Samstag, 26. Juli 2014

Sonne am 26.07.2014

Diese Beobachtung war ein wirklich hartes Stück Arbeit, denn es kam an Negativem alles zusammen, was Murphy so im Repertoire hatte. Nach zwei unnötigen Ausfalltagen – gestern hatte ich sage und schreibe 5x das Teleskop auf- und wieder abgebaut, nur um zu sehen, dass alle Wolkenlücken die Sonne verfehlten -. hoffte ich auf eine Beobachtung am heutigen Tage. In der Nacht war es aufgeklart und kurz bevor die Sonne hinterm Baum rauskam schloss sich die letzte Lücke und alle weiteren gingen an der Seite vorbei. Mehr noch: der ganze Westhimmel war frei von Wolken, nur in Sonnenrichtung tummelten sich die Biester und verdarben mir die Beobachtung. Aber es kam noch schlimmer. Als ich vom Dachboden aus unser Tagesgestirn nicht mehr erreichen konnte und es im Hof noch nicht den Boden erreichte, war es sonnig. Ich war dann noch ein wenig einkaufen und während der ganzen Zeit schien die Sonne von einem leicht bewölkten Himmel herab. Kaum zu Hause angekommen, bezog es sich wieder. Dann aber hatte Murphy doch noch ein Einsehen und ich durfte gegen 13:10 Uhr MESZ mit der Beobachtung beginnen.

Das Seeing war eher mittelprächtig, aber brauchbar, dennoch dauerte es – bedingt durch die beiden Ausfalltage -, bis ich mich einigermaßen wieder orientiert hatte. Immer noch durchziehende Wolken störten zwar die Beobachtung, nach einer Weile aber gewöhnte ich mich daran und es blieb dann auch mal ein paar Sekunden wolkenfrei. Von der AR 12119 war am Westrand nichts mehr zu sehen und auch die AR 12122 hatte sich mittlerweile aufgelöst. Die größte Gruppe war im Norden die AR 12122 als C11, gefolgt von einer A1. Im Süden standen die AR 12123 als D5 mit einer weiteren A1 in der Umgebung. Am Ostrand im tiefen Süden erkannte ich inmitten von Fackelfeldern zum Schluss noch eine A1 und eine B2: hier kommen neue Gruppen herum, weswegen die nächsten Tage etwas spannender werden dürften.

Durch eine Information vis GvA-Mailingliste aufmerksam gemacht, beobachtete ich noch im H-alpha und war batz erstaunt: Im Südwesten stand eine dicke fette Protuberanz, die weit über das Gesichtsfeld des Teleskops des National Solar Observatory im australischen Learmont herausragte. Sie wirkte im PST etwas lichtschwach, was darauf hinwies, dass sie schon ein ordentliche Stück weit vom Westrand entfernt stand und quasi „hinter der Sonne“ aufgestiegen war.

Etwas weiter nördlich erhob sich eine weitere helle Protuberanz und eine kleine pyramidenförmige im Nordwesten. Auf der Ostseite ging es auch einigermaßen turbulent zu, denn da standen gleich drei Materiebögen, eines davon sah aus wie eine der Waffen aus Raumschiff Orion. Insgesamt kam ich auf 12 Protuberanzen, nur fünf Filamente – drei davon etwas voluminöser – und 4 helle Flaregebiete. Trotzdem wirkte die Sonne nahezu erscheinungsfrei, weil große Teile ihrer Oberfläche ohne Flare, Filamente und Flecken war.

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