Dienstag, 19. August 2014

Sonne am 19.08.2014

Ein Wochenende mit durchgehend schlechtem Wetter hinderte mich am Beobachten, berufliche Mehrarbeit am Bloggen. Und heute sah es wieder nur nach reinem Murphwetter aus: Tagsüber im Sonnenschein auf der Arbeit und bei Feierabend bedeckter Himmel. Dennoch konnte ich für etwa 5 Minuten eine kleine, immer wieder von durchfliegenden Wolken behindert, die Sonne beobachten.

Im Weißlicht hatte sich in den letzten Tagen nur wenig verändert. Alle Gruppen waren, wie am Ende eines Zyklus, beiderseits des Sonnenäquators gruppiert und zeichneten sich nicht unbedingt durch hohe Entwicklungsstände aus. Im Norden war die AR 12146 eine leicht deformierte H1, die AR 12141 eine E15 und die AR 12139 eine C5. Vor dieser Gruppe war noch eine lockere Anhäufung von penumbralosen Flecken zu sehen, die ich als B6 klassifizierte (und die noch keine NOAA-Nummer erhalten hatte). Im Süden stand die AR 12144 ganz am Westrand und war nur noch als J1 zu sehen. Die AR 12143 war eine D12 und die AR 12147 eine J3. Alles wenig herausragende Aktivitätsgebiete.

Für die H-alpha-Beobachtung musste ich mich beeilen, denn ich konnte nur noch einen kleinen wolkenfreien Abschnitt nutzen, der direkt auf die Sonne zulief. 9 Protuberanzen, 8 Filamente und 8 Flaregebiete waren die Bilanz meiner Schnellzählung. Ich konnte mir gerade noch ansehen, dass die meisten Filamente in einem eng begrenzten Feld am Ostrand standen, dann schlugen die Wolken wieder zu und beendeten die Beobachtung. Kurz danach war der Himmel wieder vollkommen bedeckt und es fing leicht an zu regnen ...

Freitag, 15. August 2014

Sonne am 15.08.2014

Aus den verschiedensten Gründen hatte ich heute nur wenig Zeit für eine Sonnenbeobachtung und so war es mir durchaus recht, dass gleich nach meiner Ankunft in den heimischen vier Wänden träge eine Wolkenlücke herankam. Das Seeing war ein wenig schlechter als gestern, wurde jedoch dadurch kompensiert, dass keine durch das Bildfeld ziehenden Wolken störten.

Im Weißlicht war die AR 12135 im Norden endgültig zusammengebrochen, bestand nur noch aus einer auch nicht mehr runden Penumbra und war demzufolge nur noch eine H1. Die AR 12139 war eine E30, die dahinter stehende AR 12141 eine D10. Im Süden war die Ar 12144 eine D5, die AR 12143 eine nur schwach wahrnehmbare B4. Außerdem fand ich hier noch eine D3 ohne NOAA-Nummer.

Der Blick ins H-alpha zeigte auch hier eine geringer werdende Aktivität. Am Sonnenrand standen nur 6 Protuberanzen, von denen nur eine ein wenig größer war. Auf der Oberfläche stand drei hellen Flaregebieten immerhin noch 10 Filamente gegenüber. Aber nur zwei von ihnen wiesen eine etwas größere Länge auf. Schon bald nach Ende der Beobachtung zogen hohe Gewitterwolken auf und es begann zu regnen. Das Gewitter blieb jedoch zunächst aus.

Donnerstag, 14. August 2014

Sonne am 14.08.2014

Lange sah es nach einem klassischen Murphtag aus: Am Vormittag, als ich auf der Arbeit war, schien mehrfach die Sonne, ab dem frühen Nachmittag zog es zunächst zu, klarte danach aber wieder auf. Typischerweise hatte ich mein Teleskop gerade aufgebaut, als erneut Wolken kamen und die Beobachtung beendete, bevor sie begann. Erst gut 90 Minuten später baute ich das Teleskop erneut auf, mit dem gleichen Effekt, da eine zweite Schicht Wolken dazwischen funkte. Im dritten Anlauf – warum habe ich eigentlich fast ständig diese Probleme? - sollte die Beobachtung dann gelingen. Das Seeing war überraschend gut und so konnte ich feinste Details in den wenigen Gruppen wahrnehmen, die gerade im Weißlicht zu finden waren.

