Freitag, 26. Dezember 2014

Sonne am 26.12.2014

Astronomische Beobachtungen unterliegen oft sonderbaren Eigenheiten. Sie sind naturgemäß abhängig vom lokalen Wettergeschehen und Einflüssen, die oft nicht wirklich erklärbar sind. So sollte es heute Mittag aufklaren, was auch tatsächlich passierte, allerdings erst, als die Sonne hinter meinem gegenüberliegenden Hochhaus verschwunden war. Zuvor hatten sich sämtliche Wolken im Süden versammelt und es kamen eine Zeitlang auch noch tieferliegende hinzu, ein Phänomen, das mich gerade in den letzten Wochen gut und gerne 10 bis 20 Beobachtungen gekostet hat.

Gut zwei Stunden später tauchte sie recht vom Hochhaus wieder auf und ich konnte, bis sie zu tief hinter den Bäumen stand, zumindest noch die größten Fleckengruppen erfassen. Dies waren im Norden die AR 12246 als H1 und die AR 12245 als B4 - sie war seit gestern vollkommen in sich zusammengefallen - und im Süden die AR 12249 als D12, die AR 12248 als D9 und die AR 12247 als A1. Nach der Passage des Baumes stand die Sonne wieder hinter dem Baukran und in der kurzen Phase, bis sie hinter dem zweiten Hochhaus verschwand, erkannte ich gleich mehrere kleine Flecken. Nördlich des Sonnenäquators fand ich die AR 12244 und eine weitere, ohne Bezeichnung, jeweils als A1, südlich noch eine B4 und eine B8, ebenfalls noch ohne NOAA-Nummer.

Zum Schluss wurde es hektisch. Ich setzte noch kurz mein PST auf das kleine Stativ, doch es war sinnlos geworden, weiter zu beobachten. Ein Baum ragte ins Gesichtsfeld, ebenso der Ausleger des Krans und dann machte sich auch sehr schnell die Kante des zweiten Hochhauses bemerkbar, hinter der die Sonne verschwand und kurz darauf unterging.

Eine entspannte Beobachtung sieht anders aus, doch was soll man machen, wenn man in keiner einzigen Himmelsrichtung eine wirkliche Horizontsicht hat und alles durch Bäume und Häuser vollgestellt ist. Da gibt es dann nicht nur Wolkenlückenastronomie, sondern eine solche, die durch irdische Objekte zusätzlich erschwert wird, damit es auch nicht zu einfach ist, seine tägliche Relativzahl zu bekommen.

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