Mittwoch, 15. Oktober 2014

Sonne am 15.10.2014

Was drei kleine Wolkenlöcher so alles bewirken können: Weniger als eine Stunde Sonnenschein war angekündigt worde und insgesamt kam das auch hin. Gegen Mittag wurde es erstmal an diesem Tag richtig hell, man hätte sich sonst schon im November wähnen können. Aber kurz nach Mittag tat sich die erste Lücke auf und gab den Blick auf eine überwiegend von kleinen Fleckengruppen bevölkerte Weißlichtsonne frei.

Die beiden Aktivitätsgebiete 12186 und 12187 im Süden stachen dabei sofort ins Auge. Mit den anderen Gruppen dauerte es etwas länger, weil sie trotz gutem Seeing nur schwer zu erkennen waren. Die AR 12186 war eine H2 mit zwei heute noch deutlicher voneinander getrennten Umbra innerhalb einer Penumbra. Hier könnte es in den nächsten Tagen durchaus zu einer Fleckenteilung kommen. Die AR 12187 war – mit gutem Willen – eine C4, dahinter stand, am Rande eines Fackelfeldes, eine A2 ohne Nummer. Ich fand auf der nun wieder aktiveren Nordhälfte gleich drei unnummerierte Gruppen: eine B3, eine B4 und eine B2 nah am Westrand. Die AR 12189 sah aus wie eine C5 und die 12188 wie eine A1.

Bis zur H-alpha-Beobachtung musste ich ein Weilchen warten, genauer gesagt, fast zwei Stunden. Dann riss die Bewölkung erneut auf. Schon am Vormittag hatte ich via GONG gesehen, dass im Osten eine Protuberanz aufgestiegen war, die über das Bildfeld der Aufnahmeoptik hinausragte. Als ich endlich die Gelegenheit hatte, zu beobachten, waren die wesentlichen Teile der Eruption schon ins All entfleucht. Aber es gab noch mehr zu sehen: Im Nordosten schwebte eine sehr große Protube über dem Sonnenrand, genau gegenüber im Südwesten erhobt sich ebenfalls ein großflächiger Materiebogen. Dazu kamen 8 weitere Protuben. 

Auf der Oberfläche fand ich 15 verschieden große Filamente und 5 Flaregebiete, die aber wenig aktiv waren. Bei einer Nachbeobachtung, etwa 20 Minuten später, musste ich erst auf eine größere Wolkenlücke warten und als diese endlich an der Sonne ankam, zogen blitzschnell dunkle, tief hängende Wolken heran, die meine Bemühungen abrupt beendeten. Ich hatte mich nur nach einem anderen Okular umgedreht und schon war die Sonne für den Rest des Beobachtungstages weg, denn wenn sie zum Zeitpunkt, wo ich dies blogge, sich noch mal sehen lassen sollte, ist mir die Sicht durch Bäume und meinem Hochhaus gegenüber versperrt.

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