Montag, 29. Dezember 2014

Sonne am 29.12.2014


Wettervorhersagen und tatsächliches Wetter gehen nicht immer Hand in Hand. Heute sollte es den ganzen Tag bedeckt sein und mehr oder wenige oft schneien, stattdessen klarte es schon am Vormittag auf - wonach ich noch mehr als 2 Stunden warten musste, bis ich die Sonne zu Gesicht bekam - und der Himmel war auch noch zur passenden Zeit kurz nach 12 Uhr weitgehend klar. Erst nach meiner Beobachtung zog es langsam wieder zu. Das Seeing war, weil ich keinen blauen Himmel hatte, sondern durch eine leicht milchige Schicht hindurchschauen musste, auch nicht so gut wie gestern noch. Vor allem der spürbar wallende Sonnenrand machte Probleme bei der Erkennbarkeit randnaher Fleckengruppen.

Das betraf im Süden besonders die AR 12249, deren Struktur nur schwer im Detail zu erkennen war und die ich als D4 klassifizierte. Die AR 12247 war nur bei näherem Hinsehen zu erkennen, ich hielt sie für eine B3. Besser sah es mit der AR 12248 als C5 und der AR 12252 als H1 aus. Kräftig weiterentwickelt hatte sich die AR 12251, die gestern noch eine B-Gruppe war und heute drei kleine Penumbren aufwies, weshalb ich sie als D11 einstufte. Im Norden standen lediglich zwei Gruppen: die AR 12246 als H1 und die AR 12250 als J1, wobei das Blubberseeing am Rand eine sichere Identifikation sehr erschwerte.

Im H-alpha machte sich die leichte Syphschicht vor der Sonne zwar bemerkbar, aber man konnte noch gerade eben viele Detail sehen. Die 8 Protuberanzen am Sonnenrand waren eher mickrig, lediglich eine im Südwesten wies eine leicht bogenförmige Struktur auf, die sich etwas weiter über dem Rand erhoben hatte und auch nur dann im PST gut zu sehen war, wenn man am Einstellrad für den Filter herumdrehte, was man sowieso bei der Beobachtung machen muss, um Details am Rand und auf der Oberfläche herauszuarbeiten.

Die Oberfläche der Sonne war denn auch weitaus interessanter, als ihr Rand. Das große Filmend im Osten war noch immer vorhanden und hatte sich sogar weiter ausgedehnt, die restlichen 11 Erscheinungen dieser Art nahmen sich denn ich gegenüber den großen Filament  recht bescheiden aus. Hauptaugenmerk waren aber die fünf Flaregebiete, die sich deutlich vom Hintergrund abhoben. Vier von ihnen wiesen sehr helle Strukturen aus, sodass hier davon auszugehen war, dass sich über kurz oder lang Flares produzieren würden. Die betraf besonders die Region um die AR 12250 war sehr hell, während die bei den Aktiven Regionen 12251 und 12252 auffällige Einzelstrukturen aufwiesen. Aus der AR 12251 schien sich sogar ein kleiner Bogen gebildet zu haben, was zu der rasanten Entwicklung der Gruppe seit gestern gut passen würde. Hier ist wohl am ehesten mit einem Flare zu rechnen.

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