Montag, 28. Dezember 2015

Sonne am 28.12.2015

Wenn ich auch in den letzten Tagen und Wochen von dem alten Schotten McMurphy verschont blieb. So schlug er heute wieder erbarmungslos zu. den ganzen Vormittag über war der Himmel klar, bis kurz vor der Beobachtung Wolken aufkamen und ständig durch das Bildfeld im Okular zogen. Schlimmer noch: am Horizont hatte sich eine Wolkenbank aufgebaut, die genau bis zur Oberkante der Sonne reichte. Zwar konnte ich noch beobachten, aber es war mehr als schwierig.

Zum Glück gab es im Weißlicht nur wenig zu sehen: die AR 12473 als F30 genau auf dem Sonnenmeridian - wenn dort jetzt ein ordentlicher Flare mit richtig gutem CME entstünde, könnte man mit Polarlichtern rechnen - und leicht versetzt dazu die AR 14272 nördlich der F-Gruppe als B8. Die Gruppe war heute allerdings nicht mit einer Sofibrille zu sehen, zumindest gelang mir das nicht. Am Rande fand ich bei ganz ordentlichem Seeing, aber nervenden durchziehenden Wolken, nur ganze zwei Fackelfelder.

Die H-Alpha-Beobachtung gestaltete sich ungleich schwieriger, am Rande gab es nur drei winzig kleine Protuberanzen, auf der Oberfläche - soweit ich das erkennen konnte - zwei Fackelgebiete sowie 8 Filamente, von denen zwei recht groß erschienen. Die beiden Flaregebiete waren mit den beiden Fleckengruppen im Weißlicht assoziiert. Während meiner Beobachtungszeit regte sich aber keinen nennenswert erhöhte Aktivität, etwa in Form eines aufsteigenden oder in seiner aktiven Phasen befindlicher Flare. Wenigstens konnte ich mich glücklich schätzen, eine weitere Beobachtung ergattert zu haben, was in diesen Tagen bekanntermaßen nicht einfach ist.

Freitag, 25. Dezember 2015

Sonne am 25.12.2015

Weihnachtswunder 2. Teil: Nachdem ich gestern überraschend in den Genuss einer Beobachtung kam, setzte sich das heute fort. Der Himmel war zwar auch heute syphig und mit straken Cirren versetzt. Überdies kam aus Richtung Westen eine kompakte Syphschicht heran. Dafür war das Seeing eine deutliche Spur besser.

Daher konnte ich heute auch vier Gruppen sehen: die AR 12470 im Norden, die mit ovaler Form direkt am Westrand stand und in den nächsten Stunden wegdotiert sein wird. Ihr genau gegenüber stand die AR 12472 als C7 - der f-Teil hatte seine seine Penumbra verloren - und dazwischen eine B4 ohne NOAA-Nummer. Im Süden dann unübersehbar die AR 12473 als F 20, deren drei Penumbren selbst im kleinen 80/400er beeindruckend aussahen und wo sich die beiden hinteren Teile gerade zu einem einzigen Gebilde zusammenfügen. Leider lässt das Wetter keine längerfristigen Beobachtungen zu.

Die Regionen 12472 und 12473 erschienen auch im H-Alpha als Zentren erhöhter Aktivität: in deren Umfeld waren gleich zwei große Fackelgebiete aktiv und bei der 12473 schien eines gerade in der höheren Entwicklung zu sein. Ein kleines, drittes, Gebiet war im Westen zu sehen und nicht mit einer Fleckengruppe assoziiert. Insgesamt kam ich beim Zählen auf drei Protuberanzen - nur das am Ostrand war wirklich groß -, 6 Filamente und 6 Flaregebiete. Erwähnenswert war dabei nur das Filament, das am Ostrand bei der Protuberanz gleich in ein Filament überging. Der Rest war eher unscheinbar und passend zum aktuellen Stand des zu Ende gehenden Zyklus, bei dem auch die großen Aktivitätszentren im Weißlicht und H-Alpha kleiner ausfallen, als in Maximumszeiten.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Sonne am 24.12.2015

Nach 11 (!) Ausfalltagen endlich wieder eine Beobachtung, allerdings unter übelsten Bedingungen. Das Seeing war typisch für diese Jahreszeit und zeigte zunächst außer einem heftige wallenden Sonnenrand kaum was auf der Oberfläche und der Himmel war syphig und cirrig. Erst nach und nach besserte sich das ein wenig, doch der gezackt scheinbar die Sonne umlaufende Rand blieb.

Im Weißlicht konnte ich daher nur drei Gruppen finden. Am Westrand stand im Norden die große AR 12470 als H1, die ich weitgehend verpasst und nur ein einziges Mal kurz durchs Bürofenster mit der Sofibrille mit bloßem Auge gesehen habe. Am Ostrand erkannte ich die anderen beiden Gruppen: im Norden die AR 12472 als D8 und im Süden die AR 12473 als F14. Waren kleine Flecken vorhanden, so konnte ich sie bei dem Seeing nicht erfassen.

Besser sah es dagegen im H-alpha aus, was mich sehr erstaunte. Zwar war auch in diese Wellenlänge der Sonnenrand in Bewegung, aber nicht so sehr wie im Weißlicht.Aus diesem Grunde konnte ich auch die fünf Protuberanzen am Rand - ein größeres Gebiet befindet sich am Ostrand - und sechs helle Flaregebiete erkennen. Im Bereich der AR 12473 war eines sogar gerade aktiv, als ich beobachtete. Rund um die AR 12472 war ein weiteres, aufgehelltes Flaregebiet zu sehen. Die mehr geschätzt als gezählten Filamente waren kaum der Rede Wert, da sehr klein und bei dem Seeing leicht zu übersehen. SO ist mir wenigstens noch am Heiligabend eine Sonnenbeobachtung geglückt.

Sonntag, 13. Dezember 2015

Sonne am 13.12.2015

Für den heutigen Nachmittag waren mindestens vier Stunden Sonnenschein angekündigt worden und so hoffte ich, davon partizipieren zu können. Schon am Vormittag, als die Sonne noch tief hinter Häusern und Bäumen stand, klarte es auf. Doch nach einer Stunde war der „Spuk“ schon wieder vorbei und ich dachte an den ehernen Grundsatz: „Wenn Du die erste Chance zur Sonnenbeobachtung nicht nutzt, bekommst Du keine zweite!“ Es kam zum Glück anders und ich konnte kur vor 12 Uhr mit der Beobachtung beginnen. Das Seeing war allerdings mehr als schlecht, der Rand am Wallen und auf der Oberfläche war nur kurz was zu sehen, dann verschwand es wieder im allgemeinen Blubbern.

Im Weißlicht stellte sich die Situation heute etwas anders dar: Der Kleinkram im Westen war fast vollständig verschwunden. Nur die AR 12463 war noch als A1 zu sehen. Die AR 12465 war eine J2, die 12468 eine J1. Am Ostrand tat sich aber einiges. Die AR 12469 war schon gestern zu sehen und heute eine D2. Die neue AR 12470 eine H3 und zwischen den beiden zeigte sich in Momenten ruhiger Luft eine offenbar penumbrale Struktur, die wie ein nach oben gestellter, rechteckiger Kasten aussah. Da zu diesem Zeitpunkt nicht zu entscheiden war, ob sie zu einer der beiden Gruppen gehörte, klassifizierte ich sie als H1.

Im H-alpha war es trotz des Blubberseeings dennoch interessant. Im Südostquadranten war grad die Gegend um die AR 12468 als Flaregebiet aktiv und zeigte zwei mehr oder weniger rechteckige, hellstrahlende, Streifen. Das war auch schon der Höhepunkt, denn am Rand waren nur vier kleine Protuberanzen zu sehen - alle am Ostrand - und auf der Oberfläche 8 kleine und kleinste Filamente und insgesamt 5 Flaregebiete. Für die kommenden Tage darf angesichts der Flareaktivität und der neuen Gruppen am Ostrand mit einer leicht erhöhten Aktivität gerechnet werden. Ich selber werde allerdings aufgrund des niedrigen Sonnenstandes erst wieder am nächsten Wochenende beobachten können, wenn denn das Wetter mitspielt.

Samstag, 12. Dezember 2015

Sonne am 11.12.2015

Es war eine Sache von wenigen Minuten und einer klitzekleinen, streifenförmigen Lücke zwischen zwei Wolkenschichten, die mir die Beobachtung ermöglichte, bevor die Sonne hinter dem Hochhaus verschwand und für den Rest des Tages nicht mehr zu sehen war. Natürlich, wie sollte es in dieser Jahreszeit auch anders sein, war das Seeing katastrophal schlecht. Der Rand war ausgiebig am Wallen und die Oberfläche blubberte zeitweise regelrecht vor sich hin.

Dennoch gab es hin und wieder ruhige Momente, in denen ich einige Flecken sehen konnte. Die AR 12463 auf der Westhälfte war eine nur schwer zu erkennende A1, die AR 12464 eine B3, in deren Nähe eine B4 stand. Ob beide Teile zusammengehörten, konnte in der kurzen Phase der Beobachtung nicht entschieden werden.nahe der Sonnenscheibenmitte stand eine J1 - noch ohne NOAA-Nummer- und östlich davon eine J3, ebenfalls noch ohne Bezeichnung. Zuguterletzt entdeckte ich dann noch am Ostrand eine weitere J1, die just um den Ostrand herum kam. Die 6 Gruppen sollten allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass nur kleine Gruppen zu sehen waren, die nur den Klassen A, B und J angehörten, ein sicheres Zeichen für den Niedergang des 24. Sonnenfleckenzyklus.

Im H-alpha sah es nicht besser aus. Ds Blubberseeing ließ nur wenig erkennen: 7 kleine Protuberanzen, 5 winzige Filamente und fünf Flaregebiete. Für Details blieb wieder mal keine Zeit, denn kaum durchgezählt - und auch ein wenig geraten - sah ich schon wieder die Kante des Hochhauses, hinter dem die Sonne binnen weniger Momente verschwand. Sonnenbeobachtung in dieser Jahreszeit macht keine wirkliche Freude, sondern bereitet nur Stress und oft genug Frust, wenn man bei strahlendem Sonnenschein auf der Arbeit ist und der Himmel weitgehend bedeckt ist, wenn man am Wochenende frei hat.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Sonne am 6.12.2015

Es war weder erwartet, noch vorhergesagt worden: Gegen Mittag riss die dichte Bewölkung - vom Sturm getrieben - auf und gab den Blick auf die Sonne frei. Leider hatte ich bei der Beobachtung gleich mit zwei Problemen zu kämpfen: dem wirklich miserablen Seeing und dem Sturm, der in Hören am Teleskop auf der Fensterbank zerrte und drückte.

So versuchte ich mich trotz extrem widriger Umstände an einer Beobachtung. Im Weißlicht gab es nicht wirklich viel zu sehen. Vier Fleckengruppen - manche Internetquellen behaupteten, es seien nur drei - drängten sich dicht am Ostrand. Im Norden die AR 12462 als A1, im Süden die AR 12464 als A1 und die AR 12363 als D4 mit kaum erwähnenswerter Penumbra. Südöstlich der AR 12463 stand eine weitere A1, die aus mir unverständlichen Gründen aber der 12463 zugeordnet wurde, selbst das aktuelle Magnetogramm ist da nicht wirklich eindeutig.

Schnell noch ins H-alpha geblickt, aber da war auch nur wenig los. Am Rande fand ich 7 Protuberanzen - eine wie ein Förderturm im Südosten, eine leicht bogenförmige im Nordwesten und jede Menge Kleinkram - sowie auf der Oberfläche drei schwache Flaregebiete und drei kleine Filamente, alle rund um die vier Aktivitätsgebiete verteilt. Das miese Seeing verhinderte weitgehend eine detailliertere Beobachtung. 

Die Sonnenaktivität ist weiterhin sehr niedrig und wird das sicher auch noch eine ganze Weile bleiben. Man darf sich langsam auf die Minimumsphase vorbereiten, wenn gelegentliche Anstiege und Ausbrüche auch nicht völlig auszuschließen und eigentlich sogar zu erwarten sind.

Samstag, 28. November 2015

Sonne am 28.11.2015

Man kann es eigentlich kaum mit Worten beschreiben, was ich heute alles auf mich nehmen musste, um zu einer Beobachtung zu kommen. Zunächst mal ist bekanntermaßen mein Himmel durch Bäume und Hochhäuser sehr eingeschränkt, sodass ich im Winter nur zu bestimmten Zeiten beobachten kann.

Gestern hatte ich das Glück, kurz vor dem Erreichen des zweiten Hochhauses noch einen Blick auf unser Tagesgestirn werfen zu können. Heute wäre es eigentlich wesentlich entspannter gewesen, wenn, ja wenn nicht Murphy wieder seine Hand im Spiel gehabt hätte.

Aber der Reihe nach: Gegen 13 Uhr richtete ich mein Teleskop - der Himmel war schön herbstlich blau - auf die Sonne aus und konnte im Weißlicht erste Fleckengruppen sehen. Ein Freund berichtete mir kurz vorher am Telefon von seiner eigenen Beobachtung. Kaum, dass ich die ersten beiden Gruppen identifiziert hatte, fing es plötzlich, obwohl keine Wolke am Himmel zu sehen war, heftig an zu regnen. Ich musste das Teleskop wieder abbauen und den Guss abwarten. Als der endlich vorbei war, stand die Sonne schon halb hinter dem Hochhaus und war nur noch teilweise zu sehen. Danach regnete es natürlich nicht mehr. Kurz nach 14:30 Uhr Uhr dann die zweite Gelegenheit zur Beobachtung, allerdings ragten da schon die ersten Äste eines horizontnahen Baumes ins Bildfeld, sodass ich mich sehr beeilen musste, um die beginnenden Beobachtungen zu vervollständigen.

Im Weißlicht gab es nicht wirklich viel zu sehen. Die AR 12457 war eine A1, die AR 12458 eine C3, hinter der noch eine A1 stand, und die AR 12459 eine J1. Dahinter war noch schwach eine A1 zu sehen. Das Seeing war allerdings stark verbesserungsbedürftig, denn der Rand wallte wie wild und ich hatte Schwierigkeiten, irgendwelche Details zu erkennen. Nur für kurze Momente war die Sicht mal klar. Beim zweiten Mal war es noch schlechter.

Die H-alpha-Beobachtung war auch eher suboptimal. Am Rande erwischte ich eine sehr große, bogenförmige Protuberanz im Südwesten und eine kleinere am Ostrand. Zwei kleine Spritzer fand ich noch im Norden und im Westen. Auf der Oberfläche sah ich aufgrund des Seeing nur magere vier Filamente und drei Flaregebiete. Dann stand die Sonne vollends hinter dem Baum und danach hinter dem Hochhaus, hinter dem sie auch unterging. Viel unnötigen Stress, viel Probleme, aber immerhin eine Beobachtung.

Sonntag, 22. November 2015

Sonne am 22.11.2015

Die Sonnenbeobachtung war nach über einer Woche mit lauter Ausfalltagen wieder mal nur eine ganz knappe Nummer. Kaum, dass ich die Oberkante der Sonne über dem Nachbarhaus hochkommen sah, ragte auch schon wieder ein Ast ins Bildfeld hinein. Also musste ich mich sehr beeilen, um überhaupt noch etwas zu schaffen.

Im Weißlicht war die Aktivität immer noch sehr niedrig und so fand ich lediglich drei Gruppen, die allesamt über die Nordhälfte verteilt waren: Nahe des Westrandes die AR 12456 als schwach wahrnehmbare A1, gleich darüber die AR 12454 als D6, während auf der Ostseite die AR 12457 als D7 zu sehen war.

Für die H-alpha-Beobachtung wurde es nun schon sehr knapp. Ich sah gerade noch zwei dicke Protuberanzen am Westrand - insgesamt waren es 8 Stück - und auf der Oberfläche zwei ausgedehnte Flaregebiete sowie 7 zumeist langgestreckte Filamente. Dann kamen nicht nur dickere Äste, sondern plötzlich auch Wolken, aus denen später kräftiger Schnee herabfiel. Danach ergab sich keine weitere Möglichkeit zur Beobachtung.

Samstag, 14. November 2015

Sonne am 14.11.2015

Eine Beobachtung zwischen Wolken, Abwasch und Treppe reinigen: anders ging es heute Morgen nicht. Das Seeing war ziemlich grauselig und Details kaum zu sehen.

Im Weißlicht musste man sich bei den vorhandenen Bedingungen schon die Augen aus dem Kopf glotzen, um die drei kleinen A1-Flecken zu sehen, als die die Aktiven Regionen 12454, 12453 und 12449 zu sehen waren.

Spannender war es da im H-alpha: das große Filament im Süden - im Weißlicht war dort keine Gruppe zu sehen - hatte sich noch mehr vergrößert und schien unmittelbar vor dem Abheben zu stehen. Das hatte der kleine Filamentbogen in den letzten Stunden bereits getan, denn an dessen Stelle war ein längliches Filament getreten. In Momenten etwas besserer Luft konnte ich auf der Oberfläche insgesamt 7 Filamente und vier Flaregebiete zu sehen. Der Rand war ebenfalls nicht uninteressant. Im Westen gab es eine stehende Protuberanz, im Südosten und Westen waren zwei kleine schwebende Materiewolken zu sehen. Ansonsten waren die Erhebungen dort eher klein und mickrig. Aber immerhin geguckt, ich hatte nicht damit gerechnet.

Richtig klar wurde der Himmel übrigens erst, als die Sonne hinter den Bäumen stand, wie immer …

Freitag, 13. November 2015

Sonne am 13.11.2015

Dass ich am heutigen Tage noch zu einer Beobachtung kommen würde, war nicht abzusehen, nachdem ich in den letzten vier Tagen jeweils zwei bis drei Überstunden machen musste, dafür heute aber mal eine Stunde früher nach Hause gehen konnte.

Die Wochenendeinkäufe waren schnell erledigt und so konnte ich die wenigen Augenblicke nutzen, bis die Sonne hinter dem Hochhaus verschwinden und auch dahinter untergehen würde.

Im Weißlicht zeigten sich lediglich drei kleine Gruppen: die AR 12449 war eine A1, die AR 12448 nicht (mehr) zu sehen, schräg über der 12449 stand eine B4 und ganz am Ostrand in einem Fackelfeld noch eine A1.

Im H-alpha wurde ich regelrecht erschlagen von einem riesengroßen, hufeisenförmigen Filament, das sich klar sichtbar über der Sonnenoberfläche erhob. Darüber ein zweites, jedoch wesentlich kleineres Exemplar, das sehr plastisch und dreidimensional erschien. Die neun Protuberanzen am Sonnenrand verblassten dagegen, die fünf anderen Filamente waren dann ebenso unscheinbar, wie die drei Flaregebiete. Bevor ich aber den Anblick weiter studieren konnte, zeigte sich schon wieder die Hausmauer und beendete die Beobachtung vorzeitig. Wenigstens konnte ich überhaupt mal beobachten, was im November normalerweise recht selten vorkommt.

Sonntag, 8. November 2015

Sonne am 8.11.2015

Nach gut einer Woche mit Nebel oder bewölktem Himmel - die Wettervorhersage hatte eigentlich einen „Goldenen Oktober“ mit viel Sonne versprochen - war der Himmel in der Nacht aufgeklart. Im Halbschlaf konnte ich zwischen meinen Bäumen die Planetenkonstellation sehen, an Fotos war aber nicht zu denken. Später blieb der Himmel weitgehend wolkenfrei und so gelang es mir, die Sonne hinter dem Nachbarhaus aufgehen zu sehen.

Das Seeing war angesichts der Jahreszeit und des niedrigen Sonnenstandes ganz passabel. Als erste Gruppe sah ich die am Westrand stehende AR 12443 als D2 über dem Nachbarhaus hervorkommen. Dann folgten die restlichen vier Gruppen. Auf der Nordhalbkugel war die AR 12451 eine C3, die AR 12448 eine C5, während im Süden am Ostrand mit der AR 12449 als D11 eine eher klassische Fleckengruppe dieser Klasse herumrotiert war. Südöstlich davon stand noch die AR 12450 als A1, sie war allerdings nur sehr schwer in einem Fackelfeld zu erkennen.

Das gute Seeing bewog mich, eine Beobachtung mit dem PST zu wagen und siehe da, auch hier gab es viel Detail zu sehen, wobei ich mich allerdings beeilen musste, weil die Sonne alsbald hinter meiner Hausmauer verschwand. Am Rande erkannte ich insgesamt 9 Protuberanzen, davon drei etwas größere am Ostrand. Auf der Oberfläche erkannte ich drei helle und große Flaregebiete sowie 7 Filamente. Die interessantesten standen rund um die beiden Regionen AR 12448 und 12451, die hier eine Verbindung untereinander besaßen, worin sich zwei filigran gestaltete Filamente schlängelten. Das Gebiet der Regionen AR 12450 und 12449 sah ähnlich aus. Auch hier gingen feine Äderchen von der einen Region in die andere über. Zu guter letzt war noch das Flaregebiet rund um die AR 12443 zu erwähnen, das schön strukturiert war, aber keine Filamente enthielt. 

Sonntag, 1. November 2015

Sonne am 1.11.2015

Als Sonnenbeobachter hat man es derzeit nicht leicht, denn der Tagbogen wird immer kürzer, die scheinbare Bahn der Sonne immer niedriger und man kann nur noch zu bestimmten Zeiten überhaupt beobachten. Nämlich dann, wenn man auf der Arbeit ist, also gar nicht.

So endete meine Beobachtungstätigkeit im letzten Monat schon am 25. Oktober, da ich gestern auf der BoHeTa in Bochum war und daher wieder nicht beobachten konnte. Dafür klappte es heute morgen mit beängstigender Einfachheit. Die Sonne kam im leichten Nebel über der Hauskante raus, das Seeing war gut und ich konnte noch vor Frühstück und Duschen mit er Beobachtung beginnen.

Seit der letzten Beobachtung hatte sich die Aktivität sehr verändert, die mir bekannten Gruppen waren allesamt verschwunden, dennoch war es im Weißlicht nicht langweilig. Mit der AR 12443, die schon gegen Ende Oktober am Sonnenrand aufgetaucht war, war eine lange und mit zahlreichen Penumbren ausgestattete Gruppe zu sehen, die ich als F35 klassifizierte. Etwa auf gleicher Breite befand sich eine B5 ohne NOAA-Nummer - die AR 12441, die ich nicht sehen konnte, wie die 12440 am Sonnenrand - und die AR 12442, die ich als C10 einstufte. Schräg unterhalb des p-Teils der AR 12443 war die AR 12444 ganz schwach als A1 zu sehen und auch das immer nur für wenige Augenblicke. Eine echt harte Nuss.

Das gute Seeing animierte zu H-alpha-Beonbachtungen. Im PST zeigten sich aber nur wenige Aktivitätserscheinungen. Am Ostrand gab es gerade mal drei kleine Protuberanzen - gewissermaßen eher Protübchen - und auch die Oberfläche zeigte kaum etwas. Vier helle Flaregebiete kennzeichneten hier die Positionen der Aktiven Regionen, wie sie vom Weißlicht her bekannt waren und in der AR 12442, dort nur eine B-Gruppe, entwickelte sich gerade ein kleiner Flare. Die Filamente waren auch nur sehr schwach ausgeprägt und ich erkannte mit Mühe nur 5 Stück.

Endlich mal wieder eine stressfreie Beobachtung, wenn auch die Aktivität der Sonne zu wünschen übrig ließ.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Sonne am 25.10.2015

Und wieder war es nur eine ganz knappe Angelegenheit. Der Himmel lockerte fast zu spät auf, denn die Sonne stand schon dicht bei einem Baum, hinter den sie bei der Beobachtung auch verschwand, sodass ich mich auch heute Morgen wieder sehr beeilen musste, um alle Beobachtungen zusammen zu bekommen. Das Seeing war zum Glück verhältnismäßig gut.

Im Weißlicht hatte sich nur wenig verändert. Alle Gruppen waren aufgrund der Sonnenrotation weiter nach Westen gerückt, neue Gruppen am Ostrand nicht zu sehen. Im Norden war die AR 12436 nach meiner Einschätzung zu einer F18 geworden, da sie sich weiter ausgedehnt harter. Die AR 12439 war eine J1 und die am weitesten zum Ortsrand hin stehende Gruppe. Im Süden stand die AR 12434 hart am Westrand und ich sah immerhin noch einen kleinen Fleck in einem Fackelfeld und war eine A1. Genauso klassifizierte ich auch die AR 12435 und die AR 12437.

Bei der H-alpha-Beobachtung mit dem PST ragte schon ein Ast des nahen Baumes ins Blickfeld hinein und so konnte ich nur die Erscheinungen nur ganz schnell zählen, sie aber nicht weiter im Detail beobachten. Am Rand standen 7 Protuberanzen, auf der Oberfläche gab es 3 Fackelfelder und 11 Filamente. Mir waren noch drei größere Filamente im Süden aufgefallen, bis die Sonne endgültig hinter Baum und Hausmauer verschwand.

In der Nacht endete nicht nur die Sommerzeit, sondern für mich für dieses Jahr auch die Möglichkeit, nach Feierabend beobachten zu können. Für die nächsten 4 Monate bin ich wieder zum Wochenend- und Feiertagsbeobachter degradiert.

Samstag, 24. Oktober 2015

Sonne am 24.10.2015

Irgendwie hatte ich wohl schon erwähnt, dass ich das 4. Quartal hasse. Der heutige Tag lieferte neben der tiefstehenden Sonne und den Problemen mit Häusern und Bäumen einen weiteren Grund: die Sonne schien, aber der Himmel war extrem dunstig, sodass ich zeitweise nicht mal einen klar definierten Sonnenrand erkennen konnte, geschweige denn viele Details in den Gruppen.

Im Weißlicht verschwammen die wenigen Einzelheiten, die man sehen konnte, binnen Sekunden und es war ein K(r)ampf, durch den Syph durchzukommen. Im Norden war die AR 12436 als E15 zu sehen (die meisten kleinen Flecken konnte ich praktisch nur erraten), dahinter die AR 12439 als J1. Im Süden erkannte ich nur mit sehr großer Mühe die AR 12437 als A1, die 12435 auch und die AR 12434 als J1. Obwohl Satellitenbilder hier mehr Flecken zeigten, war in DEM Syph nur ein etwas dickerer Fleck zu sehen.

Im H-alpha war es kein Deut besser: der Himmelshintergrund war hellorange, die 7 Protuberanzen am Rand nur als dünner Schemen zu sehen. Trotz der extrem widrigen Bedingungen (für Ruhe und Schärfe konnte gerade mal jeweils 4 nach der Kiepenheuer-Skala vergeben werden) war die große Protube im Südosten noch gut zu sehen. Das traf weniger auf die Oberfläche zu, wo ich drei Flaregebiete und 8 Filamente erkannte. Da waren bestimmt noch mehr, nur nicht zu sehen. 

Freitag, 23. Oktober 2015

Sonne am 23.10.2015

Das war wieder eine ganz knappe Kiste: Nachdem ein beruflicher Termin kurzfristig abgesagt wurde, ergab sich für mich ein früherer Feierabend, als gedacht. Leider spielte die U-Bahn nicht mit. Der Betrieb zwischen Wandsbeke-Gartenstadt und Wandsbek-Markt wurde in beiden Richtungen wegen eines schadhaften Zuges in beiden Richtungen unterbrochen. Ich musste einen Umweg fahren, der den Zeitgewinn wieder auffraß. Nach Wochenendeinkauf und sowieso bedecktem Himmel kam ich zu Hause an und hatte schon jegliche Hoffnung aufgegeben.

Dann aber ruß die Bewölkung wieder auf und ich sah, dass die Sonne so gerade eben noch links vom Hochhaus stand. Schnell auf den Dachboden getobt, Teleskop aufgebaut und gesehen, dass die Sonne nur einen eigenen scheinbaren Durchmesser weit von der Kante des Hochhauses entfernt war.

So sah ich mich wieder mal einer Schnellzählung gegenüber, bei der ich auch nicht unbedingt sehr sorgfältig gucken konnte. Im Norden war die AR 12436 nicht nur die größte Gruppe auf der Sonne, sondern auch eine E25. Ganz am Ostrand stand die AR 12439 als J1 - zumindest für mich. Der Süden beherbergte dagegen vier Gruppen, die AR 12437, die AR 12435 und die AR 12438 jeweils als A1 und die AR 12434 als J1.

Schnell noch das PST gegriffen und 9 Protuberanzen, 15 (geschätzte) Filamente und 5 Flaregebiete gezählt, bevor der westliche Teil der Sonne schon hinter der Hauskante verschwand. Ich konnte nur ganz kurz die große Protuberanz im Südosten sehen, bevor erst Wolken kamen und die Sonne dann ganz hinter dem Haus verschwand, hinter dem sie nun auch untergehen würde. Ich sagte bereits: ich hasse das 4. Quartal mit seinem ewig schlechten Wetter und den täglichen Kampf mit Häusern und Botanik.

Montag, 19. Oktober 2015

Sonne am 19.10.2015

Irgendwie hatte ich mir meine 200.te Beobachtung des Jahres und das Erreichen des Jahresziels anders vorgestellt: ein strahlend blauer Himmel (den hatte ich), genügend Zeit für eine entspannte Beobachtung und ein gutes Seeing (was ich nicht hatte). Genau das Gegenteil war eingetroffen. Die Sonne kam spät hinter dem Hochhaus raus und verschwand binnen weniger Minuten hinter Bäumen und das Seeing war miserabel.

Ich musste mich, um sowohl im Weißlicht, als auch im H-alpha beobachten zu können, extrem beeilen. Zum Glück hatte ich mein Fernrohr rechtzeitig auf dem Dachboden aufgestellt, um wenigstens eine Minimalchance nutzen zu können. Anfangs gelang es mir nicht einmal, auf den Sonnenrand scharf zu stellen, weil das Seeing dafür zu schlecht war. Nach ein paar Augenblicken besserte sich das aber und so konnte ich im Weißlicht 6 Fleckengruppen erkennen. Ich musste mich nach 6 aufeinander folgenden Ausfalltagen wegen Dauerregens auch erst einmal wieder neu orientieren, da alle mir noch bekannten Gruppen verschwunden waren. 

Im Norden stand die AR 12436 als D10 und einzige Gruppe dieser Hemisphäre.  Im Süden erkannte ich die AR 12431 als A1, die AR12434 als H8, davor eine A1 ohne Nummer (sie war trotz des Seeings sehr gut zu sehen). Die AR 12435 und die AR 12437 waren für mich jeweils eine J1.

Schnell noch ins PST geguckt, musste ich feststellen, das bereits erste Äste ins Bildfeld ragten, also musste ich schnell zählen: 3 kleine Protuberanzen am Rand, 4 Flaregebiete und 14 Filamente, die ziemlich regellos verteilt waren, auf der Oberfläche. Und dann war auch schon Schluss und die Sonne stand, obwohl noch gut 20° über dem Horizont befindlich, hinter Bäumen, die mir die restliche Sicht versperrten. So kam statt einer ordentlichen Jubiläumsbeobachtung nur eine unter Stress und Hetze zusammen. Nach Ende der Sommerzeit am kommenden Sonntag werde ich endgültig zum Wochenendbeobachter degradiert und kriege dann kaum noch irgendwelche Daten ermittelt. Ich hasse das 4. Quartal!

Montag, 12. Oktober 2015

Sonne am 12.10.2015

Das war mal wieder ein richtiger Murph: den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein auf der Arbeit verbracht und nach einer Überstunde und Feierabend dann ein weitgehend abgesyphter Himmel. Die Sonne konnte nur noch milchig gesehen werden. Dennoch versuchte ich mich an einer Beobachtung. Dazu musste ich allerdings wieder auf den Dachboden und nun in westlicher Richtung aus einer anderen Luke herausschauen.

Im Weißlicht war noch einiges zu sehen: eine neue B2 im Nordosten, die AR 12431 als J1, die AR 1432 als J1 und von der AR 12430 war angesichts des Syphs nicht mehr viel zu sehen. Allerdings besserte sich die Sicht zwischendurch ein wenig, sodass ich mutig war und noch eine H-alpha-Beobachtung versuchte. 

Am Ostrand stand eine große Protuberanz, die ich allerdings nur sehr schemenhaft wahrnehmen konnte, auf der Oberfläche meinte ich, ein Flaregebiet zu sehen sowie 4 0der 5 Filamente. So ganz sicher war ich mir da nicht und prompt verstärkte sich der Syph und beendete die Beobachtung vorzeitig. Wieder so eine Beobachtung, die man praktisch als wertlos bezeichnen kann, nur weil ich wegen der Arbeit die beste Zeit des Tages nicht nutzen konnte.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Sonne am 11.10.2015

Was für ein grauenhaftes Seeing an diesem Morgen: die Sonne strahlt von einem tiefblauen Himmel herab, doch die tiefen Temperaturen in der Nacht und die jetzt beginnende Erwärmung der Luft führten zu einem grauenhaft schlechten Seeing, das die Beobachtung an den Rand der Wertlosigkeit führte.

Nur mit allergrößter Mühe und nur in Sekundenbruchteilen gelang es mir, auf den Sonnenbrand scharf zu stellen, was fast unmöglich war, und dann die beiden einzigen Gruppen zu erkennen. Bei mehr und vor allem kleineren Gruppen wäre mir wohl eine ganze Menge entgangen. So aber ging es gerade eben noch.

Im Weißlicht war die AR 12430 zu einer nur extrem schwer zu erkennenden A1 geworden. Mit der neuen, randnahen AR 12431 sah es wesentlich besser aus. Sie erkannte ich auf Anhieb als J1.

Im H-alpha schlug das schlechte Seeing voll durch und so gelang es mir auch hier nur unter großen Mühen, die 6 Protuberanzen am Rand - vor allem jene im Osten sollte man im Auge behalten - und die 7 kleinen Filamente und 3 Flaregebiete auf der Oberfläche auszumachen. Ansonsten gilt für diese Beobachtung: typisch 4. Quartal. Besser wird es erst wieder im Frühjahr.

Samstag, 10. Oktober 2015

Sonne am 10.10.2015

Nach vier Tagen mit Dauerregen und ununterbrochen bedecktem Himmel kam heute endlich wieder die Sonne raus, bei allerdings eher mittelprächtigem bis schlechtem Seeing, was vor allem meinem Beobachtungsplatz am Fenster meines ungeheizten Wohnzimmers lag. Allerdings musste ich sehr lange warten, bis die Sonne eine kleine Lücke in den dichten Bäumen erreichte und dann war auch noch die Aktivität relativ enttäuschend.

Im Weißlicht gab es mit der AR 12430 nur eine Fleckengruppe zu sehen: eine J1. Dafür schwankte das Seeing dermaßen, dass selbst diese eigentlich unübersehbare Gruppe mitunter völlig verschwand und der Sonnenrand nur wallte und pumpte. Allergrausigstes Seeing. Gäbe es nicht Augenblicke mit fast ruhiger Luft, hätte ich die Beobachtung aufgeben können. Und das bei fast komplett blauem Himmel.

Das Seeing wirkte sich naturgemäß auch auf die H-alpha-Beobachtung aus, wo zunächst kein Schärfepunkt hinzubekommen war. Erst bei etwas längerer Beobachtung - ich musste mich beeilen, fertig zu werden, bevor die Sonne hinter der Mauerkante verschwand - schälten sich aus dem Seeinggeblubber 6 Protuberanzen heraus. Nur eine davon - im Nordwesten - war auffällig. Die 4 Flaregebiete auf der Oberfläche waren ebenso schwer zu sehen wie die 7 Filamente, von denen kein einziges besonders auffällig war. Die Sonne ist eindeutig auf Kurs Minimum, auch wenn gelegentliche Ausbrüche uns entwes anderes suggerieren wollen. 

Montag, 5. Oktober 2015

Sonne am 5.10.2015

Mit dem 4. Quartal kommt nun auch wieder das schlechte Wetter. Den ganzen Tag über klebte an Hamburger Himmel der Hochnebel und als die Sonne endlich hinter meinem Hochhaus rauskam, war sie soweit abgesypht, dass ich kaum noch etwas sehen konnte.

Immerhin: die AR 12427 war noch gut als C5 zu sehen, wären aber noch kleine Gruppen dabei gewesen, hätte ich die wohl nicht erkannt. Ab und zu lichtete sich der Syph und ich konnte noch kurz auf die H-alpha-Spnne schauen, wo ich 4 kleine Protuberanzen, 10 Filamente und 2 schwache Flaregebiete gerade so eben noch erkannte, bis dann nicht mehr zu erkennen war. 

Damit geht wohl eine längere Periode an aufeinander folgenden Beobachtungstagen zu Ende und ich darf mich mit dem Gedanken anfreunden, jetzt erheblich weniger beobachten zu können, auch wenn das Wetter besser sein sollte als heute, weil die Sonne spätestens ab Ende der Sommerzeit so früh untergeht, dass ich dann noch auf der Arbeit bin.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Sonne am 4.10.2015

Nachdem ich gestern die letzte Beobachtung des Jahres vom Dachboden in östlicher Richtung vornehmen konnte, musste ich heute warten, bis Bäume die Sicht freigaben und auch dann wischten Äste immer wider in das Blickfeld des Teleskops hinein. Das Seeing war außerordentlich gut, logisch, wenn man das nicht wirklich ausnutzen kann, doch die Sonnenaktivität war niedrig.

Im Weißlicht war nur noch die AR 12427 als C9 zu sehen, aus dem Osten war immer noch keine neue Fleckengruppe herumgekommen. Die Sonne steckt in ihrem monatlichen Tief fest.

Etwas mehr Aktivität bot das H-alpha: am Ostrand standen drei größere Protuberanzen, am Westrand ebenfalls, dazu kamen noch vier kleine Erhebungen, die man aber nur beim genaueren Hinsehen entdeckten konnte. Die Oberfläche war geprägt durch zwei helle Flaregebiete (eines im Umfeld der AR 12427) und 10 Filamente, von denen aber nur die Hälfte wirklich auffällig waren. Selbst im H-alpha konnte man über das monatliche Minimum der Sonnenaktivität nicht mehr hinwegsehen.

Samstag, 3. Oktober 2015

Sonne am 3.10.2015

Zum vermutlich letzten Mal konnte ich die Sonne vom Dachboden aus beobachten. Durch die Verkürzung des Tagbogens war der Einfallswinkel des Sonnenlichts schon sehr schmal geworden und reichte nicht mehr vollständig aus, um komplett ins Teleskop zu fallen. Dafür darf ich dann künftig nur noch beobachten, wenn die Bäume den Blick freigeben.

Die Fleckentätigkeit war noch weiter zurückgegangen, von der AR 12420 im Norden, die gestern nur einen A1-Fleck aufwies war heute eine J1 in einem Fackelfeld zu sehen.  Die AR 12427 stand westlich des Sonnenmeridians und war eine C15. Im Süden war am Westrand nur noch der Rest des f-Teile der AR 12422 zu sehen, die ich als H3 klassifizierte. Um den Ostrand war bislang keine neue Fleckengruppe herumgekommen.

Die H-alpha-Beobachtung litt durch die schmalere Öffnung von 40 mm nicht ganz so sehr wie der Skywatcher mit seinen 80 mm unter dem schmalen Lichteinfallswinkel, zweigte aber auch hier eine momentan schwächer werdende Aktivität der Sonne. Am Rand zählte ich zwar 8 Protuberanzen, die aber eher Protübchen waren, denn die meisten erhoben sich kaum. Dennoch waren 5 Exemplare deutlich zu sehen, die restlichen nur in Form leicht aufragender Spitzen. Von den 4 Flaregebieten auf der Oberfläche leuchtete nur das im Umfeld der AR 12327 hell auf, während der Rest ziemlich unscheinbar blieb. Das traf auch auf die 7 Filamente zu. Die gestern Nachmittag noch zu sehenden Filamentketten hatte sich aufgelöst und die anderen waren quasi nur Kleinkram. Die Sonne läutet damit offenbar ihr mittlerweile seit drei Monaten stets in der ersten Dekade zu beobachtendes Aktivitätstief ein.

Freitag, 2. Oktober 2015

Sonne am 2.10.2015

Ein früher Feierabend ermöglichte mir eine Beobachtung der Sonne vor dem Durchgang hinter dem Hochhaus, wenn auch unter leicht irrigem Himmel, was sich aber nicht unbedingt allzu negativ auswirkte.

Wenig hatte sich seit gestern getan: die AR 12420 war noch als A1 sichtbar und auch der ihr folgende, ehemalige f-Teil war eine A1. Die ihr nachfolgende AR 12427 war eine C14 mit zwei markanten Einzelflecken im p- und vielen Einzelflecken im hinteren Teil. Fast konnte man hier den Eindruck gewinnen, dass sich die Gruppe geteilt hatte, aber ich meinte, ausreichend Flecken zwischen den beiden Polen der Gruppe gesehen zu haben. Auf der Südhalbkugel war die große AR 12422 schon zum Teil um den Westrand verschwunden, weswegen ich sie als D15 klassifizierte. Bei der Einteilung in Fleckenklassen gilt der Grundsatz, dass man die Waldmeierklasse nimmt, die man sieht, egal, ob sich ein Teil der Gruppe schon oder noch hinter dem Rand befindet.

Ziemlich aufgeräumt wirkte die Sonne auch im PST und damit im H-alpha. 11 zumeist sehr kleine Protuberanzen waren am Rand zu sehen und dabei war jene im Südwesten im Umfeld der hier ansonsten ziemlich inaktiven AR 12422 sehr interessant, wo einzelne Fäden über den Rand hinaus zu greifen schienen und wo gerade ein Flare aktiv war. Spannende Sache, die ich leider nicht weiterverfolgen konnte. 4 Flaregebiete waren insgesamt zu finden sowie 12 Filamente, die im Nordosten und Südwesten immer noch zu kleinen Ketten verbunden waren, aus der AR 12427 herauskamen oder im Nordwesten direkt in eine kleine Protuberanz übergingen. Und auch hier galt: spannende Sache! 

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Sonne am 1.10.2015

Der nun zunehmend kleiner werdende Tagbogen der Sonne wird noch in diesem Monat dafür sorgen, dass ich in der Woche trotz Sonnenschein dann nicht mehr beobachten kann. Daher ist es wichtig, in der verbliebenen, kurzen Phase noch soviel Beobachtungstage zu sammeln, wie möglich. Die Ausfalltage kommen noch früh genug.

Mir verbleiben nach Feierabend auch nur noch weniger als eine Stunde zwischen dem Auftauchen neben dem Hochhaus und dem Versinken hinter Bäumen. Ende des Monats wird die Sonne dann gar nicht mehr hinter dem Haus hervorkommen und dahinter untergehen. Eine gruselige Vorstellung, aber jedes Jahr wieder aufs Neue plage ich mich mit den Gebäuden und der Botanik herum, die mir die Sicht auf die Sonne versperrt.

Heute war die Sicht noch mal gut. Die AR 12420 und die dahinter befindliche nummernlose Gruppe waren nur noch zwei kleine A-Gruppen, wobei die randnahere von beiden nur sehr schwer in einem Fackelfeld zu finden war. Leichter ging es mit der 12427, die ich als C15 einstufte. Auf der Südhalbkugel stand die AR 12422 in voller Länge direkt am westlichen Sonnenrand und war eine F25. Weitere Gruppen, insbesondere auf der Osthälfte, konnte ich nicht finden.

Im H-alpha war der Aktivitätsrückgang aber nicht ganz so dramatisch wie im Weißlicht. Am Rand gab es nach der eruptierten Protuberanz von gestern nur noch 8 kleine und kleinste Materiebögen oder Spitzen davon. Auf der Oberfläche machte ich hingegen 3 helle Flaregebiete und 9 Filamente aus, die zwei Ketten, eine im Nordosten, eine im Südwesten, bildeten. Weiter kam ich nicht, denn während der Beobachtung wanderte die Sonne hinter die Bäume, die jede weitere Sichtung verhinderten.

Mittwoch, 30. September 2015

Sonne am 30.9.2015

Das war denkbar knapp: nachdem ein dienstlicher und ein privater Arzttermin kürzer ausfielen, als gedacht, konnte ich die Sonne am frühen Abend doch noch beobachten. Allerdings musste ich mich sehr beeilen, denn die ersten Wipfel der Bäume waren schon sehr nahe.

