Samstag, 8. November 2014

Sonne am 08.11.2014

Den Tag mit einer Sonnenbeobachtung zu beginnen, kann auch jede Menge Stress bedeuten. So wachte ich auf, als der Himmel völlig klar war und freute mich, auch heute eine Beobachtung bekommen zu können, zumal ich nicht nur aufgrund des Bahnstreiks auf eine Teilnahme an der Bochumer Herbsttagung der Amateurastronomen verzichtet hatte.

Doch je näher der Zeitpunkt rückte, wo die Sonne über dem Nachbardach hochsteigen würde, desto mehr zog es sich in Sonnenrichtung zu, während der übrige Himmel nahezu wolkenfrei blieb. Ein Phänomen, das ich sehr oft beobachte. Durch den flacheren Tagbogen der Sonne dauerte es natürlich auch länger, bis sie erstmals über die Hauskante hinweglukte. Und da passierte es: binnen Sekunden zog der Himmel völlig zu. Meine Flüche erspare ich mal den Blogleserinnen und -lesern. Die Wolken zogen allerdings sehr schnell und nach etwa 10 Minuten öffnete sich wieder ein Wolkenloch. Ich stürzte regelrecht zum Teleskop, richtete es aus und fand als erstes die AR 12205 als E31. Durchziehende Wolkenstreifen nervten und behinderten das Aufsuchen der kleineren Fleckengruppen, von denen es gestern ja noch eine ganze Menge gab. Dann war der Himmel erst einmal frei und ich konnte die Beobachtung fortsetzen.

Am Westrand stand die AR 12203 als J1, die AR 12204 war erst auf den zweiten Blick zu sehen und dann als C8. Auf die AR 12201 – eine A1 - im Süden stieß ich auch erst später , gerade als wieder einzelne Wolkenstreifen durch das Gesichtsfeld zogen. Hart am Ostrand fand ich noch zwei J1-Gruppen ohne NOAA-Nummer, die ganz frisch erschienen waren. Alles in allem eine eher durchschnittliche Aktivität im Weißlicht mit der AR 12205 als einzigem Höhepunkt.

Im H-alpha sah es denn auch ganz ähnlich aus: 13 kleine Protuberanzen am Rand, 6 Filamente – nur eines davon sehr groß – und vier helle Flaregebiete. Eines davon rund um die AR 12205, wo man wieder den Eindruck hatte, dass heute dort neue Flares hervorkommen würden. Meine Prognose von gestern traf dann wenige Stunden später auch ein: zwischen 17:25 und 17:34 UT, mit Höhepunkt um 17:26 UT produzierte sie einen X1.6-Flare, der mit einer Typ II-Radioemmission (Typ R2) und einen Koronalen Massenauswurf verbunden war, dessen Teilchen mit 602km/s davongetragen wurden.

Kurz nach Ende der Beobachtung zog dann der Himmel zu und die Sonne kam erst wieder heraus, als sie hinter einem meiner zahlreichen Bäume stand ...

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