Sonntag, 21. September 2014

Sonne am 21.09.2014

Unverhofft kommt oft: Der Wetterbericht hatte für heute einen völlig bedeckten Himmel bis maximal einer Stunde Sonnenschein vorhergesagt. Doch es kam anders: Kurz nach 10:30 Uhr begann der Himmel aufzuklaren und durch den tieferen Stand der Sonne zu dieser Jahreszeit konnte ich am Vormittag einige Lücken in meinen Nervbäumen – wo ist die Säge, wenn man sie braucht – ausnutzen, wenn auch wegen des Windes die Äste immer wieder durch das Bild wischten.

Das Seeing war überraschend gut und die Wolkenlücke groß genug, um stressfrei beobachten zu können. Nur wenig hatte sich gegenüber gestern verändert. Auffällig war die fast fleckenfreie Westhälfte der Sonne, während am Ostrand derzeit viele neue Gruppen entstanden. Die AR 12168 konnte ich auch heute nicht finden, ebenso wenig die drei A1-Gruppen, die man am Sonnenobservatorium Kanzelhöhe mit deutlich größeren Instrumenten gesehen hatte. Die AR 12169 war heute eine C4, die 12170 nach wie vor eine J1. Ziemlich dicht beieinander standen am Ostrand: die AR 12171 als D8, die 12171 als A1 und die frisch um den Rand herumgekommene AR 12172 als D10.

Für die H-alpha-Beobachtung musste ich zunächst auf die nächste Lücke im Baum warten, denn die Sonne stand gerade hinter einem dicken Ast. Ein freier Himmel wäre manchmal schon eine schöne Sache und nicht nur das Beobachten durch Baumlücken. Schließlich konnte ich mit dem PST die Sonne noch kurz von der Fensterbank aus beobachten, bevor sie hinter der Häuserkante verschwand.

Die Aktivität im H-alpha war unverändert hoch: 15 Protuberanzen am Rand standen 5 Flaregebiete und 14 Filamente gegenüber. Beide Polgebiete waren dabei relativ erscheinungsfrei. Während die Filamente insgesamt eher unspektakulär waren, hatten es die Protuberanzen in sich. Am Ostrand stand eine dicke Büschelprotuberanz sowie eine langgetrecktes und dicht gepacktes Etwas von Materie, das ziemlich gedrückt aussah. Im Südwesten gab es eine einzelne stabförmige Protube sowie von Nordwest bis West eine kompakte Anhäufung gleich mehrerer Materiebögen, die auch visuell sehr schon anzusehen waren. Leider blieb wegen der Häuserkante nur wenig Zeit für Detailstudien. Und während dieser Beitrag entsteht, ist der Himmel wolkenfrei, aber die Sonne ist unerreichbar hinter den Nachbarhäusern und hohen Bäumen verschwunden, der nahe Herbst und vor allem der Winter mit seinen großen Problemen, überhaupt die Sonne erreichen zu können, mach sich schon jetzt langsam bemerkbar.

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