Samstag, 31. Januar 2015

Sonne am 31.01.2015

Damit hat am heutigen Tag wohl niemand gerechnet: Nachdem man für die Region am Vormittag einen bedeckten Tag ohne Sonnenschein vorhergesagt hatte, riss die seit Tagen dichte Wolkendecke gegen 9 Uhr plötzlich auf und der Himmel war gegen 9:30 Uhr fast ohne Wolken. Nun hieß es zittern: Würde der gleiche Murph passieren wie am letzten Sonntag, als es plötzlich wieder zuzog, sobald die oberste Kante der Sonne über dem Hausdach empor gekrochen kam? Würde es ein schlechtes Seeing geben - das Teleskop stand auf der Fensterbank und war der kalten Außenluft ausgesetzt?

Kurzum: das Bild war sehr ruhig und die Details in den Flecken gut sichtbar. Lediglich der Rand wallte etwas. Problematisch wurde es jetzt mit der Fleckeneinteilung. Nach und nach zeigten sich auf der Sonnenoberfläche zwei große und langgestreckte Fleckengruppen: die AR 12277 auf der Nordhalbkugel und die AR 12268 im Süden. Professionelle Quellen bestimmten sie als F-Gruppen und da begann für mich die Schwierigkeit. Sie waren so lang, dass beide grob geschätzt jeweils  etwa ein Achtel Sonnendurchmesser lang waren. Das erschien mir als viel zu lang, daher habe ich sie in jeweils zwei Gruppen aufgeteilt, zumal die einzelnen Zentren in meinem kleinen Refraktor auch nicht durch kleine Flecken miteinander verbunden waren. Aus der AR 12277 machte ich eine D14 und eine D25 und aus der AR 12268 eine H3 und eine F31. Beide Gruppen scheinen überdehnt und es dürften sich auch bald Separationsbestrebungen nachweisen lassen. Die anderen Gruppen waren denn umspektakulärer. Im Norde standen die AR 12272 als J1 und die AR 12271 als D4, im Süden die AR 12275 am Sonnenrand als C2 und in der Mitte, erst bei näherem Hinsehen, die AR 12276 und die AR 12278 als B2 und B3.

Das weiter anhaltende, gute Wetter ließ mich noch schnell das PST aufstellen. Auch hier gab es sehenswertes: Am Ostrand eine großflächige, viel Raum einnehmende Protuberanz und am Westrand eine staubförmige und eine unstrukturiert wirkende sowie fünf weitere, dafür unscheinbare. Auf der Oberfläche zählte ich acht kleine Filamente und 5 helle Flaregebiete. Damit konnte ich zum ersten Mal in diesem Jahr störungsfrei durch Wolken die Sonne im Weißlicht und im H-alpha beobachten. So kann es gerne weitergehen.

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