Sonntag, 23. November 2014

Sonne am 23.11.2014

Kampf und Krampf, Enttäuschung und ein beinahe ständiges Auf und Ab bei der Hoffnung, nach zwei Wochen endlich mal wieder die Sonne live am Teleskop erleben zu dürfen, prägten diese Beobachtung. Nachdem ich gestern die einzige Wolkenlücke des ganzen Tages um gut 10 Minuten verpasst hatte. Hoffte ich heute auf besseres Wetter.

Gegen Mittag klarte es das erste Mal auf, da stand die Sonne noch hinter einem Baum. Die nächsten Wolkenlücken zogen zumeist südlich an der Sonne vorbei oder wurden durch tiefer liegende Wolkenschichten binnen Sekunden geschlossen. Mehrmaliges Auf- und Abbauen des Teleskops ohne einmal die Sonne sehen zu können, führten nur zu noch mehr Astrofrust. Das erste Mal klarte es dann richtig auf, als die Sonne gerade eben hinter der Kante des ersten Hochhauses verschwunden war.

Als sie dann rechts vom Hochhaus wieder auftauchte, stand sie knapp über den Bäumen, dafür war der Himmel mittelschwer abgesypht. Ich baute dennoch ein letztes Mal für heute das Teleskop auf und bekam dann ein mehr oder weniger schlechtes Bild der Sonnenaktivität ins Auge gezaubert. Der Himmelshintergrund im Okular war grau und schleimig, es zogen ständig Wolken durch und behinderten zusätzlich zu den Ästen, die mittlerweile ins Bild ragten, die Beobachtung.

So schätzte ich die Fleckenzahl mehr, als das ich sie wirklich zählte, aber etwas anderes war angesichts der Beobachtungsbedingungen nicht möglich. Die ehemals große AR 12209 war nicht mehr mit bloßem Auge zu sehen und sah auch so nicht mehr sehr beeindruckend aus. Ich klassifizierte sie als F18, die neue AR 12216 schien mir eine D8 zu sein, die leicht größer war als die 12209. Südwestlich davon war eine B4 zu sehen, die ebenso wenig eine NOAA-Nummer hatte wie die J1, die heute am Ostrand aufgetaucht war. Das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe hatte in seiner Zeichnung noch eine A1 verzeichnet, die ich aber beim besten Willen unter dem abgeschmodderten Himmel nicht finden konnte. Unter diesen Umständen ist auch klar, dass eine H-alpha-Beobachtung nicht möglich war.

Angesichts der miserablen Situation kann man sich durchaus die Frage stellen, welchen Wert diese Beobachtung angesichts der miserablen Beobachtungssituation hatte. Ich werde sie zwar zur Auswertung einreichen, aber zu meinen besten wird sie ganz sicherlich nicht zählen. Und während ich das hier blogge, verbessert sich der Himmel leicht … und die Sonne steht vollends hinter einem Baum ... 

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