicherlich ebenfalls abwarten, denn der Wetterbericht für heute sprach auch von unwetterartigen Regenfällen in Hamburg und wir haben derzeit den schönsten Sonnenschein, während sich, wie im Auge eines Sturms, ringsherum die Wolken versammeln. 

Samstag, 5. Juli 2014

Sonne am 05.07.2014

Eine Zitterpartie, das war nicht nur das gestrige WM-Spiel zwischen Deutschland und Frankreich, sondern auch meine heutige Sonnenbeobachtung. Früh morgens war der Himmel durchgehend bewölkt, doch gegen Mittag riss die schon löchrig gewordene Wolkendecke mehr und mehr auf. Zu Hause angekommen, schien sie ungestört vom Himmel herab, leider stand sie dabei noch weitgehend hinter meiner Hausmauer und kam erst allmählich heran. Das tat dann leider auch die aus Südwesten heranrückende Wolkenbank und so musste ich mich arg beeilen, um meine Beobachtungen vollständig abzuschließen, was unter Zeitdruck und angesichts der vielen Aktivitätsgebiete gar nicht so einfach war.

Vor der teleskopischen Beobachtung hatte ich den Sonnenfilter abgenommen und ihn für die Beobachtung der Sonne mit bloßem Auge verwendet. Auf Anhieb sah ich zwei dunkle Punkte, beim dritten war ich mir nicht sicher. Mal glaubte ich, was zu sehen, mal wieder nicht, also entschied ich mich, nur die beiden sicheren Flecken anzugeben.

Dann ging es los mit der Weißlichtbeobachtung. Was mir beim ersten Blick auffiel war die Parallelität der Anordnung der Fleckengruppen entlang des Sonnenäquators und dass sich fast alle Gruppen binnen Stunden enorm weiterentwickelt hatten und die Südhälfte eindeutig dominierte.

Im Norden stand die gestern schon als J1 zu sehende Gruppe ohne Nummer heute als AR 12111, dahinter befand sich eine A1, die ich erst einmal getrennt davon gezählt hatte, weil mir der Abstand zur 12111 zu groß erschien, um noch dazu zu gehören. Die AR 12106 war eine C3 und von der AR 12100 sah ich nur noch eine A1. Im Süden hingegen begannen die Aktivitätsgebiete wieder mit der AR 12109 als E46, die AR 12108 als E38 und die AR 12104 als D20. Südlich der AR 12108 war die AR 12110 als B3 zu finden und am Sonnenmeridian die AR 12107 als C5, von der sich eine A1 ohne Nummer angegrenzt hatte.

Rasch wechselte ich zum PST, wo mir die 8 Flaregebiete regelrecht entgegen sprangen und ich 15 Filamente, zumeist im Gebiet der großen Fleckengruppen, sehen konnte. Am beeindruckendsten war jedoch ein eher kleines Filament am Ostrand, das dort über den Sonnenrand hinaus ragte, zur Protuberanz wurde und schon dreidimensional wirkte. Die Beobachtung endete dann leider wieder vorzeitig, weil sich die Wolkenbank nun vollends vor die Sonne geschoben hatte und Detailbeobachtungen unmöglich wurden. 

Freitag, 4. Juli 2014

Sonne am 04.07.2014

Es ist lange her, dass ich die Sonne an einem blauen, wolkenlosen Himmel beobachten durfte. Daher konnte ich heute direkt, nachdem ich heute verspätet von der Arbeit zu Hause ankam – dem HVV und seinen Verspätungen sei gedankt – gleich mit der Beobachtung beginnen. Am frühen Vormittag hatte ich auf dem Weg zur Arbeit schon die beiden großen Gruppen als zwei dunkle Punkte auf der Sonne mit bloßem Auge und Sonnenfinsternisbrille gesehen und so begann ich gleich mit der Weißlichtbeobachtung mit Teleskop. Das Seeing war trotz Temperaturen jenseits der 30° weiterhin sehr gut und erlaubte die Sichtung feinster Details.

