Samstag, 17. Januar 2015

Sonne am 17.01.2015

Dass ein klarer Himmel und kalte, klare Luft nicht gleichbedeutend sein müssen mit einem klaren Blick auf die Sonne hat sich heute wieder in beeindruckender Weise gezeigt. Das Seeing war nämlich grottenschlecht. Dafür war die Beobachtung einmal ungestört von irgendwelchen Wolken, die durchs Bild zogen.

Gegenüber der gestrigen Beobachtung hatte sich nicht viel verändert. Die größte Gruppe war die recht kleine AR 12259, die ich als D14 klassifizierte und die am heutigen Tage drei kleine Penumbren ausgebildet hatte. Dahinter stand die AR 12261 als J1, die aber aufgrund des Seeinggeblubbers mehrmals vor meinem Auge verschwand und kurze Zeit danach wieder auftauchte. Schwieriger war das Auffinden der AR 12263. Die hatte offenbar in den letzten Stunden alle penumbralen Strukturen verloren und sah nur noch aus wie eine B3. Extrem schwer war es, die AR 12264 aufzufinden, die gestern noch ohne Nummer war. Ich konnte sie nur ein einziges Mal während der gesamten Beobachtungszeit wirklich sehen und stufte sie als A1 ein. Der Rest der erdzugewandten Sonnenoberfläche war auch heute fleckenfrei.

Mit etwas Skepsis wandte ich mich der H-alpha-Beobachtung zu. Als Folge des Katastrophenseeings hatte ich nicht erwartet, überhaupt etwas zu sehen. Ich war ziemlich überrascht, dass dann doch was ging. Am Westland standen drei mehr oder minder große Protuberanzen sowie einige kleinere. Ein Materiebogen erhob sich teilweise über den Rand der Sonne empor.  Am Ostrand ging ein Filament direkt in eine Protuberanz über, ein schwebendes Wölkchen sowie ein paar kleinere Erhebungen ließen die Gesamtzahl der Protuberanzen auf 8 ansteigen. Auf der Oberfläche gab es ebenso viele Filamente, wobei das größte sich von Westen kommend in Richtung Süden entlang schlängelte und eine schöne Kurve bildete.Überdies fand ich noch 4 Flaregebiete, die allerdings sehr kontrastarm und daher nur schwer wahrnehmbar waren.

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