Sonntag, 14. Dezember 2014

Sonne am 14.12.2014

Wäre es nach der Wettervorhersage bei wetteronline.de gegangen, hätte der Tag den typischen Verlauf eines mitteleuropäischen Spätherbsttages nehmen sollen: grau, trüb und ohne die geringste Aussicht auf ein paar Stunden Sonnenschein. Dies war noch vor wenigen Tagen für den 3. Advent prognostiziert worden. Doch es kam mal wieder alles ganz anders und endlich auch mal positiv. Gegen Mittag begannen sich erste Lücken in der dichten Wolkendecke zu zeigen und gegen Mittag, kurz bevor ich mit dem Essen begann, wurde es richtig sonnig. 

Da ich die frisch zubereitete Mahlzeit nicht unterbrechen wollte, dachte ich an meine zahlreichen Murphys, die dafür sorgten, dass der Himmel immer dann klar war, wenn ich nicht beobachten konnte. Zum Glück kam es anders und so konnte ich entspannt das Teleskop auf die Fensterbank stellen und mit der Beobachtung im Weißlicht beginnen. Das Seeing war ganz passabel, zeigte zwar am Sonnenrand heftige Bewegungen, dafür war die Oberfläche ziemlich ruhig.

Die Sonne war heute im Weißlicht sehr fleckenreich und zeigte 12 Gruppen unterschiedlicher Klassen. Im Norden standen exakt am Westrand die AR 12227, die ich als J1 klassifizierte. Ihr folgte die AR 12234 als C2, die AR 12232 als B3 und die AR 12236 als H2. Daneben gab es hier noch eine D11 und eine D8 ohne NOAA-Kennung. Zum Süden zählten von Ost nach West zunächst drei Gruppen ohne Nummer: eine D3, eine B2 und eine J2. Die erste „offizielle“ war die AR 12237 als J1 und die AR 12235 als H1 sowie die AR 12230 als D7, die nur aus einer, dafür aber langen, Penumbra bestand.

Die Wolkenlücken wurde immer beständiger, daher baute ich noch mein PST auf, um mir die Aktivität im H-alpha anzuschauen. Im Osten waren zwei größere Protuberanzen und ein über dem Rand schwebendes Materiewölkchen zu sehen. Vier kleine Erhebungen gab es am Westrand. Die Oberfläche wies 7 Filamente auf,  aber nur eines war wirklich groß zu nennen. Dafür waren hier 8 Flaregebiete zu sehen, die der Sonne ein leicht gesprenkeltes Aussehen verliehen. Und im Südosten, hinter der AR 12237, schien sich gerade eine größere Aktivität zu entwickeln. Leider konnte ich das nicht weiter verfolgen, weil nur Minuten später die Sonne hinter meinen Hochhaus verschwand und ich keine weitere Möglichkeit zur Beobachtung hatte. 

Die AR 12237 ist übrigens der klägliche Rest der AR 12209, die im November und Oktober noch locker mit bloßem Auge zu sehen war und nunmehr seit September ihren vierten (!) Umlauf absolviert. Das hat in diesem Zyklus Seltenheitswert. Da sie nun arg zusammengefallen ist, dürfte fraglich sein, ob sie den jetzigen Durchlauf überhaupt unbeschadet überstehen wird. Im H-alpha gehört die jedenfalls zu den 8 Flaregebieten, die heute zu sehen waren.

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