Dienstag, 14. Oktober 2014

Sonne am 14.10.2014

Eine größere Wolkenauflockerung erlaubte mir die erste Urlaubsbeobachtung der Sonne. Der nun schon deutlich niedrigere Stand der Sonne bedeutete auch, dass ich eine ganze Weile warten musste, bis sie die höchsten Bäume überwunden hatte und ich endlich mit der Beobachtung anfangen konnte. Das Seeing war, wohl auch angesichts der für Mitte Oktober relativ hohen Temperaturen, ziemlich gut, wenn auch der Rand ständig in leichter Bewegung war und hohe Cirren träge durch das Bild im Okular zogen.

Seit der letzten Sichtung von vor zwei Tagen hatte sich eine Menge getan. Vor allem bei den niedrigeren Waldmeierklassen A und B. Die AR 12186 war im Süden die auffälligste und flächenmäßig größte Gruppe: eine H2 mit einer Penumbra, die eine deutliche Einschnürung aufwies. Trotz aller Versuche gelang es mir nicht, sie mit Hilfe von Objektivfilter und Sofibrille mit bloßem Auge zu sehen. Dafür erkannte ich eine ganze Reihe weiterer kleiner Grüppchen: Westlich der AR 12186 gab es eine B2 ohne NOAA-Nummer, dahinter, weit im Osten, die AR 12187 als J1. Ihr folgten eine B2 und eine A2, ebenfalls ohne Nummerierung. Im Norden gab es lediglich die AR 12188 als C9.

Im H-alpha hatte sich das Bild binnen zwei Tagen drastisch verändert. Der leicht orangene Hintergrund und ein etwas flaues Bild ließen zwar nicht alle Einzelheiten klar hervortreten, dennoch zählte ich 8 Protuberanzen, 8 Filamente und 6 helle Flaregebiete. Mit Ausnahme eines Materiebogens im Nordwesten waren alle Protuben relativ klein, auch das aktivere Gebiet im Nordosten, wo sich Material gelöst hatte und frei im Raum schwebte. Lediglich drei größere Filamente konnte nahe des Westrandes gesehen werden und eines stand kurz davor, als Filament-Protuberanz gesehen zu werden. So waren denn auch der Nord- und der Südpol der Sonne erscheinungsfrei.

Im 4. Quartal kann man über jede gelungene Beobachtung glücklich sein, weil es traditionell nicht sehr viele werden und so sind die Wetteraussichten für die kommenden Tage auch eher niederschmetternd. Bis zum kommenden Wochenende wird dies wohl – glaubt man den Prognosen – die letzte Beobachtung bleiben.

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