Freitag, 17. Oktober 2014

Sonne am 17.10.2014

Erfolg und Misserfolg hängen besonders bei der Sonnenbeobachtung nicht nur von der zur Verfügung stehenden Zeit ab, sondern vielfach auch vom Standort. So kann es passieren, dass man an Punkt A einen fast klaren Himmel hat, während an Punkt B immer wieder Wolken durchziehen und die Beobachtung erschweren. Dies ist mir heute passiert. Als ich um die Mittagszeit unterwegs war, riss über mir mit einem Mal die Bewölkung fast völlig auf. Zu Hause angekommen – nur wenige Kilometer vom vorherigen Standort entfernt – konnte ich nur noch durch dünne und schnell dahinziehende Wolken hindurchsehen.

Die Beobachtungsbedingungen waren daher eher suboptimal, wenn auch das Seeing angesichts der Wolkenbewegungen recht ordentlich war. Auf den ersten Blick sah ich im Weißlicht nur zwei Gruppen: die AR 12186 und die 12187 auf der Südhalbkugel, beide eine H1. Am Ostrand entdeckte ich kurz darauf eine neue, größere Gruppe, die ich als D5 klassifizierte. Diese dürfte in den kommenden Tagen durchaus interessant werden. Durchziehende Wolken erschwerten dann das Erkennen weiterer Gruppen. Nur mit großer Mühe und großem Zeitaufwand fand ich die AR 12189 und die 12190 als zwei A1-Gruppen. Eine weitere sichtete ich erst deutlich später, sie stand östlich der AR 12190 in einiger Entfernung zum Sonnenrand.

Nach einer weiteren Wartezeit, inzwischen war fast eine Stunden vergangen, konnte ich noch mein PST einsetzten. Die Aktivität im H-alpha hatte gegenüber der letzten Beobachtung leicht abgenommen und ich zählte 8 Protuberanzen, 7 Filamnte und 5 schwache Flaregebiete. Dabei waren die Protuben durchweg von Interesse und wiesen viele verschiedene Formen wie Spritzer und Bögen auf. Eine erinnerte an eine Baumart aus Namibia. Nur zwei größere Filamente waren überdies zu sehen, der Rest war nur marginaler Kleinkram. Überhaupt konzentrierte die die Aktivität hier eher auf die Osthälfte der Sonne und bis auf eine Protuberanz nahe des solaren Südpols waren beide Polgebiete erscheinungsfrei. Und nachdem dieser Text fertig war, klarte der Himmel endgültig auf, sodass ich noch einmal Nachbeobachtungen anstellen, aber nichts Neues mehr finden konnte.   

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen