Sonntag, 27. Juli 2014

Sonne am 27.07.2014

Diese Beobachtung kam ebenfalls nur unter großen Schwierigkeiten zustande. Hatte ich gestern Abend noch gehofft, vor dem Frühstück bequem auf dem Dachboden beobachten zu können, so zerstob jegliche Aussicht mit dem Aufwachen. Ich würde nämlich durch ziemlich heftige Donnerschläge und stark prasselnden Regen unsanft aus dem Schlaf gerissen. Da ich Bluthochdruckpatient bin, war das wenig gut, denn die Pumpe raste wie verrückt. Zum Glück fiel der Regen nahezu senkrecht, sodass es nicht in mein Schlafzimmer herein regnete, wo ich bei offenem Fenster geschlafen hatte.

Beim Blick auf die Seite von wetteronline fiel mir auf, dass sich ein wolkenfreier Keil von Süden heranschob und so begann ich erneut, auf eine frühe Beobachtung zu hoffen. Diese kam auch, aber eigentlich viel zu spät und ich hätte eine ähnliche Situation wie gestern gehabt und trotz blauem Himmel nicht beobachten können. Und bis mittags zu warten, erschien mir heute zu riskant, denn es gilt unter Sonnenbeobachter der Grundsatz: Wenn Du die erste Chance zur Beobachtung nicht nutzt, kriegst Du an dem Tag keine zweite!

Auf dem Dachboden fiel das Sonnenlicht nur durch einen immer schmaler werdenden Spalt des kleinen Dachfensters herein. Schnell war das Teleskop aufgebaut, die Sonne stand schon zu hoch, um das Objektiv des voll auszuleuchten. Die Abschattung war denn auch im Okular durch die nicht scharf zu bekommende Sonne deutlich zu sehen. Also zog ich eines der Stativbeine weiter aus, um ganz an die Sonne heranzukommen. Irgendwann musste ich das Stativ direkt an die Mauer anlegen, weil ich sonst nichts mehr sehen konnte.

Das Seeing etwa eine Stunde nach einem schweren Gewitter war denn anfangs auch nicht wirklich gut, zumal durchziehende Wolken und Syph die Beobachtung störten. Das besserte sich zwar zusehends, aber auch der Winkel, in dem die Sonne herein schien, wurde immer kleiner. Also begann ich einen Wettlauf gegen die Zeit, den man aber meistens verliert.

Die Weißlichtbeobachtung litt nicht nur unter den Gegebenheiten, sondern auch unter den unklaren Abgrenzung des kleinen Fleckenkomplexes auf der Südhalbkugel. Am Ostrand standen gleich zwei Gruppen in Fackelfeldern: die AR 12124 als A1 und die AR 12125 als B2. Die Trennung zwischen der AR 12123 und der 12126 war sehr schwer, ich entschied mich, hier eine D12 und eine C14 zu sehen. Je nachdem, wie man hier die Achslage durchlegte, konnte man aber auch zu ganz anderen Ergebnissen kommen. Die auf der Nordhalbkugel stehende AR 12121 war für mich eine C9.

Das PST mit seiner kleineren Öffnung, d.h. Einem geringeren Rohrdurchmesser, passte auf dem Stativ besser durch das kleine Fenster und zeigte heute weniger Aktivität. Von der gestern Nachmittag aufgestiegenen Protuberanz war naturgemäß nichts mehr zu sehen und auch der „Rest“ - immerhin kam ich noch auf 12 von ihnen – wies eher kleinere Dimensionen auf. Die Zahl der Flaregebiete betrug 3 und Filamente konnte ich 8 finden, von denen 4 Exemplare schon beachtliche Ausmaße aufzuweisen hatten. Ansonsten waren aber Nord- und Südpolregion sowie weite Teile der Westhälfte wieder mal völlig erscheinungsfrei. Von den erhofften großen Gruppen am Ostrand war aber weder im Weißlicht, noch im H-alpha etwas zu sehen.

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