Im Norden war die AR 12139 zu einer E11 geworden. Davor stand eine nummernlose B2, darunter, im Süden, ebenfalls ohne NOAA-Bezeichnung, eine B2. Die AR 12135 war endgültig zu einer C3 zerfallen und von der AR 12140 war nichts mehr zu sehen. Auf der Südhalbkugel fand ich von der AR 12137 nur einen kümmerlichen Rest in Form einer B4 und westlich des Sonnenmeridians war die vierte B-Gruppe (die dritte ohne NOAA-Kennung), sie enthielt vier Einzelflecken.

Von den guten Sichtbedingungen profitierte selbstredend auch die H-alpha-Beobachtung. Hier hatte die Aktivität gegenüber den Vortagen ein wenig abgenommen und so zählte ich 9 Protuberanzen, 12 verschieden große Filamente und 6 helle Flaregebiete. Auffallend war im Norden eine große Zone ohne irgendwelche Erscheinungen auf der Sonnenoberfläche, während dort lediglich zwei kleine Mini-Protuberanzen zu sehen waren. Für weitere Detailbeobachtungen blieb dann keine Zeit mehr, denn die gnädige Wolkenlücke hatte sich verflüchtigt und es fing sogar spontan an, leicht zu regnen.

Mittwoch, 13. August 2014

Sonne am 13.08.2015

Ein Etappensieg auf dem Weg zu 200 Beobachtungstagen wurde heute erreicht: Meine 150.te Beobachtung im laufenden Jahr. 2013 war dies erst Ende September der Fall.

Das Wetter war dem Ereignis aber nicht angemessen, denn kaum war ich zu Hause angekommen, verschwand das letzte Stück blauer Himmel für gut anderthalb Stunden. Meine erste Beobachtung an diesem Tage litt unter heftigem Syph und zwei weiteren Wolkenschichten, die mal aus Südwest, mal aus Nordwest kamen und zunächst keine Beobachtung zuließen. So musste ich längere Zeit auf eine Nachbeobachtung warten, wo die Sichtbedingungen aber auch nicht viel besser waren. Der Himmel blieb hellweiß. In einigen Momenten allerdings wurde die Sicht einen Tacken besser und so konnte ich nach und nach alle Gruppen mehr oder weniger deutlich – mit der Bildschärfe stand es nicht zum Besten – sehen, die Zahl der Einzelflecken aber oft nur grob schätzen. So war die AR 12139 für mich eine D14. Die große AR 12135 hatte sich weiter zurückentwickelt und geteilt. Ich gliederte sie in eine H1 und eine, allerdings nur sehr schwer zu sehende, B5 auf. Am Westrand war mit der der AR 12140 eine neue B2-Gruppe entstanden, die AR 12137 war eine B3. Ziemlich genau in der Sonnenscheibenmitte war mehr zufällig eine A4. Eine auf Satellitenfotos am Ostrand stehende kleine Gruppe ohne Nummer konnte ich unter den gegebenen Bedingungen nicht nutzen.

Die H-alpha-Beobachtung war dann auch erwartungsgemäß grausig. Der Himmelshintergrund erschien hellrot, auf der Oberfläche waren zunächst keine Einzelheiten zu sehen und auch Protuberanzen waren nicht auszumachen. Das änderte sich erst bei der späteren Nachbeobachtung, der letzten Chance an diesem Jubiläumstag. So fand ich mit großer Mühe 9 Protuberanzen, 7 Filamente und 4 Flaregebiete mehr schlecht als recht.

Dienstag, 12. August 2014

Sonne am 12.08.2014

Das heute sehr herbstliche Wetter ließ, nachdem der Vormittag noch weitgehend sonnig war und seit Mittag teilweise recht ordentliche Regenschauer herniedergingen, nicht mehr wirklich auf eine Sonnenbeobachtung hoffen. Es kam zum Glück anders und  kurz nach 16:20 Uhr MESZ erschienen erste Wolkenlücken und dieses Mal waren sie richtig positioniert, sodass ich ohne großen Stress meine Relativzahlen ermitteln konnte.

Viel hatte sich seit gestern nicht verändert. Im Weißlicht hatte sich die AR 12135 noch weiter zurückentwickelt und war nur noch aufgrund ihrer Längsausdehung als E-Gruppe mit geschätzten 15 Einzelflecken zu sehen. Die AR 12136 stand am Westrand und war nur noch als A1 zu sehen, die AR 12137 war eine B5. Hinter der AR 12135 war die AR 12134 eine C7 und das gestern noch am Ostrand als namenlose Gruppe stehende Aktivitätsgebiet hatte die NOAA-Nummer 12139 erhalten und konnte als D5 eingestuft werden.

