Donnerstag, 5. Februar 2015

Sonne am 05.02.2015

Es gibt Dinge im Leben, da kann man nur noch den Kopf schütteln. Ich hatte mir heute einen Tag frei genommen, weil sich der Heizungsableser vormittags angemeldet hatte und plante für den Nachmittag einige private Angelegenheiten zu regeln, die wegen meiner langen Arbeitszeiten liegen geblieben waren. Außerdem hoffte ich auch auf eine Sonnenbeobachtung, von der man ja nie genug bekommen kann.

Doch es kam mal wieder anders. Auf meinem Arbeitsplatz ging eine Schriftliche Kleine Anfrage auf der Hamburgischen Bürgerschaft ein, die bis heute Dienstschluss beantwortet werden musste. Damit hatte sich der freie Tag erledigt. Zum Glück konnte ich das meiste von Zuhause aus abarbeiten, aber der Urlaubstag war dahin. Die Konsequenz wird wohl sein, dass ich künftig auch im Urlaub ständig erreichbar sein muss, wenn es Anfragen aus der Politik gibt, die keinerlei Aufschub dulden.

Dafür bewahrheitete sich endlich einmal die Wettervorhersage. Für den Nachmittag war Sonnenschein angekündigt und der kam tatsächlich mal pünktlich. Spätestens ab kurz nach 13 Uhr war der Himmel plötzlich vollkommen aufgerissen und das Seeing relativ gut. Als die Wolken abgezogen waren, verbesserten sich die Sichtbedingungen sogar ein wenig, die Bewegung des Sonnenrandes nahm ab und die Details in den Flecken traten deutlicher hervor.

Im Vergleich zur gestrigen Beobachtung hatte sich einiges verändert: Die beiden kleinen B-Gruppen, die ich da gerade noch am Limit beobachten konnte, waren heute verschwunden und die AR 12277 hatte sich verkleinert, wenn ich sie auch heute als zwei Gruppen eingeteilt hatte. Der, wenn man so will, p-Teil hatte sich verkleinert und einige Penumbren waren nicht mehr da. Deshalb klassifizierte ich ihn heute als E25 und den f-Teil als D16. Dafür hatte die AR 12280 ein wenig an Länge zugenommen, weswegen ich sie - gerade auch im Vergleich zur AR 12277 - als E16 einstufte. Als Rest blieb nur noch die AR 12281, die ich für eine C7 hielt.

Bei den guten Sichtbarkeitsbedingungen setzte ich natürlich auch wieder das PST für die H-alpha-Beobachtung ein. In dieser Wellenlänge hatte die Aktivität seit der letzten Beobachtung ein wenig abgenommen. Am Rand gab es 11 kleine Protuben - nur je eine im Südosten und eine im Nordwesten waren ein bisschen größer - sowie ein schwebendes Wölkchen, ebenfalls im NW. Auf der Oberfläche waren heute nur 4 Flaregebiete zu sehen und auch nur noch 10 Filamente. Das Filzstift-Filament war noch vorhanden und schien ein wenig dicker geworden zu sein. Ein weiterer, schräg dazu stehender, Materiestrich wies einen kleinen Bogen auf, der an das Omega-Zeichen erinnerte. Die restlichen hatten teilweise geschwungene oder vollkommen bizarre Formen.

So blieb mir an meinem Urlaubs/Arbeitstag wenigstens eine Sonnenbeobachtung, während andere private Angelegenheiten wieder einmal hintan gestellt werden mussten …

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