Montag, 20. Oktober 2014

Sonne am 20.10.2014

Der dritte Tag in Kirchheim begann wieder mit einer Sonnenbeobachtung, allerdings unter erheblich schlechteren Bedingungen, als in den Vortagen: der Himmel war weitgehend bedeckt oder zugesypht und nur selten zeigten sich etwas lichtere Zonen, die man zumindest im Weißlicht gut für die Beobachtung nutzen konnte. Nebenbei zeigte sich dann auch eine kleine Nebensonne.

Die AR 12192 hatte sich deutlich verändert und wies eine größflächige Penumbra auf, die dazu führte, dass ich die Gruppe auch unter den schlechten Witterungsbedingungen problemlos mit einer Sofibrille mit bloßem Auge sehen konnte. Sie wies nach meiner Zählung 55 Einzelflecke auf und schien bei genauerer Betrachtung aus einer einzigen Penumbra zu bestehen. Ich stufte sie, aufgrund ihrer geschätzten Länge als E-Gruppe ein, die Komplexität gerade der Penumbra führte aber sicher bei einigen dazu, sie der Klasse E zuzuordnen. Am Rande und in der Penumbra waren gleich mehrere Lichtbrücken (helle Einkerbungen oder Flecken) zu sehen, die an dem Hofgebiet arbeiteten.

Etwas abgesetzt davon stand eine B-Gruppe, die nach wie vor sowohl von der NOAA als auch der Kanzelhöhe zur E dazu gezählt wird. Ich hielt den Abstand zur E für zu groß und zählte sie als separate B4, die natürlich keine NOAA-Nummer hatte.

Auch noch ohne Kennung war die J1, die direkt am Ostrand in einem kleinen Fackelfeld stand. Die AR 12187 war weiter als H1 zu sehen, davor, in Richtung auf den Sonnenmeridian, hatte sich eine A1 gebildet, die selbst unter den heutigen Umständen noch gut zu sehen war. Sie hatte zu dieser frühen Stunde (8:00 UT) noch keine Nummer bekommen, ebenso wenig die A1, die nordwestlich der AR 12193 stand, die sich von einer B zur D10 gemausert hatte. Die AR 12186 war indes nicht mehr zu sehen, weil sie hinter den Westrand wegrotiert war.

Für die H-alpha-Beobachtung waren die Sichtbedingungen jedoch mehr als abträglich. Im PST zeigte sich die Sonne lediglich als dunkelroter matschiger und konturloser Fleck, der keinerlei Details erkennen ließ. Das wurde zwei Stunden später etwas besser, sodass ich – trotz sehr hellem Himmelshintergrund und nicht immer klar definiertem Sonnenrand – 9 Protuberanzen, 5 Flaregebiete (ein sehr helles rund um die AR 12152) und 10 Filamente erkennen konnte. Ein Filament im Osten zeigte genau auf den Sonnenrand und ging dort in eine Protuberanz über, ein weiteres schlängelte sich rund um den Sonnenmeridian. Es bleibt also spannend. 

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