Dienstag, 21. Oktober 2014

Sonne am 21.10.2014

Das momentan sehr windige Wetter in Thüringen ließ heute Vormittag eine größere Wolkenlücke auftauchen, durch die ich bei recht unruhigem Seeing problemlos hindurchbeobachten konnte. Der Sonnenrand war zwar heftig am Wallen, dafür die Bildschärfe ganz erträglich, sowohl für die Weißlicht-, als auch für die H-alpha-Beobachtung.

Die große AR 12152 war zweifelsohne der Hingucker des Tages: Mit ihren nach meiner Zählung 63 Einzelflecken und einer über 1200 Millionstel Hemisphären große Penumbra ließ auch eine Beobachtung mit Sofibrille und bloßem Auge zu. In ihrer Nähe war immer noch die B-Gruppe zu sehen, mit heute 11 Flecken. Manche Beobachter rechnen auch das ganze Gebiet zusammen und machen eine F-Gruppe daraus. Die Gruppe hatte sich seit gestern stark verändert, die Penumbra war größer geworden und hatte gleichzeitig ihre Form verändert. In ihrem Umfeld gab es eine ganze Reihe von Lichtbrücken, hellen Einbrüchen in den Fleck bzw. innerhalb der Penumbra, die Rückschlüsse auf ein hochaktives lokales Magnetfeld erlauben. Auch wirkte sie an einigen Stellen ihres Randes ein wenig ausgefranst.

Dahinter zeigte sich die schon gestern zu beobachtende Gruppe heute als C2 (noch immer ohne NOAA-Nummer). Die AR 12187 war noch immer eine H1 und die davor liegende AR 12191 konnte als A1 wahrgenommen werden, die AR 12193 war eine D8 und in deren Nähe war aus der gestrigen A1 ohne Kennung eine B11 ohne Kennung geworden, aber einwandfrei zu identifizieren.

Überraschend wenige Protuberanzen waren heute im H-alpha zu sehen, nur ganze 12 Stück, die überdies alle ziemlich klein waren. Die Zahl der Filamente betrug 16 – bemerkenswert waren vor allem 4 sehr lange Exemplare – und es ließen sich 7 helle Flaregebiete ausmachen, die hellsten wieder rund um die AR 12152. Die kommenden Tage dürften auch wegen der Aussichten auf Polarlichter, sehr spannend werden.

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