Samstag, 11. Oktober 2014

Die Sonne im September 2014

Im dritten Quartalsmonat ist die Sonnenaktivität gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen, was vor allem auf eine Vielzahl kleinerer Fleckengruppen zurückzuführen ist. Wie schon in den vorangegangenen Monaten, gab es auch im September einen deutlichen Fleckenüberschuss auf der Südhalbkugel. Am 3. war die Nordhälfte sogar völlig fleckenfrei.

In den ersten Tagen des September dümpelte die Sonnenaktivität allerdings noch eine ganze Weile vor sich hin und alle gerade sichtbaren Gruppen hatten sich in Richtung Westen bewegt, während der Osten nahezu fleckenfrei war. Auf der Südhalbkugel entwickelte sich die am 28. August das erste Mal am Ostrand zu sehende AR 12152 ab dem 3. zu einer kleinen E-Gruppe und hielt die Klasse bis zu ihrem Verschwinden am 8. September. Daneben wurde aus der AR 12157, die am 5. das erste Mal als D-Gruppe am Ostrand zu beobachten war, am 7. zur zweiten E-Gruppe dieser Dekade. Gleichzeitig erschienen weitere neue Fleckengruppen, zumeist auf der Südhalbkugel.

Die AR 12157 hielt ihre Klasse bis zum 14, und bereits in den Tagen davor war ein allmählicher Rückgang der Zahl der Fleckengruppen festzustellen. Nach dem Verschwinden der E-Gruppe fiel die Aktivität wieder deutlich ab, verteilte sich dann aber eher gleichmäßig über beide Hemisphären. Die AR 12164, ab dem 11. auf der Südhalbkugel zu sehen, erreichte nach Angaben der NOAA für einen Tag, am 17. die Klasse E, während die Kanzelhöhe sie für eine D hielt. Die Einstufung ist daher als unsicher anzusehen. Danach folgte der übliche monatliche Knick in der Zahl der Aktivitätsgruppen, die an einigen Tagen auf nur noch 5 zurückging. Nach dem 20. Kam zu zu einem weiterem Aktivitätsanstieg.

Binnen weniger Tage tauchen am südöstlichen Rand vermehrt neue Gruppen auf, darunter auch zwei der Klasse E, die so dicht beieinander standen, dass die Grenzen oft nur schwer zu ziehen waren. Die eine Gruppe war die AR 12171, die am 20. erstmals zu sehen war und die zweite die AR 12172, die man einen Tag später das erste Mal sehen konnte. Beide gehörten dem schon seit Monaten über die Südhälfte der Sonne Sonne wandernden Komplex an und beide wurden ab dem 22. der Waldmeierklasse E zugeordnet. Sie bestimmten bis zum Monatsende das Antlitz der Sonne. In dem Maße, in dem die Zahl der Einzelflecke in diesen Gruppen zunahm, verringerte sich die der Gruppen, sodass man bei den Relativzahlen einen kräftigen Anstieg herauslesen kann, während parallel dazu die Gruppenzahl im Sinken begriffen war, was sich erst am 26./27. des Monats wieder änderte. Am 28. erreichte dann auch die AR 12177, die einen Tag vorher zum ersten Mal gesehen wurde, die Klasse E, sodass am Monatsende gleich drei Aktivitätsgebiete der zweithöchsten Waldmeierklasse zu beobachten waren.

Die AR 12172 hatte sich am 29. zur Klasse F weiterentwickelt, die dicht daneben stehende 12171 war nur noch eine C und schon halb hinter dem Sonnenrand verschwunden, während die AR 12173 und die 12175, seit dem 22., bzw. 26. zu sehen waren, just am letzten Septembertag der ebenfalls Klasse E zugerechnet wurden. Damit endete das 3. Quartal mit einer erhöhten, aber auch sehr unübersichtlichen Aktivität, die in den ersten Oktobertagen dann schon wieder schnell abnahm.

Im H-alpha begann, gemessen an der Häufigkeit der Flares, relativ moderat. Erst am 3. wurde der erste größere Ausbruch registriert, ein M2.5 um 13:54 UT, dem am 6. um 17:09 UT ein M1 folgte, der aus der AR 12157 aufgestiegen war. Die AR 12158 brachte am 9. um 0:29 UT den zweitstärksten Ausbruch jener Tage zustande: einen M4.5, der mit einem koronalen Massenauswurf (CME) verbunden war. Der stärkste des Monats war ein X1.6/2b, der der AR 12158 entwich, ebenfalls mit einem CME assoziiert (Teilchengeschwindigkeit bis zu 3750 km/s ) und der in der Nacht vom 12. Auf den 13. September zum größten fotografisch-visuellen Polarlicht der letzten Zeit führte. Am 10. gab es um 15:26 UT dann noch einen M2-Flare und am 11. um 21:26 UT einen M1 zu beobachten. So verhalten ging es dann auch erst einmal weiter: der 14, brachte um 2:16 UT einen M1 (AR 12157), der 18. einen weiteren M1 um 8:41 UT (AR 12169), der 23. einen M2 um 23:16 UT (AR 12172), der 27. einen M1 um 8:37 UT und der 28. um 2:58 UT einen M5.1 (AR 12173). Seltsam war auch hier wieder, dass gerade zu der Zeit, in der viele E- und F-Gruppen auf der Südhalbkugel der Sonne zu sehen waren, es im H-alpha wieder relativ ruhig blieb. In früheren Jahren hätte es hier gleich mehrere X-Flares gegeben.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen