Montag, 30. März 2015

Sonne am 30.03.2015

Sturmlagen wie die heutige haben auch ihr Gutes: Sie treiben die Wolken mit hoher Geschwindigkeit voran und es bilden sich häufig Wolkenlücken, durch die man hindurch beobachten kann. Dumm nur, wenn das Teleskop genau in die Richtung zeigt, aus der auch die Winden kommen.

Damit hatte ich - das Seeing war in den Lücken ganz gut brauchbar - vor allem das Problem, dass mit nicht irgendwelche Gegenstände davon flogen. Besonders ärgerlich, wenn dies der Zettel ist, auf dem man seine Beobachtung aufgeschrieben hat.

Im Weißlicht hatte sich die Aktivität seit der letzten Beobachtung am 28.03.2015 stark zurück entwickelt. Weit gegen Westen gerückt war die AR 12305 als C6, deren Penumbra ich noch immer nicht mit bloßem Auge und Sofibrille erfassen konnte. Dicht dabei die AR 12315 als C9 und in nordöstlicher Richtung die AR 12313 als A1. Ganz schwach zu sehen und eigentlich kaum wirklich wahrnehmbar war die AR 12316, bei der ich nur sah, dass an der bewussten Stelle etwas war, was mein Auge aber nicht genau identifizieren konnte. Ich teilte die Gruppe daher vorsichtshalber auch nur der Klasse A mit einen Fleck zu. Mehr Gruppen waren nicht zu finden.

Dem H-alpha gönnte ich wegen des Sturms nur einen relativ kurzen Blick, durch den ich 7 Protuberanzen am Sonnenrand, 15 Filamente und 6 Flaregebiete erkannte. Am Westrand ging gerade ein Filament in eine Protuberanz über und im Nordwesten wurde scheinbar eine Protuberanz durch zwei Filamente gestützt. Ein faszinierender Anblick.

Samstag, 28. März 2015

Sonne am 28.03.2015

Am Nachmittag sollte der Himmel aufklaren und den Blick auf die Sonne freigeben, doch schon kurz nach 10 Uhr zeigten sich erste kleine Wolkenlücken und so kam ich heute früher als erwartet zu meiner nächsten Sonnenbeobachtung. Problematisch war allerdings, dass sie zu diesem frühen Zeitpunkt noch hinter Bäumen stand und ich mich mit einem durch Äste verschleierten Blick zufrieden geben musste. Eine bessere Möglichkeit abzuwarten, ist stets mit hohem Risiko verbunden, am Ende gar keine Beobachtung zu bekommen, denn es gilt der alte Grundsatz: „Wenn man eine Gelegenheit für eine Sonnenbeobachtung nicht nutzt, bekommt man an dem Tag keine zweite!“ Dabei war das Seeing zu dieser Stunde noch recht gut.

Knapp 15 nach der letzten Beobachtung hatte sich schon einiges wieder verändert. Die große AR 12305 im Süden hatte den hinteren Teil ihrer Gruppe verloren und war eher heute nur noch eine D mit 20 Flecken. Die B2 dahinter hatte sich aufgelöst, von der AR 12307 und der AR 12314 war nunmehr nur noch ein einzelner, kleiner Fleck übrig geblieben, d.h. beide klassifizierte ich als A1. Im Norden war die AR 12313 weiter eine J1, die AR 12312 und die 12310 ebenfalls jeweils eine A1. Die 12309 stand ganz dicht am Westrand und war eine J1, während die AR 12303 für mich immer noch zwei Gruppen waren, eine A1 und eine B2.

Im H-alpha war die Sicht erheblich besser als gestern Abend. Ich erkannte 4 Protuberanzen - die am Ostrand war immer noch vorhanden - 7 Flaregebiete (das hellste rund um die AR 12305) und 8 Filamente. Für weitere Detailbeobachtungen blieb keine Zeit mehr, da sie Sonne sich auf einen besonders dicken Ast zubewegte und gleichzeitig wieder Wolken die Beobachtung erst störten und dann beendeten.

Freitag, 27. März 2015

Sonne am 27.03.2015

In der Wettervorhersage war die Chance auf Sonnenschein für die Region Hamburg für heute als sehr gering eingestuft worden und in der Tat hingen den ganzen Tag über dicke Regenwolken über der Stadt, aus denen es den ganzen Tag mehr oder weniger heftig regnete bzw. tröpfelte. Gleichzeitig hatte sich über der Nordsee eine wolkenfreie Zone gebildet, die sehr beständig blieb und langsam in Richtung Hamburg driftete. Gegen Mittag hatte sie bereits die Nordseeküste und Cuxhaven erreicht und so hoffte ich, dieses Gebiet angesichts der üblichen Freitagseinkäufe auf dem Wochen- und dem Supermarkt zu erreichen. Mit jedem Schritt in Richtung meiner Wohnung lichtete sich der Himmel und die Wolken verzogen sich.

Zuhause angekommen, wurde erst einmal das Teleskop auf die Fensterbank am natürlich geöffneten Fenster einsatzbereit gemacht und danach wenigen Minuten war es dann tatsächlich soweit: ich erwischte die Wolkenlücke, die allerdings noch mit reichlich Syph erfüllt war. Dann aber verschwand auch dieser Schleim kurzfristig und ich konnte mit der Beobachtung beginnen. 

Im Weißlicht zog die sehr zentral stehende AR 12305 den Blick auf sich. Ich stufte sie als E-Gruppe mit 22 Flecken ein. Herausragendes Merkmal war die große Penumbra im p-Teil, die ich aber trotz aller Bemühungen mit der Sofibrille nicht mit bloßem Auge sehen konnte. Die vielen kleineren Gruppen fielen mit erst nach und nach auf. So bemerkte ich die AR 12313 (eine J1) im Norden noch relativ schnell, bei der AR 12312 (A1) und der AR 2310 (B2) wurde es schon sehr viel schwieriger. Die beiden hätte ich fast übersehen, weil sie sehr kontrastarm, sehr klein und das Seeing dann doch nicht so gut war. Teilweise verschwammen die Flecken regelrecht in der Seeingsuppe. Schuld waren dünne Cirren vor der Sonne. Als die endlich abgezogen waren, fand ich die kleinen Gruppen wieder und noch ein paar mehr. So hielt die die randnahe AR 12303 für zwei J1-Gruppen und die im Süden vor der AR 12305 liegende AR 12307 für eine A2. Zum Schluss fand ich noch die AR 12314 als weitere A1.

Die Beobachtung mit dem PST litt denn auch stark unter dem Seeing und wieder auftauchenden Cirren. So waren am Rand noch 4 Protuberanzen - eine größere am Ostrand - zu sehen. Bei den Flaregebieten auf der Oberfläche haperte es dagegen gewaltig: hiervon erkannte ich nur schwach eines im Umfeld der AR 12305. Bei den Filamenten sah es nicht viel besser aus, hier erkannte ich auch nur 5 Stück, wobei das bemerkenswerteste nahe des Nordrandes stand und quasi von der Seite her zu sehen war. 

Dienstag, 24. März 2015

Sonne am 24.03.2015

Mit einer Beobachtung war heute eigentlich zu rechnen. Der Wetterbericht hatte starke Bewölkung und Regen für den Nachmittag angekündigt und ich einen Arzttermin. Schon auf dem Weg dorthin fiel mir auf, dass sich die fetten Wolken immer mehr verzogen und als ich endlich zu Hause war, stand die Sonne ziemlich frei am Himmel, allerdings hinter einer dünnen Syphschicht. Diese machte sich aber nicht unbedingt störend bemerkbar und so konnte ich die knapp über einem Baum stehende Sonne noch erwischen.

Im Weißlicht gab es heute eine gleich große Zahl an Fleckengruppen und auch bei der Art der Flecken hatte sich einiges getan. Der Norden übernahm den aktiveren Part und so stand genau am Ostrand eine kleine J3 ohne NOAA-Nummer. Denen voran gingen die beiden neuen und gestern schon sichtbaren Aktiven Regionen Nr. 12310 und 12312, jeweils eine J1. Die AR 12305 im Süden war zwar noch immer eine E-Gruppe, wies heute aber nur 12 Fleckengruppen auf und mir schien, dass auch die Gesamtfläche der Gruppe zurück gegangen war. Schräg oberhalb davon, auf der Nordhalbkugel, stand eine kleine A1. Die AR 12303 war ebenso eine J1 wie die AR 12311 am Westrand. Zur bereits erwähnten AR 12307 kam im Süden noch die AR 12307 als B2. So kam ich auch heute wieder auf 8 Aktivitätsgebiete.

Im H-alpha - die Beobachtung ging noch gerade so eben, die ersten Äste des Baumes wurden schon erreicht - fand ich am Rand 7 Protuberanzen (davon zwei büschelartige am Westrand und einige „Spritzer“ im Osten), 6 helle, aber unspektakuläre Flaregebiete sowie 8 oft sehr große Flächen überdeckende Filamente. Weitere Detailbeobachtungen wurden durch den Baum erfolgreich verhindert. Dennoch nehme ich eine unerwartete Beobachtung lieber mit, als eine, wo die Chance mit dem Eintreffen am Beobachtungsstandort endet!

Montag, 23. März 2015

Sonne am 23.03.2015

Lange Zeit sah es nicht danach aus, das ich heute noch nach Feierabend eine Sonnenbeobachtung hinbekommen würde. Zu meinem großen Glück, kommt die Sonne jetzt wieder vollständig über das Hochhaus mir gegenüber heraus, sodass ich nicht bis 16:30 Uhr abwarten muss, weil erst dann unser Tagesgestirn wieder daneben hervorkommen würde. Andererseits sollte es sich schon ab mittags stark bewölken, aber anscheinend war das Hochdruckgebiet doch etwas beständiger, als vorhergesagt. 

Dafür verschleimte der Himmel ab Mittag zusehends und das machte sich dann auch während der Beobachtung bemerkbar; das Seeing war streckenweise total grottig, der Rand in fast ständiger Bewegung und die Oberfläche mal mehr und mal weniger schlecht zu beobachten. Dennoch war zwischendurch immer mal die eine oder die andere kleine Fleckengruppe zu sehen.

Die Nordhalbkugel wies am Ostrand zwei kleine A-Gruppen auf, die nur mit großer Mühe, aber dennoch zweifelsfrei, zu erkennen waren und die noch keine NOAA-Nummer erhalten hatten. Die erste „offizielle“ war die AR 122303 als H1, der die AR 122309 als A1 folgte. Weiter westlich stand ein weiterer A1-Fleck ohne Nummer und nahe des Westrandes die AR 12308 als C3. Der Süden glänzte im Osten mit der AR 12305 als E15, der zum Zentralmeridian hin orientiert die AR 122307 als J3 voranging. Somit kam ich heute auch insgesamt 8 Aktivitätsgebiete.

Das schlechte Seeing drückte sich bis in H-alpha durch und erschwerte hier ebenfalls die Beobachtung, mehr aber noch störte der allgemeine Syph, der den Kontrast der Erscheinungen in diesen Wellenlänge stark herabsetzte. So sah ich am Rand auch nur 8 Protuberanzen, die schönsten und größten davon am Ostrand, inkl. einer kleinen schwebenden Materiewolke sowie zwei im Westen, und auf der Oberfläche 2 kleine Flaregebiete und nur 6 Filamente. Weite Bereiche waren indes vollkommen erscheinungsfrei, was sich auch durch Veränderung der Foltereinstellung am PST nicht ändern ließ.

Sonntag, 22. März 2015

Sonne am 22.03.2015

Nur zwei Tage nach der erfolgreich beobachteten partiellen Sonnenfinsternis, wo wir sehr viel Glück mit dem Wetter hatten, schien mich dieses am heutigen Morgen wieder verlassen zu haben. Bei Sonnenaufgang war der Himmel noch superklar, doch schon eine Stunde später kam der Syph und aus dem blauen Himmel wurde ein weißer, aber nur in der Richtung, in der die Sonne stand, wie sollte es auch anders sein. Überdies bewegt sich jetzt die Sonne weitgehend hinter meinen Bäumen, die mir mehr und mehr die Sicht nehmen.

Erst als die Sonne soweit raus war, dass nur noch dünne Äste den Blick störten, konnte ich mit der Beobachtung beginnen. Was mir als erstes auffiel, was ein katastrophal schlechtes Seeing. Der Sonnenrand war in ständiger Bewegung und die Oberfläche schien sich permanent auf- und wieder abzupumpen: klassisches Blubberseeing.

Im Weißlicht konnte ich dennoch die vier aktuellen Fleckengruppen sehen: Im Norden gab es nur die AR 12303 als H1, während der Rest auf der Südhalbkugel zu beobachten waren: die AR 122305 als H2 mit zweit deutlich voneinander getrennten Penumbren, eine noch nummernlose J1 und die AR 122306, die ich erst ganz zum Schluss der Beobachtung als B2 erkannte.

Im H-alpha sah es nicht sehr viel besser aus. Ständiges Geblubber und ein Schärfepunkt, der wegen des miesen Seeings immer wieder verloren ging. In so einer Situation dem Seeing hinterher zu fokussieren, ist ein aussichtsloses Unterfangen, das nicht von Erfolg gekrönt ist. Geduld hieß das Motto der Stunde und tatsächlich besserte sich die Sicht immer wieder für ein paar Sekunden, die auszurichten, um die wesentlichen Erscheinungen zu erfassen. 

Im Gegensatz zum Tag der Sofi gab es heute kaum nennenswerte Protuberanzen. Ihre Zahl betrug magere 6. Genauso viele Flaregebiete sah ich um H-alpha sowie 8 Filamente. Diese aber waren beachtlich groß und eines sah aus wie ein gigantisches Fragezeichen. Die Südhalbkugel der Sonne, wo sich im Weißlicht drei kleine Fleckengruppen befanden, war hier erscheinungsfrei. Nach dem Minimum Ende 2008 und dem Maximum Anfang 2014 scheint sich die Sonne nun ganz schnell auf ihr nächstes Minimum zubewegen zu wollen.

Donnerstag, 19. März 2015

Sonne am 19.03.2015

Erst einen Tag vor der partiellen Sonnenfinsternis gelang mir heute wieder mal eine Sonnenbeobachtung. Eine Vielzahl der in diesem Monat enorm hohen Zahl an Ausfalltagen gingen auf das Konto entweder der Arbeitszeit oder des Syphs, der abends immer so rechtzeitig eintraf, dass ich nach Feierabend nicht mehr beobachten konnte.

Heute jedoch gab es keine Schwierigkeiten - selbst das Seeing war, abgesehen vom stark wallenden Sonnenrand - einigermaßen brauchbar. Was fehlte waren die Sonnenflecken. Drei Gruppen konnte ich finden, die gehörten allesamt den unteren Waldmeierklassen an, oder waren Endstadien der Gruppenentwicklung, die AR 12297 sah ich am Westrand auf der Südhalbkugel gerade eben noch als H1, die AR 12302 im Norden ging im heftigen Zucken des Sonnenrands unter und die AR 12303 nahe des Ostrandes war nur eine J1. Ansonsten war die Sonne relativ leer.

Ganz anders die Situation im H-alpha. Am Ostrand standen gleich 8 der insgesamt 14 Protuberanzen, darunter die 6 größten, die heute zu finden waren sowie eine schwebende Protubenwolke. Eine davon zeigte sich auch als klassische Hybriderhebung: Ein kleines Filament ragte hier über den Rand hinaus.

Auf der Oberfläche gab es nur drei kleine Flaregebiete, aber 10 Filamente, die ziemlich regellos verteilt waren. Eine hohe Zahl von ihnen tummelte sich aber nahe des östlichen Sonnenrandes. Wer weiß, vielleicht tauchen an diesen Stellen in den kommenden Tagen neue Fleckengruppen auf, auch wenn diese sich nur im H-alpha zeigen sollten.

Donnerstag, 12. März 2015

Sonne am 12.03.2015

Solange wir nicht die von vielen Mitmenschen ungeliebte Sommerzeit haben, artet bei einem späteren Feierabend die Beobachtung in Stress aus. Man hat den ganzen Tag bei Sonnenschein im Büro gesessen und hetzt dann nach Hause, um kurz noch die Sonne zu beobachten, bevor sie hinter den horizontnahen Baumwipfeln dem Blick entschwindet. So wie heute. 

Zum Glück war der Himmel wolkenfrei, dafür war wieder das Seeing schlecht. Der Rand wallte heftig, nur die Oberfläche war einigermaßen ruhig. Auf Anhieb konnte ich die AR 12297 mit bloßem Auge durch meinen Glassonnenfilter beobachten. Im Teleskop war die Gruppe natürlich der Hingucker, bei der ich heute 25 Einzelflecke zählte. Ihre Penumbren und die darin eingebetteten Einzelflecke ließen den f-Teil wie ein finster dreinblickender Smiley aussehen. In der langen Penumbra des p-Teils fand ich sogar eine kleine Lichtbrücke im Hofgebiet. Des Weiteren entdeckte ich noch die kleine AR 12298 als B2 am Westrand und eine noch nummernlose B3 am Ostrand.

Turbulenter ging es da schon im H-alpha zu. Die AR 12297 hatte gestern um 16:22 UT  einen erdwärts gerichteten X2.2-Flare samt Typ II-Radiosturm und einer Teilchengeschwindigkeit von 1461 km/s sowie eine Vielzahl von M-Flares und - endlich mal - einen CME produziert. Für die kommenden Tage könnte also mit einem wie auch immer gearteten Polarlicht zu rechnen sein. Pünktlich zum wieder schlechter werdenden Wetter …

Im PST sah ich dann zunächst 5 Protuberanzen am Sonnenrand, die zwar ganz nett aussahen, aber doch eher weniger groß waren. Auf der Oberfläche gab es 5 Flaregebiete, das hellste befand sich wieder im Bereich der AR 12297 und, etwa auf gleicher Breite, nahe des Ostrandes. Der Rest war dann eher unscheinbar. Die 10 Filamente wirkten heute auch weniger beeindruckend als gestern, waren aber dennoch hübsch anzuschauen. Wenn - einer früheren Theorie zufolge, die jedoch längst widerlegt ist - Protuberanzen größere Fleckengruppen ankündigen würden, müsste bald wieder ein größeres Aktivitätsgebiet am Ostrand erscheinen. Leider hat der aktuelle Zyklus oft genug bewiesen, dass nach großen, schönen Protuberanzen oft gar keine im Weißlicht sichtbare Fleckengruppe folgte.

Mittwoch, 11. März 2015

Sonne am 11.03.2015

Eine visuelle Sonnenbeobachtung ist gleich viel entspannter, wenn keine Wolken stören. So geschehen, als ich nach Feierabend zu Hause ankam, etwas warten musste, bis die Sonne hinter dem Hochhaus rauskam und sich in der Zeit auch die meisten Wolken verzogen. Das Seeing war aber - wie schon in den vergangenen Tagen - eher mittelprächtig. Heftig wallender Sonnenrand und wellenartiges Geblubber auf der Oberfläche sorgten für ein nicht ganz so gutes Beobachtungserlebnis.

Dennoch war die AR 12297 ohne große Schwierigkeiten zu sehen. Ihre Penumbren hatten sich abermals vergrößert und es sind weitere Flecken hinzugekommen, sodass ich sie heute als D16 einstufte. Später bildete ich mir ein, den Fleck mit meiner Sofibrille auch mit bloßem Auge zu sehen. Sicher bin ich mir letztlich nicht, ob die Beobachtung real war, oder ich den Fleck gesehen habe, weil ich wusste, dass er von einigen Leuten wohl ohne Teleskop gesehen wurde. 

Die AR 12297 war heute aber nicht mehr allein, denn es befanden sich zwei weitere kleine Gruppen auf der Sonne, die ohne NOAA-Nummer waren und die im Fall der B4 auf der Nordhalbkugel eher verschwommen wirkten und bei der A1 im Süden nur auf einer rein zufälligen Sichtbarkeit beruhte. Erst nach einigen weiteren erfolglosen Versuchen, glaubte ich, sie wiedergefunden zu haben, ohne sie sicher halten zu können. Dafür war das Seeing zu schlecht.

Im H-alpha störte das Seeing dieses Mal nicht so sehr und so konnte ich relativ problemlos die drei Protuberanzen am Sonnenrand - zwei am Ost- und eine am Westrand - beobachten. Auf der Oberfläche fand ich nur ein Flaregebiet, das gerade sehr aktiv war und sich im Bereich der AR 12297 aufhielt, und 10 Filamente, die regellos verteilt waren und zwei Polbereiche, die weitgehend erscheinungsfrei waren.

Dienstag, 10. März 2015

Sonne am 10.03.2015

Es war mal wieder eine vorwiegend von Murphys geprägte Beobachtung. Zunächst zog, just als ich das Teleskop aufgestellt und die Sonne hinter dem Hochhaus rauskam, die einzige am Himmel verfügbare Wolke direkt vor unser Tagesgestirn. Warum passiert mir das eigentlich fast jeden Tag???

Es dauerte etwa 20 Minuten, bis ich überhaupt mit der Beobachtung anfangen konnte. Das Seeing war mittelprächtig, der Rand heftig am Wallen und die Oberfläche weitgehend in ordentlicher Bewegung.

Nach wie vor war die AR 12297 die einzige Fleckengruppe auf der erdzugewandten Seite der Sonne, die abermals um ein paar kleine Flecken zugelegt hatte, sodass ich sie heute als D14 klassifizieren konnte. Per twitter las ich, dass mit einer Sofibrille die Gruppe auch mit bloßem Auge sichtbar sein sollte. Mir ist das auch nach längerer Beobachtungszeit nicht gelungen. Zu klein die Gruppe, da reicht das Auflösungsvermögen meiner Augen trotz neuer Brille anscheinend immer noch nicht. Durchziehende Wolken störten aber die Beobachtung ganz empfindlich und als dann der Himmel frei war, sah ich die Gruppe immer noch nicht.

Umso mehr beobachtete ich auf der H-alpha-Linie. Die Aktivität am Rand war immer noch erbärmlich niedrig - nur drei kleine Protuberanzen - und auf der Oberfläche gab es rund um die AR 12297 ein kräftigeres Flaregebiet sowie nordöstlich davon ein deutlich schwächeres. Wenigstens die 10 Filamente boten da noch ein wenig Abwechslung.

Ein abschließender Versuch, die Fleckengruppe mit bloßem Auge zu sehen, scheiterte auch mit einer anderen Brille, bzw. der Folie vor dem Gesicht. Dafür wird es jetzt sonniger, wo die Sonne anfängt, hinter einen Baum zu wandern … 

Montag, 9. März 2015

Sonne am 09.03.2015

Auch an sonnigen Tagen wie dem heutigen kann eine Beobachtung schwierig sein. Nach einem etwas früheren Feierabend baute ich mein Teleskop auf dem Dachboden auf, nur um zu sehen, dass die einzige am Himmel verfügbare Wolke genau vor der Sonne stand. Sie wich natürlich erst, als unser Tagesgestirn teilweise vom Hochhaus verdeckt wurde. Immerhin konnte ich die einzige Fleckengruppe, die heute zu sehen war, schon einmal grob in Augenschein nehmen, wobei das Seeing katastrophal schlecht war.

Nun hieß es, eine Stunde warten, bis die Sonne rechts vom Hochhaus wieder rauskam. Das Seeing war nur wenig besser geworden, dafür zappelte jetzt nicht nur der Sonnenrand, sondern auch die Oberfläche derart, dass die Details in der Gruppe teilweise verschwand und die Penumbra scheinbar am Pumpen war. Grund hierfür war ein aus Nordwesten heranrückendes Cirrenfeld, das komplett vor der Sonne stand und für ein extrem unruhiges Bild sorgte, das sich auch nach Minuten kaum verbesserte. Die AR 12297 hatte ein paar Penumbren dazubekommen und war nun eine D9. Weitere Gruppen konnte ich nicht erkennen, selbst die Fackelfelder am Sonnenrand waren nur schwer auszumachen.

Den ungünstigen Aussichten zum Trotz setzte ich auch das PST ein, aber das miese Seeing machte sich auch hier störend bemerkbar. Am Rand erkannte ich gerade mal drei Protuberanzen, ein helles Flaregebiet rund um die AR 12297 sowie 10 Filamente. Eines umkringelte das Zentrum des der AR 12297 ein weiteres bildete ein großen Bogen darum oder sah lang und fadenförmig aus. Die Polregionen der Sonne waren erscheinungsfrei, sodass sich nun auch hier der Aktivitätseinbruch abzeichnete.

Sonntag, 8. März 2015

Sonne am 08.03.2015

Der Tag startete überwiegend sonnig, aber mit vielen Cirren, die das Bild der Sonne im Okular empfindlich störten und sie eher etwas milchig aussehen ließen. Überdies war das Seeing auch nur mittelprächtig mit bisweilen doch recht heftig wallendem Sonnenrand. Dafür befindet sich die Sonne derzeit in einer kleinen Phase der Inaktivität. 

Seit Januar ist ein steter Rückgang der Fleckentätigkeit zu beobachten, der in diesen Tagen einen Tiefpunkt erreicht hat. Mit der AR 12297 als C6 war heute nur noch eine einzige Gruppe auf der ganzen Sonne zu sehen und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann wir den ersten fleckenfreien Tag in diesem Jahr haben werden.

Wetter und Seeing ließen erstaunlicherweise eine einigermaßen vernünftige Beobachtung im H-alpha zu. Am Westrand standen einige der größten Protuberanzen des Tages, der Ostrand war dagegen eher ruhig. Auf der Oberfläche stach ein Flaregebiet rund um die AR 12297 hervor, aus der gestern um 22:22 UT ein ordentlicher M9.2-Flare aufgestieg, der sowohl mit einem kräftigen CME samt Typ II- (ab 21:57 UT) und Typ IV-Radiosturm (ab 22:04 UT) verbunden war. Da das Aktivitätszentrum nahe des südwestlichen Sonnenrandes stand, ist allenfalls bei einem breit gestreuten CME mit leichten Auswirkungen auf  das geomagnetische Feld zu rechnen. Ein zweites Flarefeld befand sich zum Zeitpunkt meiner Beobachtung nahe des Westrandes, war aber deutlich weniger auffällig als das rund um die AR 12257.
Schlussendlich gab es noch eine respektable Zahl von größeren Filamenten,  die zum Teil genau entlang des Sonnenäquators, aber auch parallel dazu, ausgerichtet waren.

Samstag, 7. März 2015

Sonne am 02. und 07.03.2015

02.03.2015: Meine erste Sonnenbeobachtung nach Feierabend in diesem Jahr: der längere Tagbogen der Sonne führte dazu, dass sie nun auch wieder rechts vom gegenüber stehenden Hochhaus zu sehen ist und dort nicht gleich wieder hinter Bäumen verschwand. Die schlimmste Zeit liegt erst einmal wieder hinter mir: der Winter.

Dafür belohnte der Anblick im Weißlicht nun wahrlich nicht. Die Sonnenaktivität verharrt derzeit auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau. Das Seeing war eher durchschnittlich mit ab und zu stark wallendem Sonnenrand. Die AR 12290 war als A1 knapp am westlichen Sonnenrand zu sehen, die AR 12293 eine D8 und die AR 12292 eine D10. Alle Gruppen waren nach Westen gerückt und aus dem Osten keine weitere aktive Region zu sehen. Es bleibt abzuwarten, ob wir schon bald den ersten fleckenfreien Tag des Jahres 2015 haben werden, oder sich die Sonnenaktivität doch noch wieder erholt und wir noch ein paar große Fleckengruppen zu sehen bekommen.

Im H-alpha war dagegen die Situation vollkommen anders. Zwar gab es am Sonnenrand lediglich vier Protuberanzen. Die größte stand am Ostrand und war sehr kompakt, dazu zwei schwebende, einmal am Westrand, einmal im Nordosten sowie eine mickrige im Südosten. Auf der Oberffläche fanden sich nur zwei helle Flaregebiete, die zu den Aktiven Regionen 12293 und 12292 gehörten. Auffällig hell war die AR 12292, die drei M-Flares des Tages, der hellste war ein M8.2, kamen aber aus der randnahen AR 12290, die auch noch einen schönen CME erzeugte. Überdies zierten 12 Filamente die Oberfläche. Je eines nahe des Ost- bzw. des Westrandes und ein ringförmiges im Bereich der im Weißlicht nicht mehr sichtbaren AR 12294. Die beiden Polregionen der Sonne waren dagegen nahezu erscheinungsfrei.
07.03.2015: Angekündigt wurde für heute ein weitgehend sonniger Tag, doch dank eines riesigen Wolkenwirbels über der Nordsee wurde wieder einmal nichts daraus. Was übrig blieb war ein Blick durch das Teleskop, der zunächst keinen definierbaren Sonnenrand zeigte. Binnen eines längeren Zeitraumes wurde das etwas besser, aber durchziehende Wolken, vor dem Fernrohr hin- und her tanzende Äste und jede Menge Syph verhinderten eine wirklich gute Sicht auf unser Tagesgestirn. Zwar war das Seeing einigermaßen brauchbar, doch die Beobachtung wurde dadurch eher extrem grenzwertig.

Die neue Aktive Region mit der Nummer 12297 war einwandfrei in einem Fackelfeld zu sehen, doch die beiden anderen Regionen 122296 und 12293 konnte ich vor allem wegen der Wolken zunächst nicht sehen. Es stellte sich die Frage, ob ich sie hätte sehen können, wenn die Beobachtungsbedingungen besser gewesen wären, oder nicht, weil das Teleskop zu klein für so winzige Gruppen ist. 
Für etwa 2 Minuten verschwanden dann die Wolken, aber der Syph blieb. Von der AR 12296 konnte ich noch immer nichts erkennen, aber in Bruchteilen von Sekunden meinte ich, etwas von der AR 12293 am Westrand zu erkennen. Ich definierte sie, um überhaupt zu einer Zahl zu kommen, als J1, als kleinstmögliche Gruppe mit einer Penumbra. Man muss sich an dieser Stelle aber auch fragen, wie real diese Beobachtung ist, ob ich wirklich etwas gesehen habe, oder ob ich etwas sah, weil ich wusste, dass dort eine Gruppe zu erkennen sein müsste. Schlussendlich entschloss ich mich, die Beobachtung zu werten, auch wenn begründete Restzweifel bleiben. Andererseits werden unsichere Beobachtungen in der Auswertung weggemittelt. Man darf nur nicht mehr unsichere als sichere Beobachtungen haben, weil dann die Qualität der Beobachtungen generell den Bach runter geht und man als Beobachter auch nicht mehr ernst genommen wird.
Dass unter diesen Bedingungen eine H-alpha-Beobachtung nicht sinnvoll war, versteht sich von selbst.

Freitag, 6. März 2015

Die Sonne im Februar 2015

Die Sonnenaktivität ist im zweiten Monat des Jahres 2015 spürbar zurückgegangen. In den ersten Tagen konnte noch die AR 12277 als F-Gruppe nahe des Sonnenmeridians gesehen werden, während die AR 12268 als zweite F-Gruppe schon halb um den Westrand herum gewandert war. Bei der AR 12277 war aufgrund ihrer enormen Länge anfangs nicht klar, ob es sich tatsächlich um eine oder zwei dicht beieinander stehende Gruppen handelte. 

Was die offiziellen Stellen anging, so ging man unisono von nur einer Gruppe aus. Bei eigenen Beobachtungen wurde es da schon ein wenig schwieriger, da die beiden Teile unterschiedliche Neigungswinkel aufwiesen und viel fleckenloser Raum zwischen dem p- und dem f-Teil vorhanden war. Man musste sich als Beobachter also entscheiden, ob man eher zu einer großen oder zwei kleineren Gruppen tendierte. Davon abgesehen ging die Zahl der Fleckengruppen in der ersten Dekade erst einmal zurück, wenngleich die Relativzahlen aufgrund der AR 12277 annähernd auf gleicher Höhe blieben. Am 7. und 8. wurden nur drei, vom 9. bis zum 12. nur noch vier Gruppen registriert. 

Danach ging es dann noch weiter bergab mit der Gruppenzahl, die ihr Minimum am 16. mit nur noch zwei Fleckengruppen erreichte. Nach dem 6. zerfiel die AR 12277 zusehends, sie hatte ihren Höhepunkt längst überschritten und binnen zweier Tage hatte sie sich nicht nur stark dem Westrand angenähert, ihre Penumbren, ohnehin nicht sehr ausgeprägt, lösten sich unter den Augen der Beobachter von Tag zu Tag mehr auf. Am 10. waren ihre Reste dann vollends am Westrand entschwunden. Bestimmend wurden danach die AR 12280 und die 12281, die am 10. und 11, bzw. nur am 11. zur Waldmeierklasse E gezählt wurden. Die am 8. erstmals beobachtete AR 12282 erreichte diese Stufe am 12. und 13. 

Ab dem 19. Februar konnte wieder ein kleiner Aktivitätsschub verbucht werden, der sich vorwiegend auf einer Vielzahl kleiner Aktivitätsgebiete, vor allem der unteren Klasse A und C stützte und binnen weniger Tage wieder nachließ. Der Höhepunkt wurde schon am 19. mit 7 Gruppen erreicht. Schon am 24. Lag die Gruppenzahl wieder bei 3, am 25. und 26. kurzfristig bei 4, um am Monatsende dann wieder bei 3 zu landen. Der Rückgang der Aktivität lässt sich unabhängig von der Höhe der Relativzahl am besten der Zahl der neuen Gruppen ablesen, die im Februar zu sehen waren. Deren Zahl ist nämlich von 24 im Januar auf nur noch 15 im Februar zurückgegangen!

Im H-alpha war die Aktivität der Sonne vergleichsweise ruhig, von einigen wenigen Ereignissen abgesehen. Eines davon war ein Filament, das vom 7. bis zum 12. über die Sonne wanderte und dabei eine Länge von über 1 Mio. km aufwies. X-Flares gab es auch im Februar keine und die Zahl der M-Flares war auch eher gering. 

Als erstes stieg am 4. um 2:15 UT aus der AR 12277 ein M1.2 auf, dem ein M2.4 am 9. um 23:35 UT aus der AR 12282 folgte. Dieser war assoziiert mit einem Typ II-Radiosturm und einem CME, dessen Teilchen sich auf bis zu 1190 km/s beschleunigten. Am 11. gab es ein größeres Koronaloch, dass sich binnen Stunden enorm vergrößerte. Bis zum Monatsende wurden dann nur noch niedrigklassige Flares beobachtet. In seinem Monatsbericht hielt das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe fest: „Insgesamt konnten im optischen Bereich 143 Subflares, 7 Imp.-1 Flares und 2 Imp.-2 Flares gesichtet werden; im Röntgenbereich wurden 66 C-Flares und 2 M-Flares registriert.“.