Sonntag, 4. Januar 2015

Sonne am 04.01.2015

Es mutete schon ein wenig kurios an, dass wetteronline für heute Vormittag bedeckten Himmel vorhersagte und deren Satellitenbild dies auch zu belegen schien. In Wahrheit aber war es spätestens ab 9:30 Uhr sehr sonnig. Dennoch musste ich wegen meiner Örtlichkeiten bis kurz nach 12 Uhr MEZ warten, um mit der Beobachtung beginnen zu können. Davor konnte ich einen Fleck mit bloßem Auge und Sonnenfinsternisbrille sehen, der mir etwas länglich erschien.

Das Seeing trotz des fast makellosen blauen Himmels war eher durchschnittlich. Der Sonnenrand war zwar nicht übermäßig in Bewegung, dafür erschien die Oberfläche sehr blubberig, mal waren Details zu sehen, dann wieder nicht, dann hatte man ein Detail erfasst, das gleich darauf wieder verschwand usw. Das erschwerte die Beobachtung ein wenig, denn die Konzentration auf ein bestimmtes Gebiet war kaum möglich, das Auge wurde immer wieder abgelenkt.

Im Weißlicht war zu sehen, dass die Nordhälfte der Sonne fleckenfrei war und sich auch heute der Rest der Aktivität ausschließlich auf der Südhemisphäre abspielte. Ganz an den Westrand gerückt waren die AR 12256 als J1 und die AR 12248 als A1 - sie hatte seit meiner letzten Beobachtung die Penumbra verloren. Die AR 12251 war eine D7 und die AR 12254 nur zwei- oder dreimal kurz als A1 zu sehen. Das gelang mir aber meist nur in sehr kurzen Momenten,  fast mit indirektem Sehen, denn direkt konnte ich sie nicht finden, nebenbei geguckt, tauchte sie aber hin und wieder mal auf. Die AR 12252 war eine C4 - zumindest meinte ich, hier noch ein paar kleine Fleckchen gesehen zu haben. Die AR 12253 war auch heute nicht nur die größte Gruppe, seit dem 2. Januar, meiner letzten Beobachtung, hatte sie sich zur höchsten Waldmeierklasse F weiterentwickelt, besaß nach meiner Zählung 27 Einzelflecke und ist jetzt genau richtig positioniert, um mal einen kräftigen CME auszuhusten. Die beiden großen Penumbren waren es, die ich mit bloßem Auge erfasst hatte, aber nicht trennen konnte. Sie erschienen mir als ein langgezogener Fleck. Hinter der AR 12253 stand noch die AR 12255, die ich heute als D9 klassifizierte.

Die H-alpha-Beobachtung mit dem PST unterlag ebenso wie das Weißlicht einem Seeing, das randnahe Erscheinungen - ich fand hier nur 5 mickrige Protuberanzen - ruhig erscheinen ließ, während die Oberfläche einem kochenden Topf zu entsprechenden schien, in dem es kräftig blubberte. Auch hier verschwanden viele Details zwischendurch, um kurz danach wieder aufzutauchen. So fand ich auf der Oberfläche nur 5 helle Flaregebiete, die hellsten gab es rund um die AR 12253 und die AR 12248. Daneben zählte ich 10 Filamente, wobei zwei am Ostrand aussahen, als würden sie plattgedrückt direkt auf der Sonnenoberfläche liegen.

Mit der heutigen Beobachtung endet nicht nur mein Urlaub, sondern noch für etwas anderthalb Monate die Möglichkeit, in der Arbeitswoche zu beobachten. Ich werde bis dahin nur am Wochenende schauen können und damit mit ziemlicher Sicherheit wieder einiges an Aktivität verpassen, zumindest, was eigene Beobachtungen betrifft.

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