Deutlich mehr ausgeprägt war die Sonnenaktivität im H-alpha. Am Sonnenrand standen sich in Ost und West zwei große Protuberanzen sowie 8 weitere, aber zumeist nur kleine gegenüber, auf der Oberfläche gab es 6 helle Flaregebiete und 12 Filamente. Außerdem war auffallend, wie „leer“ die beiden Polregionen der Sonne waren. Hier konnten keine Erscheinungen gesichtet werden.

Montag, 11. August 2014

Die Sonne im Juli 2014

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Die Sonnenaktivität im Juli war vor allem geprägt durch ihre außergewöhnlichen Gegensätze. Der Monatswechsel brachte zunächst kaum Veränderungen bei der Zahl der Aktiven Regionen. Hohe Relativzahlen ergaben sich wieder einmal durch eine Vielzahl kleiner Gruppen, vor allem der Waldmeierklasse A bis D, H und J, die beiderseits des Sonnenäquators verteilt waren. Bemerkenswert war in dieser Zeit wieder, dass alle Gruppen sich aufgrund der Rotation der Sonne mehr oder weniger auf der Westhälfte der Sonne drängten, während aus dem Osten keine einzige Fleckengruppe herankam.

Erstaunlich war auch das deutliche Übergewicht der Südhälfte gegenüber dem Norden. Die beiden dicht beieinander stehenden Aktiven Regionen mit den Nummern 12108 und 12109 erreichten am 5. die Klasse E und schienen eingebettet in ein ganzes System aus D- und C-Gruppen, die in zwei voneinander getrennten Linien über den Süden der Sonne wanderten. Die 12108 war bereits am 30. Juni, die AR 12109 am 2. Juli als D-Gruppen am Ostrand erschienen. Daneben erreichten weitere Gruppen die Klasse D und aus dem Osten kamen neue Gruppen heran. Am 6. und 7. vermeldete das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe 16 bzw. 15 Fleckengruppen, die gleichzeitig auf der Sonne zu sehen waren. Ein Novum in diesem Zyklus. Verschiedenen Quellen zufolge waren am 6. Juli sogar für einen Tag gleich 3 Fleckengruppen der Klasse E zu sehen (zur AR 12108 und 12109 kam noch die 12107 hinzu, Kanzelhöhe, NOAA).

Die beiden älteren E-Gruppen waren letztmalig am 13. Juli zu sehen, mit ihnen verschwanden dann gleichzeitig viele der bisher so reichhaltig über die Sonnenoberfläche verteilten Gruppen und mit der Aktivität ging es buchstäblich bergab. Am 15. gab es gerade noch mal zwei Fleckengruppen und am 17. war die Sonne völlig fleckenfrei. Fast alle Institute meldeten an diesem Tag eine fleckenlose Sonne, nur die Kanzelhöhe vermerkte zwei kleine Gruppen in ihrer Tageszeichnung, was eher an dem verwendeten (modernen) Teleskop zu verdanken ist. Es wird nach wie vor ein normiertes Instrument verwendet, wie es zu Zeiten von Max Wolf in Gebrauch war. Neuere Teleskopen zeigten aber sehr wohl kleine Mini-Gruppen, weswegen die Österreicher auch keinen fleckenfreien Tag meldeten. Danach ging es dann erst leicht wieder bergauf. Am 17. sah man 3 A-Gruppen, am 18. nur eine kleine B und ab 19. war der Tiefpunkt endgültig überwunden und die Aktivität stieg von Tag zu Tag wieder an, nachdem am 21. ein erneuter kleiner Einbruch mit nur einer Gruppe zu verzeichnen war. Am 27. War auf der Südhalbkugel ein Konglomerat aus vielen kleinen Gruppen entstanden, bei der man sehr viel Erfahrung und eine gehörige Portion Fantasie brauchte, um sie auseinander zu halten. Nach dem 28. Kamen dann sehr viele kleine Gruppen um den Ostrand herum, die auch über den Monatswechsel hinaus das Geschehen auf der Sonne bestimmten. Eine große E- oder F-Gruppe war jedoch nicht darunter. Es wiederholte sich das seit Monaten bekannte Bild, wonach stets für eine kurze Zeit sehr viele Gruppen - mit einer Gesamtausdehnung von etwa 100 heliographischen Graden - die Sonne bevölkerten und es nach deren Abzug zu einem Einbruch in der Aktivität kam. Nur das dieses Mal der Rückgang zum ersten fleckenfreien Tag seit 2012 führte.

Im H-alpha war die Aktivität, abgesehen von einzelnen Schüben in der ersten Dekade, eher moderat, wenngleich am 1. Juli um 11:23 UT ein M1.4-Flare aus der AR 12106 aufgestiegen war. Bis zum 8. Juli wurden nur c-class-Flares registriert. An diesem Tag jedoch war nahe dem nordöstlichen Sonnenrand um 16:20 UT ein M6.5 Flare hochgegangen, der mit einem Typ II sowie Augenblicke später mit einem Typ IV-Radiosturm verknüpft war. Am 9. erfolgte um 0:26 UT aus der AR 12113 heraus ein M1-Flare, den nächsten gab es am 10. um 22:34 UT (AR 12106). Danach wurde es merklich ruhiger, was auch sehr schon mit der Weißlichtaktivität korrespondierte. Erst am 30. wurde in der AR 12130 um 11:14 UT ein M2.5-Flare registriert. Erwähnenswert wäre noch die große aufsteigende Protuberanz vom 10. Juli, sich über dem Westrand erhob und eine Höhe von mindestens einem Sonnenradius erreichte. Im Monatsbericht der Kanzelhöhe heißt es: „Insgesamt konnten im optischen Bereich 258 Subflares, 12 Imp.-1 Flares und ein Imp.-2 Flares gesichtet werden; im Röntgenbereich wurden 71 C-Flares und 5 M-Flares registriert.

Sonne am 11.08.2014

Die heutige Beobachtung folgte wieder mal dem altbekannten Muster: nach Feierabend bei Sonnenschein nach Hause kommen, das Teleskop aufstellen und erst mal auf Wolken starren. Die erste Lücke war zu klein, die nächste auch, ich konnte gerade eben noch das Teleskop ausrichten, dann war wieder Warten angesagt. Als dann endlich eine große Wolkenlücke kam, drehte sich das Zenitprisma und ließ fast das Okular herausfallen. Dieses Mal war ich schneller und fing es auf. Dafür bekam ich das Okular erst einmal nicht wieder in die Steckhülse: rausfallen ja, wieder reinstecken, nein. Die Wolkenlücke verstrich ungenutzt und aus Richtung Westen kam eine dicke Schicht dunkler Wolken heran. Es wurde Zeit, dass endlich mal was passierte. Schließlich ließ sich das Okular doch die Steckhülse reinstecken und ich konnte das Teleskop endlich wieder richtig ausrichten.

Im Weißlicht hatten sich kleine Veränderungen ergeben: am Westrand stand noch die AR 12134 als D2 und die AR 12135 als F16 sowie am Ostrand eine namenlose D4, während auf der Südhalbkugel – alle vorher genannten Aktivitätsgebiete waren im Norden zu finden – die AR 12137 einsam und verlassen als J1 zu erkennen war. Von der AR 12132 war nichts mehr zu sehen.

Im H-alpha hingegen hatte die Aktivität gegenüber dem Vortag enorm zugelegt. Allein 13 Protuberanzen standen am Sonnenrand, 16 Filamente und 3 Flaregebiete auf der Oberfläche. Am Westrand war eine große Büschelprotuberanz zu sehen, in dessen Nähe ein gerade aktiver, kleiner Flare (ich vermute mal der Klasse b) aktiv war. Auf der gegenüber liegenden Seite erhob sich ein kleiner Protuben-Bogen. Auch die Filamente waren nett anzusehen und im Südosten ging gerade eines wieder in eine Protuberanz über: wie immer ein schöner Anblick.

Sonntag, 10. August 2014

Sonne am 10.08.2014

Dass die Sonnenbeobachtung bisweilen ein sehr zeitaufwändiges Unterfangen sein kann, hatte ich an dieser Stelle schon mehrmals betont. Und auch heute war es nicht viel anders, denn die Ermittlung der täglichen Relativzahl zog sich über mehrere Etappen hin, weil nur mehr oder weniger große Wolkenlücken genutzt werden konnten. Aber man soll nicht unzufrieden sein, denn nach den Wettervorhersagen sollten zum Zeitpunkt der Beobachtungen schwere und schwerste Gewitter über der Stadt hinweg ziehen, von denen aber keine Spur zu sehen war. Sogar der gestern sehr stürmische Wind hatte sich gelegt, sodass die Beobachtung deutlich entspannter durchgeführt werden konnte.

