Freitag, 24. Oktober 2014

Sonne am 24.10.2014

Es ist vollbracht: Nach dem schwachen letzten Jahr habe ich mit dem heutigen Tag 2014 mein Jahresziel von 200 Beobachtungen wieder erreicht. Und das unter fast optimalen Bedingungen auf der Sternwarte Kirchheim in Thüringen. Einfach kurz vor die Tür gehen und beobachten und nicht, wie im immer dichter besiedelten Hamburg stundenlang warten, bis die Sonne mal nicht durch Häuser oder Bäume verdeckt wird und dann erleben müssen, dass bei Auftauchen der Sonne über dem Baum oder der Hauskante sich die einzige Wolkenlücke des Tages wieder schließt.

Das Seeing am heutigen Morgen war gut und so konnte ich die AR 12192 in allen Einzelheiten genießen. Sie ist mittlerweile zur größten Fleckengruppe seit dem 18. November 1990 geworden, als die AR 6368 ähnliche Ausmaße erreicht hatte. Die filigranen Strukturen in der Gruppe, die Größe ihrer Penumbren und die hohe Zahl an Flecken in dieser Region (ich kam heute auf genau 70!) machten den Anblick zu einem Genuss. Ich konnte sie auch heute wieder ohne Probleme mit der Sofibrille oder dem vor das Auge gehaltenen Glasobjektivfilter flächig erkennen, mit allerdings nicht mehr ganz so klar definierter Form wie gestern.

Und sie war nicht alleine, wenngleich die anderen Gruppen deutlich kleiner ausfielen. Die AR 12187 war nicht mehr zu sehen und hinter den Westrand rotiert. Die AR 12193 war eine C3, die 12194 eine C9 und die 12195 eine C2. Dahinter erwischte ich noch eine J1 und eine A1, die frisch über den Ostrand gekommen waren.

Spannend war denn auch die Beobachtung im H-alpha. Zwar war die Zahl von 10 Protuberanzen, allesamt recht klein, etwas enttäuschend, man wurde dafür aber mit 14 (davon zwei sehr großen) Filamenten und 9 hellen Flaregebieten entschädigt. Und während dieser Text entstand, schoss um 7:38 UT aus der AR 12192 ein heller Flare hervor, der erst wie eine Brücke mit zwei Stegen aussah, die sich dann zu einem Ring öffneten und danach allmählich zerfaserte. Außerdem stieg direkt aus der Kernzone des Flares ein Filament auf, das im Laufe der Beobachtungszeit immer länger wurde: Hier eruptierte etwas aus der Fleckengruppe heraus. Beeindruckend, selbst im kleinen PST! Gleichzeitig bildeten sich auch in anderen Teilen der Region flareartige, sehr helle Punkte und Linien aus, die sich auch nach längerer Beobachtungszeit hielten, aber nicht so hell wurden, wie der Flare.

Um 8:15 UT war von ihm dann nicht mehr viel zu sehen, lediglich ein paar helle Punkte und Streifen, dafür wurden die Filamentstrukturen über der AR 12192 immer länger: hier wurde definitiv etwas herauseruptiert. Wenig später wurde gemeldet, dass der beobachtete Flare ein M4.07 war! Augenblicke später entstand im Bereich der AR 12194 ebenfalls ein kleiner, aber deutlich schwächerer, Flare.

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