Mittwoch, 9. Juli 2014

Sonne am 09.07.2014

Endlich mal ein Tag, an dem man ohne Stress durch Wolken beobachten konnte und das bei einem Sahne-Seeing, das ich so lange nicht mehr erlabt hatte. Erstaunlich dabei: Mein Thermometer zeigte, weil die Sonne direkt draufschien, knapp 40° an und das ist normalerweise gleichbedeutend mit einem hitzebedingt schlechten Seeing. Nicht so heute.

Die Weißlichtbeobachtung war ein Genuss, weil sich viele Details zeigten. Im Norden war die AR 12113 weiter eine C mit heute 14 Flecken. Die AR 12111 war eine C8, die AR 12115 eine B4 und die AR 12106 eine aufrecht stehende Hantel, die ich als H2 klassifizierte.

Im Süden hatte die AR 12104 nun endgültig den Mittelteil verloren, während die AR 12107 auch heute als H1 einzustufen war. Die AR 12108 hatte sich abermals deutlich verändert, war kleiner geworden und wies drei Penumbren auf, die in einem Halbkreis angeordnet waren. Innerhalb der Gruppe waren nur noch 16 Flecken zu finden. Auch die AR 12109 hatte deutlich Federn gelassen und gehörte deshalb heute ebenfalls nur noch der Klasse D an, mit 21 Einzelflecken. Im Osten war die neue AR 12114 eine eher merkwürdig geformte H4. Darunter erkannte ich bei der Schlussbeobachtung noch eine kleine A1. Oberhalb der AR 12113 sollte sich nach der Zeichnung der Kanzelhöhe noch eine B-Gruppe befinden, die aber konnte ich mit meinem kleinen 80/400er Refraktor nicht finden.

Neugierig war ich jetzt auf das H-alpha und wurde nicht enttäuscht. Am Westrand befand sich eine große Protuberanz, die restlichen 6 zu finden, war trotz des sehr guten Seeings schwer, weil es nur sehr kleine Materiebögen waren, die man da sehen konnte. Auf der Oberfläche waren 9 (!) Flaregebiete zu sehen und 10 Filamente, die recht interessante bogenförmige Strukturen aufwiesen, etwa rund um die AR 12106 sowie hinter den beiden Riesengruppen.

Angesichts der sehr guten Beobachtungsbedingungen wollte ich mich mal wieder an eine Zeichnung wagen, doch mit einem Mal rückten von Ost nach West dicke Gewitterwolken in das Bildfeld und beendeten die Beobachtung. Nur wenige Zeit später begann es leicht zu regnen und in der Ferne war Donnergrollen zu vernehmen ... 

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