Samstag, 6. Dezember 2014

Sonne am 06.12.2014

Endlich hatte einmal alles gepasst: Der fast eine Woche andauernde Hochnebel hatte sich verzogen und gegen Mittag kam auch die Nikolaus-Sonne raus und ich war rechtzeitig wieder zu Hause, um sie beobachten zu können, bevor sie hinter einem meiner beiden Hochhäuser verschwinden würde.

Der Himmel wurde von Minute zu Minute klarer, weil eine kleine Hochdruckzone aus Nordwesten herankam, die zur Zeit noch einen klaren Himmel beschert. Das Seeing war allerdings grausig, wenn auch für wenige Sekunden das Bild stand und man dadurch auch kleine Gruppen erkennen konnte. Manchmal wurde man auf diese erst dadurch aufmerksam, dass sich im allgemeinen Seeinggeblubber Strukturen wie durch ein Vergrößerungsglas zeigten und die auch dann noch da waren, als sich die Luft ein wenig beruhigt hatte. Dieses Phänomen ist zwar bekannt, ich habe es selber aber auch nur selten beobachtet. Heute war es von Vorteil.

Als erstes erkannte ich im Süden die beiden einzigen Fleckengruppen mit Penumbra, die AR 12222, die ich als D3 klassifizierte und die aus einer einzigen, langgestreckten Penumbra bestand, und die AR 12227, die ich für eine H2 hielt, was aber auch am Seeing gelegen haben kann. Bisweilen sah ich zwei deutlich getrennte Umbren, dann wieder nur eine. Es war schwer zu entscheiden, was hier Wirklichkeit und was nur vorgetäuscht war. Dann erkannte ich im Norden noch die AR 12218 als J1, die aber spätestens morgen um den Westrand herumrotiert sein wird. Dann machte ich mich auf die Suche nach den kleinen Gruppen, was sehr schwer war und nur in den wenigen Sekunden ruhiger Luft oder paradoxerweise beim Durchzug dünnerer Wolken gelang. So fand ich die AR 12228 als A1, die AR 1225 ebenfalls als A1, eine unterhalb der AR 1227 stehende B3 ohne NOAA-Nummer und, ganz zum Schluss, eine nah am Ostrand stehende B2 in einem Fackelfeld, ebenfalls noch ohne Nummer.

Da noch Zeit blieb, bis das Hochhaus mit die letzte Chance auf eine Beobachtung nehmen würde, baute ich schnell das PST auf. Im H-alpha zeigte sich allerdings keine besonders aufgepägte Aktivität. Am Rand sah ich mit Mühe, weil das schlechte Seeing hier noch stärker durchschlug, als im Weißlicht, magere 8 Mini-Protübchen – nur je eine im Südosten und eine im Nordwesten waren überhaupt erwähnenswert -, während auf der Oberfläche 6 kleine Filamente und 5 Flaregebiete auszumachen waren, wobei nur das rund um die AR 12226 befindliche wirklich hell war. Hier hatte es am 4. um 18:25 den bislang letzten großen Flare gegeben, ein M6.1. Nur Stunden vorher, um 8:10 UT war hier ein M1.3 aufgestiegen und am 5. hatte es um 11:33 UT einen M1.5-Flare gegeben.

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