Donnerstag, 25. Dezember 2014

Sonne am 25.12.2014

Es war ein ausgesprochener Glücksfall, der mir heute eine Beobachtung bescherte. Den ganzen Morgen über zeigten sich mehr oder weniger große Wolkenlücken, doch das war, als die Sonne noch zu tief stand. Kurz nach 12 Uhr kamen aus Richtung Nordwesten in sehr schnellem Tempo abermals größere, wolkenfreie Abschnitte heran. 

Der Wind zerrte recht ordentlich an meinem kleinen Refraktor, der, wie üblich, auf der Fensterbank stand. In der Küche fiel ein Plastikbecher herunter und ein zusammengeknülltes Papiertaschentuch wurde nach draußen gewirbelt. Eigentlich die ungünstigsten Bedingungen, die man sich vorstellen konnte. Der Zettel zum Aufschreiben der Beobachtung musste mit einer schweren Thermosflasche gesichert werden. Außerdem durfte ich mich nicht allzuweit vom Teleskop entfernen, damit nicht, wie es mir vor einigen Jahren passiert ist, das Instrument vom zuwehenden Fenster nach unten geworfen wird. 

In der ersten Lücke stand die Sonne noch hinter einem Baum, bei der zweiten war sie schon weitgehend dahinter hervorgetreten und ich konnte mit der Weißlichtbeobachtung beginnen.

Gegenüber der gestrigen Beobachtung hatte sich nur wenig verändert. Die AR 12241 auf der Südhalbkugel war schon halb über dem Westrand weggewandert und eine H1. Die AR 12244 konnte der Klasse D zugeordnet werden und besaß sechs Einzelflecke. Sie war sehr langgestreckt und wies nur zwei kleine Penumbren auf. Südöstlich davon hatte sich in der Nacht eine neue D-Gruppe gebildet, die noch ohne NOAA-Nummer war und in der ebenfalls 6 Einzelflecke gezählt werden konnten. Dafür hatte sie deutlich ausgeprägter Penumbren. Im Osten standen dann noch die AR 12247 und die 12248, beide, wie gestern, jeweils eine J1. Im Norden waren dagegen nur die AR 12246 als J1 und die 12245 als B6 zu sehen, allerdings erst im letzten Moment, weil wieder aufkommende Wolken die Beobachtung empfindlich störten. So war hier die Zahl der Flecken eher geschätzt als real beobachtet.

Die Hoffnung auf eine H-alpha-Beobachtung erfüllte sich nicht, weil die nachfolgenden Wolkenlücken alle an der Sonne vorbeiliefen oder erst die Position der Sonne trafen, als diese wieder hinter meinen Hochhaus stand. 

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