Freitag, 19. September 2014

Sonne am 19.09.2014

Die letzten Tage waren wieder einmal von viel Arbeit und wenig Freizeit gekennzeichnet, sodass ich zwar die eine oder andere Beobachtung hinbekam, jedoch zu platt war für einen Blogbeitrag. Und das wird in den kommenden Monaten nicht weniger werden.

Die derzeit sehr viele Arbeit und der gleichzeitig abnehmende Tagbogen der Sonne sorgt nun wieder für Frust, etwa, wenn die Sonne wieder hinter Bäumen oder Häuser steht und man deswegen nicht mehr beobachten kann. Die sich nun rasch verfrühenden Sonnenuntergänge haben auch noch zur Folge, dass ich spätestens ab Oktober typischerweise nach Feierabend nicht mehr beobachten kann. Da dieses Jahr überdies nicht mehr mit freien Tagen in Form von Urlaub zu rechnen ist, wird die Zahl der Beobachtungstage zunehmend geringer werden. Das stellt dann auch das „Projekt 200“, d.h. 200 Beobachtungstage pro Jahr, in Frage.

Aber heute hatte ich noch mal Glück. Der Himmel war schon leicht syphig und erste Wolken störten das Geschehen, bei wahrhaft sommerlichen Außentemperaturen von über 25°, dafür war das Seeing noch einigermaßen brauchbar. Die Sonnenaktivität hingegen enttäuschte. Anscheinend befinden wir uns mal wieder im allmonatlichen Tief, denn es waren nur noch 6 Gruppen zu sehen und bei einigen hatte man Mühe, wie in dem Syph überhaupt klar zu erkennen.

Am Ostrand stand auf der Südhalbkugel eine D-Gruppe mit vier Flecken, die noch keine Nummer von der NOAA erhalten hatte. Davor waren die beiden dicht beieinander stehenden Aktiven Regionen 12169 und 12170 zu finden, die ich als J1, bzw. C3 klassifizierte. Den nachfolgenden Teil der AR 12170 entdeckte ich allerdings erst nach längerer Beobachtungszeit. Sie war dann aber einwandfrei zu sehen und zu halten. Etwas schwieriger war es da schon mit der 12166, die ich als B4 einstufte. Die dazugehörigen Flecken waren aber auch nur sehr schwierig und nur nach längerer Beobachtungszeit zu erkennen. Leichter erging es mir da mit der AR 12168 auf der Südhalbkugel, sie war auf Anhieb als A1 zu klassifizieren. Schlussendlich stieg ich am Westrand dann noch auf die AR 12164, die ich für eine C3 hielt, eingebettet in ein Fackelfeld.

Ungleich höher und spannender war die Aktivität im H-alpha: 15 Protuberanzen, 15 Filamente und 4 helle Flaregebiete konnte ich zählen. Der Ostrand war der bei weitem aktivste Teil, denn hier gab es eine große Büschelprotuberanz sowie eine, aus der gerade Material aufstieg und frei im Raum zu schweben schien. Die Protuberanzen auf der Westseite waren dagegen deutlich kleiner. Die hohe Zahl an Materiebögen ergab sich heute vor allem durch einen hohen Anteil an klitzekleinen, teilweise spitzkegeligen, Erhebungen, die über dem Rand hervorlugten. Auf der Oberfläche tummelten sich neben den Flaregebieten sehr viele kleine Filamente, deren Hauptteil in der Sonnenscheibenmitte standen. Zwei standen auch nahe am Westrand und dürften in den kommenden Tagen zu imposanten Erscheinungen heranreifen. Leider, auch das ist wieder typisch, hat sich gerade jetzt eine Wetterverschlechterung angekündigt. Da muss man im wahrsten Sinne des Wortes schauen, ob es am Ende auch dabei bleibt.

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