Samstag, 1. November 2014

Sonne am 01.11.2014

Der 1. November und gleich eine Sonnenbeobachtung: das hat Seltenheitswert, denn in diesem für viele auch als Gruselmonat oder Deprimonat bezeichneten Jahresabschnitt sind sonnige Tage am Wochenende ein Novum. Ich kann mich an Jahre erinnern, da habe ich im November keine einzige Sonnenbeobachtung zustande gebracht, weil es am Wochenende nie klar war und die Sonne in der zu früh unterging, wenn man sie überhaupt zu Gesicht bekam.

So begann der Tag fast mit einer Beobachtung bei erstaunlich gutem Seeing, aber hohen, durchziehendem Syph, der sich erst legte, als die Sonne hinter der Hauskante stand (Murphy kann es einfach nicht lassen). Dieser leichte Syph war es denn auch, der die Erkennbarkeit der sehr vielen kleinen Fleckengruppen zum Teil verhinderte, die heute die Sonnenoberfläche zierten. Oft waren sie auch erst auf den zweiten Blick zu erkennen und ich bin mir sicher, die eine oder andere Gruppe nicht erwischt zu haben, weil das Auflösungsvermögen meines kleinen 80/400er-Refraktors zu gering war, um sie darstellen zu können.

Beim ersten flüchtigen Blick fielen mir nur drei Gruppen ins Auge: Die AR 12195 als J1, die AR 12202 als C10 und die AR 12201 als C7. Erst später sah ich bei der AR 12201 eine A1 ohne NOAA-Nummer und eine B4, ebenfalls ohne Kennung, auf der Nordhalbkugel der Sonne. Nach längerer Beobachtungszeit kamen die AR 12200 als B4, die AR 21299 als A1 und die AR 12196, ebenfalls als A1, hinzu. Auf SDO-Aufnahmen waren noch drei weitere Gruppen eingetragen, die ich aber partout nicht finden konnte.

Das relativ ruhige Seeing erlaubte heute denn auch eine Beobachtung im H-alpha, was besonders interessant war. Am Ostrand schwebte eine Materiewolke über der Oberfläche, am Westrand waren eine sehr großflächige, eine spitzkegelige und eine irregulär geformte Protuberanz zu sehen. Bei näherem Hinsehen erkannte ich dann noch eine Schleifenprotuberanz am Ostrand und mehrere kleinere Erhebungen, wodurch die ihre Zahl auf 10 anstieg. Auf der Oberfläche waren 6 helle Flaregebiete – und ein gerade in der Sonnenscheibenmitte aktiver, kleinerer Flare – sowie 9 kleine Filamente zu sehen. Leider konnte ich wegen der Hauskante die Beobachtung dann nicht mehr fortsetzen und ein Ausweichen auf den Hinterhof war nicht zielführend, weil die Sonne dort den Boden nicht mehr erreicht und meine Umgebung für den niedrigen Sonnenstand zu viele Häuser und Bäume aufweist, die sich als Hindernis in den Weg stellen.

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