Samstag, 6. September 2014

Sonne am 06.09.2014

Der letzte Blogeintrag ist schon eine Weile her. Das lag aber nicht etwa am Urlaub des Bloggers – den hat er nämlich immer noch nicht nehmen können -, sondern viel mehr an starker beruflicher Belastung. Zwar konnte ich meine Beobachtungen weitgehend weiterführen, doch für den Blog blieb dann leider keine Zeit mehr. Überdies konnte ich auch wochenlang nur nachmittags oder spät abends beobachten. Selbst am Wochenende gelang keine frühmorgendliche Beobachtung mehr.

Das war am heutigen Tag anders: Kurz nach 8 Uhr begab ich mich auf meinen Dachboden und sah, dass der Einfallswinkel des Sonnenlichts durch die kleine Luke schon stark verringert war. Ende des Monates wird das nicht mehr möglich sein, weil die Sonne dann schon zu weit im Südosten aufgeht.

Der Himmel an diesem Morgen war stark dunstig, was mir aber exzellente Beobachtungsbedingungen bescherte, inkl. Einem stark abgedämpften Bild im Okular. So war das Erkennen selbst kleiner Gruppen kein Problem. Auf der Nordhalbkugel waren nur drei Gruppen zu finden: die AR 12158 als H4 sowie eine B3 und eine B2 ohne NOAA-Nummer. Weitaus aktiver war dagegen der Süden: Ganz am Westrand stand die AR 12153 als J1, die AR 12152 als E8 und die AR 12154 als B5. Die AR 12155 war eine D3. Merkwürdig war die Klassifikation des Komplexes AR 12157/59, denn hier sah ich eine durchgehende D12. Weshalb die NOAA daraus zwei Gruppen gemacht hatte, entzog sich meiner Kenntnis und meinem Grundverständnis der Klassifikation. Dafür stand dahinter noch eine A3, wieder ohne NOAA-Bezeichnung, sodass ich heute auf insgesamt 9 Fleckengruppen kam.

Die natürliche Lichtdämpfung durch die hochnebelartige Bewölkung, im Norden allgemein auch als Syph bezeichnet, schränkte die Sichtbarkeit der Erscheinungen im H-alpha stark ein. Dennoch gelang es mir, 15 Protuberanzen, 7 Filamente und 8 helle Flaregebiete zu identifizieren. Besonderes Augenmerk war auf den Westen und den Südosten zu richten, wo sich bescheiden große Materiebögen erhoben. Erstaunlich gering war die Zahl der Filamente. In den letzten Tagen konnte ein langgestrecktes dünnes Exemplar, dass fast ein Viertel der Sonne überdeckte, gesehen werden, heute gab es davon nur einen kleinen Restbogen im Südwesten. Ansonsten war der Norden völlig frei von jeglichen Erscheinungen und auch im Osten war, abgesehen von einigen kleineren Flaregebieten, nur sehr wenig zu sehen. Interessant dürfte dagegen in den nächsten Tagen der Südosten werden, wo gerade eine ganze Reihe neuer Aktivitätsgebiete um den Sonnenrand herumgewandert ist. Leider hat sich für die nächsten Tagen schlechtes Wetter angekündigt, sodass die Beobachtung dieser Regionen den meisten Beobachtern wohl wieder einmal verborgen bleibt.

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