Auf der Nordhalbkugel war die gestern noch hart am Ostrand stehende A1 ein Stück weitergewandert und heute als J1 – immer noch ohne NOAA-Nummer – erkennbar. Danach folgten die AR 12106 als C7, die AR 12102 und die 12100 als C8 (wobei nicht klar war, ob die Gruppe nun eine Penumbra hatte oder nicht). Die großen Aktiven Regionen 12104 und 12107 hatten abermals an Größe, aber nicht an Länge zugenommen und dominierten weiter die Südhalbkugel unseres Tagesgestirns. Erstere wurde von mir als D19, letztere als D11 klassifiziert. Eine enorme Weiterentwicklung war auch bei der AR 12108 zu beobachten, die heute eine D20 war und die AR 12109, die ich als D18 einstufte. Etwas abseits davon stand die AR 12110 als A1, gestern noch ohne Nummer.

Im PST hatte die Aktivität nun auch deutlich zugenommen: 8 Flaregebiete waren ein unübersehbares Zeichen, dazu gab es 16 Filamente – vorwiegend rund um die großen Gruppen und auch ein paar auf der in den letzten Tagen häufig leeren Nordhalbkugel. Überdies gab es 11 Protuberanzen, eine am Ostrand war denn auch ein wenig größer als die Exemplare der letzten Tage. Interessant waren auch die bogenförmigen Strukturen rund um die großen Aktivitätszentren: sie wirkten in zwei Fällen auch plastisch und dreidimensional, auch nicht gerade alltäglich!

Donnerstag, 3. Juli 2014

Sonne am 03.07.2014

Es war mal wieder einer der Tage, wo der Wetterbericht vollkommen versagt hatte. Angekündigt war ein sehr sonniger Tag mit mehr als 10 Stunden Sonnenschein. Daraus wurde nichts, denn es war überwiegend bedeckt und ich sah schon alle Hoffnungen auf eine Beobachtung schwinden. Aber dann war da noch meine „Feierabend-Wolkenlücke“, die in den letzten Tagen stets rechtzeitig sichtbar wurde. So auch heute. Und Murphy hielt sich ausnahmsweise ein wenig zurück.

Als erstes nahm ich meine Sofibrille zur Hand und konnte auf Anhieb im Südosten zwei dunkle Punkte sehen: die Aktiven Regionen 12104 und 12107. Im Fernrohr wirkten diese beiden Gruppen ziemlich imposant, besonders die 12104, denn hier hatten sich die Penumbren noch weiter vergrößert, doch die Gruppe war noch immer nicht länger geworden, sodass ich sie auch weiterhin als D klassifizierte, mit 19 Flecken. Beim Fleckenzählen blieb ich dann erst mal in der Gegend. Die AR 12107 war eine D4, die AR 12108 eine C8 und die AR 12109 eine D12. Unterhalb der 12108 befand sich dann noch eine B3 ohne Nummer und über der AR 12109 eine hart am Ostrand stehende A1 – es konnte auch eine J1 gewesen sein, so genau war das nicht zu erkennen. Diese gehörte genau genommen schon zur Nordhalbkugel, wo hinterienander aufgereiht die AR 12106 als D19, die AR 12102 ls D7 und die AR 12100 als D14 zu sehen war. Bei letzterer war nicht ganz klar, ob sie wirklich zur Klasse D oder B gehörte, einige kleine Flecken schienen – seeingbedingt – mal eine Penumbra aufzuweisen und mal wieder nicht. Die AR 12109 besaß eine große Penumbra im p-Teil und dürfte in den kommenden Tagen, vorausgesetzt, die behält ihre Größe bei, ebenfalls mit bloßem Auge zu sehen sein, wenn sie genügenden Abstand zum Ostrand erreicht.

Die H-alpha-Beobachtung musste wegen eines hohen Wolkenfeldes dann abgebrochen werden und es dauerte annähernd 3 Stunden, bis wieder eine passende Wolkenlücke kam, die groß genug für eine längere Beobachtung war. Auffallend wenige Protuberanzen, nämlich nur 7, waren am Sonnenrand zu finden, dafür aber 8 helle und ausgedehnte Flaregebiete, vor allem rund um die großen Gruppen im Südosten sowie 12 Filamente. Die großen Exemplare von gestern waren leider heute schon wieder verschwunden, doch gab es dicht am Westrand eine Anhäufung kleinerer Materiebögen und etliche im Umfeld der großen Gruppen, darunter eine klassisch-bogenförmige, eine, die wie ein Dreiecke aussah und welche mit geschwungenen Bögen. Abgesehen von einer kleinen, stabförmigen Protuberanz in der Nordpolregion der Sonne, war diese Gegend auch heute wieder erscheinungsfrei.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Die Sonne im Juni 2014

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Die ausgesprochen moderate Sonnenaktivität am Ende des Vormonats setzte sich in den Anfangstagen des Juni zunächst fort. Den ganzen Monat über dominierte die Südhalbkugel gegenüber dem Norden und nur in der Mitte des Monats gab es einen etwas kräftigeren Aktivitätsanstieg, während die Gesamtaktivität etwa auf dem Niveau des Vormonats verharrte und sogar ein wenig zurück ging.

Ganze vier Gruppen waren am 1. Juni zu finden und gehörten den Waldmeierklassen A bis C an. Am 2. kam die AR 12079 als H1 hinzu am 4. die AR 12080 als B-Gruppe am 4. usw. An diesem Gesamtbild änderte sich grundlegend erst am 6. Juni etwas, als gleich zwei neue Gruppen am Ostrand erschienen: die AR 12982 und die AR 12083: eine C- und eine B-Gruppe. So wurde der Anstieg der Sonnenaktivität und insbesondere der Relativzahlen hauptsächlich getragen durch eine höhere Zahl an kleinen Aktivitätszentren, aber weniger durch großflächige Gruppen der Klassen E und F.

Schön war in dieser Zeit auch wieder zu sehen, wie sich die Gruppen beiderseits des Sonnenäquators bildeten und an diesem entlang wanderten. Nach dem 8. ging die Aktivität wieder leicht zurück. Interessant war an diesen Tagen die Entwicklung der AR 12080 und der 12085 zwischen dem 6. und dem 14. Juni auf der Südhalbkugel zu verfolgen. Von Tag zu Tag waren hier Veränderungen zu erkennen. Die AR 12085 erreichte nach Angaben der NOAA bereits am 9. die Klasse E, die AR 12080 einen Tag später. Übereinander stehend, bildeten sie den Hauptanziehungspunkt für das Auge und waren die dominanten Gruppen nicht nur auf der Südhalbkugel, sondern auf der ganzen Sonne. Die AR 12080 war aber schon am 11. auf die Stufe D zurückgefallen, was sie in erster Linie der Verkürzung ihrer Gesamtlänge zu verdanken hatte und weniger der Kompaktheit der Gruppe.

Bis zu ihrem Verschwinden hielten beide Gruppen ihre Klassen und ab dem 16. fiel die Aktivität geradezu dramatisch steil ab. Konnten am Vortag noch 9 Gruppen gezählt werden, waren es an diesem Tag nur noch 5 – weil ein Großteil von ihnen hinter dem Westrand wegrotiert war oder sich aufgelöst hatte und aus dem Osten nur wenige neue Gruppen nachkamen. Der monatliche Tiefpunkt war erreicht und hielt im Prinzip bis zum 25. an, als nur ganze drei Gruppen zu sehen waren. Zwischendurch meldete die NOAA für die AR 12093 zwar die Klasse E, was aber anhand der Zeichnungen des Sonnenobservatoriums Kanzelhöhe und eigener Beobachtungen nicht verifiziert werden konnte.

Überdies trat noch ein anderes Problem auf: die Kanzelhöhe verzeichnete oft Flecken, die auf keinem der Satellitenfotos vom SDO oder SOHO bzw. dem GONG-Netz zu erkennen waren, dafür sah man an anderen Tagen eindeutig Flecken, die nicht auf de Zeichnungen auftauchten. Am 29. Juni erschienen mit der AR 12104 und der AR 12107 zwei alte Bekannte: die AR 12080 und die 12085 bei ihrer zweiten Rotation. Und schon gab es einen kleinen Aktivitätsschub, der über den Monatswechsel hinausging.

Im H-alpha zeigte sich die Sonnenaktivität von ein paar Ereignissen abgesehen, über den ganzen Monat hinweg sehr moderat. Am 3. konnte um 4:07 UT ein M1 – Flare aus der AR 12077 heraus beobachtet werden und am 6. um 19:31 UT ein weiterer, dieses Mal der AR 12080 entsprungen. Die größte Aktivität des Monats wurde am 10. und 11. Juni entfacht, als die AR 12087 gleich drei X-Flares hervorbrachte.

Am 10. stieg um 11:42 UT ein X2.2-Flare auf, um 12:55 UT ein X1.5 und am 10. Um 9:05 UT ein X1.0. Wer aufgrund dessen auf ordentliche Polarlichter in unseren Breiten hoffte, sah sich enttäuscht, denn diese gab es nicht, weil die Ereignisse zu weit am südöstlichen Sonnenrand stattfanden. Zwar hoffte man auf eine zumindest streifende Komponente in dem weit gestreuten Teilchenfeld, doch selbst ein fotografisches Polarlicht konnte nicht festgestellt werden. Und danach ging es mit der Gruppe auch schnell bergab. Wurde sie im Weißlicht von Tag zu Tag spannender, blieb sie im H-alpha nahezu inaktiv. Dafür zeigten andere Aktivitätsgebiete wenigstens ein wenig Aktivität.

Die AR 12087 erzeugte am 12. um 10:21 UT einen M2- und die AR 12085 am 13. um 22:16 UT einen M3. Am 14. gab es am Ostrand um 19:29 UT einen M1-Flare, der mit einem Typ II-Radiosturm (Teilchengeschwindigkeit 396 km/s) verknüpft war, dem wenig später noch ein kleiner CME folgte. Die AR 12085 schaffte am 15. um 11:39 UT einen M1- und die AR 12087 am 16. um 00:01 UT den nächsten M1-Flare, danach gab es nur noch vereinzelte Ausbrüche der Klasse C.

Auch hier konnte sehr schön beobachtet werden, wie sich die Aktivitätszentren entlang des Sonnenäquators gruppierten und die Nordpolregion der Sonne oft über mehrere Tage hinweg frei von Protuberanzen und Flares war, ganz im Gegensatz zur Südhalbkugel, wo man selbst in kleinen Teleskopen bei gutem Seeing das im H-alpha nur schwach ausgeprägte chromosphärische Netzwerk – eine Fortsetzung der Fackeln in die Chormophäre hinein – beobachten konnte. Deutlicher wird dieses erst im Lichte der Kalzium-Linien sichtbar; die Teleskope mit diesem Filter sind dann aber wieder eher für die Fotografie und weniger für den visuellen Bereich geeignet.

Sonne am 02.07.2014

Das derzeit immer noch sehr wechselhafte Wetter ließ auch heute wieder bei Feierabend eine Wolkenlücke an passender Stelle auftauchen und so konnte ich, kaum dass ich zu Hause war, gleich mit der Beobachtung beginnen. Das Seeing war durchschnittlich bis gut und so gab es keine großen Probleme bei der Erfassung der täglichen Sonnenfleckenrelativzahl.

Durch meine Sonnenfinsternisbrille konnte ich zwei Flecken mit bloßem Auge sehen, es war die beiden Aktiven Regionen 12104 und 12107, die auf der Südhalbkugel standen und gegenüber gestern erheblich größer, aber kaum länger geworden waren. Daher gehörten beide trotz ihrer enormen Kompaktheit, nur der Klasse D an. Die AR 12104 (übrigens die alte 12080 von vor ein paar Wochen bei ihrer zweiten Rotation) war eine D22, die AR 12107 (die alte AR 12085, ebenfalls beim 2. Umlauf) eine D9 und fast alle Einzelflecken innerhalb der beiden Gruppen standen auch heute wieder in den Penumbren. Nur die 12107 hatte einige, die außerhalb davon standen. Hinter diesen beiden Gruppen stand die AR 12108 als C8, dahinter, noch ohne Nummer, eine J1 genau am Ostrand. Von der gestern gerade eben noch sichtbaren AR 12105 fand ich keine Spur mehr. Ebenso wenig von den beiden bislang immer sehr stabilen Gruppen AR 12095 und 12097 im Norden. Dafür war die AR 12100 eine C14, die AR 12102 eine D21 und die AR 12106 eine D6. Alle Gruppen hielten sich weiter nur in der Nähe des Sonnenäquators auf, wie am Ende eines Zyklus üblich, aber nicht für einen, der gerade sein (vermeintliches) Maximum hinter sich hat.

Diese Auffälligkeit zeigte sich natürlich auch im H-alpha, wo heute mit 7 Stück deutlich mehr Flaregebiete, vor allem rund um die beiden großen Aktiven Regionen und nördlich davon im Bereich der AR 12106 und 12102 zu sehen waren. Zweites großes Merkmal der heutigen H-alpha-Sonne waren die großen Filamente am Westrand und rund um die AR 12104 und 12107. Ein kleines Filament im Südosten ragte über den Rand hinaus und wurde dort zur Protuberanz, von denen ich heute 12 Exemplar zählte. Allerdings wiesen alle nur bescheidene Dimensionen auf. Neben den 7 Flaregebieten kam ich noch auf insgesamt 10 Filamente. Neben der Gegend um den solaren Nordpol waren auch weite Teile des Südens heute erscheinungsfrei!

Dienstag, 1. Juli 2014

Sonne am 01.07.2014

Nach Hause kommen und gleich mit der Sonnenbeobachtung beginnen zu können ist angesichts der derzeitigen Wetterlage ein Luxus, den man nicht hoch genug einschätzen kann. So sah ich die ersten Wolkenlücken des Tages heranrücken, als ich das Fernrohr aufbaute, dennoch war wieder viel Geduld gefragt, denn wie üblich zogen sie gemächlich an der Sonne vorbei. Aber ein erster Blick offenbarte schon mal ein recht ordentliches Seeing.

In den wolkenbedingten Zwangspausen konnte ich dann die neue Ausgabe der Zeitschrift SONNE zur Hand nehmen, die heute in meinem Briefkasten gelandet war.

Die Weißlichtsonne zeigte heute vor allem eine Vielzahl kleinerer Gruppen der unteren Waldmeierklassen A bis C. Im Norden war die AR 12106 als D6, darunter eine einsam stehende A1 ohne Nummer, die AR 12102 als D11, die AR 12100 als B8, die AR 12097 als A1 und die AR 12096 als J1 zu finden. Im Süden standen unübersehbar mit großen Penumbren ausgestatteten AR 12104 als D6 und die AR 12107 als D14, nahe des Zentralmeridians war dann noch die AR 12105 als B2 zu erkennen. Erst beim letzten Krontrollblick fand ich vor der AR noch dich an der Auflösungsgrenze meines kleinen Teleskops eine kleine A1, die immer wieder mal sichtbar war und dann wieder verschwand. Durchziehende Wolken verhinderten zudem, dass sich das Auge hinreichend auf die kleinen Flecken konzentrieren konnte.

Erschreckend wenig Aktivität zeigte die Sonne hingegen im H-alpha. Der Norden war wieder fast völlig erscheinungsfrei, dafür gab es auf der Oberfläche 5 zum Teil überdimensioniert groß erscheinende Fackelgebiete rund um die AR 12104 und die AR 12107 und vor allem entlang der Fleckenkette von der AR 12016 bis zur 12100. Überdies fand ich hier noch zwei wunderschöne lange Filamente. Am Sonnenrand zählte ich 14 Protuberanzen, die teilweise eine ganz ordentlich Größe aufwiesen.

Obendrein war auch die heutige Beobachtung ein klassischer Fall angewandter Murphologie. Erst das Warten auf die Wolkenlücken, dann rollte mir vom Wind getrieben mehrmals der Bleistift von der Fensterbank. Beim Austausch des Weißlichtteleskops drehte sich plötzlich das Zenitprisma und das Okular fiel heraus. Beim Abbauen des PST stieß ich, weil ich wieder nach dem davon rollenden Bleistift greifen wollte, das iPad fast in die Waschmaschine und dann versuchte der Wind auch noch meinen Beobachtungszettel davonfliegen zu lassen, aber der war zum Glück noch am Block befestigt. Manchmal frage ich mich wirklich, warum diese ganzen Hindernisse und Hürden anscheinend immer nur bei mir auftreten ...