Sonntag, 22. März 2015

Sonne am 22.03.2015

Nur zwei Tage nach der erfolgreich beobachteten partiellen Sonnenfinsternis, wo wir sehr viel Glück mit dem Wetter hatten, schien mich dieses am heutigen Morgen wieder verlassen zu haben. Bei Sonnenaufgang war der Himmel noch superklar, doch schon eine Stunde später kam der Syph und aus dem blauen Himmel wurde ein weißer, aber nur in der Richtung, in der die Sonne stand, wie sollte es auch anders sein. Überdies bewegt sich jetzt die Sonne weitgehend hinter meinen Bäumen, die mir mehr und mehr die Sicht nehmen.

Erst als die Sonne soweit raus war, dass nur noch dünne Äste den Blick störten, konnte ich mit der Beobachtung beginnen. Was mir als erstes auffiel, was ein katastrophal schlechtes Seeing. Der Sonnenrand war in ständiger Bewegung und die Oberfläche schien sich permanent auf- und wieder abzupumpen: klassisches Blubberseeing.

Im Weißlicht konnte ich dennoch die vier aktuellen Fleckengruppen sehen: Im Norden gab es nur die AR 12303 als H1, während der Rest auf der Südhalbkugel zu beobachten waren: die AR 122305 als H2 mit zweit deutlich voneinander getrennten Penumbren, eine noch nummernlose J1 und die AR 122306, die ich erst ganz zum Schluss der Beobachtung als B2 erkannte.

Im H-alpha sah es nicht sehr viel besser aus. Ständiges Geblubber und ein Schärfepunkt, der wegen des miesen Seeings immer wieder verloren ging. In so einer Situation dem Seeing hinterher zu fokussieren, ist ein aussichtsloses Unterfangen, das nicht von Erfolg gekrönt ist. Geduld hieß das Motto der Stunde und tatsächlich besserte sich die Sicht immer wieder für ein paar Sekunden, die auszurichten, um die wesentlichen Erscheinungen zu erfassen. 

Im Gegensatz zum Tag der Sofi gab es heute kaum nennenswerte Protuberanzen. Ihre Zahl betrug magere 6. Genauso viele Flaregebiete sah ich um H-alpha sowie 8 Filamente. Diese aber waren beachtlich groß und eines sah aus wie ein gigantisches Fragezeichen. Die Südhalbkugel der Sonne, wo sich im Weißlicht drei kleine Fleckengruppen befanden, war hier erscheinungsfrei. Nach dem Minimum Ende 2008 und dem Maximum Anfang 2014 scheint sich die Sonne nun ganz schnell auf ihr nächstes Minimum zubewegen zu wollen.

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