Donnerstag, 1. Januar 2015

Sonne am 01.01.2015

Hatte ich in den letzten Tagen vielfach Glück mit der Beobachtung, schien mir eben jenes heute am Morgen des ersten Tages im neuen Jahr verwehrt. Dabei hatte gestern noch in der Wettervorhersage ein sonniger Tag gestanden. Es kam anfangs aber nur Wolken und Syph. Eine erste größere Auflockerung - eher ein Dünnerwerden des Schleims - trat ein, als die Sonne noch hinter Bäumen stand. Eine halbe Stunde später dann eine weitere Aufheiterung. Diese allerdings bei teilweise heftigen Windöen und äußerst schlechtem Seeing. Der Kontrast des Bildes im Okular war gering, dennoch vermochte ich die meisten Gruppen zu sehen.

Binnen zweier Tage hatte sich doch einiges verändert. Im Norden war als einzige Gruppe die AR 12246 als H1 zu erkennen. Der Süden hingegen beherbergte den Rest der 6 Gruppen, die ich im Syph finden konnte. Dies waren von Ost nach West die jetzt vollständig um den Rand herum rotierte AR 12253 als D12, die eine interessant chaotische Struktur aufwies, was auf eine hohe Aktivität im lokalen Magnetfeld hindeutet und eine Grundvoraussetzung für Flares im H-alpha ist. Es folgten die AR 12251 als J1 und die AR 12252 als D7. Unterhalb dieser Regionen war schemenhaft eine B2 ohne NOAA-Nummer zu finden. Den Abschluss bildete die AR 12248 als J1, während die AR 12247 auch heute nicht zu sehen war. 

Während der ohnehin schwierigen Weißlichtbeobachtung verschlechterte sich die Situation wieder, sodass ich zunächst an eine H-alpha-Beobachtung nicht mehr zu denken brauchte.

Kaum waren diese Zeilen geschrieben, zeigte sich ein weiteres, dieses Mal etwas größeres Loch in der allgemeinen Schleimsuppe. Das Seeing war immer noch grausig, dennoch konnte ich die meisten Erscheinungen im H-alpha sehen. Die Sichtbarkeit währte nur etwa 2 Minuten, doch reichten diese aus für eine Bestimmung der H-alpha-Relativzahl. Ich zählte heuer 12 Protuberanzen, die ziemlich gleichmäßig über den Ost- und den Westrand verteilt waren. Etwas Herausragendes war nicht darunter, alles sah eher unspektakulär aus. Die Oberfläche wirkte demgegenüber geradezu aufgeräumt. Der Norden war so gut wie erscheinungsfrei und im Süden gab es 5 helle Flaregebiete, von denen der Bereich rund um die AR 12253 erkennbar aktiver war. Die 8 Filamente, die ich so gerade eben noch sehen konnte, verteilten sich regellos über die Südhälfte und wiesen nur sehr kleine Dimensionen auf.

So begann das Jahr 2015 mit einer Sonnenbeobachtung unter schlechten Bedingungen, bei denen es hoffentlich nicht bleiben wird.

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