Freitag, 16. Januar 2015

Sonne am 16.01.2015

Dem jetzt schon ein wenig längeren Tagbogen der Sonne - im Gegensatz zum Tag der Wintersonnenwende - verdankte ich meine heutige Sonnenbeobachtung, auch wenn diese eher eine mit der Kneifzange war. Vormittags hatten sich die Wolken endlich einmal verzogen, doch als ich mal einen etwas früheren Feierabend hatte, war der Himmel in der Hamburger City weitgehend zugezogen und zugeschleimt. In Dulsberg angekommen war der Himmel dagegen fast völlig wolkenfrei. Allerdings hatte ich zunächst noch den Wochenendeinkauf zu erledigen, weshalb ich auch nicht ernsthaft mit einer Beobachtung rechnete. Doch als ich zu Hause ankam, stand eines meiner Bodenfenster noch im Sonnenlicht.

Ich baute schnell das Teleskop auf dem Dachboden auf, musste jedoch erkennen, dass die Sonne zwar ein paar Grad höher stand und mir einen zeitlichen Vorteil verschaffte, was aber durch horizontnahe Wolken und einen lästigen Baukran kompensiert wurde. Die Sonne glich wegen der Wolken am Anfang eher dem Jupiter, doch es gab auch wolkenlose Bereiche, just als die Sonne hinter dem Kran vorbeilief. So konnte ich unser Tagesgestirn nur abschnittsweise abscannen, sah durchfliegendes Blech- und echtes Geflügel sowie einen Ballon vor der Sonne schweben und langsam davon driften. Schön anzusehen, doch für die Bestimmung der Relativzahl völlig ineffizient.

Erst nach dem „Baukran-Encounter“ konnte ich mit der eigentlichen Beobachtung beginnen. Das Seeing war angesichts der Beobachtungsbedingungen erstaunlich gut und so sah ich zuerst die AR 12259 als D12 mit nur zwei penumbralen Flecken und die AR 12261 als J1. Erst sehr viel später, als der Sonnenbrand schon leicht am Wallen war und sich schon die Kante des Hochhauses gegenüber abzeichnete, erwischte ich erst die AR 12263 als D3 - mit 3 Einzelflecken und Penumbra - und ganz zum Schluss eine A1 ohne Nummer inmitten eines Fackelfeldes. Diesem Umstand dürfte ich die Sichtbarkeit der kleinen Gruppe verdanken, weil kleine randnahe Flecken in Fackelfeldern aufgrund des hier sehr großen Kontrastumfanges besser zu sehen sind. Die Randverdunkelung tut dabei ihr Übriges.

Die Wolken verdichteten sich nach der Weißlichtbeobachtung sehr schnell und so musste auch heute wieder die H-alpha-Beobachtung ausfallen. Aber auch ohne die Störenfriede wäre ein Blick durch das PST ziemlich sinnlos gewesen, da hierfür ein blauer Himmel benötigt wird und kein horizontnahes Gewölk oder Syph.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen