Freitag, 11. Juli 2014

Sonne am 11.07.2014

Das im Norden anhaltend gute Wetter erlaubte weiter Sonnenbeobachtungen nach Feierabend, was z.B. im letzten Jahr nur selten der Fall war. Das Seeing war an diesem Tag jedoch spürbar schlechter und so waberte der Sonnenrand schon ganz ordentlich und manches Mal verschwanden Details in den Gruppen. Überdies störte auch böenartiger Wind die Beobachtung, der, so will es Murphy, jetzt natürlich nachgelassen hat.

Im Weißlicht hatte sich das Geschehen – aufgrund der Sonnenrotation wenig überraschend – weiter nach Westen verlagert, während in der Osthälfte kaum Flecken zu finden waren. Die AR 12113 war nach meinem Empfinden in vier Gruppen zerfallen: eine D7, eine C5, eine C6 und eine A1. Von den beiden Gruppen AR 12106 und der 12115 fand ich am Westrand nichts mehr. Dafür fand die meiste Aktivität wieder im Süden statt: die AR 12107 stand als H1 fast am Westrand. Die AR 12104 war nicht mehr zu sehen und die AR 12108 war nur noch eine D19, dahinter hatte sich eine neue Gruppe gebildet, noch ohne Nummer, dafür eine J3. Was sich gestern schon andeutete, vollzog sich seit der letzten Beobachtung: die AR 12109 war nur noch eine extrem große H-Gruppe mit 15 Flecken, die sich über drei Penumbren verteilte. Und es denn auch dieses Aktivitätsgebiet, dass ich heute früh vor der Arbeit noch mit meiner Sonnenfinsternisbrille als A1 erfassen konnte.

Die AR 12108 hätte ich prinzipiell zwar auch sehen müssen, allerdings war sie schon zu dicht am Westrand, als dass man sie hätte mit bloßem Auge auflösen können. Weiter gen Osten standen noch zwei kleine Gruppen: die AR 12114 als C8 und die AR 12116 als A1, die hier nicht vernachlässigt werden sollen.

Im H-alpha war an diesem Tag eine deutlich höhere Aktivität zu verzeichnen. Am Sonnenrand standen 9 Protuberanzen, die heuer etwas größer waren. Besonders interessant waren hier eine im Nordosten, die schwer zu beschreiben war, drei kleine Bögen im Südosten, ein heller Spritzer, der im Südwesten über dem Sonnenrand schwebte und ein rampenähnliches Teil am Westrand. Auf der Oberfläche gab es hingegen 6 Flaregebiete sowie 12 nur selten größere Filamente.

Hier scheint sich nun ebenfalls wieder ein Wechsel hin zu einer etwas geringeren Sonnenaktivität zu vollziehen, wie er in den letzten Monaten stets nach Abzug der großen Gruppen einstellte. Man darf gespannt sein, in welchem Umfang sich die Sonne dieses Mal beruhigt.

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