Samstag, 28. Februar 2015

Sonne am 25., 26. und 28.02.2015

Erst zwei Tage, die einander aufs Haar glichen und dann ein Samstag: Sowohl am 25., als auch am 26. konnte ich mal pünktlich Feierabend machen und noch rechtzeitig die Sonne beobachten, bevor diese, nun schon deutlich höher stehend einem meiner beiden Hochhäuser verschwand und knapp daneben hinter Bäumen unterging. Am 25. klappte das nicht ganz so gut, da schaffte ich zwar noch knapp eine Weißlichtbeobachtung (ich fand nur die AR 12240 als D14), doch dann kamen Wolken, die erst wieder verschwanden, als die Sonne durch das Hochhaus verdeckt und für mich unerreichbar wurde. Die H-alpha-Beobachtung musste daher ausfallen. Zumal das Seeing ohnehin nicht von der besten Sorte war.

Etwas anders am 26. Ich fand zwar immer noch nur die AR 12290, nun mit 12 Flecken (schwer zu zählen aufgrund des nur mittelmäßigen Seeings), dafür war mit ein kurzer Blick ins H-alpha vergönnt. 4 Protuberanzen, 4 Flaregebiete und 14 Filamente über der Oberfläche konnte ich gerade noch zählen, feststellen, dass die Südpolarregion der Sonne erscheinungsfrei war und dann sah ich schon, wie die Sonne anfing, hinter dem Haus zu verschwinden. Binnen weniger Augenblicke war sie dann ganz verschwunden.

Am heutigen Morgen dann der angekündigte Sonnenschein und sogar ganz brauchbares Seeing. Ich sah die Sonne über dem Nachbarhaus aufgehen und musste eine ganze Weile warten, bis ich den ersten Fleck sah. Viele waren es auch heute nicht. Von der AR 12290 sah ich nur noch eine A1 (oder war es eine J1, war nicht ganz einfach zu bestimmen). Dafür waren zwei weitere Gruppen, je eine auf der Nord- und eine auf der Südhalbkugel, zu sehen, die wie Geschwister wirkten. Sie trugen die Nummern 12293 und 12294, gehörten  beide zur Waldmeierklasse D und hatten ziemlich zerklüftete Penumbren.

Ein wenig anders die Situation im H-alpha: Drei größere Protuberanzen am Ostrand sowie drei kleinere im Westen. Spannender waren da schon die fünf Flaregebiete. Die rund um die AR 12293 und 12294 erschienen am hellsten - ihr dürfte noch was passieren und ein Flare in der AR 12294 war auch schon am Arbeiten. Dazu die 11 Filamente, wobei eines direkt vor der AR 12293 lag und einen großen Bogen bildete. Im Bereich zwischen den beiden Aktiven Regionen stand noch eine weiteres, größeres Filament. Da wird die Beobachtung der Sonne im H-alpha-Licht heute noch mal richtig spannend.

Sonntag, 22. Februar 2015

Sonne am 22.02.2015

Der Wetterbericht hatte es verkündet und tatsächlich riss nach ersten, zaghaften Versuchen, die Wolkendecke auf und gab den Blick auf die Sonne frei, allerdings bei katastrophal schlechtem Seeing, welches nur selten einen gestochen scharfen Blick auf die Sonne im Weißlicht zuließ. In diesen wenigen Augenblicken konnte ich gerade mal zwei Gruppen erkennen: die AR 12287 als B6 und die AR 12290 als C8, beide Gruppen auf der nördlichen Halbkugel der Sonne beheimatet. Die AR 12289 im Süden war indes nicht mehr zu sehen und schon gar nicht bei diesem miesen Seeing. Somit blieb es bei den zwei Gruppen und der Erkenntnis, dass die Sonnenaktivität derzeit einen kräftigen Einbruch erlebt. Man ich geneigt, zu fragen, wann der erste fleckenfreie Tag des Jahres 2015 beobachtet wird.

Das Seeing machte sich selbstverständlich auch im H-alpha bemerkbar, war hier aber nicht ganz so fürchterlich. Am Rand befanden sich 6 Protuberanzen, darunter eine schöne bogenförmige im Südost und eine bleistiftartige im Osten. Die Oberfläche zeigte 4 helle Flaregebiete und schätzungsweise - zählen könne man das nicht nennen - 10 Filamente. Lediglich eines im Osten war größer und sah aus wie ein von Nord nach Süd verlaufender Strich. Mehr gab es heute nicht!

Donnerstag, 19. Februar 2015

Sonne am 19.02.2015

Der erste frühe Feierabend seit Monaten und ein sehr sonniger Tag erlaubten mir die erste Sonnenbeobachtung des Jahres zu einem bequemen Zeitpunkt, ohne mich wegen meiner Häuser stressen zu müssen und das mitten in der Woche.

Dafür war das Seeing nicht wirklich gut und die Zahl der Fleckengruppen gering. Man musste sie regelrecht mit der Lupe suchen, obwohl es sieben Fleckengruppen gab. Die aber waren nur von geringer Größe. Die AR 12282 im Norden stand am Westrand und war eine J1, unter der eine weitere J1, allerdings ohne NOAA-Nummer, zu finden war. Die AR 12284 konnte man beim besten Willen nicht mehr sehen und die AR 12287 zählte ich als eine auffällige B-Gruppe mit 11 Flecken. Ganz nah am Ostrand stand noch eine C6: die AR 12290. Im Süden war die AR 12289 im Osten eine A1. An der Westgrenze waren dann noch zwei Gruppen auszumachen: die AR 12288 als C3 und die AR 12286 als A1.

Im H-alpha war die Aktivität auch eher gemächlich, denn ich kam, auch bedingt durch das miese Seeing, nur auf 8 Protuberanzen, 6 kleine Filamente und 6 helle Flaregebiete. Im Nordosten gab es zwei kleine Wölkchen, die über der Oberfläche schwebten, im Südwesten zwei kleine Bogen, dafür nur kleine, pyramidenförmige Erhebungen am Ostrand. Wirklich große Filamente gab es auch fast keine mehr (nur eines im Westen). Ansonsten war es eine im Gegensatz zu schönen Wetter eher durchschnittliche Beobachtung ohne große Besonderheiten.

Samstag, 14. Februar 2015

Sonne am 14.02.2015

Kurz bevor ich heute wieder Überstunden für die morgige Bürgerschaftswahl machen durfte, konnte ich noch kurz die Sonne in einer winzigen Wolkenlücke - wer sagte noch gestern,dass es heute sehr (!) sonnig werden würde - beobachten. Das Seeing war ausgesprochen schlecht und anfangs flatterte der Sonnenrand heftig wie im Winde. Dafür zog träge eine hartnäckige Cirrusschicht durch, die ziemlich nervte, zumal ich nur wenig Zeit hatte.

Seit meiner letzten Beobachtung ist die Aktivität im Weißlicht praktisch eingebrochen. Der Süden war fleckenfrei, lediglich im Norden tummelten sich ein paar kleinere Gruppen. Ziemlich genau auf dem Sonnenmeridian standen zwei C-Gruppen, die die NOAA für eine einzige hielt und ihr die Nummer 12282 gab. Sie wiesen 5 bzw. 6 Flecken auf. Westlich davon stand die AR 12283 als A1 und östlich, noch nah am Rand, die AR 12283 als B6.

Schnell baute ich noch das PST auf und war batz erstaunt. Da hockte doch glatt ein Lurch am Sonnenrand. Nein, in Wirklichkeit war es der westliche Teil des 1 Mio-km-Filaments, es sah aber trotzdem auch wie ein Reptil mit langem Schwanz und dieser war die Fortsetzung als Filament über der südlichen Sonnenoberfläche. Am Westrand standen dann noch 8 weitere Protuberanzen sowie eine im Osten. Auf der Oberfläche gab es 3 helle Flaregebiete sowie insgesamt 10 verschieden geformte Filamente.

Sonntag, 8. Februar 2015

Sonne am 08.02.2015

Der heutige Sonntag machte seinem Namen alle Ehre, denn er begann sehr sonnig und so konnte ich unser Tagesgestirn, sobald es über dem Nachbarhaus rauskam, auch beobachten. Allerdings bei mittelprächtigem Seeing, denn im Grunde ist der Blick auf die Sonne zu diesem Zeitpunkt suboptimal, weil sie dann in den Wärmeabstrahlungen des Hauses steht. Die Alternative wäre, da ich mitten in der Stadt wohne, gar nicht mehr zu beobachten. Also muss man nehmen, was man bekommt. Und das war zumindest im Weißlicht nicht so sehr viel.

Am Westrand standen noch ein paar kümmerliche Reste der AR 12277 in Form einer B4-Gruppe. In schrägem Winkel dazu stand eine J1, die ich aber der Gruppe aufgrund des Neigungswinkels, den die Gruppe dann hätte, nicht mit hinzugezählt, sondern als eigenständige Gruppe angesehen habe. Ob sie noch eine NOAA-Nummer erhalten wird, ist nicht sicher, weil viele Beobachter hier eine durchgängige Gruppe sehen werden. Die AR 12281 hatte sich binnen zweier Tage zu einer ordentlichen D-Gruppe mit 6 Einzelflecken entwickelt, während die AR 12280 auch heute der Klasse E zugerechnet werden konnte. Sie wies insgesamt 26 Flecken auf und war damit die größte Aktive Region, die an diesem Tage zu beobachten war. Ganz am Ostrand stand die neue AR 12282 als J1. Mehr hatte die Sonne im Integrallicht nicht zu bieten.

Bedeutend spannender war es im H-alpha. Das Seeing schlug im PST nicht annähernd so stark durch wie im Weißlicht und so beobachtete ich am Rand 12 kleine Protuberanzen, wobei bei der am Ostrand, unweit der Position der AR 12282, gerade ein Flare am Arbeiten zu sein schien. Weitaus beeindruckender aber war das „Filzstift“-Filament, das nun die Mitte der Sonnenscheibe erreicht hatte, mindestens so lang war wie ein Viertel des Sonnendurchmessers und weiterhin mit einem fast ebenso langen Ausläufer nach Südosten abknickte. Am Ostrand fand sich ein weiteres, sehr langes Filament. Beim Zählen kam ich auf insgesamt 14 dieser Materiestrukturen, denn es waren auch viele, sehr kleine, dabei. es gab denn auch noch 4 Flaregebiete, wobei im Umfeld der AR 12280 eines besonders hell erschien, während der Rest eher etwas diffus wirkte und nur jenes rund um die AR 12281 etwas heller erschien.

Freitag, 6. Februar 2015

Die Sonne im Januar 2015

Das neue Jahr begann wie das alte aufgehört hatte: Kamen größere Fleckengruppen, verzogen sich die kleineren. Mit der AR 12253, die am Silvestertag 2014 auf der Südhalbkugel das erste Mal mit einer ziemlich wirren Struktur am Ostrand zu sehen gewesen war, konnte die erste größere Gruppe 2015 verzeichnet werden, denn sie überschritt bei Jahreswechsel die Waldmeierklasse D und wurde zur E, die in den kommenden Tagen das Geschehen auf der Sonne beherrschen sollte. Alle anderen aktiven Regionen kamen nur noch bis zur Klasse D und ab dem 5. Januar verringerte sich auch die Zahl der Fleckengruppen insgesamt. 

Nach der Passage des Zentralmeridians bildete sich die AR 12253 schrittweise zurück, verlor einen Großteil ihrer Penumbren und sah am 9., dann schon ziemlich zerfleddert aus. Von ihrem einstmals ohnehin nicht sehr großen Glanz war am Ende nicht mehr viel übrig geblieben. Dennoch wurde sie zunächst – aufgrund ihrer Längenausdehnung – bis zum 8. der Klasse F zugeordnet, danach der Klasse E. Die nächste größere Gruppe war – wieder im Süden – die AR 12259, die just an dem Tag auftauchte, als die AR 12253 am Westrand verschwand. Sie erhielt die Nummer 12259 und war vom ersten Tag an als E-Gruppe auszumachen, obwohl sie keine besonders herausragende Form vorzuweisen hatte. 

Und so war ein ums andere Mal wieder nur die Länge in heliographischen Graden Ausschlag geben für die Klassifizierung. Sie wirkte insgesamt eher wie eine vergrößerte D-Gruppe mit wenig Flecken zwischen den beiden Hauptflecken. Im p-Teil gab es kaum Veränderungen, hier war lediglich eine kleine Penumbra zu sehen, während der f-Teil sich kurzfristig ausdehnte, eine etwas komplexere Penumbra zeigte. Am 14. war dann plötzlich der p-Teil komplett verschwunden und die Gruppe auf die Stufe D (wieso eigentlich nicht H?) zurückgefallen. Fünf Tage später war sie nur noch eine C-Gruppe und am 20. nur noch eine H. Einen Tag später suchte man vergeblich nach ihr. Quasi in deren Schatten war auf der Nordhalbkugel am 6. die AR 12257 entstanden, die sich binnen weniger Tage rasch entwickelte und dabei an beiden Polen große Penumbren ausbildete. 

Leider reichte anfangs ihre Längsausdehnung nicht aus, um höher als D eingestuft zu werden. Dies war erst möglich, als sie schon fast wegrotiert war, denn erst ab dem 11. gehörte sie zu dieser Klasse und am 14 war am Westrand nichts mehr von ihr zu sehen. Nach dem 9. waren ihre Penumbren zunehmend zerfasert und zerfielen in mehrere Hofgebiete, die zum Teil nur rudimentär zu sehen waren. Ihre Struktur wurde auch immer wirrer, je näher sie sich dem Westrand annäherte. Unterdessen hatte die AR 11255, am 1. Januar am Ostrand als H-Gruppe sichtbar geworden, am 4. zur Klasse C und am 5. zur D aufgestiegen, zwischenzeitlich wieder auf H zurückgefallen, am 11. dann zur Klasse E entwickelt. Es war ein neuer f-Teil entstanden, der eine bizarre Struktur offenbarte. Dass sich Flecken wieder zurückbilden, um dann eine neue Struktur aufzubauen, sieht man auch nicht alle Tage. Daher gibt es zumindest den Anfangsverdacht, dass hinter der alten H eine ganz neue Gruppe entstanden ist, die man der Einfachheit halber mit der alten Nummer verknüpft hat. Schon einen Tag später fiel sie auch prompt wieder auf die Stufe D zurück, die sie bis zu ihrem Verschwinden am 14. beibehielt. Danach entwickelte sich die Sonnenaktivität für ein paar Tage stark zurück, bis am 18. nur noch drei Fleckengruppen zu sehen waren, die allesamt über die Nordhalbkugel liefen, während gleichzeitig der Süden fleckenfrei blieb. Erst am 22. stieg die Aktivität mit dem Auftauchen der AR 12268 auf der Südhalbkugel wieder spürbar an. 

Zwei Tage später war sie in ihrer vollen Länge als E-Gruppe zu sehen, wies zwei deutliche Zentren mit Penumbren auf, zwischen denen sich viele kleine Einzelflecken gebildet hatten. Sie wurde zur dominantesten Gruppe des restlichen Monats auf der ganzen Sonne und kletterte am 27 sogar auf die Stufe F. An diesem Tag sprang die Aktivität auch wieder richtig an und die Zahl der Gruppen stieg von 3 am 25. auf 8 am 30. neben der AR 12268 entwickelte sich auch die AR 12777, die erstmals am 28. zu sehen war. Bei beiden Gruppen war ein Merkmal ihre ganz enorme Länge, die den Verdacht nährte, dass es sich in beiden Fällen in Wirklichkeit um zwei dicht beieinander stehende Regionen handelte. Der Monat brachte insgesamt nur 24 neue Fleckengruppen hervor, was auch als Hinweis auf einen bereits wieder erlahmenden Sonnenfleckenzyklus gedeutet werden darf.

Im Hα war die Sonne in den ersten Wochen des neuen Jahres angesichts einiger großer Fleckengruppen erstaunlich ruhig, es gab einige C-Flares, aber nur wenige der Klasse M. Das erste größere Ereignis fand am 3. um 9:57 UT statt, als aus der AR 12253 ein M1.1-Flare aufstieg, dem am 4. um 15:36 UT ein M1.3 folgte. Am 3. wurde außerdem ein kurzer geomagnetischer Sturm der Klasse G1 gemessen; die Geschwindigkeit des Sonnenwinds erhöhte sich dadurch kurzfristig auf 400 km/s. Am 5. registrierten die SDO-Satelliten sowohl im Norden, als auch im Süden je ein Koronaloch

Am 12. stieg aus der Gegend rund um die AR 12261 kurz nach 15:00 UT ein eruptives Filament auf, das sogar mal mit einem leichten koronalen Massenauswurf (CME) verbunden war, die in den letzten Monaten bei großflächigen Regionen eher die Ausnahme als die Regel waren. Die AR 12257 produzierte am 13. um 4:24 UT genau am Westrand einen M5.6-Flare, den größten des ganzen Monats und war verknüpft mit einem kurzen, aber intensiven Tenflare (10,7cm Wellenlänge). Nur eine knappe halbe Stunde später, um 4:58 UT stieg hier ein M4.9-Flare auf. Einen Tag später, am 14. um 12:58 UT kam aus der AR 12257 ein M2.2-Flare hervor, während am 17. wiederum zwei Koronalöcher beobachtet wurden. 

Erst am 22. um 4:52 UT wurde in der neuen AR 12268 der nächste Flare, ein M1.4, registriert. Danach vergingen 5 Tage ohne Flares. Die sich noch hinter dem Ostrand befindliche alte AR 12257 kündigte sich einen Tag vor ihrer erneuten Sichtbarkeit (als AR 12777) mit einer heftigen Eruption an. Vorher erzeugte die AR 12268 am 28. um 4:41 UT einen M1.4-Flare. Am 28. kam um 21:37 UT aus der AR 12277 ein M1.0, dem am 30. um  12:16 UT ein M2.4 folgte, während zuvor die AR 12268 um 0:44 UT für einen M2.0 verantwortlich war. Der Monatsletzte brachte dann noch abschließend ein Koronaloch im Süden sowie ein aktiv-eruptives Filament unweit davon zustande. Mit insgesamt nur 10 M-, zahlreichen C- und keinem X-Flare gehörte der Januar eher zu den schwächeren Monaten im H-alpha. Dazu passt denn auch der Monatsbericht des Sonnenobservatoriums auf der Kanzelhöhe.

Sonne am 06.02.2014

Der kleine Hochdruckkeil, unter dem Hamburg heute lag und der nun endlich wieder höhere Stand der Sonne beschwerte mir nach dem heute deutlich früheren Feierabend als in den letzten Tagen die Möglichkeit für eine Sonnenbeobachtung. Unser Tagesgestirn kommt langsam auch wieder über eines der beiden nervenden Hochhäuser hinaus, sodass die Beobachtung nicht ganz so unter einem Stressfaktor stand, als noch vor ein paar Wochen.

Das Seeing war am heutigen Tage nicht ganz so gut wie gestern noch, eines wurde aber dennoch auf den ersten Blick deutlich: die AR 12277 ist im Zerfallsstadium und bestand heute nur noch aus zwei C-Gruppen mit 11 bzw. 9 Flecken. Die AR 12280 war auch etwas geschrumpft - die kleinen Flecken davor und dahinter waren verschwunden - und daher nur noch eine D mit 14 Einzelflecken. Wäre da noch die AR 12281, die bescheiden vor sich hinwanderte und als C 8 klassifiziert werden konnte. So war die Zahl der Fleckengruppen auf nur noch 4 zurück gegangen.

Der anschließende Wechsel zum H-alpha ließ mein Auge einige sehr interessante Protuberanzen erkennen. Ein etwas dickeres Exemplar genau im Osten hatte kurzfristig die Gestalt eines Panzers mit Kanonenrohr, im Nordosten gab es büschelartige, im Nordwesten eine baumartige Protuberanz sowie einige kleinere, sodass ich hier auf 14 Protuberanzen kam. 

Auf der Oberfläche tummelten sich 5 mehr oder weniger helle Flaregebiete und stolze 16 Filamente, wobei die in Form eines dicken Filzstiftes immer noch zu sehen war, aber in Richtung Südosten eine deutliche Abzweigung erkennen ließ. Darüber hinaus fand ich eine brückenförmige Struktur sowie viele kleine, die sich auffälliger Weise rund um den Sonnenäquator gruppierten, während die nördliche und die südliche Polregion weitgehend erscheinungsfrei waren.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Sonne am 05.02.2015

Es gibt Dinge im Leben, da kann man nur noch den Kopf schütteln. Ich hatte mir heute einen Tag frei genommen, weil sich der Heizungsableser vormittags angemeldet hatte und plante für den Nachmittag einige private Angelegenheiten zu regeln, die wegen meiner langen Arbeitszeiten liegen geblieben waren. Außerdem hoffte ich auch auf eine Sonnenbeobachtung, von der man ja nie genug bekommen kann.

Doch es kam mal wieder anders. Auf meinem Arbeitsplatz ging eine Schriftliche Kleine Anfrage auf der Hamburgischen Bürgerschaft ein, die bis heute Dienstschluss beantwortet werden musste. Damit hatte sich der freie Tag erledigt. Zum Glück konnte ich das meiste von Zuhause aus abarbeiten, aber der Urlaubstag war dahin. Die Konsequenz wird wohl sein, dass ich künftig auch im Urlaub ständig erreichbar sein muss, wenn es Anfragen aus der Politik gibt, die keinerlei Aufschub dulden.

Dafür bewahrheitete sich endlich einmal die Wettervorhersage. Für den Nachmittag war Sonnenschein angekündigt und der kam tatsächlich mal pünktlich. Spätestens ab kurz nach 13 Uhr war der Himmel plötzlich vollkommen aufgerissen und das Seeing relativ gut. Als die Wolken abgezogen waren, verbesserten sich die Sichtbedingungen sogar ein wenig, die Bewegung des Sonnenrandes nahm ab und die Details in den Flecken traten deutlicher hervor.

Im Vergleich zur gestrigen Beobachtung hatte sich einiges verändert: Die beiden kleinen B-Gruppen, die ich da gerade noch am Limit beobachten konnte, waren heute verschwunden und die AR 12277 hatte sich verkleinert, wenn ich sie auch heute als zwei Gruppen eingeteilt hatte. Der, wenn man so will, p-Teil hatte sich verkleinert und einige Penumbren waren nicht mehr da. Deshalb klassifizierte ich ihn heute als E25 und den f-Teil als D16. Dafür hatte die AR 12280 ein wenig an Länge zugenommen, weswegen ich sie - gerade auch im Vergleich zur AR 12277 - als E16 einstufte. Als Rest blieb nur noch die AR 12281, die ich für eine C7 hielt.

Bei den guten Sichtbarkeitsbedingungen setzte ich natürlich auch wieder das PST für die H-alpha-Beobachtung ein. In dieser Wellenlänge hatte die Aktivität seit der letzten Beobachtung ein wenig abgenommen. Am Rand gab es 11 kleine Protuben - nur je eine im Südosten und eine im Nordwesten waren ein bisschen größer - sowie ein schwebendes Wölkchen, ebenfalls im NW. Auf der Oberfläche waren heute nur 4 Flaregebiete zu sehen und auch nur noch 10 Filamente. Das Filzstift-Filament war noch vorhanden und schien ein wenig dicker geworden zu sein. Ein weiterer, schräg dazu stehender, Materiestrich wies einen kleinen Bogen auf, der an das Omega-Zeichen erinnerte. Die restlichen hatten teilweise geschwungene oder vollkommen bizarre Formen.

So blieb mir an meinem Urlaubs/Arbeitstag wenigstens eine Sonnenbeobachtung, während andere private Angelegenheiten wieder einmal hintan gestellt werden mussten …

Mittwoch, 4. Februar 2015

Sonne am 04.02.1015

Nach den überlangen Arbeitstagen der letzten Zeit gönnte ich mir heute mal einen früheren Feierabend. Unter weitgehend bedecktem Himmel in der Hamburger City losgefahren, kam ich bei Sonnenschein zu Hause an. Ein kleiner, wolkenloser Keil hatte sich gebildet und der schien recht stabil zu sein. Fast schon bequem in der Zeit liegend konnte ich meinen kleinen 80/400er Refraktor auf dem Dachboden auf einem Fotostativ befestigen und sogleich mit der Beobachtung beginnen. Das Seeing war ganz brauchbar, wenn auch der Sonnenrand mehr als durchschnittlich in Bewegung war

Gegenüber der letzten Beobachtung am 31. Januar hatte sich das Bild der Sonne ein wenig verändert. Viele Gruppen waren am Westrand verschwunden und aus dem Osten kam wieder nicht viel Neues nach. Die AR 12277 war nach wie vor die größte Gruppe auf der Sonne. Sie wurde von allen Instituten weiterhin als F-Gruppe klassifiziert, hatte aber immer noch enorme Überlänge. Daher stufte ich sie als zwei Gruppen, eine D16 und eine F28, ein. In Richtung Osten stand dort direkt am Rand die AR 12281 als C7, auf der Südhalbkugel fand ich die AR 12280 als D12. Zwischen der AR 12277 und der AR 12280 sah ich ein paarmal noch eine schwache B2 ohne NOAA-Nummer aufblitzen, ebenso eine hinter der AR 12279, die zu meinem Beobachtungszeitpunkt aber schon hinter dem Westrand verschwunden war.

Das gute Wetter ließ mich dann doch noch einen Beobachtungsversuch mit dem PST starten. Aufgrund der nahen Häuserkante, hinter der die Sonne binnen weniger Minuten verschwinden würde, musste ich mich beim Zählen der Erscheinungen schon sehr beeilen. Noch geht die Sonne hinter dem Hochhaus unter, aber das wird spätestens gegen Ende des Monats auch endlich überwunden sein. Am Sonnenrand erkannte ich 10 Protuberanzen, davon eine, die über dem Rand schwebte, sage und schreibe 15 Filamente, davon die meisten am Ostrand und eine, die wie mit einem dicken Filzstift gezogen aussah. Dann zählte ich gerade eben noch 5 Flaregebiete - die intensivsten rund um die AR 12277 - und die Sonne hatte die Häuserkante erreicht, hinter der sie binnen weniger Augenblicke verschwand. So kam ich unverhofft zu meiner ersten Beobachtung im Februar, der hoffentlich noch viele folgen werden, wobei noch etliche Ausfalltage wegen meiner Tätigkeit als Wahlvorsteher in einem Hamburger Wahllokal bei der Bürgerschaftswahl 2015 zu erwarten sind.