Dienstag, 1. Juli 2014

Sonne am 01.07.2014

Nach Hause kommen und gleich mit der Sonnenbeobachtung beginnen zu können ist angesichts der derzeitigen Wetterlage ein Luxus, den man nicht hoch genug einschätzen kann. So sah ich die ersten Wolkenlücken des Tages heranrücken, als ich das Fernrohr aufbaute, dennoch war wieder viel Geduld gefragt, denn wie üblich zogen sie gemächlich an der Sonne vorbei. Aber ein erster Blick offenbarte schon mal ein recht ordentliches Seeing.

In den wolkenbedingten Zwangspausen konnte ich dann die neue Ausgabe der Zeitschrift SONNE zur Hand nehmen, die heute in meinem Briefkasten gelandet war.

Die Weißlichtsonne zeigte heute vor allem eine Vielzahl kleinerer Gruppen der unteren Waldmeierklassen A bis C. Im Norden war die AR 12106 als D6, darunter eine einsam stehende A1 ohne Nummer, die AR 12102 als D11, die AR 12100 als B8, die AR 12097 als A1 und die AR 12096 als J1 zu finden. Im Süden standen unübersehbar mit großen Penumbren ausgestatteten AR 12104 als D6 und die AR 12107 als D14, nahe des Zentralmeridians war dann noch die AR 12105 als B2 zu erkennen. Erst beim letzten Krontrollblick fand ich vor der AR noch dich an der Auflösungsgrenze meines kleinen Teleskops eine kleine A1, die immer wieder mal sichtbar war und dann wieder verschwand. Durchziehende Wolken verhinderten zudem, dass sich das Auge hinreichend auf die kleinen Flecken konzentrieren konnte.

Erschreckend wenig Aktivität zeigte die Sonne hingegen im H-alpha. Der Norden war wieder fast völlig erscheinungsfrei, dafür gab es auf der Oberfläche 5 zum Teil überdimensioniert groß erscheinende Fackelgebiete rund um die AR 12104 und die AR 12107 und vor allem entlang der Fleckenkette von der AR 12016 bis zur 12100. Überdies fand ich hier noch zwei wunderschöne lange Filamente. Am Sonnenrand zählte ich 14 Protuberanzen, die teilweise eine ganz ordentlich Größe aufwiesen.

Obendrein war auch die heutige Beobachtung ein klassischer Fall angewandter Murphologie. Erst das Warten auf die Wolkenlücken, dann rollte mir vom Wind getrieben mehrmals der Bleistift von der Fensterbank. Beim Austausch des Weißlichtteleskops drehte sich plötzlich das Zenitprisma und das Okular fiel heraus. Beim Abbauen des PST stieß ich, weil ich wieder nach dem davon rollenden Bleistift greifen wollte, das iPad fast in die Waschmaschine und dann versuchte der Wind auch noch meinen Beobachtungszettel davonfliegen zu lassen, aber der war zum Glück noch am Block befestigt. Manchmal frage ich mich wirklich, warum diese ganzen Hindernisse und Hürden anscheinend immer nur bei mir auftreten ...

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