Das Seeing war ausgesprochen gut und so fiel es mir relativ leicht, alle Gruppen zu finden. Im Norden stand die AR 12420 als H2 dicht am Westrand, dahinter stand eine B7 ohne Nummer sowie auf der Osthälfte die AR 12427 als D15. Die immer noch größte Gruppe, die AR 12422 war nur im Süden als F 30 zu sehen. Ich habe es im Gegensatz zu anderen Beobachtern allerdings zu keinem Zeitpunkt geschafft, die Gruppe auch mit Sofibrille oder Schweißerglas mit bloßem Auge zu sehen.

Beeilen musste ich mich auch mit der H-alpha-Beobachtung, die schon teilweise hinter den Ästen des Baumes stattfand. Die große Protuberanz am Westrand war im Laufe des Tages aufgestiegen und jetzt waren nur noch klägliche Reste zu sehen. Wegen Arbeit hatte ich das Ereignis wieder mal verpasst und konnte auch nicht verfolgen, wie sie in mehreren Phasen aufstieg. Ansonsten fand ich am Rand insgesamt nur 8 Protuberanzen, die meisten aber waren nur sehr klein und hoben sich kaum ab. Bei den 12 Filamenten sah es schon besser aus mit dem Erkennen und erst recht bei den 4 Flaregebieten.

So hielt sich der Frust in Grenzen, wieder mal das beste verpasst zu haben und trotz besten Wetters wegen vieler Arbeit und Überstunden womöglich keine Beobachtung zu bekommen. Das wird in den kommenden noch sehr oft der Fall sein.

Dienstag, 29. September 2015

Sonne am 29.9.2015

Nachdem ich gestern nach der Mondfinsternis zwar beobachtet, aber nicht mehr gebloggt hatte, war heute aufgrund der Sonnenrotation die Aktivität wieder stark geschrumpft. Lediglich sechs Fleckengruppen, die meisten davon mehr oder weniger nahe der Sonnenrandes auf der Westhälfte befindlich, dokumentierten das mehr als deutlich. Auch hatte ih wieder das bekannte Problem, trotz klarem Himmel nicht beobachten zu können, weil die Sonne erst einmal an meinem Hochhaus gegenüber vorbei musste.

Am Westrand stand lediglich eine J3 als Rest der AR 12428, die hinter dem Sonnenrand wegdotiert war. Die AR 12421 war gar nicht mehr zu sehen und die AR 12420 nach wie vor zweigeteilt in eine H2 und eine B%. Die große AR 12422 hatte sich abermals stark verändert und war noch kompakter geworden. Sie wies nach meiner Zählung 28 Einzelflecke auf und gehörte zur Waldmeierklasse F. Im Nordosten war die AR 12427 die einzige „neue“ Gruppe der letzten tage, sie war eine D12.

Während der Beobachtung zeigte sich rechts von der Sonne eine schöne, helle und intensive Nebensonne. Schnell zum PST gewechselt, sah ich nach der Ausrichtung erst einmal einen Ast ins Bildfeld hineinragen. Noch ging die Sonne darüber hinweg, spätestens ab Mitte Oktober wird sie hinter dem Baum verschwinden, etwa eine Stunde vor dem eigentlichen Sonnenuntergang. Im H-alpha hatte sich die Aktivität merklich beruhigt. 

Am auffälligsten war eine dicke Protuberanz am Westrand, die schön anzusehen war. Sie war auch fast die einzige, die sich überhaupt sehen ließ und gleichzeitig das fette Filament, das ruhig über die Sonne gewandert war und durch die Rotation der Sonne deren erdwärts ausgerichteten Westrand erreicht hatte. Darüber hinaus fand ich nur noch 5 weitere Materieerhebungen. Die Oberfläche bot denn auch nicht mehr so viel, wie noch vor ein paar Tagen: 4 helle Flaregebiete - das größte zwischen den beiden Polen der AR 12422 - und nur noch 7 Filamente, die man buchstäblich mit der Lupe suchen musste, um sie zu finden. Die Sonne scheint wieder eine kleine Pause einlegen zu wollen, auch irgendwie symptomatisch für einen zu Ende gehenden Fleckenzyklus.

Sonntag, 27. September 2015

Sonne am 27.9.2015

Meine nächste frühmorgendliche Beobachtung - das wird sich in der kommenden Woche drastisch ändern, wenn der Urlaub vorbei ist - war schon ein wenig skurril. Eigentlich ein wenig zu früh, konnte ich beobachten, wie die Sonne langsam hinter dm Nachbarhaus hervorkam, sich erste Flecken zeigten und das Bild extrem unruhig war. Dennoch begann ich schon mal mit dem Zählen, kam dabei aber durcheinander und musste noch einmal von vorn beginnen.

Was das Zählen zu einer Anstrengung machte, waren die vielen kleinen Gruppen, die erst mit zunehmend besser werdendem Seeing sichtbar wurden. Im Norden zählte ich fünf Gruppen: die AR 12424, die nur noch eine A1 war, die AR 12421 als C8 mit einer wirren Formation von kleinen Flecken, die AR 12420 als C7, deren ehemaliger f-Teil als D8 und die AR 12426 als weitere A1. Der Süden wies demgegenüber vier Gruppen auf: Die randnahe AR 12423 als D10, dahinter eine B2 ohne Nummer, die AR 12425 als dritte A1 und die große 12422 als F30. Am Ende schnell noch mal alle durchgezählt, damit ich auch keine übersehen hatte und das Ergebnis stand fest: 9 Gruppen und 68 Flecken.

Der derzeitige Aktivitätsschub war denn auch im H-alpha sehr schön zu sehen. Am Ostrand zeigten sich fünf der insgesamt zwölf Protuberanzen und sie waren zudem schön anzusehen. Auf der Oberfläche hatte das senkrechte Filament fast den Westrand erreicht. Ihm ging ein helles Flaregebiet voraus, von denen es hier 6 Stück gab, während ich 14 Filamente zählte. Momentan ist es wieder sehr lohnenswert, die Sonne in beiden Wellenlängen zu beobachten! 

Samstag, 26. September 2015

Sonne am 26.9.2015

Dieser Tage kann ich das letzte Mal die Sonne vom Dachboden aus beobachten, danach steht sie soweit im Süden, dass der Winkel zu steil wird für mein kleines Dachlukenfenster. 

Gegenüber der gestrigen Beobachtung hatte sich nur wenig verändert. Nur eines: die AR 12422 im Süden war noch größer geworden, hatte noch dickere Penumbren und andere Strukturen ausgebildet und stand nun nahe der Sonnenscheibenmitte, was die Hoffnung nährt, vielleicht doch noch mal ein ordentliches Polarlicht zu erwischen. Ich klassifizierte sie als F36. Die vielen kleinen Gruppen waren auch noch da: die AR 12423 als B2 und die AR 12425 als B4. Im Norden stand die AR 12424 als A1, die AR 12421 als D17 (mit schön anzusehenden Penumbren), die geteilte AR 12420 als C10 und B11 sowie die neue AR 12426 als A1.

Im Laufe der Beobachtung verschlechterte sich das eingangs sehr gute Seeing ein wenig, sodass im H-alpha der Sonnenrand in starker Bewegung war. Die Beobachtung war dennoch ein Genuss: das lange Filament war ein Stückchen weit nach Westen gewandert und im Bereich der AR 12422 zeigte sich ein nicht unbedingt hell leuchtendes Flaregebiet. Insgesamt kam ich hier auf 10 Filamente - die viele interessante Formen aufwiesen -, 6 Flaregebiete und am Rand auf 8 Protuberanzen, von denen drei am Ostrand besonders hübsch anzusehen waren, Bögen und irreguläre Strukturen bildeten.

Freitag, 25. September 2015

Sonne am 25.9.2015

Heute hat Murphy wieder alle Register gezogen, um mich zu ärgern. Zunächst kamen die ersten Wolkenlücken erst, als ich am Vormittag unterwegs war und es zog in dem Moment zu, als ich wieder zu Hause ankam. Das altbekannte Muster. Aber es ging noch weiter: am Nachmittag musste ich zum Einkaufen und als ich im Supermarkt und auf dem Wochenmarkt war, schien die Sonne. Wieder zu Hause angekommen, war es abermals bedeckt. Die nächsten Wolkenlücken kamen kurz bevor die Sonne hinter dem Dach des gegenüberliegenden Hauses verschwand. Wieder keine Chance auf eine Beobachtung. Erst als eine Stunde später die Sonne rechts vom Hochhaus wieder rauskam, konnte ich mit der Beobachtung bei mittelmäßigem Seeing und in der Tat blauem Himmel beginnen.

Überrascht war ich von dem kleinen Aktivitätsschub, der sich seit gestern binnen weniger Stunden vollzogen hatte. Die „große“ AR 12420 war eindeutig in zwei Teile zerbrochen und eine C9 und eine B8. Die schräg darüber stehende AR 12421 war eine D14, davor hatte sich eine nummernlose B4 gebildet. Im Süden stand nahe der Sonnenscheibe eine nur sehr schwer zu erkennende A1 ohne NOAA-Kennzeichnung, weiter in Richtung Westen die AR 12423 eine B7 und von der AR 12418 meinte ich, in einem Fackelfeld noch ein paar kleine Flecken zu sehen, die ich als A3 klassifizierte. Zur größten Gruppe war mittlerweile die AR 12422 geworden, die locker als E25 durchging.

Die wolkenfreie Phase erlaubte danach noch eine Beobachtung im H-alpha, wo sich auch einiges an Erscheinungen tummelte. Am Rand gab es 10 Protuberanzen, aber nur eine im Südosten konnte man als größer bezeichnen. Das beherrschende Element auf der Sonne war das immer noch stabile Filmen in Südwesten, das einem Ausrufungszeichen nicht unähnlich war. Insgesamt zählte ich hier 14 Filamente und 4 Flaregebiete, wobei die beiden größten im Bereich der Aktiven Regionen 12422 und 12420 standen. Die magnetische Aktivität schien aber bei der 12422 deutlich größer zu sein, weswegen man hier auch noch einiges an Ausbrüchen erwarten darf. Ob es dann aber tatsächlich passiert …

Donnerstag, 24. September 2015

Sonne am 24.9.2015

Wieder war eine Beobachtung nur durch die Äste meiner Nervbäume hindurch möglich, sonst hätte ich noch bis in den Nachmittag warten müssen und bei der derzeit sehr instabilen Wetterlage weiß man nie, ob man dann noch eine zweite Chance für eine Beobachtung erhalten würde.

Dass es nahezu windstill war, vereinfachte die Beobachtung ein wenig und so erwischte ich tatsächlich 5 Gruppen und sogar eine ziemlich schwache. Aber der Reihe nach: In Norden fiel mir die AR 12420 als F18, bei der sich die Penumbren nur im f- und f-Teil befanden, dazwischen aber nur kleine Flecken ohne Hofgebiet zu finden waren. Schräg darüber stand die wenig aufregende AR 12421 als C3. Den Rest der Flecken gab es im Süden: Die AR 12422 war eine D8 - sie wies eine Art Halbbogen von kleinen Flecken auf -, die neue AR 12423 sah ich als B4 und die AR 12418 stand am Westrand und war eine H2 mit eine spitzkegeligen Penumbra.

Im H-alpha hatte die Aktivität ein wenig abgenommen. Die sich andeutende Filamentkette im Osten war nicht mehr zu sehen und das sehr stabile, große Filament stand senkrecht nahe der Mitte der Sonnenscheibe. Insgesamt zählte ich auf der Oberfläche 7 Filamente und 4 Flaregebiete sowie 8 wenig spektakuläre Protuberanzen am Rand. Lediglich das Exemplar am Ostrand war als einziges „etwas“ größer. Viel erstaunlicher war, dass sich rund um die AR 12420, die ja immerhin eine F-Gruppe war, im H-alpha nur wenig tat, nur ein kleines Flaregebiet war an der Stelle zu sehen. Normalerweise deutet es auf einen mittelfristigen Zerfall einer Gruppe hin, wenn das zugrunde liegende Magnetfeld nur schwach ausgeprägt ist.

Mittwoch, 23. September 2015

Sonne am 23.9.2015

Nur wenige Minuten nach dem astronomischen Herbstanfang um 10:21 Uhr MESZ und nach zwei Ausfalltagen kam die Sonne ein wenig durch die Wolken. Bei der Beobachtung hatte ich jedoch nicht nur damit zu kämpfen, denn ich musste auch noch an beliebig vielen Bäumen und dicken Ästen vorbeischauen, die immer wieder durch den ohnehin nur kleinen Blickwinkel hindurchwischten. Kein Vergleich zu meinem Urlaubsort mit seinem freien Himmel und dem ebenso freien Horizontblick.

Im Weißlicht konnte ich die AR 12415 nicht mehr sehen, dafür aber im Süden die AR 12418 als ovale H1-Gruppe und die AR 12422 als D3. Beide Gruppen übrigens im Süden. Im Norden standen die AR 12421 als C3 und die AR 124290 als E15, wobei ich aber sicherlich einige der kleinen Flecken durch die „Ast-Beobachtung“ nicht sehen konnte.

Eine weitere Lücke offenbarte mir noch eine kurze Beobachtung im H-alpha, so die große Protuberanz, die ich noch an der Ostsee intensiv beobachten konnte, weiterhin als Filament sichtbar war. Im Norden gab es quer dazu ein weiteres, flächiges, sowie einige am Ostrand, die sich zu einer Nord-Süd-Kette auszurichten schienen. Darüber hinaus erwischte ich 6 Flaregebiete und am Rand 9 Protuberanzen, wobei die ganz kleinen Dank der Bäume mit Sicherheit nicht erkannt wurden.

Immerhin eine Beobachtung, mehr konnte man zu diesem Tag nicht sagen, denn gleich danach zog es wieder zu.

Samstag, 19. September 2015

Sonne am 19.9.2015

Aufwachen und als erstes die Sonne beobachten: lange werde ich das nicht mehr machen können, und mich dann wieder über die schlechten Bedingungen an meinem Beobachtungsort im dicht besiedelten Hamburg abärgern dürfen. Hier war der Blick in Richtung auf die Sonne frei und der Himmel nur teilweise bewölkt.

An der Zahl der Fleckengruppen hatte sich im Weißlicht nichts verändert und dennoch sahen die Flecken heute anders aus. Die AR 12419 im Norden hatte sich verändert und war nur noch eine Aneinanderreihung diverser Penumbren, weswegen ich sie auch als D5 klassifizierte. Im Suden hatte die AR 12418 die kleinen Flecken in ihrer Umgebung wieder verloren und war nun wieder eine H1. Die AR 12415 wirkte ziemlich zerfasert und hatte einen Teil ihrer Flecken im f-Teil eingebüßt, dennoch war sie (noch) eine E14.

Im H-alpha sah es dagegen völlig anders aus. Entgegen meiner Annahme, dass die große Protuberanz am Ostrand bald eruptieren würde, ist sie nun aufgrund der Sonnenrotation als dickes, fettes und flächig erscheinendes Filament zu sehen. Beim Zählen kam ich auf 6 Protuberanzen, die meisten aber eher klein und unscheinbar, bis aus die eine im Nordosten.

Neben dem bereits erwähnten Filament gab es 7 weitere, die aber ebenfalls recht unscheinbar wirkten, bis auf einen Bogen östlich der AR 12418 und einigen „Fäden“ die aus den beiden Regionen im Süden herauskamen. Die vier Flaregebiete rundeten das Beobachtungserlebnis ab und so war ich wieder froh über meine, nunmehr vermutlich vorletzte, Beobachtung an der Ostsee.

Freitag, 18. September 2015

Sonne am 18.9.2015

Wieder ein sonniger Vormittag an der Ostsee - nach regnerischer und stürmischer Nacht. Die Beobachtung war wegen des immer noch heftigen Windes etwas heikel, weil einzelne Böen immer wieder das Teleskop umzuwerfen drohten, aber in den ruhigen Phasen konnte bei ganz gutem Seeing beobachtet werden.

Die Aktivität im Weißlicht war weiter zurückgegangen und mit nur noch drei Fleckengruppen sehr übersichtlich geworden. Im Norden war die AR 12419 eine C3, im Süden die AR 12418 - sie scheint sich nur sehr langsam zu entwickeln - nicht mehr eine H1, sondern eine C7. Die größte Gruppe war die AR 12415 als E15, die Zuordnung zu dieser Klasse ergab sich ausschließlich aus ihrer Länge, aber keineswegs aus der Komplexität der penumbralen Strukturen.

Im H-alpha ging es nun wieder etwas turbulenter zu. Die große Protuberanzen am südöstlichen Sonnenrand war nach wie vor vorhanden, dazu kam eine größere im Nordosten. Auf der Oberfläche waren besonders die drei hellen Flaregebiete rund um die drei Aktivitätsgebiete hervorstechend, demgegenüber fielen die 5 kleinen Filamente kaum noch ins Gewicht. Lediglich im Südosten stand ein schöner, hufeisenförmiger Materiebogen, der zumindest mein Auge immer wieder an sich zog. 

Donnerstag, 17. September 2015

Sonne am 17.9.2015

Bevor es wieder bei kühlen Temperaturen an den Strand geht, noch kurz eine Schilderung der heutigen Beobachtung am frühen Morgen. Vom Parkplatz des Hotels aus konnte ich wieder die über der Ostsee aufgegangene Sonne bei allerdings eher mäßigem Seeing beobachten. Grund dafür war ein Regengebiet, das in der Nacht durchgezogen ist, bis es kurz nach 7 Uhr aufzuklaren begann und kurz danach die Sonne rauskam.

Im Weißlicht hatte sich die Aktivität etwas reduziert. Am Westrand konnte ich als äußersten Zipfel der AR 12414 noch einen ovalen H1-Fleck, umgeben von einem kleinen Fackelfeld, beobachten. Die nunmehr mittig stehende und nochmals stark in den Penumbrastrukturen veränderte AR 12415 war eine D14, die AR 12418 weiter eine H1 und die AR 12419 eine C7.

Gespannt war ich auf die H-alpha-Beobachtung und wurde nicht enttäuscht. Die große Protuberanz am Ostrand war noch imposanter geworden und hatte sich vor allem in der Breite vergrößert, was auch der Sonnenrotation geschuldet war. Sie wies zwei Bögen und viel Struktur auf. Man muss sicher kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass sie bald in den Weltraum eruptieren wird. Außer ihr entdeckte ich noch 5 weitere Materiebögen, die allerdings erheblich kleiner waren. Auf der Oberfläche waren 6 kleine Filamente und 6 Flaregebiete zu sehen. Am intensivsten waren die rund um die drei Fleckengruppen, die sich auf der Oberfläche befanden, die AR 12414 war ja schon sehr randnah und zeigte im H-alpha keine Aktivität mehr.

Mittwoch, 16. September 2015

Sonne am 16.9.2015

Das war eine ganz knappe Angelegenheit an diesem Morgen: die ganze Nacht über war es klar und ich sah auch schon, wie die Sonne an meinem Hotel vorbei zu sehen war und begab mich wieder schnell auf den Parkplatz. Nun musste ich mich beeilen, denn die Wolkenfront zog über mir sehr schnell dahin. Das Seeing bei der niedrig stehenden Sonne war zwar nicht allerbeste, aber immerhin konnte ich - hoffentlich - alle aktuellen Gruppen erfassen.

Da wären im Weißlicht die jetzt genau am Westrand stehende AR 12414, die ich als D5 einstufte, gefolgt von der mittig stehenden AR 12415, die sich seit gestern enorm weiterentwickelt hatte und nun eine D14 war. Die AR 12418 zeigte sich als H1 sehr stabil und dahinter in Richtung Ostrand war noch eine A1 zu erkennen. Im Norden war mit der Ar 12419 als C5 nur eine einzige Fleckengruppe zu sehen, alle anderen befanden sich auf der südlichen Hemisphäre der Sonne.

Noch hielt sich die Wolkenlücke zurück und so wechselte ich rasch ins H-alpha. Das erste, was ich hier erkannte, war eine große Protuberanz am Ostrand, die restlichen 4, die ich in der Eile sah, waren dann eher nicht der Rede wert. Ich fand noch 4 Flaregebiete - die beiden intensivsten im Bereich der AR 12415 und der AR 12418 - und 6 Filamente und bemerkte, dass die Nordhemisphäre bis auf das mit der AR 12419 assoziierte Flaregebiet fast völlig erscheinungsfrei war. Dann war die Wolkenfront heran und beendete meine Bemühungen … 

Dienstag, 15. September 2015

Sonne am 15.9.2015

Noch eine Beobachtung am frühen Morgen unter blauem Himmel, die von meinem üblichen Standort in Hamburg aus zu dieser Stunde wegen dichter Bebauung und hoher Bäume nicht möglich wäre, hier aber ohne Weiteres vom Parkplatz des Hotels aus möglich ist.

Gegenüber gestern gab es nur wenige Veränderungen. Die beiden kleinen A-Gruppen im Umfeld der AR 12414 waren trotz gutem Seeing nicht mehr zu sehen, dafür war im Norden am Ostrand eine neue A3, noch ohne NOAA-Nummer, zu erkennen. Die anderen Gruppen tummelten sich auf der Südhalbkugel: die weit im Westen stehende AR 12414 als D5, die AR 12415 als C9 und die AR 12418 als H1.

Das gute Seeing verhieß einen guten Blick auf die Sonne im H-alpha, dem war aber nicht ganz so, trotz blauem und wolkenfreiem Himmel. Von den insgesamt 9 Protuberanzen am Sonnenrand waren eine am West- und drei am Ostrand besonders erwähnenswert, weil sie größer als die anderen und auch strukturell sehr interessant waren. Während man die am Westrand eher schwer definieren konnte, gab es zwei Spitzkegel und einen Minibogen am Ostrand. Ziemlich hell erschien das Flaregebiet - ich konnte 6 davon ausmachen - im Bereich der AR 12415, das an beiden Polen der Gruppe hell aufleuchtete. 

Die AR 12418 und die AR 12414 wiesen im H-alpha ebenfalls deutliche Aufhellungen hervor. Hier könnte es im Laufe des Tages noch Flares geben. Nicht unerwähnt bleiben sollten die 5 kleinen Filamente, die nur einen schwachen Abglanz der Exemplare der letzten Wochen darstellten.

Montag, 14. September 2015

Sonne am 14.9.2015

Meine erste Frühbeobachtung am Urlaubsort: Nach dem Frühstück, aber vor dem Gang zum Strand unter wolkenlosem, blauen Himmel, bei Wind und durchschnittlichem Seeing.

Der teilweise böige Wind war schon sehr nervend, weil er genau aus der Richtung kam, in die das Teleskop zeigte. So war die Erkennbarkeit der kleinen Fleckengruppen am westlichen Sonnenrand ziemlich schwierig. Die AR 12411 konnte ich nur aufgrund der Randverdunkelung in einem Fackelfeld sehen, die AR 12412 ebenfalls, obwohl sie noch nicht so weit am Rand stand. Beide Gruppen waren jeweils eine A1. Die AR 12414 hatte auch deutlich Federn gelassen und war nur noch eine D4. Ziemlich zerrupft sah auch die AR 12415 als. Vorgestern noch eine D, konnte ich sie heute mangels fehlender zweiter Penumbra nur noch als C11 klassifizieren. Neu um den Ostrand herumgekommen war die AR 12418 als H1.

Im H-alpha schien nun ebenfalls ziemliche Ruhe eingekehrt zu sein, denn neben den insgesamt 7 Protuberanzen, von denen vier etwas auffälliger waren, gab es 5 mittelhelle Flares und 9 magere Filamente, wobei keine wirklich große Dimensionen erreichte.

Samstag, 12. September 2015

Sonne am 12.09.2015

Scheinbar nicht enden wollenden Nieselregen verhinderte gestern erfolgreich die Beobachtung und auch heute sollte es nach der Wettervorhersage erst spät am Nachmittag aufklaren. Das kam zum Glück anders und so konnte ich nach einem ausgiebigen Spaziergang am Ostseestrand nach meiner Rückkehr ins Hotel entspannt die Sonne beobachten, was nur hin und wieder durch kleine Wölkchen gestört wurde.

Binnen zweier Tage war die Aktivität der Sonne im Weißlicht spürbar angestiegen. Die auffälligsten Entwicklungen hatten zwei Gruppen im Süden genommen: die AR 12414 als D14 und die neu um den Rand herumgekommene AR 12415 als D10. Westlich davon stand die AR 12416 als A1, östlich die AR 12412 als B6. Im Norden war die AR 12411 eine A1, die AR 12417 auch. Die siebente Gruppe war nur sehr schwer als nicht klar erkennbare Anhäufung von Einzelflecken etwa in der Scheibenmitte zu sehen, die ich pauschal als B4 klassifizierte.

Im H-alpha schwächelte dagegen die Aktivität deutlich. Am Rand sah ich zwar 9 Protuberanzen: die meisten aber waren eher kleine Bögen oder Spritzer, wobei die meisten am Ostrand standen. Auch die Zahl der Filamente war mit 9 Stück leicht zurückgegangen und die 5 Flaregebiete bis auf das im Bereich der neuen AR 12415 kaum auffällig. Eine Aktivität, die dem Stand des Zyklus´ entspricht; genießen wir die Zeit, bis es wieder wochenlang nur fleckenlose Tage geben wird. 

Donnerstag, 10. September 2015

Sonne am 10.9.2015

Trotz blauem Himmel, gutem Seeing und einer entspannten Beobachtungsmöglichkeit auf dem Balkon meines Hotelzimmers war es relativ schwierig, die vielen kleinen Flecken überhaupt zu finden. Die meisten Probleme machte dabei die AR 12409, die ich nur deshalb fand, weil sie in einem Fackelfeld am Westrand stand und die ich als A1 klassifizierte. die AR 12411 war da schon einfacher zu entdecken und als J1 einzustufen, denn heute waren die kleinen Flecken in ihrer Umgebung nicht mehr zu sehen. Die kleine Anhäufung von Flecken nordwestlich davon war zu einer immer noch nummernlosen weiteren A1 zusammengeschrumpft.

Die AR 12412 - bei der Ziffernfolge muss ich immer an Weihnachten denken - hatte südwestlich Zuwachs bekommen und wies heute 11 Einzelflecke auf. Die in ihrer Nähe neu entstandene AR 12414 war auf die Größe einer A1 zusammengefallen. Anscheinend hat die Sonne derzeit nicht die Kraft, größere Regionen hervorzubringen und diese auch ein paar Tage festzuhalten. Ein deutliches Anzeichen mehr für einen Zyklus in der Abstiegsphase.

Im H-alpha deutete sich ein ähnliches Bild an. 8 Protuberanzen am Rand täuschen darüber hinweg, dass diese nur eben dahinter hervorguckten und leicht übersehen werden konnten. Ähnlich erging es den 4 Flaregebieten, die ebenfalls erst auf den zweite Blick zu sehen waren. 12 Filamente hörten sich auch nach viel an, doch nur vier Stück überspannten größere Gebiete der Sonnenoberfläche. Und während zwei kleine Filamente im südlichen Polgebiet zu sehen waren, war der Nordpol der Sonne völlig erscheinungsfrei. Auch hier zeigte sich die offenbar stark abnehmende Sonnenaktivität recht deutlich. 

Dennoch kann es immer wieder zu überraschenden Einzelereignissen wie dem eruptivem Filament vom 5. September 2015 kommen, dessen Teilchen in den Nächten vom 7. auf den 8. und vom 9. auf den 10. für fotografisch-visuelle Polarlichter sorgte, die auch in unseren Breiten zu sehen waren. Ich hatte leider trotz Urlaub und nur mäßiger Horizontsicht auf Usedom Pech: 1x anscheinend zu niedrig, 1x bedeckter Himmel. So darf ich weiter auf mein erstes digitales Polarlicht warten, denn das letzte hatte ich noch auf Film aufgenommen …

Mittwoch, 9. September 2015

Sonne am 9.9.2015

Ein klarer Himmel und eine uneingeschränkte Horizontsicht, die man als Stadtbewohner leider nur selten geboten bekommt - und das höchstens im Urlaub - führten zu einer weiteren stressfreien Beobachtung unseres Tagesgestirns. Das Seeing war allerdings etwa schlechter als gestern, was zumindest in einem Fall zu einer schlechteren Wahrnehmung einer Fleckengruppe führte. 

Betroffen davon war im Norden die AR 12409, die als A1-Fleck nur sehr schwer zu finden war. Die AR 12411 hatte in ihrem näheren Umfeld kleine Flecken ausgebildet - nicht zum festen Mal - und wurde daher als J3 klassifiziert. Im Süden stand nach wie vor die AR 12412 als D5. Davor, in Richtung Westen, hatte sich in den letzten Stunden eine kleine C3 gebildet, die sogar auf einigen der „aktuellen“ SDO- und SOHO-Bildern zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu sehen war. Erst später entdeckte ich nordwestlich der AR 12411 noch eine Ansammlung kleinerer Flecken, die ich als A3 einstufte. Wer annimmt, dass die zur AR 12411 gehören, achte auf die Achslage der AR 12412!

Im H-alpha wirkte die Sonne ein wenig „aufgeräumter“ als in den letzten Tagen. Am Rand fand ich zwar 10 Protuberanzen, aber nur 5 davon waren größer, die übrigen lugten wieder einmal nur knapp darüber hinaus. Über der Oberfläche waren 5 schwache Flaregebiete sowie 12 meistens kleine Filamente zu sehen. Gerade mal 4 überdeckten größere Bereiche der Sonnenoberfläche; die Polgebiete waren fast erscheinungsfrei. Die geringe Aktivität im Weißlicht schien auf das H-alpha abzufärben, wo es nun anscheinend ebenfalls ruhiger wurde.

Dienstag, 8. September 2015

Sonne am 8.9.2015

Eine entspannte Sonnenbeobachtung auf einem Hotelbalkon und freie Sicht auf einen unverdauten oder von Bäumen vollstellten Himmel gehörte nicht zu meinen Alltagserfahrungen und so genoss ich diese Situation am heutigen Tage. Das Seeing war ausgebrochen gut, der starke Wind, der über der Ostsee hereinkam wurde durch das Haus abgehalten und so standen nur ein paar ollen im Wege, aber da ich ausreichend Zeit hatte, störte das ausnahmsweise mal nicht.

Im Weißlicht hatte sich binnen 24 Stunden nicht so arg viel getan. Lediglich die gestern schon nur schwer beobachtbare A1 hatte sich anscheinend vollends aufgelöst und war nicht mehr zu sehen. Die AR 12409 nahm ich als C4 wahr, die 12411 als J1 - beide Gruppen standen auf der Nordhalbkugel - und die AR 12412 im Süden war eine D5.

Etwas turbulenter ging es dagegen im H-alpha zu. Das PST zeigte mir am Sonnenrand 7 Protuberanzen, allerdings waren nur drei davon größer und alle standen am Westrand, während die übrigen nur als kleine Spitzen über den Rand hinausreichten. Die Oberfläche erwies sich dagegen als deutlich aktiver: 7 kleine Flaregebiete, die bisweilen nur schwer zu sehen waren, und 11 Filamente ließen sich zählen, die sich alle auf dem südöstlichen Teil der Sonne tummelten, wohingegen der Nordwesten fast erscheinungsfrei war. Bislang ist der monatliche Aktivitätsschub für den September ausgeblieben, aber was nicht ist, das kann ja noch werden.

Montag, 7. September 2015

Sonne am 7.9.2015

Kurz vor meiner Abreise an die Ostsee konnte ich - wahrscheinlich zum allerletzten Mal in diesem Jahr - die Sonne auf dem Dachboden bei recht gutem Seeing und wolkenlosem Himmel beobachten. Viel hatte sich allerdings seit der letzten Sichtung nicht geändert. Die AR 12411 war als J1 sofort zu finden. 

Eines näheren Blickes bedurfte es bei den vier anderen kleinen Gruppen.  Die AR 12412 auf der Südhalbkugel war eine kleine D4und die AR 12409 eine C4. Dazwischen, leicht westlich der Mitte der erdzugewandten Sonnenscheibe, war noch eine A1, die ich aber zu diesem Zeitpunkt nicht sehen konnte. Das wurde erst möglich, als ich das Teleskop auf dem Balkon meines Hotels aufstellte und das Seeing deutlich besser war, als in Hamburg.

Ein paar Differenzen mehr gab es dagegen im H-alpha: statt 11 fand ich nur noch 7 Protuberanzen, dafür 4 statt 3 Flaregebiete und weiterhin 11 Filamente, die alle möglichen Formen aufwiesen und bei ganz gutem, aber stürmischem Wetter, eine längere und intensivere Beobachtung ermöglichten. So war der Nordwesten auf der Sonne praktisch erscheinungsfrei, während sich beinahe alle Filamente auf dem übrigen „Rest“ tummelten. Immerhin konnte die erste Urlaubsbeobachtung als gelungen betrachtet werden.

Sonntag, 6. September 2015

Sonne am 6.9.2015

Mit Beginn des Septembers haben sich nicht nur die allgemeinen Witterungsbedingungen deutlich verschlechtert, auch längst vergessen geglaubte Pleiten und Probleme, allgemein auch als Murphys bezeichnet, waren wieder da. Und das nicht nur bei mir. Beim besuch des 5. Norddeutschen Sternwartentreffens in Rostock konnte man wegen des starken Windes und Wolkenlücken, die immer wieder an der falschen Stelle am Himmel standen, die Sonne kaum am Coude-Refraktor der Astronomischen Station beobachten.

