Mittwoch, 2. Juli 2014

Die Sonne im Juni 2014

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Die ausgesprochen moderate Sonnenaktivität am Ende des Vormonats setzte sich in den Anfangstagen des Juni zunächst fort. Den ganzen Monat über dominierte die Südhalbkugel gegenüber dem Norden und nur in der Mitte des Monats gab es einen etwas kräftigeren Aktivitätsanstieg, während die Gesamtaktivität etwa auf dem Niveau des Vormonats verharrte und sogar ein wenig zurück ging.

Ganze vier Gruppen waren am 1. Juni zu finden und gehörten den Waldmeierklassen A bis C an. Am 2. kam die AR 12079 als H1 hinzu am 4. die AR 12080 als B-Gruppe am 4. usw. An diesem Gesamtbild änderte sich grundlegend erst am 6. Juni etwas, als gleich zwei neue Gruppen am Ostrand erschienen: die AR 12982 und die AR 12083: eine C- und eine B-Gruppe. So wurde der Anstieg der Sonnenaktivität und insbesondere der Relativzahlen hauptsächlich getragen durch eine höhere Zahl an kleinen Aktivitätszentren, aber weniger durch großflächige Gruppen der Klassen E und F.

Schön war in dieser Zeit auch wieder zu sehen, wie sich die Gruppen beiderseits des Sonnenäquators bildeten und an diesem entlang wanderten. Nach dem 8. ging die Aktivität wieder leicht zurück. Interessant war an diesen Tagen die Entwicklung der AR 12080 und der 12085 zwischen dem 6. und dem 14. Juni auf der Südhalbkugel zu verfolgen. Von Tag zu Tag waren hier Veränderungen zu erkennen. Die AR 12085 erreichte nach Angaben der NOAA bereits am 9. die Klasse E, die AR 12080 einen Tag später. Übereinander stehend, bildeten sie den Hauptanziehungspunkt für das Auge und waren die dominanten Gruppen nicht nur auf der Südhalbkugel, sondern auf der ganzen Sonne. Die AR 12080 war aber schon am 11. auf die Stufe D zurückgefallen, was sie in erster Linie der Verkürzung ihrer Gesamtlänge zu verdanken hatte und weniger der Kompaktheit der Gruppe.

Bis zu ihrem Verschwinden hielten beide Gruppen ihre Klassen und ab dem 16. fiel die Aktivität geradezu dramatisch steil ab. Konnten am Vortag noch 9 Gruppen gezählt werden, waren es an diesem Tag nur noch 5 – weil ein Großteil von ihnen hinter dem Westrand wegrotiert war oder sich aufgelöst hatte und aus dem Osten nur wenige neue Gruppen nachkamen. Der monatliche Tiefpunkt war erreicht und hielt im Prinzip bis zum 25. an, als nur ganze drei Gruppen zu sehen waren. Zwischendurch meldete die NOAA für die AR 12093 zwar die Klasse E, was aber anhand der Zeichnungen des Sonnenobservatoriums Kanzelhöhe und eigener Beobachtungen nicht verifiziert werden konnte.

Überdies trat noch ein anderes Problem auf: die Kanzelhöhe verzeichnete oft Flecken, die auf keinem der Satellitenfotos vom SDO oder SOHO bzw. dem GONG-Netz zu erkennen waren, dafür sah man an anderen Tagen eindeutig Flecken, die nicht auf de Zeichnungen auftauchten. Am 29. Juni erschienen mit der AR 12104 und der AR 12107 zwei alte Bekannte: die AR 12080 und die 12085 bei ihrer zweiten Rotation. Und schon gab es einen kleinen Aktivitätsschub, der über den Monatswechsel hinausging.

Im H-alpha zeigte sich die Sonnenaktivität von ein paar Ereignissen abgesehen, über den ganzen Monat hinweg sehr moderat. Am 3. konnte um 4:07 UT ein M1 – Flare aus der AR 12077 heraus beobachtet werden und am 6. um 19:31 UT ein weiterer, dieses Mal der AR 12080 entsprungen. Die größte Aktivität des Monats wurde am 10. und 11. Juni entfacht, als die AR 12087 gleich drei X-Flares hervorbrachte.

Am 10. stieg um 11:42 UT ein X2.2-Flare auf, um 12:55 UT ein X1.5 und am 10. Um 9:05 UT ein X1.0. Wer aufgrund dessen auf ordentliche Polarlichter in unseren Breiten hoffte, sah sich enttäuscht, denn diese gab es nicht, weil die Ereignisse zu weit am südöstlichen Sonnenrand stattfanden. Zwar hoffte man auf eine zumindest streifende Komponente in dem weit gestreuten Teilchenfeld, doch selbst ein fotografisches Polarlicht konnte nicht festgestellt werden. Und danach ging es mit der Gruppe auch schnell bergab. Wurde sie im Weißlicht von Tag zu Tag spannender, blieb sie im H-alpha nahezu inaktiv. Dafür zeigten andere Aktivitätsgebiete wenigstens ein wenig Aktivität.

Die AR 12087 erzeugte am 12. um 10:21 UT einen M2- und die AR 12085 am 13. um 22:16 UT einen M3. Am 14. gab es am Ostrand um 19:29 UT einen M1-Flare, der mit einem Typ II-Radiosturm (Teilchengeschwindigkeit 396 km/s) verknüpft war, dem wenig später noch ein kleiner CME folgte. Die AR 12085 schaffte am 15. um 11:39 UT einen M1- und die AR 12087 am 16. um 00:01 UT den nächsten M1-Flare, danach gab es nur noch vereinzelte Ausbrüche der Klasse C.

Auch hier konnte sehr schön beobachtet werden, wie sich die Aktivitätszentren entlang des Sonnenäquators gruppierten und die Nordpolregion der Sonne oft über mehrere Tage hinweg frei von Protuberanzen und Flares war, ganz im Gegensatz zur Südhalbkugel, wo man selbst in kleinen Teleskopen bei gutem Seeing das im H-alpha nur schwach ausgeprägte chromosphärische Netzwerk – eine Fortsetzung der Fackeln in die Chormophäre hinein – beobachten konnte. Deutlicher wird dieses erst im Lichte der Kalzium-Linien sichtbar; die Teleskope mit diesem Filter sind dann aber wieder eher für die Fotografie und weniger für den visuellen Bereich geeignet.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen