Samstag, 9. August 2014

Sonne am 09.08.2014

Es war eine der kuriosesten Beobachtungen der letzten Zeit. Zunächst begann es wie immer: Teleskop aufbauen und Wolken schoben sich vor die Sonne, Teleskop abbauen und die Wolken gingen weg. Teleskop mutig stehen gelassen und eine heftige Windböe hob das kleine Teleskop auf der Fensterbank an und drohte es runter zu werfen. Im letzten Moment bekam ich es noch zu fassen, so dass „nur“ das zuvor festgedrehte Prisma sich drehte und das Okular herauswarf. Ein kurzer Regenguss fegte dann auch noch in meine Küche, den ich dann erst einmal aufwischen durfte.

Eine halbe Stunde später kam aus Westen ein größeres Wolkenloch heran und das Spiel begann von neuem. Ein weiterer kurzer Regenguss verunreinigte den Sonnenfilter, den ich dann erst mal vorsichtig gereinigt habe. Klar, in dem Moment kam die Sonne raus. Filter schnell abtrocknen, wieder auf das Teleskop setzen, auf die Sonne ausrichten und „Zack“ war wieder die nächste Wolke da. Und es tröpfelte auch wieder. Das Wolkenloch näherte sich und das Telefon ging. „Nein, jetzt nicht!“ Schließlich erreichte die Wolkenlücke die Sonne, aber es kamen rasch neue Wolken heran, sodass ich nur einen Teil nutzen konnte, während der ganze Nordhimmel praktisch wolkenfrei war. Plötzlich kam auch noch eine Syphschicht hinzu, die die Beobachtung durch 3 (!!!) verschieden hohe Wolkenschichten zusätzlich erschwerte. So konnte ich zwei größere Gruppen die AR 12135 im Norden als D8 und die AR 12132 als D12 im Süden nur durch Wolken hindurch sehen. Nur für etwa 1 bis 2 Minuten klarte es richtig auf und ich fand die AR 12134 im Norden als B12 und die AR 12136 als A1. Mehr zufällig erwischte ich etwa in der Mitte der Sonnenscheibe noch eine A1 im Süden.

Unter diesen Umständen war zunächst an eine H-alpha-Beobachtung unter gar keinen Umständen zu denken. Das ergab sich erst später in einer weiteren Lücke, wo sich das ganze Drama praktisch wiederholte und ich gerade mal eben 8 Protuberanzen, 3 Flaregebiete und 9 Filamente erwischte, bis der nächste heftig Windstoss kam und fast das PST von der Fensterbank wischte. So habe ich zwar wieder eine Beobachtung bekommen, aber Spaß machte es nicht. Unterm Strich habe ich jetzt mehr Ausfalltage als im Juni und Juli zusammen, was sich negativ auf das Jahresziel von mindestens 200 Beobachtungen auswirken dürfte. Kommen noch mehr Tage ohne Beobachtung, kann dieses es zum zweiten Mal seit 2012 nicht mehr erreicht werden, zumal ich im 4. Quartal nie mehr als 20 Beobachtungen zusammen bekomme, sondern eher deutlich weniger.  

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