Im Weißlicht war zu sehen, dass die Aktivität weiter auf dem Rückzug war. Zwar konnte die AR 12135 noch als E-Gruppe mit 10 Flecken gesehen werden – der voranschreitende Fleck bestand aus einem wunderschön runden Fleck mit Penumbra -, doch alle anderen Gruppen hatten sich entweder binnen eines Tages starkt zurückentwickelt oder waren schlicht nicht mehr zu finden. Die AR 12134 konnte nur mit großer Mühe noch als B4 erkannt werden, die AR 12136 und die 12130 waren überhaupt nicht mehr zu sehen. Einzig die AR 12132 war noch als J1 in der Nähe des Westrandes zu erkennen. Bei der AR 12130 war ich mir eine Zeitlang nicht sicher: ich hielt sie für eine A1 inmitten eines Fackelfeldes. Bei einer Nachbeobachtung konnte ich sie aber nicht mehr wiederfinden, was darauf hindeutete, dass ich entweder einer Täuschung aufgesessen war oder sie einen so geringen Durchmesser aufwies, dass ich sie mit meinem kleinen 80/400er-Refraktor nicht mehr auflösen konnte. Blieb noch die AR 12137, die ich für eine D6 hielt. Der Fleck im nachfolgenden Teil wirkte aber so, als wäre eine Penumbra allenfalls rudimentär vorhanden. Man konnte sie auch für eine C halten.

Die H-alpha-Beobachtung litt anfangs stark unter immer wieder durchziehenden Wolkenfetzen und es dauerte gefühlt eine halbe Ewigkeit, bis ich eine wirklich wolken- und syphfreie Zone erwischte. Der Anblick war schon ein wenig enttäuschend, denn es gab nur 6 Protuberanzen, nur eine im Nordwesten war etwas größer. Dafür gab es auf der Oberfläche 4 helle Flaregebiete und 9 Filamente. Diese zeigten aber interessante Formen, die für die geringe Zahl und Größe der Protuberanzen mehr als entschädigte: Bögen, Striche, Sinus, alles war heute vertreten und nur neue Wolken konnten den Genuss der Beobachtung trüben und vorzeitig beenden.

Samstag, 9. August 2014

Sonne am 09.08.2014

Es war eine der kuriosesten Beobachtungen der letzten Zeit. Zunächst begann es wie immer: Teleskop aufbauen und Wolken schoben sich vor die Sonne, Teleskop abbauen und die Wolken gingen weg. Teleskop mutig stehen gelassen und eine heftige Windböe hob das kleine Teleskop auf der Fensterbank an und drohte es runter zu werfen. Im letzten Moment bekam ich es noch zu fassen, so dass „nur“ das zuvor festgedrehte Prisma sich drehte und das Okular herauswarf. Ein kurzer Regenguss fegte dann auch noch in meine Küche, den ich dann erst einmal aufwischen durfte.

Eine halbe Stunde später kam aus Westen ein größeres Wolkenloch heran und das Spiel begann von neuem. Ein weiterer kurzer Regenguss verunreinigte den Sonnenfilter, den ich dann erst mal vorsichtig gereinigt habe. Klar, in dem Moment kam die Sonne raus. Filter schnell abtrocknen, wieder auf das Teleskop setzen, auf die Sonne ausrichten und „Zack“ war wieder die nächste Wolke da. Und es tröpfelte auch wieder. Das Wolkenloch näherte sich und das Telefon ging. „Nein, jetzt nicht!“ Schließlich erreichte die Wolkenlücke die Sonne, aber es kamen rasch neue Wolken heran, sodass ich nur einen Teil nutzen konnte, während der ganze Nordhimmel praktisch wolkenfrei war. Plötzlich kam auch noch eine Syphschicht hinzu, die die Beobachtung durch 3 (!!!) verschieden hohe Wolkenschichten zusätzlich erschwerte. So konnte ich zwei größere Gruppen die AR 12135 im Norden als D8 und die AR 12132 als D12 im Süden nur durch Wolken hindurch sehen. Nur für etwa 1 bis 2 Minuten klarte es richtig auf und ich fand die AR 12134 im Norden als B12 und die AR 12136 als A1. Mehr zufällig erwischte ich etwa in der Mitte der Sonnenscheibe noch eine A1 im Süden.

