Freitag, 31. Oktober 2014

Sonne am 31.10.2014

Völlig überraschend bildete sich gegen Mittag ein Wolkenloch über Hamburg, das ist zunächst nicht nutzen konnte, weil ich da gerade unterwegs war. Das Loch war relativ stabil, bis ich zu Hause ankam und erste Wolken wieder in das wolkenfreie Feld eindrangen. Allerdings war der Himmel extrem dunstig und man durfte sich bei der Weißlichtbeobachtung über eine zusätzliche, natürliche, Lichtdämpfung freuen, das Seeing war, wie eigentlich fast immer bei diesen Wettersituationen, überraschend gut. So fiel es mir auch relativ leicht, die vielen winzigen Gruppen zu sehen, die heute die Sonne bevölkerten.

Im Norden sah ich lediglich zwei kleine Gruppen: die AR 12195 als J1 und die AR 12202 als C3. Auf der Südhälfte waren schon deutlich mehr Fleckengruppen zu sehen, allerdings fast wieder nur solche der unteren Waldmeierklassen. Ganz am Ostrand stand die AR 12201, die ich als J2 klassifizierte, die AR 12200 als B2 und die AR 12199 als A1. Leichter war die A 12196 als J1 zu finden und die AR 12198 als weitere C3. Mit der AR 12197 erkannte ich die letzte Aktive Region als A1. Kurz danach nahm die Bewölkung wieder stärker zu, die letzte Wolkenlücke beendete den letzten Kontrollblick vorzeitig. Eine H-alpha-Beobachtung war danach nicht mehr möglich.

Das Rennen gegen die knappe Zeit hatte ich teilweise verloren, oder nur teilweise gewonnen, je nachdem, wie man es sieht. In dieser Jahreszeit kann man froh über jede einzelne geglückte Beobachtung sein, viele sind es im November und Dezember ohnehin nicht, die man da zusammenbekommt.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Sonne am 30.10.2014

Nach einem total grauen und schon mal einen Vorgeschmack auf den tristen November liefernden, teilweise regnerischen, Tag, bot sich heute mal wieder eine Gelegenheit für eine Beobachtung. Das Seeing war eigentlich ganz gut, nur störte der Hochnebel und der allgemeine Schleim am Himmel die Beobachtung.

Von der AR 12192 sah ich am Westrand noch einen kümmerlichen Rest des f-Teils der Gruppe, den ich mangels anderer Möglichkeiten als H1 klassifizierte.. Den wahren Abgang hatte ich durch das schlechte Wetter am Vortag verpasst. Zurück blieben nur ein paar kleinere Gruppen, dachte ich zuerst. Die AR 12195, 12196 und 12198 waren alles nur J1-Gruppen, die AR 12194 und die 12197 konnte ich trotz aller Bemühungen nicht finden. Als ich schon annahm, bedingt auch durch den Syph, das war es, mit der Beobachtung, entdeckte ich in der Osthälfte vier kleine Grüppchen: eine B2, eine B3, eine A1 und eine A2. Das erinnerte mich an die alte Weisheit: Wenn der Große weg ist, trauen sich die Kleinen wieder aus den Löchern heraus. Hier schien es fast genauso zu sein, denn während die große AR 12192 das Feld beherrschte, gab es kaum kleine Gruppen zu sehen.

Wenig Hoffnung machte ich mir auf die H-alpha-Beobachtung. Dafür waren die Bedingungen zu schlecht. In der Tat war der Himmelshintergrund hellorange und der Kontrast arm. Dennoch waren erstaunlich viele Details doch noch zu sehen, obwohl das ganze schon sehr grenzwertig war. Am Ostrand standen zwei etwas größere Protuberanzen, im Westen eine sowie einige im Nordosten, die aber nur sehr schwach zu sehen waren. Auf der Oberfläche erkannte ich 9 Protuberanzen, wobei die große im Nordwesten kurz vorm Rand stand und in den kommenden Tagen für etliche sehr interessante Protuberanzen sorgen dürfte. Dazu kamen noch drei eher schwächliche Flaregebiete, die aber aufgrund der großen Kontrastarmut des Bildes kaum zu sehen waren.

Kurz nach der Beobachtung verdichtete sich der Syph, es kamen Wolken an und beendeten das kleine und bescheidene Wolkenloch, das mir immerhin die nächste Beobachtung bescherte.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Sonne am 28.10.2014

Am zweiten Tag nach meiner Rückkehr aus dem Astrourlaub auf der Sternwarte Kirchheim, bei dem wir nicht ganz so viel Glück mit dem Wetter hatten, wie im letzten Jahr. Dafür konnte ich, nachdem ich meinen kleinen Refraktor bereits verpackt hatte, diesen wieder herausholen, denn noch vor dem Frühstück bildete sich eine sehr große Wolkenlücke über der Sternwarte, die ich nochmals für eine Sonnenbeobachtung nutzen konnte.

Die Rückkehr nach Hamburg brachte dann wieder die bittere Erkenntnis, dass ich im Herbst/Winter an meinem heimischen Standort nur noch morgens für eine und nachmittags für drei Stunden überhaupt an die Sonne heran komme. Im tiefen Winter rund um die Wintersonnenwende ist das noch viel schlimmer, da verbleiben nur maximal 1 bis 2 Stunden, weil unser Tagesgestirn dann von Häusern oder Bäumen verdeckt wird. Der frühe Sonnenuntergang führt dann regelmäßig dazu, dass ich in der Woche – selbst bei bestem Sonnenschein - nicht mehr beobachten kann. Man geht im Dunkeln zur Arbeit, sitzt den ganzen Tag unter Kunstlicht und hat bei Dunkelheit Feierabend.

So war ich froh, die letzten Tage – mein Urlaub dauert noch bis zum Freitag -, noch für Sonnenbeobachtungen nutzen zu können. Und es war weiterhin sehr spannend. Heute morgen war das Seeing war zwar nicht ganz so gut, mit durchgehend leicht wallendem Sonnenrand und schwankender Sichtbarkeit in den Details. Die große AR 12192 stand nahe dem Westrand und ich konnte sie schon nicht mehr mit bloßem Auge sehen. Ich kam bei ihr auf 45 Einzelflecken; die Penumbren waren nach wie vor extrem irregulär geformt und das sie umgebende Fackelfeld sehr groß. Die ihr nachfolgende AR 12194 war eine J1, die 12197 eine B4, die nördlich davon stehende 12196 eine weitere J1 und die AR 12195 eine C8. Letztere war aufgrund des Seeings besonders schwer einzustufen, da die sie begleitenden Einzelflecken immer nur für wenige Augenblicke „durchkamen“, in schlechten Phasen aber nicht zu erkennen waren.

Gespannt war ich auf die H-alpha-Beobachtung, die ein wenig unter dem Seeing und hohen Cirren zu leiden hatte. Der Hintergrund war mal aufgehellt, mal diffus verschmiert, sodass nur wenige, zudem allesamt nur kleine, Protuberanzen zu sehen waren. Ich kam hier auf 9 Stück, sowie 4 Flaregebiete und 10 Filamente. Bei diesen war besonders eine interessant, dass sich im Norden über die halbe Sonne erstreckte und bei Erreichen des Westrandes interessante Strukturen herausbilden dürfte. Sollte es eruptieren, dürfte das einen ordentlichen Flare ergeben. Hiervon spuckte die AR 12192 während der letzten Tage eine ganze Menge aus. Die hellsten davon waren ein X1.0 am 25. um 17:08 UT, ein X2.0 am 26. um 10:56 UT und ein X2.0 am 27. um 14:47 UT, dazu diverse Flares der Klassen C und M. Nach insgesamt 6 X-Flare verlässt uns diese auch bequem mit bloßem Auge und Sofibrille – bis auf heute – sichtbare Fleckengruppe, die zur größten seit 25 Jahren (!) gehört. Allerdings war eines allen Ausbrüchen gemein: Es wurde kein Koronaler Massenauswurf erzeugt, sodass die Störungen des Erdmagnetfeldes vergleichsweise bescheiden ausfielen und wir in unseren Breiten keine Polarlichter zu Gesicht bekamen.

Man darf nicht nur gespannt sein, auf die weitere Entwicklung – die man wegen ab morgen deutlich schlechteren Wetters wohl erst mal nicht mehr mit so schöner Regelmäßigkeit wird verfolgen können – und sich die Zeit um den Zeitraum 9. bis 12. November vormerken: in der Zeit müsste der Komplex, soweit er die nächsten zwei Seite auf der „Rückseite“ der Sonne übersteht, wieder am Ostrand auftauchen. Was dann in den, zumindest für mich, denkbar schlechtesten Beobachtungsmonat des ganzen Jahres fallen wird, wo beruflich sehr viel Arbeit ansteht und keine Zeit für Beobachtungen bleibt.

Freitag, 24. Oktober 2014

Sonne am 24.10.2014

Es ist vollbracht: Nach dem schwachen letzten Jahr habe ich mit dem heutigen Tag 2014 mein Jahresziel von 200 Beobachtungen wieder erreicht. Und das unter fast optimalen Bedingungen auf der Sternwarte Kirchheim in Thüringen. Einfach kurz vor die Tür gehen und beobachten und nicht, wie im immer dichter besiedelten Hamburg stundenlang warten, bis die Sonne mal nicht durch Häuser oder Bäume verdeckt wird und dann erleben müssen, dass bei Auftauchen der Sonne über dem Baum oder der Hauskante sich die einzige Wolkenlücke des Tages wieder schließt.

Das Seeing am heutigen Morgen war gut und so konnte ich die AR 12192 in allen Einzelheiten genießen. Sie ist mittlerweile zur größten Fleckengruppe seit dem 18. November 1990 geworden, als die AR 6368 ähnliche Ausmaße erreicht hatte. Die filigranen Strukturen in der Gruppe, die Größe ihrer Penumbren und die hohe Zahl an Flecken in dieser Region (ich kam heute auf genau 70!) machten den Anblick zu einem Genuss. Ich konnte sie auch heute wieder ohne Probleme mit der Sofibrille oder dem vor das Auge gehaltenen Glasobjektivfilter flächig erkennen, mit allerdings nicht mehr ganz so klar definierter Form wie gestern.

Und sie war nicht alleine, wenngleich die anderen Gruppen deutlich kleiner ausfielen. Die AR 12187 war nicht mehr zu sehen und hinter den Westrand rotiert. Die AR 12193 war eine C3, die 12194 eine C9 und die 12195 eine C2. Dahinter erwischte ich noch eine J1 und eine A1, die frisch über den Ostrand gekommen waren.

Spannend war denn auch die Beobachtung im H-alpha. Zwar war die Zahl von 10 Protuberanzen, allesamt recht klein, etwas enttäuschend, man wurde dafür aber mit 14 (davon zwei sehr großen) Filamenten und 9 hellen Flaregebieten entschädigt. Und während dieser Text entstand, schoss um 7:38 UT aus der AR 12192 ein heller Flare hervor, der erst wie eine Brücke mit zwei Stegen aussah, die sich dann zu einem Ring öffneten und danach allmählich zerfaserte. Außerdem stieg direkt aus der Kernzone des Flares ein Filament auf, das im Laufe der Beobachtungszeit immer länger wurde: Hier eruptierte etwas aus der Fleckengruppe heraus. Beeindruckend, selbst im kleinen PST! Gleichzeitig bildeten sich auch in anderen Teilen der Region flareartige, sehr helle Punkte und Linien aus, die sich auch nach längerer Beobachtungszeit hielten, aber nicht so hell wurden, wie der Flare.

Um 8:15 UT war von ihm dann nicht mehr viel zu sehen, lediglich ein paar helle Punkte und Streifen, dafür wurden die Filamentstrukturen über der AR 12192 immer länger: hier wurde definitiv etwas herauseruptiert. Wenig später wurde gemeldet, dass der beobachtete Flare ein M4.07 war! Augenblicke später entstand im Bereich der AR 12194 ebenfalls ein kleiner, aber deutlich schwächerer, Flare.

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Sonne am 23.10.2014

Nach einen ärgerlichen Ausfalltag - aufgrund starken Regens und Sturmes - klarte es am Nachmittag über der Sternwarte Kirchheim in Thüringen auf. Endlich konnte ich die Entwicklung der großen Aktiven Region Nr. 12192, heute auf dem Zentralmeridian der Sonne sitzend, live verfolgen. Das Seeing war ausgesprochen gut und die Gruppe sogar mit bloßem Auge flächig und oval zu sehen. Im Fernrohr war die Gruppe gewaltig, mit riesigen Umbren und einer Penumbra, die gewaltige Ausmaße annahm. Sie gehört mit einer Gesamtfläche von 2700 Millionstel Hemisphären (MH) zur größten Fleckengruppe im 24. Zyklus und ist stark veränderlich, was die vielen kleinen Strukturen in der sehr kompakten Penumbra angeht. Ich stufte sie heute als F65 ein, kam beim Zählen aber irgendwie kaum hinterher und musste mehrfach ansetzen, besonders, wenn sich während dessen kleinere Wolken vor die Sonne schoben.

Die sich in der Nähe der AR 12192 vorgestern noch befindliche B-Gruppe war nicht mehr zu sehen, dafür stand die AR 12187 ziemlich genau am Westrand und war eine H1. Die AR 12193 war eine C2 und die neue AR 12195 eine C 6. Die AR 12194 war denn auch nur eine C2. Was zum wiederholten Male auffiel war die Tatsache, dass, wenn es große bis sehr große Fleckengruppen zu sehen gibt, die Zahl der übrigen Regionen stark zurück geht.

Im H-alpha fanden sich am Sonnenrand 8 Protuberanzen, von denen eine wie eine schmale Pyramide aussah, eine andere wie ein unterbrochener Halbbogen und der Rest irregulär. Keine der Materiebögen erreichte größere Ausmaße. Dafür waren vier der insgesamt fünfzehn Filamente sehr groß und überbrückten große Bereiche der Sonnenoberfläche. Wenn sie die Randbereiche im Westen erreichen, dürfte es sehr spannend werden. Spannend wurde es auch gestern Nachmittag ein X1.67-Flare gemeldet wurde, der um 14:28 UT entstanden und mit einem vierminütigen Radiosturm (200 sfu auf der 10,7 cm-Welle, zwischen 14:05 UT und 14:09 UT) verbunden war. Richtig positioniert für ein tolles Polarlicht ist die Gruppe, aber leider fehlte dem Flare ein richtig schöner koronaler Massenauswurf (CME), der die Sache hätte interessant machen können.

Vor ziemlich genau 11 Jahren hatte es nach einem X23-Flare ein bis nach Thüringen sichtbares Polarlicht gegeben, da der Ausbruch mit einem kräftigen CME verknüpft war. Das fehlte der Gruppe bisher bei allen C-M- und den beiden X-Flares, die sie in den letzten Tagen ausgeworfen hat. So stieg zwar die geomagnetische Aktivität leicht an, Polarlichter gab es aber bislang nur in den nördlichen Breiten und nicht bei uns. Auch das ist irgendwie symptomatisch für diesen Zyklus, der jetzt zwar viele interessante Gruppen hervorbringt, die aber allesamt seltsam inaktiv sind, was ihr Verhalten in Bezug auf erdwärts gerichtete Aktivitäten angeht. Das war in früheren Zyklen anders und hängt wohl mit den ganzen anderen Eigentümlichkeiten zusammen, die man bislang im 24. Zyklus erlebt hat.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Sonne am 21.10.2014

Das momentan sehr windige Wetter in Thüringen ließ heute Vormittag eine größere Wolkenlücke auftauchen, durch die ich bei recht unruhigem Seeing problemlos hindurchbeobachten konnte. Der Sonnenrand war zwar heftig am Wallen, dafür die Bildschärfe ganz erträglich, sowohl für die Weißlicht-, als auch für die H-alpha-Beobachtung.

Die große AR 12152 war zweifelsohne der Hingucker des Tages: Mit ihren nach meiner Zählung 63 Einzelflecken und einer über 1200 Millionstel Hemisphären große Penumbra ließ auch eine Beobachtung mit Sofibrille und bloßem Auge zu. In ihrer Nähe war immer noch die B-Gruppe zu sehen, mit heute 11 Flecken. Manche Beobachter rechnen auch das ganze Gebiet zusammen und machen eine F-Gruppe daraus. Die Gruppe hatte sich seit gestern stark verändert, die Penumbra war größer geworden und hatte gleichzeitig ihre Form verändert. In ihrem Umfeld gab es eine ganze Reihe von Lichtbrücken, hellen Einbrüchen in den Fleck bzw. innerhalb der Penumbra, die Rückschlüsse auf ein hochaktives lokales Magnetfeld erlauben. Auch wirkte sie an einigen Stellen ihres Randes ein wenig ausgefranst.

Dahinter zeigte sich die schon gestern zu beobachtende Gruppe heute als C2 (noch immer ohne NOAA-Nummer). Die AR 12187 war noch immer eine H1 und die davor liegende AR 12191 konnte als A1 wahrgenommen werden, die AR 12193 war eine D8 und in deren Nähe war aus der gestrigen A1 ohne Kennung eine B11 ohne Kennung geworden, aber einwandfrei zu identifizieren.

Überraschend wenige Protuberanzen waren heute im H-alpha zu sehen, nur ganze 12 Stück, die überdies alle ziemlich klein waren. Die Zahl der Filamente betrug 16 – bemerkenswert waren vor allem 4 sehr lange Exemplare – und es ließen sich 7 helle Flaregebiete ausmachen, die hellsten wieder rund um die AR 12152. Die kommenden Tage dürften auch wegen der Aussichten auf Polarlichter, sehr spannend werden.

Montag, 20. Oktober 2014

Sonne am 20.10.2014

Der dritte Tag in Kirchheim begann wieder mit einer Sonnenbeobachtung, allerdings unter erheblich schlechteren Bedingungen, als in den Vortagen: der Himmel war weitgehend bedeckt oder zugesypht und nur selten zeigten sich etwas lichtere Zonen, die man zumindest im Weißlicht gut für die Beobachtung nutzen konnte. Nebenbei zeigte sich dann auch eine kleine Nebensonne.

Die AR 12192 hatte sich deutlich verändert und wies eine größflächige Penumbra auf, die dazu führte, dass ich die Gruppe auch unter den schlechten Witterungsbedingungen problemlos mit einer Sofibrille mit bloßem Auge sehen konnte. Sie wies nach meiner Zählung 55 Einzelflecke auf und schien bei genauerer Betrachtung aus einer einzigen Penumbra zu bestehen. Ich stufte sie, aufgrund ihrer geschätzten Länge als E-Gruppe ein, die Komplexität gerade der Penumbra führte aber sicher bei einigen dazu, sie der Klasse E zuzuordnen. Am Rande und in der Penumbra waren gleich mehrere Lichtbrücken (helle Einkerbungen oder Flecken) zu sehen, die an dem Hofgebiet arbeiteten.

Etwas abgesetzt davon stand eine B-Gruppe, die nach wie vor sowohl von der NOAA als auch der Kanzelhöhe zur E dazu gezählt wird. Ich hielt den Abstand zur E für zu groß und zählte sie als separate B4, die natürlich keine NOAA-Nummer hatte.

Auch noch ohne Kennung war die J1, die direkt am Ostrand in einem kleinen Fackelfeld stand. Die AR 12187 war weiter als H1 zu sehen, davor, in Richtung auf den Sonnenmeridian, hatte sich eine A1 gebildet, die selbst unter den heutigen Umständen noch gut zu sehen war. Sie hatte zu dieser frühen Stunde (8:00 UT) noch keine Nummer bekommen, ebenso wenig die A1, die nordwestlich der AR 12193 stand, die sich von einer B zur D10 gemausert hatte. Die AR 12186 war indes nicht mehr zu sehen, weil sie hinter den Westrand wegrotiert war.

