Sonntag, 19. Oktober 2014

Sonne am 19.10.2014

Den Tag mit einer Sonnenbeobachtung zu beginnen, das kann man wohl nur an einem Standort wie die Sternwarte in Kirchheim, außer, man hat ein Haus mit rundum freier Sicht. Es war sehr sonnig, doch das Seeing war eher unterdurchschnittlich. Der Sonnenrand wallte heftig und auch Oberflächendetails waren zeitweise etwas schlechter zu erkennen.

Die AR 12186 und die AR 12187 hatten sich nur unbedeutend verändert. Sie konnten weiter als J1 und C4 klassifiziert werden. Neu hinzugekommen war eine B7-Gruppe im Norden (Ohne NOAA-Kennung) und die größte Gruppe war zweifelsohne die AR 12192, die davon abgespaltete B5 hatte ebenfalls noch keine NOAA-Bezeichnung erhalten. Die große AR 12192 wies nach meiner Beobachtung 25 Einzelflecken auf und gehörte der Waldmeierklasse E an. Beeindruckend groß war der f-Teil der Gruppe, den ich mithilfe einer Sofibrille auch mit bloßem Auge sehen konnte.

Der immer noch stark wallende Sonnenrand war auch im H-alpha erkennbar, sowie eine ganze Reihe schöner Protuberanzen. Ich zählte zwar nur 7 Exemplare, doch drei von ihnen waren vergleichsweise groß, sprengten aber noch nicht den Bildrand von GONG. Binnen kurzer Zeit entfaltete sich der Materiebogen im Süden und der Bereich rund um die AR 12192 war von hellen chromosphärischen Fackeln umsäumt, hier war in der Nacht zwischen 4:17 UTC und 5:48 UTC (Höhepunkt um 5:03 UTC) ein X1.1/Sn-Flare entstanden und für die kommenden Tagen dürfte dieses Gebiet sehr spannend werden. Gestern hatte es hier um 7:58 UTC (Höhepunkt) schon einen M1.6-Flare gegeben. 

Am Nachmittag versuchten wir (hauptsächlich mein Mitreisender André Wulff), die Sonne mittels einer Mintron-Kamera aufzunehmen. Es sind dabei ein paar schöne Videos entstanden, die aber aufgrund des mittlerweile doch recht schlecht gewordenen Seeings wohl eher nicht verarbeitet werden können, jedoch wunderbar als Anschauungsmaterial verwendet werden können. So konnten wir auch die Flaretätigkeit bei der AR 12192 und einen aktuellen Flare gegen 12:15 UTC dokumentieren. Das gab genügend Stoff für den nächsten Sonnenworkshop der GvA Anfang November.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen