Sonntag, 25. Januar 2015

Die Sonne im Dezember 2014

Im Dezember konnte man weiter eine, gemessen an den Eigenheiten des aktuellen Sonnenfleckenzyklus, erhöhte Sonnenaktivität, beobachten. Der Monat begann denn auch mit vielen kleinen Fleckengruppen, die beiderseits des Sonnenäquators ausgerichtet waren. Größte Aktive Region war dabei auf der Südhalbkugel die AR 12222, die von der NOAA als E-Gruppe eingestuft wurde. Sie hielt die Klasse bis zum 7. Daneben nahm die Zahl der übrigen Fleckengruppen ab, sodass am 8. nur noch 4 von ihnen zu sehen waren. Davon zwei der Klasse H und zwei der Klasse D. 

Anschließend ging es langsam wieder aufwärts. Ein paar Tage später erreichte die Sonnenaktivität ihren monatlichen Höhepunkt mit 11 gleichzeitig zu beobachtenden Aktiven Regionen. Die südliche Hälfte der Sonne blieb dabei während des ganzen Monats der dominantere Teil. Spannend wurde es ab dem 15., als mit der AR 12241 und der AR 12242 zwei dicht beieinander stehende D-Gruppen auftauchten, die das Geschehen in den nachfolgenden Tagen nachhaltig beeinflussen sollten. Spätestens ab dem 18. gehörten beide zur Waldmeierklasse E und zogen meist sofort das Auge des Beobachters auf sich. Am 21. sahen einige Institute die AR 12242 als F-Gruppe an. Das war allerdings eher unrealistisch, denn die erforderliche Länge in heliographischen Graden wurde allenfalls für ein paar Stunden erreicht. Schon am 22. waren beide Gruppen wieder einheitlich der Klasse E zugeordnet. 

Zu dieser Zeit konnten beide Gruppen auch, z.B. mit Hilfe der weit verbreiteten Sonnenfinsternisbrillen, mit bloßem Auge gesichtet werden, und es zeigte sich wieder das übliche Bild, dass nach einem leichten Aktivitätsanstieg im Osten wenige bis gar keine Gruppen mehr zu sehen waren, somit der Westen voller Flecken und der Osten nahezu fleckenfrei war. Nach dem Verschwinden der großen Gruppen kam dann aber wieder eine Vielzahl kleinerer Aktivitätsgebiete und bis zum Jahresende lag die Zahl der Fleckengruppen fast konstant bei 7. Die höchsten Waldmeierklassen E und F wurden in der Zeit nicht mehr erreicht. Eine Besonderheit gab es dann am Rande doch noch: die große Gruppe vom Herbst 2014, letzte Nummerierung AR 12209, setzte am 13. Dezember 2014 als 12237 zu ihrem vierten (!) Umlauf an. Sie war bis zum 15. als D-Gruppe zu sehen, zerfiel danach zur H und löste sich am 20. Dezember endgültig auf, nachdem sie zwei Tage zuvor den Sonnenmeridian passiert hatte. Das dürfte das Ende dieser für den 24. Fleckenzyklus extrem langlebigen Fleckengruppe gewesen sein.

Herausragendes Merkmal des Monats Dezember war, dass die Aktivität im H-alpha ziemlich konform mit der im Weißlicht ging und größere Ausbrüche nur während der Sichtbarkeit von drei großen Aktiven Regionen zu verzeichnen waren. Dies betraf zunächst einmal die AR 12222. Am 1. produzierte sie um 6:41 UT einen M1.8-Flare, dem am 4. um 8:10 UT ein M1.3 und um 18:25 UT ein M6.1. Zuletzt gab es hier am 5. einen länger anhaltenden M1.5 mit Höhepunkt um 12:25 UT. 

Danach blieb es bis zum Erscheinen der AR 12241 und der AR 12242 relativ ruhig; es wurden nur kleine Flares der Klassen b und c registriert.  Lediglich am 8. gab es einen ausgesprochen kräftigen koronalen Massenauswurf, der mit der inzwischen weg rotierten AR 12222 assoziiert wurde und seitlich der Sonne in westlicher Richtung ins All abgestrahlt wurde. Am 17. Nahm die Aktivität im H-alpha wieder Fahrt auf. Um 4:40 UT stiegt in der AR 12242 ein ordentlicher M8.7-Flare auf, der mit einem siebenminütigen Tenflare (Radiosturm auf der 10,7 cm-Wellenlänge)  und einer Typ II-Radioemission verbunden war. Es wurden 320 solare Flusseinheiten (sfu) gemessen sowie eine Teilchengeschwindigkeit von 910 km/s. Als nächstes kam am 18. um 19:01 UT ein M1.4 aus der AR 12241 heraus, begleitet von zahlreichen c-Flares in beiden Regionen. Die AR 12241 war am 19. Auch um 21:58 UT für einen M6.9-Flare verantwortlich. Einen M1.3 hatte die AR 12242 schon um 9:44 UT erzeugt. Den einzigen X-Flare des ganzen Monats produzierte die AR 12242 am 20. um 0:27 UT, der assoziiert war mit einem weiteren Tenflare, 2300 sfu und einer Teilchengeschwindigkeit von 900 km/s. Leider war auch dieses Ereignis wieder nicht mit einem koronalen Massenauswurf (CME) verbunden, was ein Merkmal bei allen großen Gruppen auch des 4. Quartals 2014 war. Am 21. Dezember gab es dann noch einen kleinen Abschiedsgruß von der AR 12242: um 7:32 UT stieg hier nämlich ein M1.2-Flare auf. Bis zum Monatsende gab es dann keine größeren Flares mehr.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen