Freitag, 6. März 2015

Die Sonne im Februar 2015

Die Sonnenaktivität ist im zweiten Monat des Jahres 2015 spürbar zurückgegangen. In den ersten Tagen konnte noch die AR 12277 als F-Gruppe nahe des Sonnenmeridians gesehen werden, während die AR 12268 als zweite F-Gruppe schon halb um den Westrand herum gewandert war. Bei der AR 12277 war aufgrund ihrer enormen Länge anfangs nicht klar, ob es sich tatsächlich um eine oder zwei dicht beieinander stehende Gruppen handelte. 

Was die offiziellen Stellen anging, so ging man unisono von nur einer Gruppe aus. Bei eigenen Beobachtungen wurde es da schon ein wenig schwieriger, da die beiden Teile unterschiedliche Neigungswinkel aufwiesen und viel fleckenloser Raum zwischen dem p- und dem f-Teil vorhanden war. Man musste sich als Beobachter also entscheiden, ob man eher zu einer großen oder zwei kleineren Gruppen tendierte. Davon abgesehen ging die Zahl der Fleckengruppen in der ersten Dekade erst einmal zurück, wenngleich die Relativzahlen aufgrund der AR 12277 annähernd auf gleicher Höhe blieben. Am 7. und 8. wurden nur drei, vom 9. bis zum 12. nur noch vier Gruppen registriert. 

Danach ging es dann noch weiter bergab mit der Gruppenzahl, die ihr Minimum am 16. mit nur noch zwei Fleckengruppen erreichte. Nach dem 6. zerfiel die AR 12277 zusehends, sie hatte ihren Höhepunkt längst überschritten und binnen zweier Tage hatte sie sich nicht nur stark dem Westrand angenähert, ihre Penumbren, ohnehin nicht sehr ausgeprägt, lösten sich unter den Augen der Beobachter von Tag zu Tag mehr auf. Am 10. waren ihre Reste dann vollends am Westrand entschwunden. Bestimmend wurden danach die AR 12280 und die 12281, die am 10. und 11, bzw. nur am 11. zur Waldmeierklasse E gezählt wurden. Die am 8. erstmals beobachtete AR 12282 erreichte diese Stufe am 12. und 13. 

Ab dem 19. Februar konnte wieder ein kleiner Aktivitätsschub verbucht werden, der sich vorwiegend auf einer Vielzahl kleiner Aktivitätsgebiete, vor allem der unteren Klasse A und C stützte und binnen weniger Tage wieder nachließ. Der Höhepunkt wurde schon am 19. mit 7 Gruppen erreicht. Schon am 24. Lag die Gruppenzahl wieder bei 3, am 25. und 26. kurzfristig bei 4, um am Monatsende dann wieder bei 3 zu landen. Der Rückgang der Aktivität lässt sich unabhängig von der Höhe der Relativzahl am besten der Zahl der neuen Gruppen ablesen, die im Februar zu sehen waren. Deren Zahl ist nämlich von 24 im Januar auf nur noch 15 im Februar zurückgegangen!

Im H-alpha war die Aktivität der Sonne vergleichsweise ruhig, von einigen wenigen Ereignissen abgesehen. Eines davon war ein Filament, das vom 7. bis zum 12. über die Sonne wanderte und dabei eine Länge von über 1 Mio. km aufwies. X-Flares gab es auch im Februar keine und die Zahl der M-Flares war auch eher gering. 

Als erstes stieg am 4. um 2:15 UT aus der AR 12277 ein M1.2 auf, dem ein M2.4 am 9. um 23:35 UT aus der AR 12282 folgte. Dieser war assoziiert mit einem Typ II-Radiosturm und einem CME, dessen Teilchen sich auf bis zu 1190 km/s beschleunigten. Am 11. gab es ein größeres Koronaloch, dass sich binnen Stunden enorm vergrößerte. Bis zum Monatsende wurden dann nur noch niedrigklassige Flares beobachtet. In seinem Monatsbericht hielt das Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe fest: „Insgesamt konnten im optischen Bereich 143 Subflares, 7 Imp.-1 Flares und 2 Imp.-2 Flares gesichtet werden; im Röntgenbereich wurden 66 C-Flares und 2 M-Flares registriert.“.

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