Montag, 11. August 2014

Die Sonne im Juli 2014

ACHTUNG: Niemals ungeschützt in die Sonne blicken, es drohen Augenschäden!!!

Die Sonnenaktivität im Juli war vor allem geprägt durch ihre außergewöhnlichen Gegensätze. Der Monatswechsel brachte zunächst kaum Veränderungen bei der Zahl der Aktiven Regionen. Hohe Relativzahlen ergaben sich wieder einmal durch eine Vielzahl kleiner Gruppen, vor allem der Waldmeierklasse A bis D, H und J, die beiderseits des Sonnenäquators verteilt waren. Bemerkenswert war in dieser Zeit wieder, dass alle Gruppen sich aufgrund der Rotation der Sonne mehr oder weniger auf der Westhälfte der Sonne drängten, während aus dem Osten keine einzige Fleckengruppe herankam.

Erstaunlich war auch das deutliche Übergewicht der Südhälfte gegenüber dem Norden. Die beiden dicht beieinander stehenden Aktiven Regionen mit den Nummern 12108 und 12109 erreichten am 5. die Klasse E und schienen eingebettet in ein ganzes System aus D- und C-Gruppen, die in zwei voneinander getrennten Linien über den Süden der Sonne wanderten. Die 12108 war bereits am 30. Juni, die AR 12109 am 2. Juli als D-Gruppen am Ostrand erschienen. Daneben erreichten weitere Gruppen die Klasse D und aus dem Osten kamen neue Gruppen heran. Am 6. und 7. vermeldete das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe 16 bzw. 15 Fleckengruppen, die gleichzeitig auf der Sonne zu sehen waren. Ein Novum in diesem Zyklus. Verschiedenen Quellen zufolge waren am 6. Juli sogar für einen Tag gleich 3 Fleckengruppen der Klasse E zu sehen (zur AR 12108 und 12109 kam noch die 12107 hinzu, Kanzelhöhe, NOAA).

Die beiden älteren E-Gruppen waren letztmalig am 13. Juli zu sehen, mit ihnen verschwanden dann gleichzeitig viele der bisher so reichhaltig über die Sonnenoberfläche verteilten Gruppen und mit der Aktivität ging es buchstäblich bergab. Am 15. gab es gerade noch mal zwei Fleckengruppen und am 17. war die Sonne völlig fleckenfrei. Fast alle Institute meldeten an diesem Tag eine fleckenlose Sonne, nur die Kanzelhöhe vermerkte zwei kleine Gruppen in ihrer Tageszeichnung, was eher an dem verwendeten (modernen) Teleskop zu verdanken ist. Es wird nach wie vor ein normiertes Instrument verwendet, wie es zu Zeiten von Max Wolf in Gebrauch war. Neuere Teleskopen zeigten aber sehr wohl kleine Mini-Gruppen, weswegen die Österreicher auch keinen fleckenfreien Tag meldeten. Danach ging es dann erst leicht wieder bergauf. Am 17. sah man 3 A-Gruppen, am 18. nur eine kleine B und ab 19. war der Tiefpunkt endgültig überwunden und die Aktivität stieg von Tag zu Tag wieder an, nachdem am 21. ein erneuter kleiner Einbruch mit nur einer Gruppe zu verzeichnen war. Am 27. War auf der Südhalbkugel ein Konglomerat aus vielen kleinen Gruppen entstanden, bei der man sehr viel Erfahrung und eine gehörige Portion Fantasie brauchte, um sie auseinander zu halten. Nach dem 28. Kamen dann sehr viele kleine Gruppen um den Ostrand herum, die auch über den Monatswechsel hinaus das Geschehen auf der Sonne bestimmten. Eine große E- oder F-Gruppe war jedoch nicht darunter. Es wiederholte sich das seit Monaten bekannte Bild, wonach stets für eine kurze Zeit sehr viele Gruppen - mit einer Gesamtausdehnung von etwa 100 heliographischen Graden - die Sonne bevölkerten und es nach deren Abzug zu einem Einbruch in der Aktivität kam. Nur das dieses Mal der Rückgang zum ersten fleckenfreien Tag seit 2012 führte.

Im H-alpha war die Aktivität, abgesehen von einzelnen Schüben in der ersten Dekade, eher moderat, wenngleich am 1. Juli um 11:23 UT ein M1.4-Flare aus der AR 12106 aufgestiegen war. Bis zum 8. Juli wurden nur c-class-Flares registriert. An diesem Tag jedoch war nahe dem nordöstlichen Sonnenrand um 16:20 UT ein M6.5 Flare hochgegangen, der mit einem Typ II sowie Augenblicke später mit einem Typ IV-Radiosturm verknüpft war. Am 9. erfolgte um 0:26 UT aus der AR 12113 heraus ein M1-Flare, den nächsten gab es am 10. um 22:34 UT (AR 12106). Danach wurde es merklich ruhiger, was auch sehr schon mit der Weißlichtaktivität korrespondierte. Erst am 30. wurde in der AR 12130 um 11:14 UT ein M2.5-Flare registriert. Erwähnenswert wäre noch die große aufsteigende Protuberanz vom 10. Juli, sich über dem Westrand erhob und eine Höhe von mindestens einem Sonnenradius erreichte. Im Monatsbericht der Kanzelhöhe heißt es: „Insgesamt konnten im optischen Bereich 258 Subflares, 12 Imp.-1 Flares und ein Imp.-2 Flares gesichtet werden; im Röntgenbereich wurden 71 C-Flares und 5 M-Flares registriert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen