Sonntag, 14. September 2014

Sonne am 14.09.2014

Nachdem ich in der letzten Woche entweder gar nicht beobachten konnte, von der Arbeit mit vielen Überstunden her keine Kraft mehr für einen Blogbeitrag hatte, war ich gestern vom Pech verfolgt: Immer, wenn ich unterwegs war, schien die Sonne, kam ich zu Hause an, verschwand sie hinter Wolken. Heute ging es mit den Murphereien weiter: Obwohl es nicht vorher gesagt war, gab es immer wieder Wolkenlücken, die ich aber nur schwerlich nutzen konnte. Die erste Lücke erschien, als ich auf dem Dachboden nicht mehr beobachten konnte, die zweite, als ich unter der Dusche stand und die dritte, als ich gerade beim Frühstück war. Eine weitere war zu kurz und traf die Sonne nur am Rand, während der Resthimmel für kurze Zeit ziemlich wolkenfrei wurde.

Durch den jetzt rasch niedriger werdenden Sonnenstand kommen wieder alle Nachteile meines Beobachtungsstandortes mitten in der Stadt zum Tragen. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, als die Sonne dann noch noch, knapp vor der Dachkante meines Hauses stehend, für ein paar Minuten herauskam. Vollständig klar war es nicht, die Sonne musste sich durch eine dünne Schleierwolkenschicht durchkämpfen, doch für die Weißlichtbeobachtung reichte es.

Die Zahl der Fleckengruppen war seit meiner letzten Beobachtung reichlich ausgedünnt. Am Westrand stand im Norden die AR 12158, die ich als H7 klassifizierte, weil sie keine klassische bipolare Anordnung besaß. Auf der gegenüber liegenden Seite im Osten war die AR 12166 eine C6. Der Süden enthielt im Westen die AR 12157, die ich für eine D3 hielt, die AR 12163, die eine J1 war und die AR 12164, die ich aufgrund ihrer Längsausdehnung als E9 einstufte. Alle anderen für die Klasse relevanten Merkmale konnte ich jedoch nicht ausmachen. Sie besaß weder ausgeprägte Penumbren, noch besonders viele Einzelflecken.

Ich hatte noch die Hoffnung auf eine H-alpha-Beobachtung, doch diese ergab sich nicht mehr, weil sich die Wolkenlücke schloss und vorerst keine weitere Sichtung der Sonne mehr möglich war. 

PS: Das heutige Wetter ist in der Tat eigenartig. Statt des für den Nachmittag angekündigten "schweren" Gewitters gibt es hier klaren Himmel, weil sich der Wolkenwirbel nördlich von Hamburg vorbei dreht und hier für wolkenfreie Zonen sorgt. So konnte ich doch noch zu einer H-alpha-Beobachtung mit meinem PST kommen. Dabei zeigte sich die Sonne aber eher von geringer Aktivität. Gerade mal 9 kleine Protübchen waren am Sonnenrand zu sehen, auf der Oberfläche gab es 6 mehr oder weniger helle Flaregebiete und 12 Filmende, die allerdings ausschließlich von geringer Größe waren. Eine Beobachtung mehr für die Statistik als für die Begeisterung.

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