Freitag, 2. Januar 2015

Sonne am 02.01.2015

Am zweiten Tag eines neuen Jahres die zweite Sonnenbeobachtung zu bekommen, hat Seltenheitswert. Dieses Mal war es denn auch nach dem Einkaufen noch sonnig und so konnte ich, zu Hause angekommen, gleich mit der Beobachtung loslegen, zumal es heute endlich mal größere Wolkenlücken und dazwischen wirklich blaue Abschnitte am Himmel gab. Problematisch war allerdings der heftige Wind, der mit starken Böen in meine Küche hinein wehte. Zettel durfte man auch nicht auf die Fensterbank legen, diese flogen, kaum dass man sich umgedreht hatte, auf und davon. Auch das Beschweren der Zettel mit Bechern war nicht unbedingt erfolgreich, weil dieser sich im Wind langsam in Bewegung setzte. Dazwischen gab es aber einige windärmere Passagen, in denen ich die Beobachtung durchführen konnte. Das Seeing war nur mittelprächtig, reichte aber für die Zwecke der Relativzahlbestimmung aus.

im Norden war nur noch die AR 12246 am Westrand stehend als J1 in einem Fackelfeld zu sehen, der Rest war hier fleckenfrei. Dagegen tummelten sich die interessanten Gruppen im Süden. In Richtung Westen vorgerückt war die AR 12248 als J1 zu finden, darüber eine nummernlose A1. Ein wenig weiter östlich hatte sich die AR 12251 als D-Gruppe mit 9 Flecken stabilisiert, darunter stand die AR 12254 als J1, gefolgt von der AR 12252 als C5. Zu größten Gruppe war die AR 12253 geworden. Sie gehörte zur Waldmeierklasse E, wies 32 Einzelflecken und eine komplexe Struktur in beiden Penumbren auf. Eine der Penumbren, vermutlich der p-Teil, konnte ich knapp auch mit bloßem Auge und Sonnenfinsternisbrille sehen. Sie war aber nur schwer zu halten, auch wegen des an mir zerrenden Sturms. Gerade frisch um den Ostrand rotiert kam die AR 12255 als weitere J1.

Das bis auf den Sturm gute Wetter nutzte ich dann noch für eine H-alpha-Beobachtung mit dem PST. Als erstes fiel mir eine größere Protuberanz am Ostrand auf, wo die AR 12255 aufgetaucht war. Im Nordosten gab es einen irregulär geformten Materiebogen, während der Norden und der Osten mit vielen kleinen Protuberanzen bevölkert waren. Beim Zählen kam ich hier auf insgesamt 8 Stück. Passend zur Weißlichtbeobachtung war die Oberfläche der Nordhälfte der Sonne im H-alpha erscheinungsfrei. Im Süden registrierte ich dagegen 7 kleine Filamente und 6 helle Flaregebiete. Die beiden aktivsten waren die rund um die AR 12253 und die nummernlose A1. Insbesondere bei der AR 12253 ist die Hoffnung auf etwas stärkere Flares nicht ganz unberechtigt, da sie eine doch recht komplexe Magnetfeldstruktur aufweist. Bislang brachte sie aber gestern nur zwei kleine C-Flares zustande.

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