Für die H-alpha-Beobachtung waren die Sichtbedingungen jedoch mehr als abträglich. Im PST zeigte sich die Sonne lediglich als dunkelroter matschiger und konturloser Fleck, der keinerlei Details erkennen ließ. Das wurde zwei Stunden später etwas besser, sodass ich – trotz sehr hellem Himmelshintergrund und nicht immer klar definiertem Sonnenrand – 9 Protuberanzen, 5 Flaregebiete (ein sehr helles rund um die AR 12152) und 10 Filamente erkennen konnte. Ein Filament im Osten zeigte genau auf den Sonnenrand und ging dort in eine Protuberanz über, ein weiteres schlängelte sich rund um den Sonnenmeridian. Es bleibt also spannend. 

Sonntag, 19. Oktober 2014

Sonne am 19.10.2014

Den Tag mit einer Sonnenbeobachtung zu beginnen, das kann man wohl nur an einem Standort wie die Sternwarte in Kirchheim, außer, man hat ein Haus mit rundum freier Sicht. Es war sehr sonnig, doch das Seeing war eher unterdurchschnittlich. Der Sonnenrand wallte heftig und auch Oberflächendetails waren zeitweise etwas schlechter zu erkennen.

Die AR 12186 und die AR 12187 hatten sich nur unbedeutend verändert. Sie konnten weiter als J1 und C4 klassifiziert werden. Neu hinzugekommen war eine B7-Gruppe im Norden (Ohne NOAA-Kennung) und die größte Gruppe war zweifelsohne die AR 12192, die davon abgespaltete B5 hatte ebenfalls noch keine NOAA-Bezeichnung erhalten. Die große AR 12192 wies nach meiner Beobachtung 25 Einzelflecken auf und gehörte der Waldmeierklasse E an. Beeindruckend groß war der f-Teil der Gruppe, den ich mithilfe einer Sofibrille auch mit bloßem Auge sehen konnte.

Der immer noch stark wallende Sonnenrand war auch im H-alpha erkennbar, sowie eine ganze Reihe schöner Protuberanzen. Ich zählte zwar nur 7 Exemplare, doch drei von ihnen waren vergleichsweise groß, sprengten aber noch nicht den Bildrand von GONG. Binnen kurzer Zeit entfaltete sich der Materiebogen im Süden und der Bereich rund um die AR 12192 war von hellen chromosphärischen Fackeln umsäumt, hier war in der Nacht zwischen 4:17 UTC und 5:48 UTC (Höhepunkt um 5:03 UTC) ein X1.1/Sn-Flare entstanden und für die kommenden Tagen dürfte dieses Gebiet sehr spannend werden. Gestern hatte es hier um 7:58 UTC (Höhepunkt) schon einen M1.6-Flare gegeben. 

Am Nachmittag versuchten wir (hauptsächlich mein Mitreisender André Wulff), die Sonne mittels einer Mintron-Kamera aufzunehmen. Es sind dabei ein paar schöne Videos entstanden, die aber aufgrund des mittlerweile doch recht schlecht gewordenen Seeings wohl eher nicht verarbeitet werden können, jedoch wunderbar als Anschauungsmaterial verwendet werden können. So konnten wir auch die Flaretätigkeit bei der AR 12192 und einen aktuellen Flare gegen 12:15 UTC dokumentieren. Das gab genügend Stoff für den nächsten Sonnenworkshop der GvA Anfang November.

Sonne am 18.10.2014

Der erste Tag des Astrourlaubes auf der Sternwarte Kirchheim in Thüringen: Nach dem Auspacken und noch vor dem Einkaufen im benachbarten Rudisleben ging es an die Sonnenbeobachtung, sicher ist sicher. Der Himmel sah aber nicht gerade vielversprechend aus, denn er Himmel war weitgehend von leichten und hohen Cirren übersät, doch an der einen und anderen Stelle gab es Lücken, durch die ich problemlos hindurch schauen konnte.

Im Weißlicht sah es zunächst eher trostlos aus. Die kleinen Gruppen, die ich gestern noch sehen konnte, waren verschwunden und die beiden Aktiven Regionen 12186 und 12187 waren als J1 und C5 zu sehen. Aber am Ostrand: da kam gerade eine neue, große Gruppe herum, die uns schon vor Wochen Hoffnung auf Polarlichter gemacht hatte. Die alte AR 12172/73 war als AR 12192 wieder da und wies nun deutlich größere Penumbren auf. Ich klassifizierte sie als E21. Südlich davon hatte sich in der Nähe dieser Gruppe eine A3 entwickelt.

Im H-alpha war die Beobachtung schon etwas schwieriger, weil die Cirren doch zu seh störten. Ich kam noch auf 7 Protuberanzen, 8 Filamente und 4 helle Flaregebiete, doch der Hintergrund wies eine eindeutige Tendenz zum Verschmieren auf und der Kontrast war eher gering. Eine Nachbeobachtung am späten Nachmittag ergab kein anderes Bild und der Himmel klarte erst richtig auf, als die Sonne sehr tief stand und die Beobachtung durch die Extinktion beeinträchtigt wurde.

Freitag, 17. Oktober 2014

Sonne am 17.10.2014

Erfolg und Misserfolg hängen besonders bei der Sonnenbeobachtung nicht nur von der zur Verfügung stehenden Zeit ab, sondern vielfach auch vom Standort. So kann es passieren, dass man an Punkt A einen fast klaren Himmel hat, während an Punkt B immer wieder Wolken durchziehen und die Beobachtung erschweren. Dies ist mir heute passiert. Als ich um die Mittagszeit unterwegs war, riss über mir mit einem Mal die Bewölkung fast völlig auf. Zu Hause angekommen – nur wenige Kilometer vom vorherigen Standort entfernt – konnte ich nur noch durch dünne und schnell dahinziehende Wolken hindurchsehen.

Die Beobachtungsbedingungen waren daher eher suboptimal, wenn auch das Seeing angesichts der Wolkenbewegungen recht ordentlich war. Auf den ersten Blick sah ich im Weißlicht nur zwei Gruppen: die AR 12186 und die 12187 auf der Südhalbkugel, beide eine H1. Am Ostrand entdeckte ich kurz darauf eine neue, größere Gruppe, die ich als D5 klassifizierte. Diese dürfte in den kommenden Tagen durchaus interessant werden. Durchziehende Wolken erschwerten dann das Erkennen weiterer Gruppen. Nur mit großer Mühe und großem Zeitaufwand fand ich die AR 12189 und die 12190 als zwei A1-Gruppen. Eine weitere sichtete ich erst deutlich später, sie stand östlich der AR 12190 in einiger Entfernung zum Sonnenrand.

Nach einer weiteren Wartezeit, inzwischen war fast eine Stunden vergangen, konnte ich noch mein PST einsetzten. Die Aktivität im H-alpha hatte gegenüber der letzten Beobachtung leicht abgenommen und ich zählte 8 Protuberanzen, 7 Filamnte und 5 schwache Flaregebiete. Dabei waren die Protuben durchweg von Interesse und wiesen viele verschiedene Formen wie Spritzer und Bögen auf. Eine erinnerte an eine Baumart aus Namibia. Nur zwei größere Filamente waren überdies zu sehen, der Rest war nur marginaler Kleinkram. Überhaupt konzentrierte die die Aktivität hier eher auf die Osthälfte der Sonne und bis auf eine Protuberanz nahe des solaren Südpols waren beide Polgebiete erscheinungsfrei. Und nachdem dieser Text fertig war, klarte der Himmel endgültig auf, sodass ich noch einmal Nachbeobachtungen anstellen, aber nichts Neues mehr finden konnte.   

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Sonne am 15.10.2014

Was drei kleine Wolkenlöcher so alles bewirken können: Weniger als eine Stunde Sonnenschein war angekündigt worde und insgesamt kam das auch hin. Gegen Mittag wurde es erstmal an diesem Tag richtig hell, man hätte sich sonst schon im November wähnen können. Aber kurz nach Mittag tat sich die erste Lücke auf und gab den Blick auf eine überwiegend von kleinen Fleckengruppen bevölkerte Weißlichtsonne frei.

Die beiden Aktivitätsgebiete 12186 und 12187 im Süden stachen dabei sofort ins Auge. Mit den anderen Gruppen dauerte es etwas länger, weil sie trotz gutem Seeing nur schwer zu erkennen waren. Die AR 12186 war eine H2 mit zwei heute noch deutlicher voneinander getrennten Umbra innerhalb einer Penumbra. Hier könnte es in den nächsten Tagen durchaus zu einer Fleckenteilung kommen. Die AR 12187 war – mit gutem Willen – eine C4, dahinter stand, am Rande eines Fackelfeldes, eine A2 ohne Nummer. Ich fand auf der nun wieder aktiveren Nordhälfte gleich drei unnummerierte Gruppen: eine B3, eine B4 und eine B2 nah am Westrand. Die AR 12189 sah aus wie eine C5 und die 12188 wie eine A1.

Bis zur H-alpha-Beobachtung musste ich ein Weilchen warten, genauer gesagt, fast zwei Stunden. Dann riss die Bewölkung erneut auf. Schon am Vormittag hatte ich via GONG gesehen, dass im Osten eine Protuberanz aufgestiegen war, die über das Bildfeld der Aufnahmeoptik hinausragte. Als ich endlich die Gelegenheit hatte, zu beobachten, waren die wesentlichen Teile der Eruption schon ins All entfleucht. Aber es gab noch mehr zu sehen: Im Nordosten schwebte eine sehr große Protube über dem Sonnenrand, genau gegenüber im Südwesten erhobt sich ebenfalls ein großflächiger Materiebogen. Dazu kamen 8 weitere Protuben. 

Auf der Oberfläche fand ich 15 verschieden große Filamente und 5 Flaregebiete, die aber wenig aktiv waren. Bei einer Nachbeobachtung, etwa 20 Minuten später, musste ich erst auf eine größere Wolkenlücke warten und als diese endlich an der Sonne ankam, zogen blitzschnell dunkle, tief hängende Wolken heran, die meine Bemühungen abrupt beendeten. Ich hatte mich nur nach einem anderen Okular umgedreht und schon war die Sonne für den Rest des Beobachtungstages weg, denn wenn sie zum Zeitpunkt, wo ich dies blogge, sich noch mal sehen lassen sollte, ist mir die Sicht durch Bäume und meinem Hochhaus gegenüber versperrt.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Sonne am 14.10.2014

Eine größere Wolkenauflockerung erlaubte mir die erste Urlaubsbeobachtung der Sonne. Der nun schon deutlich niedrigere Stand der Sonne bedeutete auch, dass ich eine ganze Weile warten musste, bis sie die höchsten Bäume überwunden hatte und ich endlich mit der Beobachtung anfangen konnte. Das Seeing war, wohl auch angesichts der für Mitte Oktober relativ hohen Temperaturen, ziemlich gut, wenn auch der Rand ständig in leichter Bewegung war und hohe Cirren träge durch das Bild im Okular zogen.

Seit der letzten Sichtung von vor zwei Tagen hatte sich eine Menge getan. Vor allem bei den niedrigeren Waldmeierklassen A und B. Die AR 12186 war im Süden die auffälligste und flächenmäßig größte Gruppe: eine H2 mit einer Penumbra, die eine deutliche Einschnürung aufwies. Trotz aller Versuche gelang es mir nicht, sie mit Hilfe von Objektivfilter und Sofibrille mit bloßem Auge zu sehen. Dafür erkannte ich eine ganze Reihe weiterer kleiner Grüppchen: Westlich der AR 12186 gab es eine B2 ohne NOAA-Nummer, dahinter, weit im Osten, die AR 12187 als J1. Ihr folgten eine B2 und eine A2, ebenfalls ohne Nummerierung. Im Norden gab es lediglich die AR 12188 als C9.

Im H-alpha hatte sich das Bild binnen zwei Tagen drastisch verändert. Der leicht orangene Hintergrund und ein etwas flaues Bild ließen zwar nicht alle Einzelheiten klar hervortreten, dennoch zählte ich 8 Protuberanzen, 8 Filamente und 6 helle Flaregebiete. Mit Ausnahme eines Materiebogens im Nordwesten waren alle Protuben relativ klein, auch das aktivere Gebiet im Nordosten, wo sich Material gelöst hatte und frei im Raum schwebte. Lediglich drei größere Filamente konnte nahe des Westrandes gesehen werden und eines stand kurz davor, als Filament-Protuberanz gesehen zu werden. So waren denn auch der Nord- und der Südpol der Sonne erscheinungsfrei.

Im 4. Quartal kann man über jede gelungene Beobachtung glücklich sein, weil es traditionell nicht sehr viele werden und so sind die Wetteraussichten für die kommenden Tage auch eher niederschmetternd. Bis zum kommenden Wochenende wird dies wohl – glaubt man den Prognosen – die letzte Beobachtung bleiben.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Sonne am 12.10.2014

Nachdem ich im Verlauf des Vormittags die Sonne im Weißlicht schon einmal zwischen Baum und Hauswand beobachten konnte, bei mäßig aufgeklartem, leicht versyphtem Himmel und sie mir heute wieder nur zwei Gruppen zeigte, wartete ich zur Sicherheit die Wetterbesserung zur Mittagszeit ab. Sie kam auch fast exakt zur prognostizierten Zeit und brachte recht ordentliches Seeing zwischen den rasch dahinziehenden weißen Wolken und dem trägeren Syph, der sich dazwischen ausbreitete.

Daher kontrollierte ich noch einmal meine Beobachtung und stellte fest, dass sich an dem ersten, schnellen Eindruck nichts geändert hatte. Die AR 12182 war am Westrand wegrotiert, die AR 12186 eine sich dem Zentralmeridian annähernde H2 und am Ostrand war mit der AR 12187 eine H1 aufgetaucht. Alle Aktivitätsgebiete waren auf der Südhalbkugel zu sehen, der Norden blieb fleckenfrei.

Das PST zeigt im H-alpha dann eine erkennbar höhere Aktivität. Das Seeing ließ den Rand hier stärker aufwallen, als im Weißlicht, aber der Himmelshintergrund war weitgehend dunkel. Der Sonnenrand war angefüllt mit 15 Protuberanzen. Die gestern schon auffällige Protube im Südosten war immer noch zu sehen, daneben boten sowohl der Ost- als auch der Westrand eine Vielzahl kleinerer Materiebögen und ingesamt drei schwebende Wölkchen. Auf der Oberfläche entdeckte ich 4 helle Flaregebiete und 15 Filamente, die an einer Stelle dreidimensional wirkten, an anderer weit geschwungene Bögen aufwiesen, Halbbögen oder einfach nur kurze Striche bildeten. Dank des heute besseren Wetters konnten so auch wieder Detailbeobachtungen angestellt werden.

Samstag, 11. Oktober 2014

Die Sonne im September 2014

Im dritten Quartalsmonat ist die Sonnenaktivität gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen, was vor allem auf eine Vielzahl kleinerer Fleckengruppen zurückzuführen ist. Wie schon in den vorangegangenen Monaten, gab es auch im September einen deutlichen Fleckenüberschuss auf der Südhalbkugel. Am 3. war die Nordhälfte sogar völlig fleckenfrei.

In den ersten Tagen des September dümpelte die Sonnenaktivität allerdings noch eine ganze Weile vor sich hin und alle gerade sichtbaren Gruppen hatten sich in Richtung Westen bewegt, während der Osten nahezu fleckenfrei war. Auf der Südhalbkugel entwickelte sich die am 28. August das erste Mal am Ostrand zu sehende AR 12152 ab dem 3. zu einer kleinen E-Gruppe und hielt die Klasse bis zu ihrem Verschwinden am 8. September. Daneben wurde aus der AR 12157, die am 5. das erste Mal als D-Gruppe am Ostrand zu beobachten war, am 7. zur zweiten E-Gruppe dieser Dekade. Gleichzeitig erschienen weitere neue Fleckengruppen, zumeist auf der Südhalbkugel.

Die AR 12157 hielt ihre Klasse bis zum 14, und bereits in den Tagen davor war ein allmählicher Rückgang der Zahl der Fleckengruppen festzustellen. Nach dem Verschwinden der E-Gruppe fiel die Aktivität wieder deutlich ab, verteilte sich dann aber eher gleichmäßig über beide Hemisphären. Die AR 12164, ab dem 11. auf der Südhalbkugel zu sehen, erreichte nach Angaben der NOAA für einen Tag, am 17. die Klasse E, während die Kanzelhöhe sie für eine D hielt. Die Einstufung ist daher als unsicher anzusehen. Danach folgte der übliche monatliche Knick in der Zahl der Aktivitätsgruppen, die an einigen Tagen auf nur noch 5 zurückging. Nach dem 20. Kam zu zu einem weiterem Aktivitätsanstieg.

Binnen weniger Tage tauchen am südöstlichen Rand vermehrt neue Gruppen auf, darunter auch zwei der Klasse E, die so dicht beieinander standen, dass die Grenzen oft nur schwer zu ziehen waren. Die eine Gruppe war die AR 12171, die am 20. erstmals zu sehen war und die zweite die AR 12172, die man einen Tag später das erste Mal sehen konnte. Beide gehörten dem schon seit Monaten über die Südhälfte der Sonne Sonne wandernden Komplex an und beide wurden ab dem 22. der Waldmeierklasse E zugeordnet. Sie bestimmten bis zum Monatsende das Antlitz der Sonne. In dem Maße, in dem die Zahl der Einzelflecke in diesen Gruppen zunahm, verringerte sich die der Gruppen, sodass man bei den Relativzahlen einen kräftigen Anstieg herauslesen kann, während parallel dazu die Gruppenzahl im Sinken begriffen war, was sich erst am 26./27. des Monats wieder änderte. Am 28. erreichte dann auch die AR 12177, die einen Tag vorher zum ersten Mal gesehen wurde, die Klasse E, sodass am Monatsende gleich drei Aktivitätsgebiete der zweithöchsten Waldmeierklasse zu beobachten waren.

Die AR 12172 hatte sich am 29. zur Klasse F weiterentwickelt, die dicht daneben stehende 12171 war nur noch eine C und schon halb hinter dem Sonnenrand verschwunden, während die AR 12173 und die 12175, seit dem 22., bzw. 26. zu sehen waren, just am letzten Septembertag der ebenfalls Klasse E zugerechnet wurden. Damit endete das 3. Quartal mit einer erhöhten, aber auch sehr unübersichtlichen Aktivität, die in den ersten Oktobertagen dann schon wieder schnell abnahm.

Im H-alpha begann, gemessen an der Häufigkeit der Flares, relativ moderat. Erst am 3. wurde der erste größere Ausbruch registriert, ein M2.5 um 13:54 UT, dem am 6. um 17:09 UT ein M1 folgte, der aus der AR 12157 aufgestiegen war. Die AR 12158 brachte am 9. um 0:29 UT den zweitstärksten Ausbruch jener Tage zustande: einen M4.5, der mit einem koronalen Massenauswurf (CME) verbunden war. Der stärkste des Monats war ein X1.6/2b, der der AR 12158 entwich, ebenfalls mit einem CME assoziiert (Teilchengeschwindigkeit bis zu 3750 km/s ) und der in der Nacht vom 12. Auf den 13. September zum größten fotografisch-visuellen Polarlicht der letzten Zeit führte. Am 10. gab es um 15:26 UT dann noch einen M2-Flare und am 11. um 21:26 UT einen M1 zu beobachten. So verhalten ging es dann auch erst einmal weiter: der 14, brachte um 2:16 UT einen M1 (AR 12157), der 18. einen weiteren M1 um 8:41 UT (AR 12169), der 23. einen M2 um 23:16 UT (AR 12172), der 27. einen M1 um 8:37 UT und der 28. um 2:58 UT einen M5.1 (AR 12173). Seltsam war auch hier wieder, dass gerade zu der Zeit, in der viele E- und F-Gruppen auf der Südhalbkugel der Sonne zu sehen waren, es im H-alpha wieder relativ ruhig blieb. In früheren Jahren hätte es hier gleich mehrere X-Flares gegeben.

Sonne am 11.10.2014

Der Himmel zeigte sich anfangs in einer für die Jahreszeit typischen Mischung aus Cirren, Syph und anderem Wolkengeschmodder, sodass ich eigentlich keine recht Hoffnung auf eine Beobachtung hatte. Doch als die Sonne in einer Baumlüke genau über dem Dach des Nachbarhauses stand, riskierte ich eine Beobachtung und wurde belohnt, zumindest irgendwie.

Im Okular zeigte sich anfangs eine total verschmierte Sonne mit keinerlei Detail. Erst als sie sich wieder den Ästen annäherte, besserte sich die Situation beinahe schlagartig. Zwar zogen immer noch sehr hohe Wolken durch und der Sonnenrand war zeitweise nur sehr schwer zu definieren, dennoch gelang mir die Sichtung der beiden einzigen größeren Aktivitätsgebiete. Die AR 12186 war, da der zweite Fleck dicht an Hauptfleck stand, eher eine H2. Die AR 12182 stand dicht am Westrand und zunächst nicht leicht zu finden, schließlich gelang mir dann doch noch irgendwie eine kurze Sichtung. Ich schätzte sie als C4 ein, die in einem Fackelfeld stand.

Die H-alpha-Beobachtung machte zu dem Zeitpunkt keinen Sinn. Eine Stunde später stand die Sonne in einer weiteren, allerdings deutlich kleineren, Baumlücke, durch die ich mein PST schauen ließ. Die Bedingungen waren wie erwartet: hellroter Hintergrund, sehr wenig Kontrast, aber 13 Protuberanzen am Rand, 11 Filamente auf der Oberfläche und geschätzte 6 helle Flaregebiete. Leider störte auch hier der Syph extrem stark, sodass ich die große Protuberanz im Südosten, die bei GONG fast über den Bildrand hinausging, nur sehr schemenhaft zu Gesicht bekam.

Die Wolken lösten sich dann kurzzeitig noch sehr viel weiter auf, natürlich, als die Sonne unerreichbar hinter Bäumen stand.

Freitag, 10. Oktober 2014

Sonne am 10.10.2014

Die für die Mittagszeit in der Hamburger City erwarteten Krawalle rund um den Hauptbahnhof – mein Arbeitsplatz liegt nicht weit davon entfernt – bewogen mich zu einem sehr frühen Feierabend und so kam ich in den Genuss einer frühen Sonnenbeobachtung. Der Himmel war allerdings nicht völlig klar, denn hohe Cirren trübten die Sicht, wenn auch das Seeing gar nicht mal so schlecht war.

Die Aktivität im Weißlicht war sehr enttäuschend: nur ganze drei Fleckengruppen waren zu sehen, eine davon nur mit sehr viel Mühe und auch nur eher zufällig. Alle Gruppen waren im Süden zu finden, der Norden war fleckenfrei. Die AR 12182 nahe des Westrandes klassifizierte ich als D7, sie AR 12186 nahe des Ostrandes als C2. Dazwischen lag noch die AR 12185, die aber nur sehr schwer zu sehen war. Ich konnte sie nur in ganz wenigen Augenblicken wirklich sehen und auch wiederfinden, sodass die Sichtung real ist. Ich stufte sie als B4 ein (war wirklich nur eine Schätzung, denn ich sah nur, dass da was war, aber im Gegnurpsel von Flecken nicht, wieviel).

Die H-alpha-Beobachtung im PST litt denn auch stark unter den äußeren Bedingungen. Der Himmelshintergrund war hellorange, der Kontrast flau. Ich zählte 13 Protuberanzen, 8 Filamente und 6 Flaregebiete. Mehr war da nicht zu machen und Detailbeobachtungen nahezu unmöglich.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Die Sonne im August 2014

Das andauernde Hin und Her bei der Sonnenaktivität setzte erwartungsgemäß auch im August fort. Dabei verharrte sie auf einem leicht höheren Niveau als im Vormonat. Neben einer Vielzahl kleinerer Aktiver Regionen gab es dieses Mal auch ein paar, allerdings unspektakuläre, E- und F-Gruppen. Die AR 12130 wurde erstmals am 30. Juli als D-Gruppe gesehen und entwickelte sich am 3. zur Klasse E. Fast alle Gruppen befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf der Südhalbkugel, die im August zunächst wieder den dominanteren Part übernommen hatte. Das änderte sich aber im Laufe des Monats, sodass die Gesamtverteilung zum Monatsende hin fast ausgeglichen war und der Norden den Süden sogar leicht überflügelte.

Am 4. hatte sich die AR 12130 soweit ausgedehnt, dass sie zur Klasse F gerechnet werden konnte. Gleichzeitig war die am 1. August am Ostrand südöstlich der AR 12130 als D-Gruppe aufgetauchte AR 12132 am 4. zur Klasse E aufgestiegen. Binnen weniger Tage ging die Zahl der Gruppen auf nur noch 4 zurück. Die AR 12130 hielt noch bis zum 6. die Klasse, zerfiel danach innerhalb weniger Stunden und war am 8. nur noch als B zu sehen. Die AR 12132 hielt ein wenig länger durch und verschwand nach dem 11. August am Westrand. Am 7. erschein die AR 12135 am Ostrand und entwickelte sich zunächst sehr langsam. Erst am 12. stieg sie zur Klasse E auf. Schon zwei Tage später war davon nicht mehr viel zu sehen und sie gehörte nur noch der Waldmeierklasse H an.

Ein ähnliches Schicksal musste die AR 12139 erleiden: erstmals am 12. als D-Gruppe auf der Nordhalbkugel zu sehen, erreichte sie am 16. die Klasse E, verlor quasi über Nacht den nachfolgenden f-Teil und war am Folgetag nur noch eine H1. Ein Hinweis auf sehr schwach ausgeprägte regionale Magnetfelder. Am 15. tauchte die AR 12141 als D-Gruppe auf der Nordhalbkugel, die sich am 18. zur Klasse E weiterentwickelte. In der Nacht vom 20. auf den 21. löste sie sich fast völlig auf und war nur noch als C-Gruppe zu sehen. Wer abends und morgens beobachtet hatte, konnte da schon in leichte Verwirrung geraten. Am 23. wurden die beiden Regionen 12148 und 12149 in die Klasse E eingestuft. Beide waren erstmals am 21. bzw. am als D- und C-Gruppe auf der Nordhalbkugel gesichtet worden und hatten sich rasch entwickelt. Bereits einen Tag später war die AR 12148 wieder auf die Stufe D zurückgefallen, während die 12149 noch bis zum 28. die Klasse hielt und danach zur Stufe C zurückfiel. Begleitet wurden die Gruppen stets von einer mehr oder weniger großen Anzahl Fleckengruppen der unteren Waldmeierklassen.

Im Hα begann der Monat begann mit zwei kleineren Ereignissen: die AR 12127 brachte je einen M2.0- und einen M1.5-Flare zustande. Das verhieß einen aufregenden August, doch es kam anders, als gedacht. Am 12. gab es zwar einen großen CME auf der erdabgewandten Seite der Sonne und am 16. einen großen Koronalen Massenauswurf, der seinen Ursprung in einem aufsteigenden Filament hatte, dem am 19. ein kurzer Sonnensturm mit einer Teilchengeschwindigkeit von 350 km/s folgte. Der 21. brachte um 13:31 UT dann einen M3.4-Flare, der aus der zu diesem Zeitpunkt sehr randnahen AR 12149 aufstieg. Am 25. folgte ein Doppelschlag: Um 15:11 UT stieg aus der AR 12146 ein M2.0-Flare auf, der mit einem 10cm-Radiosturm (Tenflare) und Radioemissionen vom Typ II und IV verbunden war. Um 20:21 UT wurde ein M3.9-Flare am Westrand der Sonne registriert. Danach beruhigte sich die Aktivität der Sonne wieder.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Sonne am 05.10.2014

Zur gleichen Zeit wie gestern gelang mir auch heute eine Sonnenbeobachtung. Sie litt aber unter dem Problem des noch schlechteren Seeings und leichtem Syph, der den Himmel leicht weißlich erscheinen ließ und den Ästen der Bäume, die durch leichten Wind immer wieder durch das Gesichtsfeld huschten. Die beiden A1-Gruppen 12183 und 12177 waren die einzigen der Nordhalbkugel, alle anderen waren im Süden zu finden. Hier stieß ich zuerst auf die AR 12184, der die AR 12182 als C5 folgte, während die AR 12181 nur noch eine C6 war. Die AR 12178 gehörte nur noch der Waldmeierklasse H an und wies 7 Flecken auf. Die AR 12179, gestern nicht zu sehen, war heute nur in den wenigen Momenten ruhiger Luft – geschätzt - als B4 zu erraten, aber nicht wirklich dauerhaft zu sehen.

Im H-alpha waren kaum Veränderungen zum Vortag wahrzunehmen. Das deutlich schlechtere Seeing bewirkte ein ziemlich kontrastarmes Bild sowie einen hellorangenen Himmelshintergrund. Am Westrand standen immer noch die beiden großflächigen Protuberanzen, dazu ein aufsteigender Bogen im Süden und mehrere kleinere Erhebungen, sodass ich heute auf 12 Protuberanzen, 14 Filamente und 5 helle Flaregebiete kam. Die Verteilung der Filamente auf der Sonnenoberfläche und deren Formen wirkten auch heute sehr chaotisch. Viele von ihnen wirkten zerfasert, bogenförmig, strichförmig, wellenartig oder einer Sinuskurve ähnlich, was die Beobachtung sehr spannend machte. Leider störten dabei die Bäume sehr und ein richtig freier Teil des Himmels wurde erst erreicht, als die Sonne die Kante meines Hauses erreicht hatte ... 

Sonne am 04.10.2014

Kurz vor der Abfahrt zum Norddeutschen Astrofotografentreffen (NAFT) nach Kiel ließen die Bäume in meinem Hinterhof noch eine Beobachtung der Sonne zu. Der strahlend blaue Himmel bewirkte wieder mal kein wirklich gutes Seeing. Teilweise war ein heftig wallender Sonnenrand zu sehen, der die Beobachtung randnaher Gruppen sehr erschwerte. Es gab aber auch Momente wirklich ruhiger Luft – wo dann ein Ast des Baumes die Sicht leicht behinderte -, die dann die kleinsten Gruppen sichtbar machten.

Im Norden waren die AR 12183 und die AR 12177 als A1 zu sehen, dicht am Sonnenrand stand die AR 12176, die ebenfalls als einpolige A-Gruppe eingestuft werden konnte. Im Süden konnte ich die vierte A1 finden: die AR 12184 am Ostrand. Dahinter folgte die AR 12182 als D5, die AR 12179 war aufgrund des Seeings nicht zu sehen. Die AR 12178 war eine C6 und die AR 12181 eine D5.

Das PST ließ zwei größere Protuberanzen am Westrand erkennen – wie gestern bereits vorhergesagt. Dazu kamen dann noch 9 zumeist kleinere Materiebögen. Auf der Oberfläche fand ich 6 helle Flaregebiete und 14 Filamente, von denen nur zwei wirklich groß waren, denn die meisten wiesen nur kleine bis mittlere Dimensionen auf, hatten dafür aber sehr unterschiedliche Formen.

Freitag, 3. Oktober 2014

Sonne am 03.10.2014

Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal die Sonne unter einigermaßen guten Bedingungen beobachten konnte. Nach etwa einer Woche und vielen Ausfalltagen, erhielt ich heute auch die Gelegenheit, überhaupt mal wieder beobachten zu können. Dabei sollte es den ganzen Tag über bedeckt bleiben, doch gegen Mittag kam die Sonne zu einem frühherbstlichen Tag mit fast sommerlichen Temperaturen heraus. Ich musste zwar nach dem ersten Aufklaren noch eine gute Stunde warten, bis unser Tagesgestirn endlich über der Häuserkante herauskam, dafür wurde ich mit einem doch recht guten Seeing belohnt, das selbst kleinste Fleckengruppen erkennen ließ.

Seit meiner letzten Beobachtung hatte sich der Anblick der Sonne deutlich verändert. Zwar zählte ich 8 verschiedene Gruppen, doch gehörten diese zumeist den unteren Waldmeierklassen A bis D an. Am Ostrand standen zwei kleine A-Gruppen mit jeweils einem Fleck, die zur Beobachtungszeit um 12:30 Uhr MESZ noch keine NOAA-Nummer erhalten hatten und auch die C2 in deren näherem Umfeld war noch ohne Bezeichnung. Ebenso erging es der A3 und der B5, die hinter der großen C11-Gruppe standen. Sie selbst war auch noch nicht von der NOAA erfasst worden und wies zudem eine deutlich sichtbare Lichtbrücke nahe der Penumbra des voranschreitenden Teils des bipolaren Aktivitätsgebietes auf. Erst die AR 12177 hatte einen Namen und war eine A1, die AR 12176 eine D3. Die AR 12172 war hingegen nicht mehr zu sehen und um dem Sonnenrand herumrotiert. Bemerkenswert waren auch einige größere Fackelfelder. Ansonsten machte die Sonne einen recht ruhigen Eindruck.

Dieser wurde im H-alpha nur zum Teil bestätigt. Es gab nur 8 Protuberanzen, von denen nur zwei erkennbar größer und eine in Form eines über dem Rand schwebenden Restes zu finden war. Auf der Oberfläche erkannte ich 6 helle Flaregebiete und 12 Filamente, die oft sehr interessante, bogenförmige, an Viadukte erinnernde oder schwer zu definierende Formen aufwiesen. Am interessantesten dürfte in den kommenden Tagen der Südwesten werden, wo ein Filament dicht am Sonnenrand stand und schon morgen zu einer sehr spannenden Protuberanz werden dürfte.