Donnerstag, 3. Juli 2014

Sonne am 03.07.2014

Es war mal wieder einer der Tage, wo der Wetterbericht vollkommen versagt hatte. Angekündigt war ein sehr sonniger Tag mit mehr als 10 Stunden Sonnenschein. Daraus wurde nichts, denn es war überwiegend bedeckt und ich sah schon alle Hoffnungen auf eine Beobachtung schwinden. Aber dann war da noch meine „Feierabend-Wolkenlücke“, die in den letzten Tagen stets rechtzeitig sichtbar wurde. So auch heute. Und Murphy hielt sich ausnahmsweise ein wenig zurück.

Als erstes nahm ich meine Sofibrille zur Hand und konnte auf Anhieb im Südosten zwei dunkle Punkte sehen: die Aktiven Regionen 12104 und 12107. Im Fernrohr wirkten diese beiden Gruppen ziemlich imposant, besonders die 12104, denn hier hatten sich die Penumbren noch weiter vergrößert, doch die Gruppe war noch immer nicht länger geworden, sodass ich sie auch weiterhin als D klassifizierte, mit 19 Flecken. Beim Fleckenzählen blieb ich dann erst mal in der Gegend. Die AR 12107 war eine D4, die AR 12108 eine C8 und die AR 12109 eine D12. Unterhalb der 12108 befand sich dann noch eine B3 ohne Nummer und über der AR 12109 eine hart am Ostrand stehende A1 – es konnte auch eine J1 gewesen sein, so genau war das nicht zu erkennen. Diese gehörte genau genommen schon zur Nordhalbkugel, wo hinterienander aufgereiht die AR 12106 als D19, die AR 12102 ls D7 und die AR 12100 als D14 zu sehen war. Bei letzterer war nicht ganz klar, ob sie wirklich zur Klasse D oder B gehörte, einige kleine Flecken schienen – seeingbedingt – mal eine Penumbra aufzuweisen und mal wieder nicht. Die AR 12109 besaß eine große Penumbra im p-Teil und dürfte in den kommenden Tagen, vorausgesetzt, die behält ihre Größe bei, ebenfalls mit bloßem Auge zu sehen sein, wenn sie genügenden Abstand zum Ostrand erreicht.

Die H-alpha-Beobachtung musste wegen eines hohen Wolkenfeldes dann abgebrochen werden und es dauerte annähernd 3 Stunden, bis wieder eine passende Wolkenlücke kam, die groß genug für eine längere Beobachtung war. Auffallend wenige Protuberanzen, nämlich nur 7, waren am Sonnenrand zu finden, dafür aber 8 helle und ausgedehnte Flaregebiete, vor allem rund um die großen Gruppen im Südosten sowie 12 Filamente. Die großen Exemplare von gestern waren leider heute schon wieder verschwunden, doch gab es dicht am Westrand eine Anhäufung kleinerer Materiebögen und etliche im Umfeld der großen Gruppen, darunter eine klassisch-bogenförmige, eine, die wie ein Dreiecke aussah und welche mit geschwungenen Bögen. Abgesehen von einer kleinen, stabförmigen Protuberanz in der Nordpolregion der Sonne, war diese Gegend auch heute wieder erscheinungsfrei.

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