In der Früh erging es mir nicht anders. Nur noch für wenige Tage kann ich die Möglichkeit der Dachbodenbeobachtung nutzen, dann schließt sich dieses Fenster bis zum Frühjahr. Beim Aufwachen war der Himmel fast klar und als ich das Teleskop aufgestellt hatte, schob sich das einzige Wolkengebildes des ganzen Himmels wieder genau vor die Sonne. Nahezu eine Dreiviertelstunde bis kurz vor dem Zeitpunkt, wo der Winkel zu steil wurde, zeigten sich kleine Lücken, doch so ganz verschwanden die Wolken während der Beobachtung nicht. Das passierte erst, als ich wegen meiner umliegenden Häuser und Bäume die Sonne nicht mehr erreichen konnte …

So war denn wieder nur eine schnelle Zähl-Beobachtung angesagt. Im Weißlicht fand ich nur zwei Gruppen: die erste, die durch die Wolken kam, war die AR 12411, die ich erst als J1, dann aber, als die Sicht ein wenig besser wurde, als C3 klassifizierte. In einer weiteren Minilücke erspähte ich noch die AR 12409 als B3.

An eine H-alpha-Beobachtung glaubte ich da schon nicht mehr, doch dann klappte es doch noch mehr oder weniger gut und so sah ich mit schnellem Blick 5 Protuberanzen, 5 Flaregebiete und (tlw. geschätzte) 12 Filamente, denn ich musste mich ja beeilen, weil danach die nächste Wolke vor die Sonne zog, wobei der Rest des Himmels überwiegend im herbstlichen Blau erstrahlte …

Freitag, 4. September 2015

Sonne am 4.9.2015

Kleine Teleskope sind gegenüber großen stets dann im Vorteil, wenn es um eine schneller Einsatzbereitschaft geht und so konnte ich zwei winzige Wolkenlücken für meine heutige Beobachtung nutzen, obwohl damit eigentlich nicht zu rechnen war.

Das Seeing war ausgesprochen gut und so ging das Erfassen der Gruppen im Weißlicht schnell voran, zumal es wieder nur sehr wenige waren. Die AR 12409 war eine B5, die AR 12410 nur noch eine A1, während am Ostrand eine neue J1 in einem Fackelfeld stand.

Ein schneller Blick durch das PST zeigte mir 6 Protuberanzen - je drei im Osten und im Westen - , 5 mäßig helle Flaregebiete und 12 Filamente, die durchaus schön anzusehen waren. Leider war dafür dann die Wolkenlücke doch wieder zu klein und bevor es an die Detailbeobachtung ging, war der Himmel wieder zu. Immherin gelang mir gerade eben noch die Erfassung der Zahlen.

Donnerstag, 3. September 2015

Sonne am 3.9.2015

Nachdem der gestrige Tag Murphy gewidmet war, hatte ich es heute ein wenig einfacher, wenn auch die Beobachtung wieder von dem Baum vor meinem Fenster gestört wurde. Zum Glück gab es aber ausreichend Wolkenlücken, die mir die Beobachtung ermöglichten.

Im Weißlicht war die Aktivität noch weiter zurück gegangen und nur noch zwei Gruppen zu sehen: die Ar 12409 als B7 und darunter im Süden eine B3 ohne NOAA-Kennung. Sowohl die AR 12406 als auch die AR 12407 waren nicht mehr zu sehen.

Im H-alpha war die Aktivität ebenfalls leicht zurückgegangen. Neben 10 Protuberanzen, von denen gerade mal 3 etwas größer aussahen, tummelten sich auf der Oberfläche 4 schwach leuchtende Flaregebiete und nur noch 10 Filamente. Das ausgedehnteste Filamentgebiet war im Südosten zu finden, weitere gab es im Nordosten und im Südwesten. Schön anzusehen waren vor allem die irregulär geformten, an mehreren Stellen der Sonnenoberfläche zu findenden Exemplare. Insgesamt wirkte die Sonne eben auch hier weniger aktiv als noch vor ein paar Tagen.

Mittwoch, 2. September 2015

Sonne am 1.9.2015

Mit dem meteorologischen Herbstanfang gingen nicht nur niedrigere Temperaturen einher, die ganzen nervigen Murphys kamen auch gleich wieder zurück und führten gleich zum ersten Ausfalltag im September. Heute sah es eigentlich auch nicht sehr viel besser aus. Als ich auf der Arbeit war, schien die Sonne, als ich zu Hause ankam zog es im gleichen Augenblick zu. Das Warten auf die nächste Wolkenlücke wurde zur Geduldsprobe. Es gab viele Wolkenlücken, nur mal wieder nicht in Richtung Sonne. Als dann endlich eine passende Lücke kam, stand die Sonne hinter dem Baum vor meinem Küchenfenster. Dann zog es völlig zu und nach einem kurzen Regenschauer Kamm dann tatsächlich noch eine große Wolkenlücke, die ich bei gutem Seeing auch für eine Beobachtung nutzen konnte.

Im Weißlicht zeigte sich allerdings recht wenig. Nur ganze drei Gruppen und alle der Waldmeierklasse B angehörend: die AR 12409 mit 8 Flecken am Ostrand, die AR 12406 mit drei Flecken etwa in der Scheibenmitte und die AR 12407 als B2 am Ostrand in einem Fackelfeld stehend.

Entschädigt wurde man dafür mit der Beobachtung im H-alpha, die im absoluten Kontrast zum Weißlicht stand. Die 8 Protuberanzen am Rand waren schon sehenswert (etwa der große Büschel im Westen oder die kleine Kette im Osten), die 3 Flaregebiete kaum erwähnenswert, aber die 14 Filamente durchaus beeindruckend, besonders auf der Osthälfte der Sonne, wo ein größerer Bogen in eine Protuberanz überging und ein weiterer große Teile der Sonne überdeckte. Die vielen kleinen Bögen, Flatschen und Striche verwöhnten das Auge ebenfalls. Eine wirkliche Belohnung für die ganzen Murphereien des Tagen. Aber, so ganz ohne Nervereien ging es dann doch nicht, denn mit der großen Wolkenlücke kam heftiger Wind auf, der in Böen am Teleskop zerrte …  

Montag, 31. August 2015

Sonne am 31.8.2015

Am vermeintlich letzten Sommertag des Jahres - zumindest aus meteorologischer Sicht - war die Beobachtung schon ein wenig schwierig. Der Himmel war zwar wolkenfrei, dafür störte der Baum, der direkt vor meinem Küchenfenster steht und ich musste wieder warten, bis die Sonne dahinter rauskam. Die beste Beobachtungszeit ist halt vorbei und die gruseligen Monate des 4. Quartals, wo der Blick auf die Sonne fast allerorts versperrt ist, liegt nicht mehr fern!

Das Seeing war trotz der Wärme relativ gut, doch die kleinen Fleckengruppen nur sehr schwer zu erkennen. Die AR 12406 war als C6 noch am auffälligsten und die AR 12405 nur als A1 zu sehen. Sehr viel schwieriger wurde es mit den restlichen drei Gruppen: eine B4, stand am Ostrand in einem Fackelfeld, eine B6 am Westrand hatte die Nummer 12407 bekommen und eine kleine A1 war für wenige Augenblicke in einem Fackelfeld am südwestlichen Sonnenrand zu sehen. Ganz sicher war ich mir zwar nicht mit der Sichtung, allerdings meinte ich immer wieder an der gleichen Stelle etwas „aufblitzen“ zu sehen. Es zeigte sich wieder einmal, dass die kleinen Gruppen mit kleinen Teleskopen oft nur sehr schwer oder gar nicht zu sehen sind.

Einfacher war es dagegen im H-alpha: neun Protuberanzen, zumeist auch wieder sehr kleine, standen am Rand - allein fünf im Osten und vier im Westen. Vier unbedeutend aussehend Flaregebiete und 11 Filamente in den unterschiedlichsten Formen und Größen von Flatschen über Kurven und Linien bis hin zu solchen, die im Osten noch ein wenig über den Rand rauslugten, rundeten ein schönes Bild der Sonne in diesem Wellenlängenbereich ab.  

Sonntag, 30. August 2015

Sonne am 30.8.2015

Das Wetter war schon ein wenig verrückt an diesem Sonntag. Bis kurz vor 8 Uhr schimmerte die Sonne mehr oder weniger durch eine dünne Wolkendecke hindurch, doch kurz bevor ich hätte beobachten können, zog es zu. Erst am frühen Nachmittag riss nach dunklen Wolken und Regen die Bewölkung endlich auf, aber natürlich erst einmal nicht so richtig. Die meisten wolkenlosen Himmelsbereiche gab es dort, wo die Sonne grad nicht stand. Erst nach und nach besserte sich das und ich konnte die Sonne beobachten, ohne von durchziehenden Wolken gestört zu werden.

Im Weißlicht war die Beobachtung schwierig. Das Seeing war vergleichsweise gut, aber auf den ersten Blick konnte ich keine Flecken finden. Die AR 12403 war am Westrand verschwunden und eine kleine A1 in einem Fackelfeld hinter der Gruppe war die erste, die ich erkannte. Die zweite A1 stand in einem Fackelfeld auf der Ostseite. Die AR 12406 war eine B3 unter der noch eine A1 stand. Die 12405 war ebenfalls, allerdings nur blickweise, als A1 zu sehen. Die Zahl der Gruppen war - wie erwartet - deutlich angestiegen, als die große AR 12403 verschwand, dennoch kann nicht von einer nun deutlich angestiegenen Aktivität gesprochen werden, nur weil es 5 A- und B-Gruppen gibt.

Bevor ich mit der Beobachtung im H-alpha beginnen konnte, bemerkte ich bei einem letzten Blick im Weißlicht ein kleiner Schatten, der sich beim Beobachtungsauge zeigte. Ich blickte kurz hoch und sah eine Wespe, die am Okular herumlief. Vor Schreck sprang ich auf, doch die Wespe ließ sich mit einem Tuch zu Boden werfen und dann zertreten. Es hätte nicht viel gefehlt und ich hätte einen Wespenstich am Auge bekommen ...

Danach konnte ich dann aber nicht gleich mit der H-Alpha-Beobachtung fortfahren, denn in der Zwischenzeit hatte sich eine Wolkenbank direkt vor die Sonne geschoben, während links und recht davon der Himmel wolkenfrei war ... So musste ich erst wieder warten, bis die neuerliche Wolkenstörung vorbei war.

Wesentlich mehr Aktivität zeigte sich im H-alpha: 8 Protuberanzen am Rand, die meisten und größten davon im Osten und 15 Filamente, die sich über der Oberfläche zeigten und die unterschiedlichsten Formen aufwiesen: die lange Filamentkette war weiter in Richtung Westen rotiert, dazu kamen einige flächige oder strichförmige und auch sehr kleine, die man nur bei näherem Hinsehen erkannte. Die vier kleinen Flaregebiete fielen da kaum noch ins Gewicht. So war denn die Aktivität im H-alpha wieder einmal deutlich höher als im Weißlicht!

Und noch etwas war wieder mal typisch: Als ich mit der Beobachtung an beiden Teleskopen fertig war, war der Himmel völlig wolkenfrei. Murphy hat´s sicher gefreut.