Sonntag, 20. Juli 2014

Sonne am 20.07.2014

Die 20.te Beobachtung des Monats war ein hartes Stück Arbeit. Bis etwa 6:30 Uhr – die Sonne stand da zwar schon über dem Horizont, doch Häuser und Bäume versperrten mir die Sicht – war der Himmel anscheinend völlig klar. Eine Stunde später begann er sich zuzuziehen und als ich das Teleskop auf dem Boden fertig aufgebaut hatte – ich kann wegen des übergroßen Baumes im Hof erst ab 8 Uhr durch das schmale Dachbodenfenster hindurch beobachten – war kaum noch an eine Beobachtung zu denken. Dann allerdings dünnte sich die Wolkenschicht etwas aus und erlaubte einen nicht ganz leichten Blick auf die Sonne, der immer wieder aufgrund durchziehender Wolken gestört und unterbrochen wurde.

Dennoch gelang es mir, die drei kleinen Gruppen wiederzufinden: die AR 12119 als D5, die 12118 als B3 und die immer noch nummernlose Gruppe dahinter als A1. Dann schleimte der Himmel regelrecht zu und das Seeing stürzte gnadenlos ab. Der Sonnenrand wallte extrem stark und auf der Oberfläche war selbst die AR 12119 nicht mehr zu finden. Wider Erwarten ging auch das vorüber und ich konnte wenigstens noch eine Kontrollbeobachtung vornehmen, um sicher zu gehen, auch alle Gruppen erwischt zu haben.

Die Bewölkung ging nach etwa 20 Minuten wieder zurück und so wagte ich es noch, das PST einzusetzen. Der Hintergrund war hellorange und die Oberfläche milchig. In manchen Momenten war noch nicht mal mehr ein definierter Sonnenrand zu sehen und die H-alpha-Sonne nur ein überdimensionierter Matschfleck. Ich wollte schon aufgeben, als ich sah, dass eine größere, wolkenfreie Zone an der Sonne vorbeizog – freilich ohne diese zu treffen.

Nach weiteren gut 20 Minuten – ich musste das Stativ, auf dem das PST saß, schon etwas kippen, um noch an die Sonne heranzukommen – klarte es soweit auf, dass ich mit großer Mühe 12 Protuberanzen , 8 Filament und 4 Flaregebiete sehen konnte. Besonders die Materiebögen am Sonnenrand waren mehr als beeindruckend, doch bevor ich mit Detailbeobachtungen so richtig beginnen konnte, zog der Himmel völlig zu und ich musste die Beobachtung beenden. Natürlich, als ich vom Dachboden aus nicht mehr beobachten konnte und die Sonne noch nicht so richtig in den Innenhof schien, riss die Bewölkung völlig auf. Und gerade, als ich dabei war, alles zusammenzubauen, um vom Hof aus noch mal zu beobachten, schleimte der Himmel binnen Sekunden zu und beendete alle Hoffnungen auf einen weiteren Blick auf die Aktivität, besonders im H-alpha. 

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