Sonntag, 13. Juli 2014

Sonne am 13.07.2014

Es war nicht so ganz einfach, der Sonne am heutigen Tag eine Beobachtung abzutrotzen. In der Nacht war eine dichte Wolkendecke über Norddeutschland hereingezogen und hatte den Himmel völlig bedeckt. Am Vormittag regnete es leicht, aber gegen Mittag riss die Bewölkung dann endlich einmal auf. Ich stürzte regelrecht an das Teleskop, um auch am 13. Tag des Monats eine Beobachtung bekommen und somit noch keinen einzigen Ausfalltag aufzuweisen.

Der Himmel klarte zwar wieder mal großflächig auf, ich ich bekam wie so oft nur einen kleinen Teil davon ab, weil das Gros südlich von meinem Standort und fernab der Sonne vorüberlief. Als es dann doch endlich einmal klappte, war die Enttäuschung groß, denn auf den ersten Blick sah ich nur die AR 12109 als dicke H-Gruppe mit 7 Flecken. Den kümmerlichen Rest der AR 12108 sah ich erst später als H5 genau am Ostrand stehend. Mit den übrigen Gruppen wurde es dann erheblich schwieriger, weil das heute eher mäßige Seeing die kleinen Gruppen verschwinden ließ und die durchziehenden Wolken nervten. Erst als die Lücken ein klein wenig größer wurden, erkannte ich den Komplex aus kleinen Flecken im Norden die man zwar als AR 12113 (D8) und 121117 (C9) eingestuft hatte, was aber überhaupt nicht passte, denn da waren noch ein paar Flecken, die ich als B3 ansah, gleichwohl wissend, dass bei diesen sehr dicht beieinander stehenden Flecken jede Einstufung mehr oder weniger willkürlich war. Erst danach entdeckte ich noch die AR 12111 als B2 und die AR 12114/12116 - warum man die aufgeteilt hat, ist mir schleierhaft, ein Kriterium hierfür war nicht erkennbar -, die ich als B14 klassifizierte. So waren es heute nur noch 7 Aktivitätsgebiete, die ich im Weißlicht erkannte.

Seeing und mittelhohe Wolken beeinträchtigten dann sehr die Beobachtung mittels PST im H-alpha. Zwar konnte ich mühelos die 12 Protuberanzen am Rand und die 12 Filamente und 5 Flaregebiete auf der Oberfläche sehen, doch war das Bild nur schwer scharf zu bekommen und viele Detail gingen dabei unter. Dabei waren gerade die Protuberanzenherde im Süden und Nordosten sehr interessant – im Südosten ragte eine kleine Kette von Bögen über den Rand hinaus, während im Nordwesten sich ein einzelnes Filament anschickte, dies auch zu tun, doch wegen der Beobachtungsbedingungen kam keine rechte Freude an der Beobachtung auf, sodass ich nur die für die H-alpha-Relativzahl  erforderlichen Werte ermittelte. Und kaum damit fertig geworden, kam mit schneller Bewegung eine tiefer hängende Wolke heran und schloss die letzte verbliebene Wolkenlücke.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen