Sonntag, 10. August 2014

Sonne am 10.08.2014

Dass die Sonnenbeobachtung bisweilen ein sehr zeitaufwändiges Unterfangen sein kann, hatte ich an dieser Stelle schon mehrmals betont. Und auch heute war es nicht viel anders, denn die Ermittlung der täglichen Relativzahl zog sich über mehrere Etappen hin, weil nur mehr oder weniger große Wolkenlücken genutzt werden konnten. Aber man soll nicht unzufrieden sein, denn nach den Wettervorhersagen sollten zum Zeitpunkt der Beobachtungen schwere und schwerste Gewitter über der Stadt hinweg ziehen, von denen aber keine Spur zu sehen war. Sogar der gestern sehr stürmische Wind hatte sich gelegt, sodass die Beobachtung deutlich entspannter durchgeführt werden konnte.

Im Weißlicht war zu sehen, dass die Aktivität weiter auf dem Rückzug war. Zwar konnte die AR 12135 noch als E-Gruppe mit 10 Flecken gesehen werden – der voranschreitende Fleck bestand aus einem wunderschön runden Fleck mit Penumbra -, doch alle anderen Gruppen hatten sich entweder binnen eines Tages starkt zurückentwickelt oder waren schlicht nicht mehr zu finden. Die AR 12134 konnte nur mit großer Mühe noch als B4 erkannt werden, die AR 12136 und die 12130 waren überhaupt nicht mehr zu sehen. Einzig die AR 12132 war noch als J1 in der Nähe des Westrandes zu erkennen. Bei der AR 12130 war ich mir eine Zeitlang nicht sicher: ich hielt sie für eine A1 inmitten eines Fackelfeldes. Bei einer Nachbeobachtung konnte ich sie aber nicht mehr wiederfinden, was darauf hindeutete, dass ich entweder einer Täuschung aufgesessen war oder sie einen so geringen Durchmesser aufwies, dass ich sie mit meinem kleinen 80/400er-Refraktor nicht mehr auflösen konnte. Blieb noch die AR 12137, die ich für eine D6 hielt. Der Fleck im nachfolgenden Teil wirkte aber so, als wäre eine Penumbra allenfalls rudimentär vorhanden. Man konnte sie auch für eine C halten.

Die H-alpha-Beobachtung litt anfangs stark unter immer wieder durchziehenden Wolkenfetzen und es dauerte gefühlt eine halbe Ewigkeit, bis ich eine wirklich wolken- und syphfreie Zone erwischte. Der Anblick war schon ein wenig enttäuschend, denn es gab nur 6 Protuberanzen, nur eine im Nordwesten war etwas größer. Dafür gab es auf der Oberfläche 4 helle Flaregebiete und 9 Filamente. Diese zeigten aber interessante Formen, die für die geringe Zahl und Größe der Protuberanzen mehr als entschädigte: Bögen, Striche, Sinus, alles war heute vertreten und nur neue Wolken konnten den Genuss der Beobachtung trüben und vorzeitig beenden.

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