Unter diesen Umständen war zunächst an eine H-alpha-Beobachtung unter gar keinen Umständen zu denken. Das ergab sich erst später in einer weiteren Lücke, wo sich das ganze Drama praktisch wiederholte und ich gerade mal eben 8 Protuberanzen, 3 Flaregebiete und 9 Filamente erwischte, bis der nächste heftig Windstoss kam und fast das PST von der Fensterbank wischte. So habe ich zwar wieder eine Beobachtung bekommen, aber Spaß machte es nicht. Unterm Strich habe ich jetzt mehr Ausfalltage als im Juni und Juli zusammen, was sich negativ auf das Jahresziel von mindestens 200 Beobachtungen auswirken dürfte. Kommen noch mehr Tage ohne Beobachtung, kann dieses es zum zweiten Mal seit 2012 nicht mehr erreicht werden, zumal ich im 4. Quartal nie mehr als 20 Beobachtungen zusammen bekomme, sondern eher deutlich weniger.  

Samstag, 2. August 2014

Sonne am 02.08.2014

Zum ersten Mal seit zwei Wochen war es mir möglich, wieder vor dem Frühstück vom Dachboden aus zu beobachten. Die Sonne stand zum üblichen Zeitpunkt um 8:00 Uhr MESZ schon deutlich tiefer, als noch vor ein paar Wochen – die letzte Nacht war die erste ohne Mitternachtsdämmerung in Hamburg – und ich hätte, weil sie unter der Krone der Bäume stand, auch schon früher beobachten können. Der Himmel war leicht syphig, aber das Seeing gut bis sehr gut.

Das sorgte dafür, dass viele kleine Gruppen sichtbar wurden, die man sonst vielleicht übersehen würde. Der bekannte Fleckenkomplex stand nun ganz am Westrand un hatte sich enorm zurück entwickelt. Die AR 12121 war nur noch eine A1, die AR 12129 eine B4 und die 12126 eine A2. Weiter in Richtung Osten konnte ich die AR 12125 nicht mehr finden, die AR 12128 war weiter eine J1, die AR 12131 eine C7, die AR 12132 eine C11. Hinter der AR 12130 befand sich eine J2, sie selbst war ebenso eine D10 wie die 12127. Die AR 12121 war nicht mehr die einzige Gruppe im Norden, denn ganz am Ostrand standen hier eine B4 und eine B2, hier durfte man gespannt sein, ob da noch mehr herumkam.

Das gute Seeing machte sich denn auch im H-alpha bemerkbar, wo mich die Vielfalt der Erscheinungen regelrecht erschlug. Am Rand zählte ich 10 Protuberanzen – von denen nur eine wirklich groß war und einer afrikanischen Schirmakazie ähnelte -, 8 helle Flaregebiete sowie 15 Filamente, deren hohe Zahl durch die beiden schon ein paar Tage sichtbaren langen Materiebögen entstand, die nun in viele kleine zerfallen waren und sich bald auflösen dürften.

Freitag, 1. August 2014

Sonne am 01.08.2014

Freitag, Wochenende und ein nahezu wolkenfreier Himmel, mehr kann man sich nicht wünschen, vielleicht etwas besseres Seeing und keine hohe Cirren. Jene haben meine Beobachtung nämlich ein wenig getrübt, das Bild im Fernrohr war merklich abgeschwächt, aber gerade noch gut nutzbar.

Der in Richtung Westen weitergewanderte Fleckenkomplex hatte sich abermals verkleinert. Die AR 12121 war nur noch eine C7, die AR 12126 eine C5, dahinter stand isoliert noch eine A1. Die 12121 war übrigens auch heute die einzige Fleckengruppe auf der Nordhalbkugel, der Rest wanderte komplett über den Süden. Die AR 12125 und die AR 12128 waren auch heute wieder je eine J1. Die AR 12131 war für mich eine D9, die 12132 eine D6. Darüber gab es eine B4 ohne Nummer, die AR 12127 stufte ich, wegen der vielen kleinen Gruppen im Umfeld, als C18 ein und die AR 12130 war eine D14. Aufgrund des Seeings waren viele kleine Flecken nur unter Schwierigkeiten zu finden. Zwar schien zeitweise die Sicht ein wenig besser zu werden, war aber während der gesamten Beobachtungszeit eher mittelmäßig.

Die Sichtbedingungen schlugen dieses Mal nicht so sehr auf das H-alpha durch, wo ich zuerst glaubte, eine Aktivitätsexplosion zu sehen. In der Tat waren heute wesentlich mehr Erscheinungen zu sehen, als gestern: am Rand 7 Protuberanzen und auf der Oberfläche 9 (!) Flaregebiete und 11 Filamente (auch die beiden langen von gestern waren immer noch dabei), hier werden die kommenden Tage hoffentlich spannender, als die vergangenen.